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Fund stellt Rolle der Frau in Bronzezeit "auf den Kopf"

03.10.2012 | 11:09 |   (DiePresse.com)

Im Weinviertel spricht man von einer "archäologischen Sensation": Ein Fund belege, dass in der Bronzezeit auch Frauen in der Metallverarbeitung tätig waren.

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Von einer "archäologischen Sensation" im Weinviertel berichtet das niedrösterreichische Urgeschichtemuseum in Asparn an der Zaya: Bei Ausgrabungen in einem bronzezeitlichen Gräberfeld in Geitzendorf (Bezirk Korneuburg) wurde das Grab einer Metallverarbeiterin - und damit der erste Beleg für eine Frau in diesem Beruf entdeckt. Grabbeigaben weisen darauf hin, dass sie Schmuck hergestellt haben könnte.

15 Gräber waren in den Sommermonaten 2008 und 2009 ausgehoben worden. Folgende antrophologische Untersuchungen bestätigten nun den besonderen Fund, der die Vorstellungen von der Geschlechterrolle in der Bronzezeit "auf den Kopf" stelle.

Die Überreste der Metallverarbeiterin der Feinschmiedetechnik befanden sich in einer Tiefe von 145 Zentimetern, die Reste der Bestattung lagen auf einer schwarzbraunen, annähernd rechteckigen Erdschicht. Die Frau starb im Alter zwischen 45 und 60 Jahren, ihr Geschlecht wurde anhand der Schädel- und Unterkiefermerkmale festgestellt, das Becken als wichtigstes geschlechtsbestimmendes Merkmal war nicht vorhanden.

Amboss und Hämmer liefern Hinweis

Trotz starker Beraubung wurden in dem Grab neben zahlreichen Trachtbestandteilen wie Kleinbronzen und einer Henkeltasse auch vier Steingeräte - Amboss und verschiedene Hämmer- und Schlagsteine gefunden, die der Schmuckherstellung gedient haben könnten. Das berichtet Ernst Lauermann, Landesarchäologe und wissenschaftlicher Leiter des Urgeschichtemuseums.

(c) APA/URGESCHICHTEMUSEUM (URGESCHICHTEMUSEUM)

(c) APA/URGESCHICHTEMUSEUM (URGESCHICHTEMUSEUM)

Dieser Fund werfe neue Fragen in Bezug auf die Stellung der Frau in der frühbronzezeitlichen Gesellschaft auf. Der Befund zeige, dass handwerkliche Techniken im Zusammenhang mit Schmuckherstellung durchaus auch von Frauen durchgeführt werden konnten, während man bisher der Meinung war, Metallverarbeitung sei Domäne der Männer gewesen.

Das gesamte, dürftig erhaltene Fundmaterial des Gräberfeldes, überwiegend Keramik, wird der der Aunjetitzer Kultur zugerechnet, die im Zeitraum von ca. 2300 v. Chr. bis 1600/1500 v. Chr. anzusiedeln ist. 15 Gräber wurden nachgewiesen, die ursprüngliche Zahl dürfte bei 18 bis 20 gelegen sein. 

Link: Urgeschichtemuseum Niederösterreich

(APA/red.)

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17 Kommentare
Gast: Eyjaffjallalljoekul
03.10.2012 22:53
0 1

Villeicht handelt es sich bei den gefundenen Geräten

ja auch um Steinzeitliches Küchengerät.

Gast: iona
03.10.2012 19:37
2 0

aufsehenerregend

finde ich ja eher die vorstellung daß frauen in der bronzezeit nicht in der metallverarbeitung tätig gewesen sein könnten.

woher kommt diese absurde idee?

sowas muß einem ja erst einmal einfallen.

Gast: stimmeimhintergrund
03.10.2012 15:26
2 0

scheuklappen?

es gab vor längerer zeit eine story auf der BBC seite, dass die fruehe archäologie gerne "automatisch" gräber als "männlich" einstuften, sobald waffen helme etc als grabbeigaben dabei waren - ohne sich die skelette genauer anzusehen... evtl ein grund, warum derartige funde so "selten" sind... und was die geschichte betrifft, fest wie ein mann hackeln muessen ohne anerkennung+entsprechende entlohnung, JA, das gab es frueher wohl schon auch...

Gast: xxxx
03.10.2012 14:48
1 0

Was für eine Überraschung! Die Frau musste also auch in der Bronzezeit hackeln!

NA, dann gehen jetzt aber unseren Emanzen die Argumente aus für das lebenslange Alimentieren..........

Antworten Gast: Gast 0000
03.10.2012 15:23
0 1

Re: Was für eine Überraschung! Die Frau musste also auch in der Bronzezeit hackeln!

Na, sie müssen aber ein frustrierter Frauenhasser sein - meine Meinung als Mann!

Antworten Antworten Gast: xxxx
03.10.2012 17:35
0 2

Re: Re: Was für eine Überraschung! Die Frau musste also auch in der Bronzezeit hackeln!

Und?
Ich liebe ja meinen Fußpilz auch nicht.

Gast: Sensation!!!
03.10.2012 14:46
4 0

Natürlich haben Frauen früher die gleiche Arbeit wie Männer geleistet!

Schließlich ist es ums nackte Überleben gegangen, da war die weibliche Arbeitskraft viel zu wertvoll.

Man kann auch davon ausgehen, daß Frauen auch auf die Jagd gegangen sind.

Kinder haben auch schon mit anpacken müssen.

In Wahrheit war das überall so in Europa bis weit in die Neuzeit hinein.

Antworten Gast: Prokristin
04.10.2012 09:36
0 0

Re: Natürlich haben Frauen früher die gleiche Arbeit wie Männer geleistet!

Natürlich hat es früher auch Arbeitsteilung gegeben. Die ist eine der kulturellen Errungenschaften der Menschheit.

Schmuckerzeugung aus Bronze ist fürs nackte Überleben völlig entbehrlich. Offenkundig war die Metallverarbeiterin Teil einer sogar sehr arbeitsteiligen Gesellschaft, in der es schon sowas wie Handwerksberufe und Handwerkerstolz gegeben hat.

Gast: Hurz IV
03.10.2012 14:42
6 0

stellt Rolle der Frau in Bronzezeit "auf den Kopf"

Wieso denn das? Eher das Weltbild gewisser Redakteure. Das ist ja nur so eine fixe Idee moderner Feministen, dass Frauen in der Menschheitsgeschichte nie was gearbeitet haetten, weil sie vom Patriarchat an den Herd gekettet waren.

Antworten Gast: dkfäasfj
04.10.2012 17:44
0 0

Re: stellt Rolle der Frau in Bronzezeit "auf den Kopf"

ist das ihr ernst? "feministen" haben die fixe idee, dass frauen nie arbeiten mussten? selten so einen blödsinn gelesen!

Antworten Gast: Gast0000
03.10.2012 15:22
1 2

Re: stellt Rolle der Frau in Bronzezeit "auf den Kopf"

aha, und hinterm herd bzw im haus hat sie dann nur daumen gedreht, oder was ??

Gast: Blankensteiner Husar
03.10.2012 12:59
3 0

Auf dem Büderl steht: 26.06.2008!

Eine "breaking news" also.....................
Bitte weiterhin so aktuell bleiben,liebe Presse!

Antworten Gast: mir reichts
04.10.2012 09:02
0 0

Re: Auf dem Büderl steht: 26.06.2008!

und wieder einmal beweist du glänzend, dass du zwar keine ahnung, aber eine meinung hast.

von fundauswertung hast noch nie was gehört, gell? bei 15 gräbern und 5 vermuteten sind 4 jahre nicht viel.

es rennen ja nicht 100 archäologen im urgeschichtsmuseum asparn an der zaya herum.

banause.

Gast: nina blum
03.10.2012 12:13
0 1

Das sind Werkzeuge zum Zerkleinern von Metallerz!

Den Knochenjob haben die Männer sicher sehr ungern abgegeben!
LOL!

Gast: Slavko
03.10.2012 12:01
5 0

Vielleicht...

...war sie aber auch nur die verstorbene Frau eines "Metallverarbeiters", der ihr Schmuck und Werkzeug, als letzte Liebesgabe mitgegeben hat !!!

Antworten Gast: Klugsch
04.10.2012 09:38
0 0

Re: Vielleicht...

und dann aus Kummer auf Schweinehirt umgesattelt ist, weil er kein Werkzeug mehr hatte ...

Gast: ROTFRONT
03.10.2012 11:36
2 2

WoW! Eine Riesenerkenntnis! In der Metallver- und Bearbeitung waren bis in die 50er am steirischen Erzberg Legieonen an Frauen beschäftigt.

Man verwendete sie seit jeher zum Erzglauben und Haldenabsuchen.
Für alle Arbeiten für die ein Mann "zu schade" war.
Wie eben heute auch!