Die Stadt Traun im Bezirk Linz-Land in Oberösterreich ist vom "Blitzlichtgewitter" ihrer vor drei Monaten installierten Radargeräte selbst überrascht - und überlegt nun eine Amnestie für Temposünder. Das berichtete "Life Radio" am Donnerstag. Bisher seien an den sechs Kontrollpunkten mehrere Tausend Autos geblitzt worden, begründet Bürgermeister Harald Seidl (SPÖ) den ungewöhnlichen Gnadenakt, dem allerdings noch der Gemeinderat zustimmen muss.
Besonders ausgegeben hat es offenbar bei einem Radarkasten, der vor dem Schloss, rund 200 Meter vom Zentrum entfernt, aufgestellt wurde. Dort führt ein Zebrastreifen über die Straße, der u.a. von den Bewohnern einer Seniorenwohnanlage benutzt wird. Daher gilt laut Bürgermeister an dieser Stelle seit mehr als acht Jahren eine 30-km/h-Beschränkung. Das dürfte sich allerdings nicht wirklich herumgesprochen haben. Denn in den vergangenen drei Monaten kassierten einzelne Lenker hier bis zu 20 Strafzettel.
Amnestie "kein Freibrief für Raser"
Seidl hat nun zu einem Runden Tisch von Bezirkshauptmannschaft, Experten, Polizei und Gemeinde geladen, um die Verkehrssituation an der neuralgischen Stelle zu diskutieren. Er geht davon aus, dass "manche im Unterbewusstsein und nicht absichtlich eine Verkehrsüberschreitung begangen haben" und will daher im Gemeinderat beantragen, eine Amnestie für die Temposünder zu erlassen.
Das sei kein Freibrief für Raser, betonte er. Er wolle lediglich klarmachen, dass es der Stadt nicht darum gehe, Geld einzuheben, sondern die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Jene, die eine geringfügige Überschreitung begangen haben, will er rückwirkend "bis Juli oder August" straffrei stellen. Angedacht ist laut "Life Radio", den Betroffenen das Geld automatisch zurückzuzahlen.
(APA)
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