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Spielsüchtig: Jung, männlich, Migrant

04.10.2012 | 18:37 |   (Die Presse)

Der Anteil männlicher Spielsüchtiger ist in Österreich höher als in Deutschland oder den USA. Das Internet sehen Experten für sie als größte Gefahrenquelle. Einen möglichen Weg im Kampf gegen Spielsucht sehen manche in Verboten.

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Wien/Sal/Apa. Der typische Spielsüchtige ist männlich, jung und hat Migrationshintergrund. Das sagt die klinische Psychologin Malgorzata Zanki, die auf Suchtprävention und -beratung spezialisiert ist.

Insgesamt ist der Anteil männlicher Spielsüchtiger in Österreich zwar gering – lediglich 0,9 Prozent sind laut einer Studie aus dem Jahr 2011 von einer pathologischen Spielsucht betroffen. Doch ist er hierzulande höher als etwa in Deutschland oder den USA – hier liegt der Anteil bei 0,6 bzw. 0,7 Prozent. Allerdings, so die Expertin: Heute finde eine Feminisierung des Glücksspiels statt – es gebe immer mehr weibliche Spielerinnen.

Am häufigsten gespielt wird in Casinos – hier werden 42 Prozent der Spieleinsätze getätigt. 26 Prozent der Einsätze landen in Automaten, 16 Prozent in Online-Spielen und zehn Prozent bei Lotteriespielen.

Allerdings, kritisierten Experten bei einem Symposium zum Glücksspiel, das am Donnerstag in Wien stattfand, habe man nach wie vor zu wenig verlässliche Daten. Das Forschungsmaterial, das in Österreich zur Spielsucht bislang erhoben wurde, sei nicht ausreichend. Und noch mehr – die Forschungsergebnisse zum Thema Glücksspiel seien nicht nur unzureichend, sondern sogar häufig manipuliert, sagt Zanki im Rahmen der Veranstaltung. Ähnlich argumentiert auch der Mediziner Manfred Maier vom Zentrum für Public Health – es gebe keine verlässlichen Daten zum Krankheitsbild der pathologischen Spielsucht.

 

Finanzielles Kalkül

Umgekehrt müssen sich aber auch die Forscher Vorwürfe gefallen lassen. So kritisiert etwa der Wirtschaftsexperte Andreas Kreutzer, dass sich die Wissenschaft vorrangig aus finanziellem Kalkül nun der Suchtspieltherapie widmet: „Offensichtlich lässt sich mit Alkohol- und Drogensucht nicht mehr genug verdienen.“

Pathologisches Spielen wird derzeit (nach dem internationalen Krankheitsregister ICD-10) noch als Störung der Impulskontrolle gesehen, in der Zukunft aber auch als Verhaltenssucht diagnostiziert werden. Die diagnostischen Kriterien ähneln jenen von Substanzsüchten: Kranke Spieler verspüren eine starke Eingenommenheit vom Glücksspiel, sie leiden an Kontrollverlust, haben Entzugserscheinungen, rutschen in Beschaffungskriminalität ab und gefährden ihre Beziehungen zu anderen.

Maßnahmen gegen die Spielsucht gibt es mittlerweile einige, so wurde etwa vor rund einem Jahr eine eigene Stabstelle im Finanzministerium für Spielerschutz eingerichtet. Und die zur Finanzpolizei gehörige Soko Glücksspiel hat in den vergangenen Jahren zahlreiche illegal aufgestellte Automaten beschlagnahmt. Doch letztlich führten diese Maßnahmen lediglich zu einer Verlagerung des Spielverhaltens. Die Automaten verloren, die Lotterien, Spielbanken und Online-Spiele legten zu.

Vor allem der Internetkonsum von Jugendlichen beunruhigt Ulla Konrad, Präsidentin des Bundesverbandes für Psychologen. „Der 14-jährige Sohn einer Bekannten hat bei einem Onlinespiel eine immens hohe Summe gewonnen“, berichtet sie. Möglich sei dies, weil im Web Alterskontrollen fehlen.

Einen möglichen Weg im Kampf gegen Spielsucht sehen manche in Verboten – so will die Sektion 8 der SP-Alsergrund beim Bundesparteitag am 13.Oktober einen Antrag zum Verbot des kleinen Glücksspiels vorlegen. Andreas Kreutzer ist dagegen: „Ein Automatenverbot treibt junge Menschen ins Internet oder in die Illegalität. Außerdem greift es verzerrend in den Wettbewerb ein.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.10.2012)

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62 Kommentare
 
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empörung pur

kann man zu diesen irreführend hetzerischen artikel noch immer posten. wird da doch auf unsere leistungsträger und zukünftigen pensions und sozialsystemsicherer losgegangen

Antworten Gast: Be-obachter
06.10.2012 16:04
2 0

Re: empörung pur

Sie Spaßvogel, Sie :-))

Nicht alles Geld, das in den Automaten

verschwindet, sind "echte" Verluste, hier wird auch massiv Geld gewaschen. Einkünfte aus Drogenhandel werden in die Money-Laundromaten gesteckt, und der Bandenchef, der ganz sauber das Automaten- und Wett-Café leitet, zahlt brav für diese seine "Einnahmen aus dem Automatenspiel" Steuern - und das Geld ist sauber.
Sieht man sich nur einmal die Unzahl an Spielhallen an, die in bestimmten Wiener Bezirken aus dem Boden sprießen, muss man ja selbst dann von einem Überangebot sprechen, wenn die gesamte Sozialhilfe, die den jungen, männlichen Migranten zukommt, in Automaten versenkt werden würde.

2 0

Re: Nicht alles Geld, das in den Automaten

Das ist doch dem Staat egal Hauptsache die Steuern werden bezahlt.
Da macht sich keiner einen Vorwurf wenn riesige Lokale (Restaurants) egal um welche Tageszeit man vorbeikommt leer sind .
Die Inhaber waschen Geld bezahlen pünktlichst ihre Abgaben mehr Gerechtigkeit ist in diesem Land nicht wünschenswert.
Dass beginnt schon bei den Politikern.

Von Sportwetten ist in diesem Artikel

kein einziges Mal die Rede.

Bemerkenswert!

Gast: Ösi
05.10.2012 13:15
4 20

Ja, meine lieben Freunde, ich bin gerade zurück von meinem Stamm-AMS Meidling und jetzt liegt mir was auf der roten Seele. Wißt Ihr was mir an den Freiheitlichen taugt? Ihr wißt, sonst taugt mich an denen nichts, i schwör!

Mich taugt an den Freiheitlichen, dass die nicht mit unserem Volksvermögen Glücksspiel betreiben.
Nein, die steckens gscheiter in die eigene tasche als in einen Automaten.
Ja, das finde ich eigentlich ganz gscheit.

So, und jetzt muss ich mich sputen, denn sonst sind im SOMA wieder die Ribeye-Steaks aus wie letzten Freitag.
Da habe ich mir dann das ganze Wochenende Tenderloins reinhauen müssen und das ist ja was für die Ladies und nicht für so einen ausgewachsenen Prachtburschen wie dem Ösi!

Ihr versteht das, ich weiß!
Ösenpower

Antworten Gast: Leser
06.10.2012 08:53
8 0

Re: Ja, meine lieben Freunde, ich bin gerade zurück von meinem Stamm-AMS Meidling und jetzt liegt mir was auf der roten Seele. Wißt Ihr was mir an den Freiheitlichen taugt? Ihr wißt, sonst taugt mich an denen nichts, i schwör!

Sie sind schon echt arm.
Bitte suchen sie einen Arzt ihres Vertrauens auf und besprechen sie mit ihm ihre Probleme.

Antworten Gast: Suuuppi!
05.10.2012 17:01
0 11

Re: Ja, meine lieben Freunde, ich bin gerade zurück von meinem Stamm-AMS Meidling und jetzt liegt mir was auf der roten Seele. Wißt Ihr was mir an den Freiheitlichen taugt? Ihr wißt, sonst taugt mich an denen nichts, i schwör!

Hehehe, suppi!!!

1 0

Re: Re: Ja, meine lieben Freunde, ich bin gerade zurück von meinem Stamm-AMS Meidling und jetzt liegt mir was auf der roten Seele. Wißt Ihr was mir an den Freiheitlichen taugt? Ihr wißt, sonst taugt mich an denen nichts, i schwör!

sehr arm ihnen muss geholfen werden.

Verlust

Die Schmach wird dann auf der Straße umgesetzt!MfG

Bei Verlust

wird die Schmach auf der Straße umgesetzt!MfG

Gast: Greylinger A
05.10.2012 07:58
57 1

Der Grund vom Migrationshintergrund

Von Heimweh geplagt, ohne Förderung und Unterstützung, vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen, täglich unseren Anfeindungen ausgesetzt, trotz eisernem Willen unsere Sprache zu lernen keine Deutschkurse bekommend, sind sie förmlich gezwungen, in den Spielsaloons ihr Glück zu versuchen.

Re: Der Grund vom Migrationshintergrund

Sie sind wohl ein schlichtes Gemüt.

(Schuld haben natürlich nur die Österreicher, eh kloar)

Antworten Antworten Gast: ZARA
05.10.2012 13:18
0 20

Re: Re: Der Grund vom Migrationshintergrund

Ja, haben Sie schon mal überlegt wer an diesen Spielhöllen verdient und an der Ausbeutung dieser spielsüchtigen Opfer??

Richtig!
Eben der österreichische Staat und die österreichischen Spielhöllenbetreiber, die mit ihren fetten Schlitten, Goldringen und Rolex spazierenfahren.
Und denen das Leid, das sie fabrizieren so was von wurscht ist!
Es ist zum Verzweifeln.
Aber das verstehen Sie natürlich nicht.

Antworten Antworten Antworten Gast: Kein Player
06.10.2012 11:42
0 2

Re: Re: Re: Der Grund vom Migrationshintergrund

14 User mit Rotstricherlmanie verstehen sie nicht !

Oder sie verstehen ganz genau was du damit meinst, nur wollen diese rechte Hetzer nicht verstehen...

Würde dir ein Plus geben, nur leider bin ich nicht dieser Strichlmanie verfallen, so wie unsere unterbelichteten Freunde...

Re: Re: Re: Der Grund vom Migrationshintergrund

Was wollen sie damit schönreden? Soll das heissen, dass diese Leute auf diese Art den Staat unterstützen? So kann man es natürlich auch sehen.

Re: Re: Re: Der Grund vom Migrationshintergrund

Niemand zwingt sie, in Spielhöllen zu gehen.

2 0

Re: Re: Re: Re: Der Grund vom Migrationshintergrund

Als Analphabet hat man nur hier Chancen !!

hm

" müssen sich gefallen lassen" warum? weil es die Wirtschaft sagt, und die presse die Schmetterlinge aus dem a saugt der Wirtschaft? solche stupiden vorwürfe muss sich doch keiner gefallen lassen... ich glaub da geht's wem anderen nur ums Geld, aber sowas kann die presse natürlich nicht schreiben ;)

Gast: weee
05.10.2012 07:33
0 29

xyz

xenofoben spielen nicht

Antworten Gast: Be-obachter
06.10.2012 16:07
1 0

Re: Ich bin muslimophob

und gehe deshalb in keine Spielhöllen :-)

23 0

Re: xyz

Falsch!
Die Vernünftigen spielen dort nicht!

Gast: gast:1
05.10.2012 07:01
42 0

habs nicht gelesen, aber...

Was sagt die Studie: Sind eh wiedermal WIR schuld daran?

Re: habs nicht gelesen, aber...

Was störts den Baum, wenn ...........

Re: habs nicht gelesen, aber...

In Peking ist ein gelbes Fahrrad umgefallen.

Gast: Dornbirner
05.10.2012 06:56
32 0

ORF

Kein wunder, wenn mit Lotto/Totto - Glücksspielmonopol im ORF derart massiv werben

Versuch Dein Glück!!!!

 
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