Nach dem Mord an einer 87-jährigen Tirolerin im vergangenen Juni, bei dem die Frau gewürgt und missbraucht wurde, hat sich am Dienstag die 22-jährige rumänische Lebensgefährtin des Mordverdächtigen wegen einer Beitragstäterschaft bei versuchten Einbruchsdiebstählen am Landesgericht Innsbruck verantworten müssen. Sie wurde zu neun Monaten Haft, sechs davon bedingt, verurteilt. Der Schuldspruch ist bereits rechtskräftig.
Die Frau hatte zusammen mit ihrem 25-jährigen Partner Mitte Juni in zwei aufeinanderfolgenden Nächten versucht, mit Gewalt in das Haus der 87-Jährigen im Innsbrucker Stadtteil Hötting einzudringen. Die Einbrüche konnten jedoch nicht zu Ende geführt werden. Einmal sah das rumänische Pärchen das Licht einer Überwachungskamera in der Nähe des Hauses aufleuchten.
"Wollte Krankenpflegedienste anbieten"
Vor Gericht beteuerte die mit dem fünften Kind hochschwangere Rumänin ihre Unschuld. Sie habe keine Einbruchsdiebstähle verüben, sondern der alten Frau lediglich ihre Krankenpflegedienste anbieten wollen. Während ihrer Aussage verwickelte sich die 22-Jährige jedoch immer wieder in Widersprüche. Zudem wichen ihre Angaben in wesentlichen Punkten von jenen der Polizei ab.
In ihrer Urteilsbegründung sah es die Richterin als erwiesen an, dass die vierfache Mutter, bei den versuchten Diebstählen "Aufpasserdienste" geleistet habe. Es gebe Einbruchsspuren und eine "geschlossene Indizienkette" gegen die Beschuldigte, meinte die Richterin. Die Vorsitzende betonte, dass der am Dienstag verhandelte Fall vom Mordfall "absolut zu separieren" sei.
Noch keine Anklgae im Mordfall
Der des Mordes verdächtige Rumäne entschlug sich als Zeuge vor dem Schöffensenat der Aussage. Staatsanwalt Thomas Willam sagte der APA am Rande der Verhandlung, dass es im Mordfall noch keine Anklage gebe. Er warte noch auf den abschließenden Bericht des Landeskriminalamtes sowie auf ein psychiatrisches Gutachten. Der Mann soll die 87-Jährige in der Nacht auf den 11. Juni geknebelt, gewürgt und anschließend sexuell missbraucht haben. Die heftigen Gewaltausübungen hätten laut Staatsanwaltschaft letztlich zum Tod der Frau geführt.
(APA)
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