Wien. Der 1.Oktober 2012 war so etwas wie der Startschuss für einen neuen Höhenflug der Park-and-ride-Garagen in Wien. Die Einführung der neuen Parkpickerlzonen im Westen Wiens sorgte dafür, dass die Auslastung zum Teil auf 100 Prozent stieg. So sind in den Anlagen Hütteldorf, Ottakring und Spittelau unter der Woche so gut wie keine Reserven mehr vorhanden. Auch die Garage bei der U6-Station Siebenhirten ist mit einer Auslastung von bis zu 88 Prozent gut gefüllt. Der Bedarf an Stellplätzen ist jedenfalls deutlich gestiegen.
Und die Stadt Wien plant, das Park-and-ride-Angebot in den kommenden Jahren noch weiter auszubauen. Zu den derzeit rund 8500 vorhandenen Stellplätzen sollen weitere 7000 kommen. „Es sind mehrere Standorte am Tapet“, heißt es aus dem Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne). Großen Bedarf gebe es etwa in Richtung Stockerau, aber auch im Süden, entlang der U6 und der neuen U1-Streckenführung, sollen neue Anlagen entstehen. Und nicht zuletzt wird wohl auch die künftige U-Bahn-Endstelle in der Seestadt Aspern Park-and-ride-Plätze bekommen. Einen Zeithorizont oder genauere Standorte für neue Garagen will man im Vassilakou-Büro aber noch nicht nennen.
„Mehr Kapazitäten“ muss aber nicht zwangsläufig neue Standorte bedeuten. So gebe es etwa auch die Möglichkeit, bestehende Anlagen wie etwa Heiligenstadt oder Spittelau zu erweitern, sagt Wiens Parkgaragenkoordinator Thomas Keller.
Pendler vorher abfangen
„Es gibt einen laufenden Prozess, wo in Wien Park-and-ride möglich wäre“, sagt Keller. Gleichzeitig gehe es aber auch darum, Pendler schon möglichst vor der Stadtgrenze abzufangen und auf hochrangige Verkehrsträger wie Bahn oder U-Bahn umzuleiten. Derzeit gibt es laut ÖAMTC rund 25.000 Park-and-ride-Plätze bei Bahnhöfen im Wiener Umland. Sie sollen, so fordert der Club, noch stärker ausgebaut werden. Vor allem im Süden, etwa im Bereich Baden oder Wiener Neustadt, wo es eine gute Eisenbahnverbindung und enge Takte gibt, sieht man noch ein großes Potenzial.
Erste Schritte in diese Richtung sind bereits im Laufen. So wird der niederösterreichische Verkehrslandesrat Karl Wilfing (VP) am Freitag, 19.Oktober, mit Wiens Finanzstadträtin Renate Brauner (SP) über Möglichkeiten zur Lösung der Pendlerproblematik besprechen. Dabei soll es unter anderem auch um die finanzielle Beteiligung an Park-and-ride-Anlagen gehen. Für November ist auch noch ein Termin mit Verkehrsstadträtin Vassilakou angesetzt.
Aktion für billigeres Parken
Zusätzlich will die Stadt Wien weitere Autofahrer dazu motivieren, ihr Auto in einer Garage abzustellen. So läuft etwa seit dem 1. Oktober die Aktion „Billiger Parken in Wiens Parkgaragen“ (www.wien.gv.at/verkehr/parken/garagen/aktion/) – Interessenten können bis zum 30.November 2012 in mehreren Garagen quasi ein Schnupperabo nehmen. 3600 Garagenplätze werden zu vergünstigten Preisen angeboten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.10.2012)

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