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Glashaus-Pläne sorgen für Unmut in Bad Blumau

10.10.2012 | 14:39 |   (DiePresse.com)

Das Großprojekt von Frutura könnte Tourismus und Thermalwasserhaushalt beeinträchtigten, so die Gegner des Projekts. Thermen-Betreiber Rogner war ursprünglich Partner des Projekts.

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Ein großes Gemüsezuchtprojekt im oststeirischen Bad Blumau bzw. der Nachbargemeinde Bierbaum sorgt seit einiger Zeit für Widerstand bei Anrainern und Touristikern bzw. für ein Verwirrspiel: Der oststeirische Obstvermarkter Frutura plant, in einiger Entfernung der bekannten Hundertwasser-Therme einen Glashaus-Komplex von über 250.000 Quadratmeter Fläche zu errichten, um für eine mittels heißem Wasser ganzjährig mögliche Gemüseproduktion zu sorgen. Thermen-Betreiber Robert Rogner war erst bei dem Projekt mit dabei, ist nun aber dagegen.

In dem Komplex in der Gemeinde Bierbaum sollen über das ganze Jahr Paradeiser, Paprika und Gurken angebaut werden können, die Wärme käme vom heißen Wasser. Das Projekt sollte in drei Stufen bis 2015 realisiert werden, ein Abnehmer für die Produkte wäre die Handelskette Spar. Seitens Frutura wird damit argumentiert, dass der Zuchtbetrieb umweltfreundlich betrieben werde und die Abhängigkeit von Gemüse-Importen - oft über weite Strecken - reduziert werde. Die Investitionen würden sich auf rund 48 Millionen Euro belaufen, bis zu 200 Jobs würden geschaffen.

Bürger besorgt

In der Gemeinde Bad Blumau wollen jedoch Bürger und Tourismusverantwortliche sowie Gemeindemandatare die Entwicklung nicht einfach hinnehmen, wie am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Graz mitgeteilt wurde. Es sei bereits mit dem Bau einer Gasleitung begonnen worden, so der ortsansässige Arzt Herbert Riegler, der auch mehr Verkehr befürchtet. SPÖ-Gemeinderat Franz Spörk beklagte das Ausbleiben von Informationen durch die Kommune.

Bürgerlisten-Gemeinderat Karl Semmler fürchtete, dass mit dem Projekt ein Paradigmenwechsel in der steirischen Landwirtschaft eingeleitet werden könnte, von der "bäuerlichen zur industriellen Landwirtschaft". Außerdem werde der "erfolgreiche Weg des sanften Tourismus gefährdet". Maria Perl vom örtlichen Tourismusverband erklärte, man habe schon besorgte Anfragen von Gästen bekommen.

Gutachten gegen Gutachten

Thermen-Hoteldirektorin Melanie Franke zitierte ein Gutachten, das belege, dass durch die Bohrung für den Gewächshauskomplex "unsere heiße Quelle beeinträchtigt" werden könnte. Das Gutachten selbst lag bei der Pressekonferenz nicht vor, Frutura wiederum wartete mit einem Gutachten auf, das keine Beeinträchtigungen ortet. Auf Journalistenfragen räumte Franke ein, dass es Verhandlungen zwischen Rogner und Frutura gegeben habe. Dann sei man aber davon abgekommen, weil das Projekt nicht mit dem regionalen Entwicklungsplan "d'accord geht".

Seitens Frutura wiederum hieß es, die Kooperation mit Rogner sei zu Ende gegangen, weil man mit dem von Rogner vorgelegten Vertrag nicht einverstanden gewesen sei. Laut diesem hätte das Unternehmen bei jedweder Beendigung der Zusammenarbeit alle Rechte unentgeltlich an Rogner übertragen sollen, inklusive der Anlagen.

(APA)

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