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Warum die Kärntner (ganz langsam) aussterben

10.10.2012 | 17:49 |  ANDREAS WETZ (Die Presse)

Bis 2060 wird Kärnten fast jeden zehnten Einwohner verlieren. Schon heute zeigt eine Reihe von Kennzahlen, dass hohe Berge und tiefe Seen vielen Bürgern nicht reichen, um in Wohlstand leben zu können.

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Innerhalb und außerhalb seiner Grenzen ist Kärnten als das Land der Seen bekannt. Dass davon selbst Mitglieder der Tourismusbranche nicht automatisch gut leben können, zeigt die Bevölkerungsprognose der Statistik Austria: Bis 2030 wird Österreichs südlichstes Bundesland (als einziges) an Einwohnern verlieren, um zwei Prozent. Der ganz große Dämpfer ist für die Jahre danach vorhergesagt: Treffen die Berechnungen zu, muss Kärnten bis 2060 mit einem Bevölkerungsrückgang von 8,5 Prozent rechnen (siehe Grafik).

(C) DiePresse

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Die eigentlichen Probleme, denen sich das Land aufgrund dieses Bevölkerungsschwundes wird stellen müssen, liegen in Details. Während die Gesamtzahl sinkt, wird das Heer der Menschen über 65 deutlich anwachsen, nämlich um satte 61Prozent auf 173.604 Personen. Jene, die im Erwerbsleben stehen (20 bis 65 Jahre), werden gleichzeitig weniger, und zwar um Viertel (252.186). Trotz tiefer Seen, trotz hoher Berge. Warum eigentlich?

Echte Städte fehlen. Die Republik wächst. Bis 2030 auf genau neun, bis 2060 auf 9,4 Mio. Einwohner (wie in einem Großteil der Mittwochsausgabe berichtet). Auffallend ist, dass sich das Wachstum fast ausschließlich auf die urbanen Ballungsräume konzentriert. Strukturschwache, ländliche Regionen verlieren überall (Ausnahme: Vorarlberg) an Attraktivität. Das ist kein österreichisches, sondern ein weltweites Phänomen. Anders als in anderen Bundesländern sind die Ballungszentren in Kärnten (Klagenfurt, Villach) jedoch vergleichsweise klein, ihre Anziehungskraft über die Landesgrenzen hinweg eher bescheiden. Sie können das Minus vom Land nicht mehr ausgleichen. Um maximal zehn Prozent wird die Bevölkerung in Klagenfurt und Villach in den nächsten 50 Jahren steigen. Die Zentren in und rund um Wien, Graz, Linz und das Rheintal glänzen mit Zuwächsen von 20, 30 und mehr Prozent.

Bildungs- und Arbeitsmarkt.Wer in Kärnten etwas werden will, muss weg. Das geflügelte Wort unter Schülern gilt zwar nicht immer, aber immer öfter. Die Abwanderung zielstrebiger junger Menschen in andere Bundesländer ist enorm. Knapp 3000 Schüler schließen jährlich mit der Reifeprüfung (Matura) ab. Laut einer Berechnung der Fachhochschule (FH) Kärnten verlassen davon „mindestens 1500“, also die Hälfte, ihr Heimatland. Die meisten davon, um zu studieren. Die vergleichsweise kleine Universität Klagenfurt verfügt auf einigen Fachgebieten durchaus über einen guten Ruf, kann jedoch nur mit einem vergleichsweise schmalen Angebot aufwarten.

Nach abgeschlossener Ausbildung sind die Aussichten nicht viel besser. Zwar liegt die Arbeitslosenquote in Kärnten mit 3,5Prozent im heimischen Mittelfeld, allerdings sei dazugesagt, dass nicht alle, die keine Arbeit haben, auch arbeitslos sind. Zum Beispiel Frauen. Die Erwerbsquote in Kärnten beträgt schmale 70,4Prozent. Nur Wien (67,8) ist schlechter.

Wirtschaft schwächelt. Häufiger Auslöser für Wanderungen innerhalb Österreichs oder der EU, wo das ja praktisch ohne Einschränkung möglich ist, sind die wirtschaftlichen Perspektiven des Einzelnen. In Kärnten sind diese schlechter als anderswo. Bis auf den Chiphersteller Infineon sowie einen Nebenstandort der Strabag gibt es kaum Betriebe mit internationaler Strahlkraft. Die Forschungsquote gemessen am BIP liegt mit 2,46Prozent deutlich hinter den Spitzenreitern Steiermark (4,32) und Wien (3,54).

Gleichzeitig entwickelte sich die Haupteinnahmequelle, der Tourismus, vergleichsweise katastrophal. Während die ohnehin starken Länder Tirol und Salzburg in den vergangenen 15 Jahren bei Nächtigungen über zehn Prozent zulegten, brach der Markt in Kärnten seit 1997 um fast fünf Prozent ein. Wien und die Steiermark sind drauf und dran, Kärnten die Position drei unter den Tourismushochburgen streitig zu machen.

Teurer Alltag. In einer intakten Natur lässt es sich gut leben. Doch das schönste Umfeld nützt nichts, wenn das tägliche Leben – trotz Arbeit – immer schwerer oder teurer wird. Das BIP pro Kopf beträgt 27.400 Euro (Wien: 42.600). Hinzu kommt, dass man in Kärnten für sein Geld besonders wenig bekommt. Beim Kaufkraftindex (Bundesschnitt: 100) belegt das Land mit 94,5 Punkten den letzten Platz. Und das alles vor dem Hintergrund einer ungewissen Zukunft. Die Ära Haider (bzw. seiner Nachfolger) hinterließ den Bürgern mit 3183 Euro pro Kopf die höchste Verschuldung aller Länder.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.10.2012)

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96 Kommentare
 
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Naja,

Kärtner wirds immer geben, denk ich :) Ich würde mir um meine alte Heimat keine allzu großen Sorgen machen, was die Bevölkerung angeht (bei den Politikern sieht das anders aus, aber das betrifft ganz Österreich). Lg von einem ausgewandertem Kärntner!

Gast: ja
13.10.2012 19:22
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...

Was Kärnten braucht, sind Arbeitsplätze. Die gibt es nunmal nicht ausreichend, genauso wenig wie gute Ausbildungseinrichtungen. Oder kann hier irgendjemand behaupten, dass die Universität Klagenfurt mit jenen in Wien, Graz etc. mithalten kann???

Gast: braav
11.10.2012 22:20
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Ja, so is Recht

Ja, so is Recht, immer auf die Kärntner. Brav.

Gast: mücke2
11.10.2012 20:17
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stumpfsinn

also so einen schwachsinnigen bericht habe ich schon lange nicht mehr gelesen. wahrscheinlich ärgert es den wienern, dass die kärntner weniger scheinasylanten aufnehmen als die migrantenhochburg wien. aber aussterben werden die käntner deshalb sicher nicht im gegenteil die lebensqualität wird im land der seen steigen.

Gast: Marianne M.
11.10.2012 16:45
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Dümmlicher Artikel wenn das Hauptproblem in A die Bevölkerungsexplosion ist


Gast: Markus Trullus
11.10.2012 13:35
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seh das so

Die ländlichen Räume verlieren, weil sie nicht integrativ genug sind. Forschung und Entwicklung zB läuft in gut integrierten Ländlichen Gebieten besser als in Städten. Das ist global bekannt. Wenn allerdings das Land leergewohnt, leergekauft, aufgelassen wirkt, dann ist die Attraktivität zur Innovation dahin. Und Kärnten hat auch ein Imageproblem, das die Kärnter aber nicht erkennen oder anerkennen wollen; und demnach auch nicht zu Veränderungen bereit sind. Wie war der Spruch Gorbatschows: Wer sich nicht Veränderungen anpasst, bleibt über und geht unter.....

Gast: derlehrer
11.10.2012 11:58
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keine sorge

Keine Sorge schönes Kärnten.
Es fehlt nicht mehr viel und eine Menge originaler Wiener (keine ahnung ob das gut oder schlecht ist) wird euch beehren! In Wien will sowieso kein normaler Österreicher mehr leben, aber NOCH glaubt er das zu müssen, wegen dem lieben Geld und der Arbeit.

Antworten Gast: Young and good
11.10.2012 15:45
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Re: keine sorge

Ich finde es auch gut, wenn weniger Menschen mehr Platz haben. Ist einfach geiler, so zu leben.

Gast: mmmh
11.10.2012 11:35
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die

region wien (st pölten, mistelbach, wr neustadt) sollte unter eine verwaltung, damit endlich dieses tohuwabohu in sachen gesundheit, verkehr und wohnbau aufhört!
ebenso das untere reihntal, wobei wir vorarlberger garantiert schon 10 jahre weiter sind!
auch der linzer und grazer zentralraum täten sich leichter als verwaltungseinheit.
fusioniert die wörtherseegemeinden!
ebenso das inntal und den flachgau!
ich bitte um gegenargumente!

Antworten Gast: bissldenkn
11.10.2012 22:22
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Re: die

Wiener Neustadt ist doch a bissl weiter als Mistelbach - und nach St. Pölten brauchen Sie so lange bis nach Semmering!

Antworten Gast: nestbeschmutzer
11.10.2012 13:37
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Re: die

was soll die Sucht zur Größe? Die EU wollns nicht, aber Riesen Verwaltungstrümmer hierzulande? Was ist denn da sinnvoll, das weiß niemand......Schon der Wasserkopf Wien ist viel zu groß!

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Re: die

Bezüglich der Einsparung von Verwaltungen wäre so eine Fusion sinnvoll. Allerdings sind die Ausgleichszahlungen die die Gemeinden pro Einwohner kassieren nach Gemeindegröße gestaffelt. Das heißt die Großstadt Wien bekommt pro Einwohner ca. doppelt soviel Geld wie eine Kleingemeinde am Land.
Durch diese Fusionen würde die Gemeindegröße steigen und damit die Zahlungen pro Kopf, wodurch eine Ersparnis für den Steuerzahler wieder fraglich wird.

Gegenargumente:

Pröll und Häupl wollen ihre absolute Macht nicht teilen.

Und dieses Argument sticht alle anderen in Österreich.

Gast: vito c
11.10.2012 11:30
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ja mei

sind halt in der erdgeschichte schon viele arten und gattungen ausgestorben. nicht um jede ists schad.
den poken etwa weint kaum einer einen träne nach.

und vielleicht wid eines tages der letzte richtige kärntner, selbstverständlich mittglied des abwehkämpferbundes, in einem biosaftylevel 4 labor in flüssigem stickstoff aufbewahrt. für allfällige forschungszwecke, dennw er weiss vielleicht brechen sie ja dochnoch einmal aus.

Re: ja mei

aber die besonders Dummen, wie das Beispiel zeigt halten sich bis zuletzt.....

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Re: ja mei

In diesem Labor wird man wohl eher den letzten Wiener aufbewahren.

Denn die Kärntner werden zwar etwas weniger, bleiben aber wenigstens Herr im eigenen Land.

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Re: Re: ja mei

Jaja......mit der groessten Verschuldung pro Kopf Bundesweit!

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Kärnten ist ein Tourismusland

Ich brauche also keine hohe Bevölkerungsdichte sondern lediglich kleinere und mittlere Betriebe, die von den Touristen leben. Das ist eine normale Entwicklung, die überall passiert. Diejenigen aber,die vom Tourismus gut leben können, weil sie die richtigen Grundstücke haben, werden besser leben, als die Mehrheit der in Wien oder sonstigen Großstädten ihr Glück suchenden,denen man auch viel davon wünschen muss.

Gast: aktenzeichen xyz
11.10.2012 11:15
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schlechter artikel

was ist mit dem burgenland? keine uni, noch weniger ballungsraeume etc.

Antworten Gast: Unternehmer
11.10.2012 13:35
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Re: schlechter artikel

Ein großer Teil vom Burgenland profitiert von Wien als Ballungsraum.

Re: schlechter artikel

Mehr Zuwanderung?

Ist doch eine gute Entwicklung

Wenn alle in den Städten wohnen, dann bleibt das Umland wenigstens schön, unberührt und menschenleer. Wenigstens ein Stückchen Natur, das seine Ruhe hat.

Re: Ist doch eine gute Entwicklung

Naja, das ist schon ein bisschen zu kurz gesehen. Wer pflegt die Landschaft, wer hält die Infrastruktur aufrecht? Tourismus und Landwirtschaft stehen in enger Symbiose. Gibt es keine Bergbauern mehr, gibt es keine gepflegten Almen mit Blümchenwiese für den Tourismus. Der Tourismus ist ein wichtiger Teil unserer Gesamtwirtschaft.

Re: Re: Ist doch eine gute Entwicklung

Die Bauern/Bergbauern die werden auch da bleiben, denn die leben ja von der Landwirtschaft und haben folglich keinen Grund, abzuwandern.

Es wird immer Menschen geben, die in ruhige, unberührte Gebiete ziehen wollen um dort Biobauer zu werden.

Den Tourismus wird es auch immer geben, da die Urlauber sich ebenfalls gerne in unberührter Landschaft vom Stress und der Hektik des Alltags erholen wollen. Auch jene Menschen, die vom Tourismus leben, haben keinen Grund abzuwandern.

Abwandern tun ja nur die, die in der Umgebung keinen Job finden.

Antworten Gast: aktenzeichen xyz
11.10.2012 11:14
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Re: Ist doch eine gute Entwicklung

endlich mal jemand der meine meinung teilt.

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Warum die Kärntner (ganz langsam) aussterben

Ginge es nicht etwas flotter?

 
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