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Der neue Merkur im Test

12.10.2012 | 18:34 |  HERBERT ASAMER (Die Presse)

Rewe könnte mit dem Premium-Konzept den Handel revolutionieren. Neben den Wienern dürften ebenso viele Touristen und Angestellte aus umliegenden Büros einen Abstecher in den Feinkostladen auf drei Ebenen machen.

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Wien. Auch wenn der neue Gourmettempel am Hohen Markt außen noch nicht ganz fertiggestellt ist, weckt eine gediegene Front und der Menschenauflauf vor dem Merkur-Flagship-Store in der Wiener Innenstadt die Neugier der Passanten. Neben den Wienern dürften ebenso viele Touristen und Angestellte aus umliegenden Büros einen Abstecher in den Feinkostladen auf drei Ebenen machen. Eine ältere Dame hingegen kann sich nicht vorstellen, hier ihren Wochenendeinkauf zu tätigen, wie sie sagt.

An den Hotspots des neuen Merkur gibt es für die vielen Angestellten einiges zu tun. Ein Magnet wie „Kim kocht“ wird mithelfen, die Frequenz hochzuhalten. Ohne Reservierung war gestern, Freitag, keiner der Plätze für einen Mittagstisch zu ergattern. Den Eindruck, die Mitarbeiter hätten noch mehr mit der neuen Umgebung und der mangelnden Erfahrung zu kämpfen, wird man nicht los. Freundlichkeit scheint dennoch eine Visitenkarte des Hauses zu sein. Die mehr als 100Mitarbeiter scheinen mit ihrer Kompetenz der Zweisprachigkeit auch auf Fragen der Touristen vorbereitet.

Im Eingangsbereich werden Folder mit Lageplänen verteilt. Später wird man erkennen, wozu. Beschreibungen, wo was zu finden ist, fehlen. So wird man mehrere Besuche brauchen, um sich in den Gängen zurechtzufinden. Oder steckt dahinter die Idee, den Kunden durch das ganze Sortiment zu lotsen?

Die Kaufleute von Merkur werden wohl bald wissen, ob ihre Rechnung aufgeht. An den vier Kassen gab es keine Schlangen. Ob das flinke Personal oder die nur mittelprächtig gefüllten Einkaufswägen die Ursache waren? An den Preisen kann es nicht gelegen haben, denn diese sind denen in den anderen Märkten der Rewe-Tochter gleichwertig. Diese könnten eher der Konkurrenz am Graben zu schaffen machen. Ein Lokalaugenschein betreffend Kundenaufkommen fiel eindeutig zugunsten der neuen Konkurrenz aus. Resümee: Der Inneren Stadt wird ein zusätzlicher Standort für Gourmets sicher guttun.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2012)

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1 Kommentare
Gast: Gastnamenname
12.10.2012 22:54
3 0

Ich habe auch getestet

Weitgehend kam ich auf die gleichen Testergebnisse wie Herr Asamer. Allerdings stand ich ca. 20 Minuten in der Schlange bevor ich bezahlen durfte. Während der Wartezeit wurden die Kunden mit Kostproben von frischen Früchten verwöhnt. Sehr fein. Und an der Kassa wurde auch beim Einpacken Unterstützung gegeben.

Das Personal ist sehr freundlich und ich habe es sehr kompetent erlebt. Der Käsesommelier nahm sich trotz hoher Frequenz viel Zeit für meine ausgefallenen Wünsche. Dass der Betrieb noch nicht so reibungslos funktioniert, liegt einfach daran, dass auch die Mitarbeiter sich erst an das neue Geschäft gewöhnen müssen.

Mangelnde Erfahrung dürften diese Leute nicht haben, denn ich glaube, hier wurden nur die besten Mitarbeiter des Konzerns beschäftigt, und die haben Erfahrung in ihrer Branche!

Alle Achtung vor der Leistung der Belegschaft und alles Gute für den Merkur Hoher Markt. Ich werde sicher oft dort einkaufen.