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Merkur, Billa-Corso bedrängen Meinl in der City

12.10.2012 | 18:36 |  CHRISTINE IMLINGER, JULIA KERN UND KARIN SCHUH (Die Presse)

Ein Boom bei Gourmetsupermärkten in der Innenstadt bringt Platzhirsch Meinl unter Druck. Der Konkurrenzkampf in der Innenstadt ist eröffnet. Bei Meinl am Graben gibt man sich dennoch gelassen.

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Wien. Fast könnte man meinen, die Bewohner der Wiener Innenstadt hätten erst jetzt das Kochen entdeckt. Während das gastronomische Angebot seit Jahren – mehr oder weniger – adäquat ist, sah es in Sachen Lebensmittel lange düster aus. Das ändert sich. Nun macht auch Merkur mit dem am Donnerstag eröffneten Flagship-Store am Hohen Markt dem bisherigen Platzhirschen Meinl am Graben Konkurrenz.

Merkur setzt unter anderem auf eine Champagnerbar, ein von Sohyi Kim geführtes Restaurant und Limousinenservice. Manfred Denner, Vorstandschef von Merkur, hat große Erwartungen: den doppelten Quadratmeterumsatz eines gewöhnlichen Merkurs.

Der Konkurrenzkampf in der Innenstadt ist eröffnet – schon 2010 hat Merkur-Mutterkonzern Rewe im Herrnhuter-Haus einen mehrgeschoßigen Billa-Corso eröffnet. Bei Meinl am Graben gibt man sich dennoch demonstrativ gelassen. Zwar sei die Distanz zwischen Meinl am Graben und Merkur „nicht zu unterschätzen“, so Meinl-Geschäftsführer Udo Kaubek. Er sehe die Sache aber positiv, immerhin gäbe es jetzt endlich mehr Lebensmittehändler in der Stadt, das wirke sich auch auf das Kaufverhalten der Kunden aus.

„Keine Konkurrenz“

Fürchten will er sich vor dem neuen Merkur nicht. „Mit dem Geschäft macht er keinen Gewinn“, sagt Kaubek. Bei Merkur mutmaßt man indes, Meinl werde unter Druck kommen – weil Merkur gleiche Produkte billiger anbiete. Angesprochen auf die höheren Preise für alltägliche Produkte verweist Meinl-Geschäftsführer Kaubek auf unterschiedliche Konditionen im Einkauf. Den Billa-Corso will er nicht einmal beim Namen nennen – Konkurrenz sei er aber ebenso wenig wie Merkur. „Es geht uns momentan recht gut, wir sind über Plan“, so Kaubek. Trotzdem, auch Meinl rüstet auf und hat soeben ein Gourmetmagazin auf den Markt gebracht (siehe rechts).

Auch im Feinkostladen Böhle in der Wollzeile spricht man vom neuen Merkur als „Belebung“. Allerdings, man werde sich „kräftig dahintersetzen müssen“, um dem riesigen Angebot Paroli bieten zu können. Bei Böhle will man auch auf die persönliche Betreuung, von der ausführlichen Beratung bis zum Einpacken des Einkaufs, setzen.

Genau das Prinzip des kleinen, persönlichen Ladens dürfte gut ankommen. Michael Büttner, Geschäftsführer bei der Unternehmensberatung KPMG, beobachtet im Lebensmittelhandel zwei Phänomene: „Es gibt eine Renaissance kleiner Geschäfte.“ Händler, die sich zuvor auf riesigen, abgelegenen Flächen ausgebreitet haben, kehren zurück in die Zentren, werden zu Nahversorgern. „Das zweite Phänomen sind Flagship-Stores. Ich erwarte, dass sich jede Kette so einen leistet.“ Dabei kopiere jeder das Meinl-Konzept eines mehrstöckigen Gourmettempels mit Gastronomie.

Spar hat in Wien noch kein vergleichbares Geschäft. Anfang November aber eröffnet in Wien-Mitte ein Interspar-Flagshipstore, inklusive Convenience-Schwerpunkt und Gastronomie. Gerüchteweise soll auch im „Goldenen Quartier“ an der Tuchlauben ein Spar einziehen, doch daraus wird voraussichtlich nichts. Spar-Sprecherin Nicole Berkmann verweist darauf, dass Spar ohnehin „Gourmet“-Filialen in der Innenstadt betreibe, dazu kommt etwa das neue Konzept „Food in the City“ in der Babenbergerstraße, das im Sommer 2011 sein Debüt feierte. Und im Erdgeschoß des neuen Hotels Sans Soucis in der Burggasse soll Anfang 2013 ein weiterer Gourmet-Spar eröffnen.

Wien schließt zu Paris auf

„Gourmettempel sind für das Image einer Stadt wichtig“, sagt Wiens Tourismusdirektor Norbert Kettner. „Das kennt man von vielen Städten: In Berlin gibt es das KaDeWe, in London Harrods, in Paris Fauchon. Wien durchläuft einen Annäherungsprozess.“ Handelsverbands-Präsident Stephan Mayer-Heinisch stimmt zu: „Wien hatte Nachholbedarf. London macht das mit Harrods und der Kette Waitrose, die in vielen Innenstadtlagen angesiedelt ist, perfekt.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.10.2012)

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65 Kommentare
 
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Gast: ewigbesserwisser
14.10.2012 08:24
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endlich..

... gibt es auch in der Innenstadt einen Merkur. Endlich kann ich in ädequater Gesellschaft einkaufen.

Gast: kakonkurrenz
13.10.2012 22:52
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Geh bitte!

Meinl am Graben ist eine Institution! Das wird doch keine Konkurrenz sein!

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Hat er das wirklich so gemeint?

Zwar sei die Distanz zwischen Meinl am Graben und Merkur „nicht zu unterschätzen“, so Meinl-Geschäftsführer Udo Kaubek.

Gast: die Schwyz hod ned nur Kaas!
13.10.2012 18:22
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Ja, wenn das die tollsten Häuser in Wien sind, kawumm! Das ist ja ein kulinarisches Eldorado! Ein Gourmettempel nennt sich Billigladen abgekürzt "Billa", und dasselbe ist der Schleuderer Merkur.

Man kann sich vorstellen wie elitär sowas für den Heute- und Österreichleser ist, der dann zwischen Billigstklump schlemmert.
Wien hatte nie Kultur, aschon gar keine Esskultur, die können nur alles in heisses Fett schmeissen und alles schön pampig kochen.
Und schmecken tut ihnen eh nur der Schweinsbauchbraten, der im Fett schwimmt. Und Fett ist bekanntlich ein Geschmacksträger, so auch der Österreicher, der hat auf viel Fett.

Antworten Gast: kültürler.üsügünlücügüsülür
15.10.2012 22:31
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Re: Ja, wenn das die tollsten Häuser in Wien sind, kawumm! Das ist ja ein kulinarisches Eldorado! Ein Gourmettempel nennt sich Billigladen abgekürzt "Billa", und dasselbe ist der Schleuderer Merkur.

wien hat kultur.ich bin wien.ich bin kultur.basta.

Antworten Gast: Woodman
15.10.2012 16:40
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Re: Ja, wenn das die tollsten Häuser in Wien sind, kawumm! Das ist ja ein kulinarisches Eldorado! Ein Gourmettempel nennt sich Billigladen abgekürzt "Billa", und dasselbe ist der Schleuderer Merkur.

Der Nick soll wohl "Die Schwiiz hat ..." heißen? "Schwyz" ist nur ein einzelner Kanton!

Beim Tarnen und Täuschen bitte besser vorbereitet sein!

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Merkur

Ich war gestern dort. Sie verkaufen eine Flasche Premium Wasser (!) aus den USA um stolze 44,- Euro. Wers braucht.

Antworten Gast: xxxx
13.10.2012 18:23
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Re: Merkur

Na, ein simmeringer Prolo wirds wohl nicht kaufen. Der geht ohne raus.
Beweisführung beendet.

Re: Merkur

Die verkaufen auch in ganz gewöhnlichen Merkur-Geschäften ganz gewöhnliche Weintrauben um vier Euro pro Kilogramm.

Re: Merkur

Wer brauchts's? Der's mag.

Antworten Gast: nicholasblarney
13.10.2012 14:42
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Re: Merkur

Die Depperten sterben net aus...

Herrnhuter-Haus


Ihre Anmerkung ist richtig, Billa-Corso hat dort 2010 Einzug gehalten.

Danke für den Hinweis

Konkurrenz fûr den meinl an Graben

ist kein Fehler. überdurchschnittlich teuer und qualitativ immer schlechter.

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Billa Corso im Herrenhutterhaus seit 2001?

Schlecht recherchiert.

Re: Billa Corso im Herrenhutterhaus seit 2001?

Stimmt ganz genau. Es heißt nämlich "Herrnhuterhaus" ohne "e". Aber so steht es ja im Artikel, daher liegt der Fehler bei Ihnen.

Antworten Antworten Gast: Pips
13.10.2012 12:40
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Re: Re: Billa Corso im Herrenhutterhaus seit 2001?

2001 ist falsch! Es sollte 2010 sein.

Re: Re: Re: Billa Corso im Herrenhutterhaus seit 2001?

Ja, aber es handelt sich um das Herrnhutterhaus und nicht um das "Herrenhutterhaus".

Platzhirsch Meinl?

Wenn auf den Meinl den V angespielt wird, genügte auch "Hirsch M." um nicht auf andere waidmännische Ausdrücke zurückzugreifen, wie "Schwarzkittel" zum Beispiel!

Gast: Kuya
13.10.2012 05:28
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Die Zukunft gehörte dem Fachmann und Meister, dem kleinen Handels- und Gewerbebetrieb und der Logistik für den Vertrieb und die Beschaffung.

. . . doch dazu fehlen die "Jobs visionäres".
Zeit, mal die Kammern, Pfründe und Lobbyisten zu entsorgen und IT Fachleute und Ökonomen mit Handel und Gewerbe zu betrauen.

Antworten Gast: Die Kleinigkeit bitte Verraten!
13.10.2012 13:01
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Re: Die Zukunft gehörte dem Fachmann und Meister, dem kleinen Handels- und Gewerbebetrieb und der Logistik für den Vertrieb und die Beschaffung.

Von wo sollen diese Fachmärkte die Waren beziehen, verkauft ein Großhändler an diese bekommt er das Kartell zu spüren, sämtliche seiner Produkte fliegen aus den Regalen, ist zwar blanke Erpressung, wird nur hierzulande toleriert und sehr aktiv betrieben!

Erinnert sei noch wie dieses Kartell mit einer Wiener Brauerei umging....

Oder wie glaubt man sonnst das das Kreislersterben passierte, so das diese die Waren zu einem höheren Preis einkauften als es das Kartell an den Konsumenten verkaufte, dazu selbstverständlich noch das der Kreisler 10 und mehr Euro Miete für sein Lokal bezahlt während das Kartell ganz großzügig dafür nur 10 Cent bezahlt, gleiches Bild beim Strom, für den der Kreisler das 100 Fache auf den Tisch legt!

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. . . einmal Fachhändler, bin ich mir der Mafia bewusst

Es brauchte einmal die Genialität der Sozialpolitik, in der Wirtschaft Chancengleichheit und Kontrollmechanismen zu bedingen.
Modernste Logistik könnte den Greißler konkurrenslos machen.
Wie sich die Genossenschaften um die Bauern kümmern, brauchten alle Branchen die Logistik für Beschaffung und Vertrieb.

Doch dazu brauchte man in den Kammern Wissenschaftler, Wirtschafter und IT Kundige.

Antworten Antworten Gast: kenninet
13.10.2012 22:54
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Re: Re: Die Zukunft gehörte dem Fachmann und Meister, dem kleinen Handels- und Gewerbebetrieb und der Logistik für den Vertrieb und die Beschaffung.

Den Kreisler kenne ich nicht, aber der Greißler ist am Aussterben.

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Billiger

Ich glaube nicht, daß die Bewohner der Innenstadt finanziell darauf angewiesen sind, dort zu kaufen, wo es am Billigsten ist.
Daß Werbung damit, billiger zu sein, als der Meinl am Graben diesem Kunden wegnimmt, kann ich mir nicht vorstellen.
Ein Merkur- oder Billa-Sackerl ist eben kein Meinl-Sackerl!

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glaubst nur Du, nicht die Reichen

"jeder Erfolgreiche ist sich bewußt, dass der Gewinn im Einkauf liegt"

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Re: Billiger

Außerdem, beim Meinl am Graben ist die Bedienung und das Personal wirklich TOP. Die merken sich sogar die Namen der Kunden, die sind freundlich, bestens beraten und geschult, es ist alleine ein Grund warum man hingeht und nicht woanders. Die Produktwahl ist bei Meinl schon mehr als interessant, und wenn sie etwas nicht haben, dann kann man es auch "holen" lassen, max. 2 Tage später ist es schon da!
Der Meinl hat auch die beste Fisch, Fleisch, Wurst, Käse, und Gemüse Abteilung von allen, UND ich kann mir auch eine Flasche Wein um €2600,- holen, wenn ich die Bedürfnis hätte!
Bei Meinl ist egal was für ein Tag es ist, alle lächeln, grüßen, und sind hilfbereit! Schon mal es woanders versucht? Selbst das Billa-Corso war gleich eine Enttäuschung!!! Meinl hat gleich verstanden, dass das Niveau nicht nur durch die Waren oder die Nobellage kommt, sondern auch durch das Personal... ;-)

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Re: Re: Billiger

Ich war am Eröffnungstag im Merkur und habe nach einer Creme Double gefragt, mehr als ein heee was ist den das? Habe ich nicht bekommen, auch der von der Angestellten herbeigerufene Abteilungsleiter hatte nur ein Achselzucken für mich übrig. Beim Meinl passiert Ihnen das eben nicht, da wird man von qualifiziertem Personal bestens bedient.

 
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