Parkpickerl auch für Währing? Rot-Grün überlegt

14.10.2012 | 18:19 |  DIETMAR NEUWIRTH UND MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Die SPÖ überlegt, mit den Grünen im Bezirksparlament die ÖVP zu überstimmen. „Die Stimmung im Bezirk ist gekippt.“ Das erklärt der SP-Chef von Wien Währing, Josef Eichinger, im Gespräch mit der "Presse".

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Wien. Eine Protestlawine überrollt die Bezirksvertretung Währing und das Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou. Aberdutzende Mails, Briefe und Anrufe werden registriert. Grund: Seit der Ausweitung des Parkpickerls am 1.Oktober auf Bezirke außerhalb des Gürtels ist das Abstellen von Autos in Währing fast unmöglich. Dort gibt es kein Parkpickerl. Noch nicht? Die SPÖ überlegt jetzt, mit den Grünen einen Beschluss auf „Einführung der Parkraumbewirtschaftung“ im Bezirk herbeizuführen.

„Die Stimmung im Bezirk ist gekippt.“ Das erklärt der SP-Chef von Wien Währing, Josef Eichinger, im Gespräch mit der „Presse“. Deshalb sammelt er im Bezirk Unterschriften für die Pickerleinführung: „Der Unmut ist sehr groß, weil die Überparkung enorm ist. Und es wird nur noch schlimmer.“

Die Grünen beantragen eine Sondersitzung der Bezirksvertretung. Ob dabei die SPÖ ein Parkpickerl beantragen wird? Eichinger: „Dafür ist es zu früh.“ Die SPÖ will noch weiter Unterschriften sammeln. In der Resolution an Bezirksvorsteher Karl Homole (VP) heißt es: „Mehr Autos, mehr Lärm, aber keine Parkplätze – ist das die Zukunft des 18.Bezirks? So kann es nicht weitergehen!“ Das Problem für die SPÖ: Homole hat erst im Frühjahr eine Bürgerbefragung veranstaltet. Ergebnis: 64 Prozent waren gegen ein Parkpickerl. Bezirks-SP-Chef Eichinger: „Viele geben heute zu, dass sie damals gegen das Parkpickerl gestimmt haben, aber die Folgen nicht absehen konnten.“ Die SPÖ hat an 30.000Haushalte Werbematerial verschickt. Eichinger: „Wenn wir mehr als 5000 Unterschriften erreichen, dann kann man verantworten, dass man einen Antrag für ein Parkpickerl einbringt.“ (Das ist jene Summe von Bürgern, die bei der Bezirksbefragung für das Pickerl gestimmt hatten.) Die Zustimmung der Grünen wäre wohl gewiss. Und auch die Mehrheit: Gemeinsam verfügt Rot-Grün im 18. Bezirk über die Mehrheit.

Einigt sich Rot-Grün, wird in Währing das Parkpickerl eingeführt – gegen den Willen von Homole. Denn der Antrag würde direkt an den Magistrat gehen, der Bezirkschef hat in diesem Fall kein Vetorecht. Am Sonntag kommentierte Homole das nur knapp: Wenn Rot-Grün das Pickerl in Währing einführen möchte, könne er das nicht verhindern.

Nicht nur in Währing sorgt das neue Parkpickerl für Ärger, auch im angrenzenden Hernals formiert sich Widerstand in Form einer Bürgerinitiative. „Bürgermeister Häupl hat vor der Einführung saubere Luft, weniger Verkehr und einen Parkplatz vor der Haustüre für alle Wiener propagiert – demnach hört Wien aber hinter der Güpferlingstraße auf“, wird kritisiert. Jenseits der Parkpickerlgrenze müssten die Bewohner mit den Folgen des Verdrängungseffekts leben. Das sei unzumutbar. Konkret fordert die Bürgerinitiative ein neues Verkehrskonzept für die Gegenden jenseits der Pickerlgrenzen.

 

Garagen werden gestürmt

Mit Einführung des Parkpickerls hat die Stadt mit Garagenbetreibern eine Aktion gestartet, bei der Garagenplätze um 30 Prozent verbilligt angeboten werden. Das hat dazu geführt, dass am Sonntag mehrere Garagen in Währing (Sandleitengasse, Meidlinger Markt, Ludo-Hartmann-Platz und Jörgerstraße) völlig ausgebucht waren.

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

www.wien.gv.at/verkehr/parken/garagen/aktion/index.html

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.10.2012)

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Lesen Sie hier weiter zum Thema:

  • ÖAMTC: Grüne Verkehrspolitik im Visier

    Wien. Der Autofahrerclub sieht derzeit keinen Sinn in weiteren Gesprächen mit Vizebürgermeisterin Vassilakou und startet eine neue Infokampagne gegen das Pickerl.

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313 Kommentare
 
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Das Gute daran ist,...

...dass man bei jedem Ausfüllen eines Parkscheins daran erinnert wird, diesen Wahnsinn beim nächsten Wahlgang zu beenden.

F.Torberg, "Tante Jolesch":

"Gott behüte einen vor allem, was 'noch ein Glück' ist"

Antworten Gast: Dieser Gastname kann nicht verwendet werden.
18.10.2012 13:36
2

Re: Das Gute daran ist,...

Naja, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass wenns mal da ist wieder abgeschafft wird... ist doch eine nette Einnahmequelle (und bis zu den nächsten Wahlen haben wir uns doch sicher schon dran gewöhnt ;o) )

Antworten Antworten Gast: Dieser Gastname kann nicht verwendet werden.
19.10.2012 10:04
0

Re: Re: Das Gute daran ist,...

ist doch immer wieder nett, wenn Sarkasmus missverstanden wird ;o)

Gast: xxxx
17.10.2012 20:22
0

Das mit dem parkpickerl ist soooooo EXTREM! Das wäre doch was für Red Bull

Könntens ja dann den Weltrekord in in-Wien-am-meisten-Bezirke-Parkpickerl-verseucht-ever brechen!
Und der Baumi grinst mit parksheriff-Anzug in die Linse!

Gast: autofan 445
17.10.2012 19:16
12

Fort mit ihnen!

Solange die Wiener zahlen wie die blöden und nicht einen Aufstand veranstalten, wird sich nix ändern.
Die grünen und roten Abkassierer gehören abgewählt, besser heute als morgen. Und in die Verbannung. Fort mit ihnen!

Gast: muhu
17.10.2012 18:28
2

ey super! auto wird immer attraktiver in wien.

immer schnell, ganzen tag freie strasse und überall parkplatz.

Wer die Pendlerpauschale kassiert

soll das Geld gefälligst für Öffis ausgeben, oder halt fürs Parken zahlen!
Nichtwiener raus aus Wien!

Re: Wer die Pendlerpauschale kassiert

Kein Problem, Nicht-Wiener dürfen in Wien nicht fahren, aber dann dürfen Wiener auch nicht in Restösterreich fahren bzw. parken...
ein ganz klein wenig unrealistisch ;o)

(und für alle die mich zu ernst nehmen, Sarkasmus ist Ironie für Fortgeschrittene)

Re: Wer die Pendlerpauschale kassiert

Autoritär, rassistisch, faschistoid, menschenverachtend - und das alles für die Parkraumbewirtschaftung.
Der Zweck heiligt die Mittel, ekelhaft sowas, mir graust vor solchen GesinnungstäterInnen.

Antworten Gast: xxx
18.10.2012 08:42
2

Re: die pendlerpauschale ist ein schönes zubrot!



tausende, die in wien wohnen, aber auswärts hauptgemeldet sind und es so bis zu 300 euro und mehr pro monat an pendlerpauschale bzw. trennungszulage abkassieren (ca 400 euro pro monat)


11

Parkraumbewirtschaftung mag notwendig sein,

mal schaun, wie das z.B. in Berlin Mitte funktioniert:

Gebühr für 2 Jahre: 20,40.-
Betriebsvignette für 2 Jahre: 130.-
Gästevignetten sind auch erhältlich.

Aber in Wien gehts ja nicht ums abkassieren, sondern nur um den Schutz der Anrainer und die gute Luft...

Gast: Echter Ottakringer
17.10.2012 15:12
4

Also,

wie ihr Pendler und Ausländer immer in meiner Einfahrt geparkt habt, hab ich euch nur angezeigt und abschleppen lassen, wenn ich einmal während der Woche mein Auto brauche.

So wie bald den Korneuburger auch, der trotz Parkpickerl gemütlich bis 9:00 noch immer in meiner Einfahrt parkt.

Weil am Abend hat es trotz Parkpickerl jetzt schon keine Parkplätze mehr.

Nie ist bei uns in der Gasse vorsätzlich ein Auto beschädigt worden, so wie bei den Hysterikern am Wilhelminenberg.

Gast: Michl H. & die Roten Stadtmusikanten
17.10.2012 15:06
3

Wer sich keine Autokraxen leisten kann, der soll sich halt keine zum Spazierenfahren zulegen!

So einfach ist das!
Sollten auch die Schwarzen und Blauen verstehen.
Wenns mal nüchtern sind.

Gast: Echter Ottakringer
17.10.2012 15:05
2

Tatsache ist,

daß jetzt die P+R Anlage Ottakring voll ist.
Vorher nicht.
Also haben die Pendler zwar die Pendlerpauschale eingesteckt, aber nicht entsprechend ausgegeben.
Jetzt schon.
EU 15.-/Woche für einen Parkplatz ist ja unzumutbar !?!?
Als Wiener zahle ich in der Volksgarage auch ca. EU 100.-/Monat.
Daher: Was soll eure Jammerei über Kosten und Unzumutbarkeit samt Alles gratis haben wollen?
Als Wiener muß ich die P+R Anlagen zahlen samt UBahn am Stadtrand.
Nur brauchen tu ich dort sie nicht !
Ihr schon !! - nur dafür zahlen wollt Ihr nicht !!
Und das will ich nicht.

???

Pendlerpauschale - haben sie schon allein für den Sprit ein Mehrfaches ausgegeben.

15 € / Woche? - wo gibts das? Nicht einmal in einer "Volksgarage" - und Pickerl kriegt ein "Ausländer" aus NÖ oder B auch nicht um viel Geld!

U-Bahn bis zu Stadtrand? Wo bitte? Hütteldorf, Ottakring, Floridsdorf, Aspernstraße, Reumannplatz, Simmering liegen viele Kilometer innerhalb der Stadtgrenzen, grade Siebenhirten (und so weit fahren gar nicht alle Züge!) und Leopoldau liegen nur ein paar hundert Meter innerhalb der Stadtgrenzen.

Gast: Martin_S
17.10.2012 14:35
11

Die

werden sich noch alle wundern - wenn überall das Parkpickerl gilt, dann wird natürlich ALLES WIE VORHER sein... Man möge mal in die Inneren Bezirke schauen: Dort ist generell immer alles zugeparkt. Das Ganze ist nur eine reine Abzocke, sonst nichts!

Gast: Der Alte vom Berg
17.10.2012 14:19
10

Die Maden im Speck

hier im Foto links und rechts

http://www.wien.gv.at/rk/msg/2012/10/17004.html

lassen es sich bei exquisiten Einladungen und Gratisbuffes sichtlicht gut gehen und grinsen uns aus Dienstlimousinen mit Chauffeur abgehoben zu.

Herr Bürgermeister residieren im 16. in der Starchan.Gasse 1. samt Gattin, in Ottakring auch Ex. Gattin und Ju.so-Sohn.

Da gibts sicher eine Ausnahmeregelung, oder?

Die anderen sollen zahlen oder gefällgst zu Hause bleiben - der letzte 46B Bus von der U3 Ottakring die Johann-Staud-Str. hinauf zum Ottakringer Bad fährt um 22.12 Uhr!

Das kratzt diese Bon.zen und den buckelnden Bezirksvorsteher natürlich nicht, auch nicht den Ottakringer GRÜNEN Komplizen, die Taxirechnungen übernimmt auch der Steuerzahler!!

Die grünen Steigbügelhalter sollten sich mit ihren Ex-Wähler lieber wieder gut stellen, spätestens 2015 finden sie sich in der Oppositionsrolle wieder, und das wird hart für Schleimi und Co!

Re: Die Maden im Speck

dort oben auf dem wilhelminen- und gallitzinberg residiert seit generationen der rote erbadel mit seinen vasallen und blickt herab auf wien.

Gast: Hedi Tant
17.10.2012 13:11
12

auf der richtigen Seite

Wär auch mal lustig unseren Wiener Bürgermeister zu sehen wie er statt mit dem Dienstwagen mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Arbeit fährt. Er hat zwar eine Autobushaltestelle vor der Haustür, aber pünktlich zur Ausweitung der Parkpickerlzonen einen neuen Audi bekommen, obwohl der alte noch sehr gut ausgesehen hat. Da weiss man wenigstens wofür die Einnahmen aus der Parkaumbewirtschaftung benötigt werden.

Dass er im Krisengebiet knapp ausserhalb der neuen Pickerlzone wohnt stört ihn auch nicht, denn der Chauffeur wartet ja beim Auto auf ihn. Damit's noch ein bisserl schneller geht, schneidet er beim Verlassen der Ausfahrt flott in den fliessenden Verkehr hinein. Falls es kracht, zahlen's eh die Steuerzahler.

Antworten Gast: Armer Steuerzahler
17.10.2012 14:29
6

Re: auf der richtigen Seite: "Her mit der Marie!"

Das Geld der Steuerzahler und Parkpickerl-Abgezockten wird ganz dringend für sehr wichtige kulturelle und soziale Projekte benötigt, da darf man nicht sparen!

http://www.oe24.at/kultur/Phettberg-Sadomaso-in-aller-Oeffentlichkeit/79696976

DAS verstehen die GRÜNENund ROTEN unter „Kultur“ - solche "Feste" müssen wir Dummen finanzieren!


Gast: willi fredi
17.10.2012 13:05
11

ja klar

ein Auto kauft man sich ja, damit man es vor der Haustür parkt und nur innerhalb des eingenen Bezirks mobil ist.

Gast: Wir hier
17.10.2012 11:43
3

Was das Wasser und Afrika mit der Parkraumbewirtschaftung zu tun haben

Essen: nur Vegan.
Trinken: nur Wein.
Kleidung: eine rote Uniform mit merkwürdigen Sichel-Symbolen drauf.
Aufs Klo gehen: höchstens 3 mal täglich, weil die Kinder in Afrika haben kein Wasser zu trinken und wir verschwenden es fürs .....

Gast: Wir hier
17.10.2012 11:03
12

Vorschlag

Vorschlag an Häupl & Co: auf den Dienstwagen verzichten - und selbst Öffi fahren.
Dann werden wir ja sehen, wie "bequem" das für die ist.
Aber wie jeder weiß: mit voller Hose is bekanntlich gut stinken.

Gast: Wir hier
17.10.2012 11:00
12

ausbaden

Ihr habt es immer noch nicht verstanden, oder? Es geht NICHT darum, dass man fürs Parken im Wohnbezirk zahlen muss (auch wenn das natürlich keinen Parplatz garantiert, aber bitte).
Es geht ausschließlich darum, dass ich - wenn ich in einem solchen Bezirk ARBEITE UND NICHT WOHNE - nun den Allerwertesten auf habe.
Ich lasse mich nicht dazu zwingen, in einem freien Land mir vorschreiben zu lassen, mit was ich fahre, nicht fahre, ob ich zur Fuß gehe oder mit dem Fallschirm über der Arbeit abspringe.
Das ist verdammt noch mal MEINE Entscheidung.
Als nächstes schreibt mir Rot-Grün noch vor, was ich essen darf, was ich für Kleidung trage und wann ich aufs Klo gehen darf.
Schöne neue Welt, schönes Wien - ihr Wähler habt das zu verantworten - und jetzt badet den Schei... gefälligst aus!

Antworten Gast: bergziege
19.10.2012 00:00
1

Re: ausbaden

Warum Sie bis jetzt für Ihre Falschmeldung neun grüne Stricherl verdienen, verstehe ich nicht. Wie oft muss man das noch wiederholen? IN WIEN WURDE ANDERS GEWÄHLT. MIT DER ROT-GRÜN KOALITION HAT HÄUPL SCHADENSBEGRENZUNG BETRIEBEN. ROT HAT BEI DEN LETZT GEMEINDERATSWAHLEN GENAUSO VERLOREN WIE GRÜN. Dann haben sie einen Supercoup gelandet und SCHIKANIEREN NUN DIE WIENER! So sieht es aus.

 
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