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Wo Wien bald boomt: Die neuen Trendviertel

16.10.2012 | 18:10 |  Von Christine Imlinger (Die Presse)

Das Arsenal, das Elisabethviertel beim neuen Hauptbahnhof und die Grätzel westlich des Westbahnhofs gelten als kommende In-Viertel. Das Yppenviertel strahlt weit aus.

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Wien. Ein Zinshaus in der Felberstraße in Fünfhaus? Eine Eigentumswohnung im Vierten, ganz nahe dem Gürtel? Vor zehn Jahren wären das für Investoren „absolute No-go-Zonen“ gewesen, sagt Martin Müller, Gesellschafter der J+P Immobilienmakler. Heute sind das aufstrebende Trendviertel. Das geht aus dem ersten Grätzelbericht von JP Immobilien hervor. Vier aufstrebenden Vierteln sagt man bei JP eine besonders blühende Zukunft voraus: dem Arsenal im Dritten, dem Viertel um den neuen Hauptbahnhof im Vierten, jenem um den Westbahnhof im Fünfzehnten und dem Yppenviertel im Sechzehnten, das bis in den Siebzehnten ausstrahlen soll.

Das erste der vier Trendviertel, das Arsenal, erinnert mit den imposanten Backsteinbauten zwischen weitläufigen Grünflächen an Hamburg. War das Arsenal bis Ende des Zweiten Weltkriegs eine militärische Zentrale, so brechen heute Kinderspielplätze, Tenniscourts und Grünflächen, die etwa zum Langlaufen genutzt werden, das militärische Image auf. Probebühnen und Kulissenwerkstätten der Theater oder das 21er Haus bringen Kultur und Künstler. Diverse Einrichtungen der Unis, etwa die frühere „Panzerhalle“, die derzeit von der TU adaptiert wird, locken Studenten ins Arsenal. Vor allem aber wird das Arsenal zur Wohngegend. „Es gibt einen starken Zuzug junger Familien. Besonders von jenen aus den Bundesländern, die das viele Grün schätzen“, sagt Müller.

(c) DiePresse

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Die Bahnhöfe als Impulsgeber

Durch die Nähe zum neuen Hauptbahnhof und die kommende Anbindung an die U2 über die Gudrunstraße in Favoriten (ab 2017/18) darf man mit einem zusätzlichen Aufleben des Areals rechnen. Der neue Hauptbahnhof soll auch das Elisabeth- bzw. Karolinenviertel im Vierten beleben. Verschlafene Seitengassen, eine bunte Infrastruktur, Geschäfte abseits des üblichen Filialisten-Mix, der entstehende Bahnhof und die Favoritenstraße als schnelle Achse ins Zentrum und ins Grüne: „Das schätzen vor allem Familien“, so Müller. Der Bahnhof als Impulsgeber soll auch in den Zehnten ausstrahlen, etwa ins Sonnwendviertel. Aber das brauche noch Zeit.

Gewöhnlich, so Müller, dauert es sieben bis zehn Jahre, bis eine heruntergekommene Gegend, die mit billigen Mieten Studenten und Kreative lockt, zum In-Grätzel wird. Der Fünfzehnte steckt mitten in diesem Wandel. Im Café sitzen Studenten neben Art-Direktoren oder serbischstämmigen Gastarbeitern. Ihn, so Müller, erinnere das an den Siebenten vor 20 Jahren. Nun ziehen jene, denen der nahe Sechste und Siebente zu teuer geworden sind, über den Gürtel.

 

Fünfzehnter folgt Sechzehntem

Im Fünfzehnten, als Hotspot der Straßenprostitution lange verrufen, lassen sich heute Galeristen und Designer neben Handwerkern und türkischstämmigen Friseuren nieder, Altbauten werden saniert. Der Aufschwung, so die Prognose, werde trotz der Trennung durch die Gleise sowohl das Viertel um die äußere Mariahilfer Straße als auch jenes nordwestlich des Bahnhofs, bis zur Stadthalle, betreffen.

Der nahe Sechzehnte ist dem Fünfzehnten um einige Jahre voraus. Brunnenmarkt und Yppenplatz zählen zu den buntesten Vierteln Wiens (siehe unten). „Wir erwarten, dass das Yppenviertel in den nächsten Jahren bis zur Ottakringer Straße und später zur Hernalser Hauptstraße ausstrahlt“, so Müller. Dafür spreche etwa die Wiederbelebung des Etablissements Gschwandner in Hernals.

 

Grätzel um alte WU sei „kritisch“

Teilt man in der Stadt die Prognose des Grätzelberichts? „Ja, total“, sagt Christian Kaufmann aus dem Büro des Wohnbaustadtrates Michael Ludwig. Dazu würde man auch noch die Grätzel um den Rochusmarkt und den Karmelitermarkt rechnen – wenngleich dort der Höhepunkt schon erreicht sein dürfte, die Immobilienpreise sind auf Rekordniveau geklettert. Noch kommen werde, so Kaufmann, auch das Eurogate im Dritten am Gelände des ehemaligen Bahnhofs Aspang. Das werde aber noch dauern.

Klare Verlierer-Viertel gibt es in Wien derzeit nicht. Allein, die Gegend um die alte WU im Neunten sei „kritisch“, so Müller. Wie es dort weitergeht, hängt von der späteren Nutzung des Areals ab. Sinkende Miet- oder Eigentumspreise dürfe man aber nirgends erwarten, zu gefragt seien Wiener Immobilien derzeit. „Eine richtige No-go-Area gibt es für Investoren heute ohnehin nicht mehr. In Wien findet jeder Topf seinen Deckel.“

Auf einen Blick

Der Grätzelbericht, der von der Immobiliengruppe JP erstmals veröffentlicht wurde, prognostiziert vier Wiener Vierteln eine blühende Zukunft: dem Arsenal, dem Elisabeth- bzw. Karolinenviertel nahe dem neuen Hauptbahnhof im Vierten, der Gegend um den Westbahnhof im Fünfzehnten und dem Yppenviertel im Sechzehnten, das bald bis zur Hernalser Hauptstraße ausstrahlen soll.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.10.2012)

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67 Kommentare
 
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Gast: Üzgyr Y.
17.10.2012 15:29
2 7

Gutes trendy Viertel ist Favoriten und Ottakring. Ottakring noch mehr, haben Einwohner schon upgrade gemacht!!

Viele gute Lokale, viel Abwechslung, gute Musik.
Viele junge Menschen, viel Leben bis Nacht hinein.
Uns gefällt das Trendviertel Ottakring.
Haben wir ja auch selber aufgebaut.

Gast: Favoritner
17.10.2012 14:27
9 0

Klare Verlierer-Viertel gibt es in Wien derzeit nicht ???

Wer das glaubt, der sollte dieses Grätzl in Favoriten besuchen, die Grenze verläuft mehr oder weniger so:

Triesterstraße, Quellenstraße, Gußriegelstraße, Raxstraße.

Trotz einiger Neubauten verkommt die Gegend dort immer mehr.

Ja klar.

Diese Trendviertel sind in 5 Jahren genauso trendy wie der neue Gasometer, der auch so beworben wurde und wo die Leute reihenweise abwandern, so sie können.

Gast: PÖHSE
17.10.2012 12:42
5 0

Tu nicht auf die Werbung spötteln...


sonst....

Gast: PÖHSE
17.10.2012 12:24
6 0

Kauft, Leute,


kauft !

2 0

Grätzel westlich des Westbahnhofs

Kenne die Denglergasse von früher. Also, wenn sich da nicht entscheidend was geändert hat, dann ist es äußerst kühn diese Gegend als "Trendviertel" zu bezeichnen!

Antworten Gast: YYYCCC
17.10.2012 13:28
7 0

Makler Sprech

sonst nix. Mir wollte einer das Stüwerviertel als neues Trendviertel verkaufen ... ha ha ha.

Gast: 8734
17.10.2012 11:17
2 1

Ja natürlich Herr Immoheinzi

Das Gräzl rund um den neuen Hauptbahnhof wird sicher das uuuuur Inviertel wo jeder wohnen will.

Brettern oder stauen sich ja eh nur die Autos 6 spurig am Wiedner Gürtel dahin, Tag und Nacht.

Keiner zieht dort hin, der es sich halbwegs aussuchen kann und mit den anderen welche es sich nicht so aussuchen können wird dann Kasse gemacht.
Immerhin ist es ja ein, von der Immobranche, ausgerufenes Inviertel.

Ist der Matzleinsdorferplatz leicht auch schon ein Inviertel?
Immerhin ist es ein Verkehrsknotenpunkt mit allen möglichen Öffis und darüber hinaus ist man bei normalen Verkehrsaufkommen schnell in der Stadt und auch schnell im Grünen.

Das Nibelungenviertel im 15. ist auch sehr nett.


Gast: Gastwohner
17.10.2012 09:49
7 1

Das sind NOGO..

..Bereiche, da FAHRE ich nur mit verschlossenen Türen durch. Wohnen möchte ich dort niemals,

Re: Das sind NOGO..

... aber parken schon?

Gast: im westen geboren
17.10.2012 09:20
19 2

wer so einen schwachsinn schreibt,

hat nie in diesen vierteln gewohnt. türkische friseure und kleingalerien haben wirtschaftlich keine grosse relevanz. was fehlt, sind bodenständige handwerker und kleine betriebe, denen von den jeweiligen bezirksbonzen nur prügel zwischen die beine geworfen werden. es erhebt sich die frage: wer braucht eigentlich noch einen "bezirksvorsteher", der es zulässt, das ganze strassenzüge von wettbüros und spielhallen zugepflastert werden?

Auch ich finde diese Entwicklungen nicht gerade berauschend.

Aber nur dem Bezirk die Verantwortung dafür zu geben, find ich ein bisserl zu kurz gedacht.
Die Realität ist nunmal, dass viele Leute ihre Wocheneinkäufe mit dem Auto, zum Teil am Stadtrand oder außerhalb Wiens erledigen. Wenn das Geld woanders ausgegeben wird, können Kleingewerbetreibende in den Wohnvierteln schlecht davon leben. Da brauchts eben strukturelle Maßnahmen - und ich finde da die Einschränkung des MIV durchaus sinnvoll (wenngleich ich mir dadurch in diesem Forum keine Freunde mache)...

2 0

Re: wer so einen schwachsinn schreibt,

bei den wettbüros u. spielhallen gebe ich ihnen recht.die sind schrecklich.möglicherweise sind die für die stadt sehr einträglich.

6 0

8. Bezirk

...da hat die Presse doch einfach den 8. Bezirk durch den 13. ersetzt...

11 0

Ja,ja...

am schönsten is halt noch immer am Rennbahnweg.......

Re: Ja,ja...

und in der Großfeldsiedlung... Fluridsdurf

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Re: Re: Ja,ja...

In Floridsdorf ist, bis auf diesen Bereich und alles um den Spitz, die Lebensqualität ansonsten aber sehr hoch!

Antworten Antworten Antworten Gast: uebertr
17.10.2012 21:41
0 0

Re: Re: Re: Ja,ja...

'Sehr hoch' ist übertrieben, aber Stammersdorf und Strebersdorf sind OK.

Gast: gäst
17.10.2012 01:06
2 3

eine einzige Frechheit.

Diese Immoheinzis sollen sich schleichen. Jahrzehnte hat sich keine Sau für diese Gegenden interessiert. Den Yppenplatz hab ich noch belächelt, sollte das stimmen fühle ich mich verfolgt.

1 0

Re: eine einzige Frechheit.

Musst ja nicht verkaufen!

Auftragsartikel ?

Würde ich nicht Die Presse kennen und schätzen, würde ich glauben, bei diesem Bericht handelt es sich um einen gekauften Artikel, bezahlt von einer Immobilienfirma, die dort groß investiert hat.

Gast: fritz ungemach
17.10.2012 00:25
7 3

eine bezahlte anzeige ...

... des maklers? bitte als solche kennzeichnen.

Gast: furzen mit AUSFALL
17.10.2012 00:18
2 0

eigentlich jeder Bezirk

vor kurzem wars der 20, Bezirk^^ wo nicht mal die Türken wohnen wollen und

So a Ringelspiel^^

Gast: ein gast
16.10.2012 23:36
16 0

eine rechnung ohne den wirt, in dem fall der mieter!

ich jedenfalls würde lieber nach bagdad zu den irren attentätern ziehen als in die brigittenau!!!

ich würde nicht einmal dann hinziehen, wenn man mir noch etwas dafür bezahlt, geschweige denn, wenn man von mir dafür auch noch miete verlangt!
eine schauerliche, grauenvolle gegend, aus der jeder bei trost seiende wiener doch höchstens weg will und nicht hin, auch etwa die "nicht-wiener", die aus den bundesländern nach wien ziehen, kapieren, wenn sie selbst eine zeit lang dort gewohnt haben, schnell, warum die wiener nicht gerade von der brigittenau schwärmen!

selbst im benachbarten 2. bezirk ab dem späteren abend (insbesondere am wochenende) am praterstern auch nur vorbeizukommen KANN gutgehen, muss es aber, wie ich aus eigener erfahrung weiß, ganz sicher nicht!

noch zum thema es würde in wien keine "no-go-area" geben:
der gürtel war einst eine gute gegend (manche aufwendig gebauten und aufwendig verzierten gründerzeithäuser insbesondere auf dem äusseren westgürtel zeugen noch heute davon), vom einstigen glanz ist aber heute definitiv nicht mehr viel übrig!

wo die leute wirklich hinziehen wollen, zeigen meiner meinung nach statt dessen recht gut die erzielten mieten pro m2, die etwa im 19. oder 13. bezirk unvergleichlich höher sind als im 15. !
darüber hinaus sind auch die mieter in diesen beiden bezirken die wohl verlässlicheren mietezahler als die im 15.!

Antworten Gast: bwa
17.10.2012 21:42
0 0

Re: eine rechnung ohne den wirt, in dem fall der mieter!

Lieber nach Bagdad? Bist wo angrennt?

 
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