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Autobahn: Jeder siebente Unfalltote nicht angeschnallt

17.10.2012 | 06:52 |   (DiePresse.com)

Der Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit fordert höhere Strafen für Gurtmuffel. Die Anschnallmoral sei im internationalen Vergleich zu niedrig.

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Die Asfinag schlägt Alarm: Jeder siebente Verkehrstote auf Österreichs Autobahnen ist nicht angegurtet. Acht der 55 Todesopfer im heurigen Jahr trugen keinen Sicherheitsgurt. "Da nutzen Anpralldämpfer und modernste Leitschienen nichts, wenn sich die Leute nicht anschnallen", kritisierte Othmar Thann, der Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV). Er forderte höhere Strafen für Gurtmuffel und die Aufnahme der Missachtung der Gurtpflicht in den Katalog der Vormerkdelikte.

Die Anschnallmoral ist in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern niedrig. "Wir haben hinten und vorne eine Quote von 88 Prozent. In Deutschland liegt sie bei fast 100", sagte Thann. Würden alle Autofahrer einen Sicherheitsgurt verwenden, gäbe es pro Jahr 80 Verkehrstote in Österreich weniger, war der KFV-Direktor überzeugt.

"Ohne Anschnallen nützt alles nichts"

Ohne Gurt ist die Wahrscheinlichkeit, bei einem Unfall getötet zu werden, laut KFV siebenmal so hoch. Mit Gurt gehen 80 Prozent der Unfälle glimpflich aus, ohne fast zu 100 Prozent tödlich.

Autobahnen zählen in Österreich zu den sichersten Straßen. 2011 gab es einen historischen Tiefststand an Verkehrstoten auf Autobahnen und Schnellstraßen: 59 Menschen starben nach Unfällen, was einem Rückgang von 24 Prozent gegenüber 2010 entsprach (2010 waren es noch 78 Tote). "Wir investieren jedes Jahr 500 Millionen Euro in die Verkehrssicherheit", betonten die Asfinag-Vorstände Alois Schedl und Klaus Schierhackl, "wenn sich die Autofahrer aber nicht anschnallen (...) nützt das bei Unfällen wenig."

Typischer Gurtmuffel ist männlich

Der klassische Gurtmuffel ist männlich. Eine Analyse der Unfallzahlen ergab, dass sich Gurtverweigerer quer durch alle Altersklassen finden lassen. "Sie wissen, dass es gefährlich ist und schnallen sich trotzdem bewusst nicht an", meinte Thann. Diesen unverbesserlichen zwölf Prozent der Autofahrern könne man nur durch Erhöhung der Strafen und eine Vormerkung beikommen.

2012 zeigt sich bei den Unfällen auf Autobahnen generell ein leicht negativer Trend. Bis Mitte Oktober gab es heuer bereits 55 Tote (2011 waren es im Vergleichszeitraum 51).

(APA)

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50 Kommentare
 
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eine höhere strafe als den tod?

das kotzt mich bei uns schon an: anstatt eigenverantwortung endlich zum thema zummachen setzt man weiterhin auf strafen. als würde das aber auchnjur irgendwas bringen (ausser geld natürlich, das steht aber in keinem zusammenhang mit dem nicht-anlegen vom gurt bzw wie sich dieses verhalten, dem ja eine grundsätzliche fehleinschätzung vieler faktoren vorausgeht, ändert).

Unangegurtet

"Redarrow me", aber das Kontrollpiepsen wenn man nicht angeschnallt fährt, ist doch total nervig und keine Werkstatt darf das abschalten. Wie halten das Leute aus, die nicht angegurtet fahren? Schnallen sie sich hinter dem Rücken an? Dann können sie sich doch aber gleich selber anschnallen. Zum Thema passend muss ich zugeben, ich schnall das nicht.

Re: Unangegurtet

Das System hat aber nicht jedes Auto. Manche stecken einfach was in die Halterung, dann ist das Ding ruhig. Man kann alles austricksen, wenn man will!

Egal ob Pflicht oder nicht

Das Anschnallen ist lebensrettend, und wers nicht macht und dabei draufgeht - geht in die Darwinsche Statistik ein. Und hat auch kein Bedauern verdient.

Re: Egal ob Pflicht oder nicht

So ähnlich denke ich einerseits auch, finde es aber andererseits schon immer (besonders) für die Angehörigen tragisch, wenn ein Mensch leichtsinnig stirbt.
Die Frage bleibt für mich eher, wer zahlt die wesentlich höheren medizinischen Folgekosten für Verletzungen bei Überlebenden.

2 0

nix mathe

Ich kann der Rechnung nicht folgen: Selbst wenn die 8 nicht angeschnallten Toten, bei ordentlichem Angurten nicht gestorben wären - was bezweifelt werden darf - woher kommen die restlichen prognostizierten 72 Überlebenden?

Gast: geschnallt?
17.10.2012 13:27
1 1

jeder 7. Unfalltote nicht angeschnallt

der Statistiker würde berechnen:

das Risiko mit angelegtem Gurt zu sterben ist 7-mal so hoch wie ohne...

Es starben immerhin 7-mal soviel angeschnallte bei Unfällen als nicht-angeschnallte!

Der Statistiker würde empfehlen:
durch Nichtangurten verringern sie das Risiko bei einem Unfall zu sterben um 87%.

Geschnallt?

Re: jeder 7. Unfalltote nicht angeschnallt

Falsch, auch der Statistiker würde mit solchen Zahlen keinen Zusammenhang zwischen Gurt und Todesgefahr herstellen können. Wenn 100% aller Autofahrer den Gurt anlegen, werden auch 100% aller toten Autofahrer angegurtet gewesen sein, doch auf den Gurt gänzlich zu verzichten würde - entgegen Ihrer Meinung - die Unfallzahlen nicht auf null reduzieren.

Re: Re: jeder 7. Unfalltote nicht angeschnallt

... oder anders gesagt, Sie müssen auch berücksichtigen, wie viele Personen angegurtet fahren und wie viele nicht, und dann für jede Gruppe berechnen, wie viele Tote es zB pro 1.000 Personen pro Jahr gibt.

Er forderte höhere Strafen für Gurtmuffel


Interessanter Ansatz. Alleine nur die Strafen erhöhen zu wollen, ist nicht sehr intelligent.

Vorschlag meinerseits:
1) Kontrollen
2) Konsequenzen

ad 1)
Kontrollen natürlich auch durch automatische Anlagen, also Kameras.
Laut burgenland.orf.at wurde in Eisenstadt ein unbeschrankter Bahnübergang mit Rotlichtkameras bestückt - 121 Übertretungen (die Fahrer bremsten nicht einmal)!

ad 2)
Wer beispielsweise nicht angeschnallt bei einem Unfall verletzt wird, zahlt sämtliche Spitals- und Rehabkosten aus der eigenen Tasche - und zwar im Vorhinein (also zuerst zahlen, dann Leistung). Und die Notfallkosten könnten auch regressiert werden. Im Todesfall werden die Kosten der Unfallbeseitungen vom Nachlass bestritten (erster Rang).

Re: Er forderte höhere Strafen für Gurtmuffel

zu1. es gäbe eine einfache lösung, statt dem piepsen beim nicht angeschnallt sein habe ich bei dem fzg meiner eltern den anlasser gesperrt! das fzg springt nur an wenn man angegurtet ist.

zu 2. wenn sie bei einem unfall nicht angeschnallt waren und verletzt wurden müssen sie ihre bahandlung selber zahlen, von der gkk bekommen sie einen erlagschein mit den kosten da sie farlässig gehandelt haben. sollten sie am unfall auch noch schuld haben bekommen bekommen sie auch noch die rechnung der behandlung ihres unfallgegners.

Re: Er forderte höhere Strafen für Gurtmuffel

Bei 2) steht vor allem die vielgerühmte Eigenverantwortung im Vordergrund (weshalb ich Ihre Meinung völlig teile); leider lernen es die Kleinsten oft schon nicht mehr, aber es ist so simpel: Verhalten hat Konsequenzen.

Bestraft gehört nur was Andere schädigt.

Wer ohne Gurt zu Schaden kommt ist selbst schuld,
ebenso wer ohne Sicherung am Berg klettert und runterfällt. Viele ähnliche Beispiele könnten folgen.
Der Staat als Amme der Nation? Nein, danke!

Antworten Gast: K200
17.10.2012 13:40
2 0

Re: Bestraft gehört nur was Andere schädigt.

Sich in einem Kraftfahrzeug nicht anzuschnallen stellt im Falle eines Unfalls jedoch durchaus eine Gefährdung Anderer da.

Wenn 70-90 kg Fleisch und Knochen bei einem Frontallzusammenstoß durch die Windschutzscheibe das Fahrzeug verlassen und auf das andere Fahrzeug zufliegen ist das sogar eine massive Gefährdung der Insassen im anderen Fahrzeug.

Nicht umsonst wird unsachgemäße Ladungssichrung auch bestraft. Das Nichtanschnallen zu bestrafen ergibt durchaus Sinn und sollte konsequent exekutiert werden.

Anders verählt es sich beispielsweise mit der Helmpflicht für Motorradfahrer, hier kann wirklich kaum ein Argument für Fremdgefährdung gemacht werden.

Bei anderen Autofahrern jedoch liegt es durchaus auch in meinem Interesse, dass diese angeschnallt sind.

Trotz ständiger Medien-Lektüre

ist mir kein einziger Fall bekannt wo ein durch die Windschutzscheibe fliegender Fahrer eine andere Person beschädigt hätte.
Bitte um Beispiele aus Ihrem Archiv.

Re: Trotz ständiger Medien-Lektüre

und was ist mit den personen die bei ihnem im fzg sitzen? bei einem überschlag sind sie, wenn sie nicht angeschnallt sind, quasi deren todesurteil!

Re: Re: Trotz ständiger Medien-Lektüre

Auch Sie werden mir Beispiele solcher Ereignisse schuldig bleiben müssen.

Antworten Antworten Gast: Castus
17.10.2012 15:12
1 1

Re: Re: Bestraft gehört nur was Andere schädigt.

Das Risiko nimm ich in Kauf! Auch wenns theoretisch möglich ist- die Wahrscheinlichkeit bei einem Frontalzusammenstoß durch den nicht angegurteten Kontrahenten erheblich mehr verletzt zu werden als ich es durch den Unfall an sich schon bin ist sehr gering!

Antworten Antworten Antworten Gast: K200
17.10.2012 15:34
1 0

Re: Re: Re: Bestraft gehört nur was Andere schädigt.

Wenn Sie mir durch meine Windschutzscheibe gekracht kommen, bürden allerdings Sie MIR ein Risiko auf, und ich bin absolut nicht bereit dieses in Kauf zu nehmen, nur dafür, dass Sie sich nicht anschnallen brauchen.

Wie gesagt, ich weise nochmals auf die Analogie zur Ladungssicherung hin. Kein Mensch würde es absurd finden Fahrer zu bestrafen, wenn dieser ein ~80 kg schweres Objekt völlig ungesichert in einer Art und Weise transportiert, dass es sich bei einem Unfall durch die Scheibe verabschieden und andere erschlagen könnte.

Sobald es sich bei dem Objekt allerdings um den egoistischen und uneinsichtigen Fahrer selbst handelt, ist es aber plötzlich eine völlig andere Situation? Mir unverständlich ...

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Castus
17.10.2012 19:29
0 0

Re: Re: Re: Re: Bestraft gehört nur was Andere schädigt.

Ich meine, dass Sie sich meinetwegen nicht anzuschnallen brauchen - also trage ich das Risiko ihres gefährlichen fliegenden Körpers!

Ich persönlich schnalle mich ohnedies an - und zwar weder ihretwegen noch für das KFV, einzig weil ich es für sinnvoll halte. Also keine Angst vor mir: Wenn Sie in einen Unfall mit mir verwickelt sind müssen Sie "nur" 1800kg Automasse wegstecken, meine gefährlichen 75kg belasten Sie nicht.

Gast: dername
17.10.2012 09:47
3 0

Autobahnen: Sechs von sieben Toten sind angeschnallt!

... sind daher Gurte gefährlich?!

Ach Gott,

da fragt man sich dann wirklich wie man früher älter als 30 Jahre werden konnte.

Wenn ich da an meine Jugend denke waren wir ja geradezu "Selbstmörderisch" unterwegs.

Damals gab es weder Helmpflicht, noch Gurtpflicht und an der Arbeitsstelle war Unfallverhütung auch noch ein Fremdwort und Skifahren tat man mit Pullover und Stoffhose.

Aber regelt mal alles schön, stellt alles unter Strafe und wenn es dann doch noch Tote gibt dann erhöht die Strafen. Da Ergebnis wird sein das sich immer dagegen auflehnen, nichtbeachten und zum Trotz genau das gegenteil tun.

Unfallzahlen hin oder her, man kann den Leuten durch mehr Sicherheitseinrichtungen auch suggerieren:

DEIN AUTO IST SO TOLL; EGAL WIE DU FÄHRST ES KANN DIR NICHTS PASSIEREN !!!!!!!!

Ja und dann, ja dann drücken die auf die Tube weil ja nichts passieren kann.
Es gibt inzwischen junge Leute die nie ein Auto ohne ESP; ABS etc. gefahren sind die tatsächlich der Meinung sind das Auto kann gar nicht ins Schleudern geraten weil das ESP dies verhindert !!!!!

Man sollte Leuten auch noch etwas Eigenverantwortung überlassen. Und manchmal verhindert die Tatsache das etwas gefährlich ist auch die Risikobereitschaft.

So gibt es in NL z.b. Städte die ALLE Verkehrszeichen abgeschafft haben. Ergebnis es gibt weniger Unfälle weil alle Fahrer aufmerksamer fahren. Das sollte zu denken geben.

Antworten Gast: gast23
17.10.2012 20:45
0 0

Re: Ach Gott,

Gebe Ihnen völlig recht, nur sind heute sowohl auf den Straßen als auch auf den Pisten vuiel mehr Leute unterwegs, was natürlich auch die Unfallhäufigkeit erhöht, ergo mehr Schutzmaßnahmen.

Re: Ach Gott,

Um Himmels Willen, versündigen Sie sich nicht! Eigenverantwortung ist nicht politisch korrekt und irgendwann wird wohl schon das bloße Andenken des Begriffes unter ein Verbotsgesetzt fallen... ;-)

Antworten Gast: zetto
17.10.2012 10:43
1 1

Re: Ach Gott,

Erstaunlicherweise hat sich die Welt seit Ihrer Jugend verändert - und vieles zum Besseren.
Einfach die Statistik der Verkehrstoten anschauen.

wir nähern uns dem amerikanischen kleingeistigen Regulierungswahnsinn

-wenn jemand unangeschnallt auf der Autobahn sich umbringt, entgehen dem Staat 36 euro nicht eintreibbare Strafe fürs anschnallen. die sozialversicherung verbucht den Idioten auf der Habenseite. so what?
-mir fällt auf, dass zahlreiche behelmte radfahrer, weil sie ihre birne eh geschützt wähnen, flotter unterwex sind als ohne Helm.

-dafuer steht die polizei gerne und ausgiebig (rechtlich korrekt) am ringradweg in wien(wird woanders nicht anders sein) an genau den stellen, wo eine idiotisch getaktete ampel, bel sicht re u li auf 400 m einen geradezu zwingt bel rot zu fahren,waehrendsie sich die jagd auf die wahnsinnigen kampfradler doch als zu mühsam erweist.
-gilt fuer autos auch: sie checken nie auf der autobahn die abstaende usw.... sie stehen nie vor den dorfheurigen, jedoch ausgiebig u gerne bei unterfuehrungen, wo selbst biedere hausmaenner kurz mal auf 65 km/h kommen. (zb sudtirolerplatz guertel wien, anschl sitzen sie gegenuber im schnitzlhaus, auch aisgiebig)

 
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