Jener Luchs, der am vergangenen Wochenende tot am Gleiskörper der Südbahn bei Mautern (Bezirk Leoben) gefunden wurde, ist durch eine Kugel aus einer Schusswaffe ums Leben gekommen. Wie der Tierpark Mautern am Mittwoch mitteilte wurde, ist bei der pathologischen Untersuchung ein Projektil gefunden worden. Offenbar hatte der Schütze einen Bahnunfall vortäuschen wollen.
Das achtjährige Luchsweibchen Hera war im März ausgebüxt, nachdem eine Lawine das Gehege beschädigt hatte. "Wir hatten immer Kontakt zum Tier. Jetzt im Herbst beginnt die Ranzzeit, außerdem wäre das Futter in freier Wildbahn knapp geworden, weshalb Hera vermutlich von alleine zurückgekommen wäre", erklärte Reinhard Pichler, zoologischer Leiter des Wildparks.
Anzeige gegen unbekannt
Geschäftsführerin Doris Wolkner-Steinberger hat inzwischen Anzeige gegen Unbekannt erstattet. "Für uns ist das ein großer Verlust, wir hatten mit Hera und George ein harmonisches Pärchen und eigentlich auch im Frühjahr mit Nachwuchs gerechnet, weshalb wir das Gehege schon entsprechend umgebaut haben." Laut Pichler handelt es sich bei dem sichergestellten Projektil um ein Halbmantelgeschoß aus Kupfer, Kaliber rund 7 mm, das auch bei der Jagd verwendet wird. Seitens der Jägerschaft Liesingtal wurde eine Prämie zur Klärung ausgesetzt.
Für den Zoologen gibt es aber auch einen positiven Nebenaspekt: Die "ungeplante Auswilderung" habe gezeigt, dass Luchse "es schaffen, ohne den Menschen zu stören."
(APA)
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