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Vater droht Abschiebung

17.10.2012 | 17:41 |  von Jutta Sommerbauer (Die Presse)

Ein zweifacher Familienvater soll in die russische Teilrepublik Tschetschenien abgeschoben werden. Er sitzt in Schubhaft. Angehörige schlagen jetzt Alarm. Die Abschiebung droht die Familie zu zerreißen.

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Wien. „Ich will zu Papa“, steht auf dem Transparent geschrieben, das auf dem Kinderbuggy des kleinen Abubakar angeheftet ist. Abubakar ist zehn Monate alt. Er kann nicht zu seinem Vater. Womöglich sieht er diesen nie mehr wieder. Und muss ohne ihn aufwachsen.

Der 35-jährige Danjal M. soll in die russische Teilrepublik Tschetschenien abgeschoben werden. Seit Anfang Oktober sitzt er in Wien in Schubhaft. Vergangene Woche wollte ihn die Polizei abschieben, Danjal M. wehrte sich. Jetzt gibt es einen neuen Termin: Montag, 21. Oktober. Die Familie hat deshalb eine Protestdemo auf dem Heldenplatz organisiert.

Die Abschiebung droht die Familie zu zerreißen: Abubakars Mutter, Makka Magamadova, lernte Danjal M. vor drei Jahren in Bregenz kennen. Sie ist seit einigen Jahren als Flüchtling anerkannt, kam als Zwölfjährige mit ihrer Familie nach Österreich. Magamadova selbst kann nicht nach Tschetschenien zurück, könnte ihren Mann also nicht einmal besuchen, ohne ihren Schutz in Österreich zu gefährden. „Wie kann man es verantworten, dass ein Sohn ohne seinen Vater aufwächst?“, fragt die 21-Jährige in gutem Deutsch. Ihr Bauch ist gewölbt, sie ist wieder schwanger, Geburtstermin: Anfang Februar 2013. „Es wäre schrecklich, wenn mein zweites Kind seinen Vater nie kennenlernt“, sagt sie.

Gefährdet in der Heimat

In Tschetschenien erwarte ihn ein „Todesurteil“, ist die Familie überzeugt, die zu seiner Unterstützung nach Wien gekommen ist. Tschetschenien erlebte in den vergangenen zwei Jahrzehnten zwei Kriege, auch heute noch kämpfen Rebellen in einem blutigen Guerillakrieg gegen den von Russland unterstützten Präsidenten Ramsan Kadyrow. Danjal M. hat Rebellen geholfen, wurde verdächtigt, Waffen geliefert zu haben. In seinem Asylantrag, der der „Presse“ vorliegt, ist seine Geschichte detailreich dokumentiert. Doch die Asylrichterin hielt seine Fluchtgründe für unglaubwürdig. Österreich schiebt seit einigen Jahren wieder in die Russische Föderation ab: 43 Menschen waren es im vergangenen Jahr, 26 Fälle zählt das Innenministerium heuer. In Schubhaft wurden österreichweit seit Jahresbeginn 74 Asylwerber genommen; 2011 betrug ihre Gesamtzahl 149.

Aus Behördensicht ist die drohende Entzweiung der Familie kein Hindernis für eine Abschiebung: Der Mann, 2005 nach Österreich gelangt, hätte – so die Argumentation – nie eine Familie gründen dürfen. Ihm hätte „sein unsicherer Aufenthalt als Asylwerber bewusst sein“ müssen, seine Ausweisung widerspreche nicht dem Menschenrecht auf Familienleben nach Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention, heißt es in der Begründung des Asylgerichtshofs. Magamadova: „Er wollte heiraten. Man kann doch nicht mit dem Leben warten.“

Zwei (mittlerweile verjährte) gerichtliche Verurteilungen werden ebenfalls gegen M. angeführt. Ihr Mann habe damals kein Geld gehabt, sagt Magamadova, deshalb habe er einen Ladendiebstahl begangen. „Seit er mit mir zusammen ist, ist das nie wieder passiert.“ Sie hofft auf eine Zukunft in Österreich: Sie möchte den Hauptschulabschluss nachholen, ihr Ehemann soll arbeiten gehen. An Montag mag sie nicht denken. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt sie.

Auf einen Blick
Der Tschetschene Danjal M. soll am Montag in die Russische Föderation abgeschoben werden. Er ist Vater eines zehn Monate alten Kleinkindes, seine Frau erwartet ein zweites Kind. Eine Abschiebung verletze das Recht auf Familienleben, kritisieren Angehörige, zudem habe M. in Tschetschenien Repressionen zu befürchten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.10.2012)

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136 Kommentare
 
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Nur so...

... eine bescheidene Frage am Rande:

Wie kann es sein, dass wir offene Grenzen haben, obwohl es zwischen Österreich und Tschetschenien, laut obigem Artikel offenbar eine Dependance der Hölle auf Erden, keine sicheren Drittstaaten gibt?

hauptschulabscluss wird sich nicht mehr ausgehen

aber den nms-abschluss in claudias superschule könnte er schaffen.

Gast: justerix
19.10.2012 15:11
3 0

Abschiebung in die Heimat...

Dzt. befindet sich Tschetschenien aber mit keinem anderen Land im Kriegszustand; was
hindert daher noch eine Abschiebung?

10 0

bei uns kann man sich ja alles erlauben....

der Mann ist vieleicht nicht der schwerste Kriminelle überhaupt, aber was geht in einem Menschen vor, der in unser Land flieht, Geld vom Staat bekommt und dann noch klauen geht!

Würde ich in einanderes Land gehen und dort verweilen wollen, sollte man sich doch zumindest wenn auch nur ein bisschen respektvoll gegenüber der neuen Heimat zeigen!

Demo am Heldenplatz..... keine Ahnung was man dazu noch sagen soll!

Verstehe nicht...

...ich versteh´s auch in anderen Fällen nicht - wie kann ich bei so unsicheren Zukunftsaussichten einfach Kinder in die Welt setzen? Sind diese Kinder nur Mittel zum Zweck? Ne´Art Versicherung? Bei Kindern sollte Verantwortungsbewußtsein doch an erster Stelle stehen, warum müssen es in diesem Fall dann auch noch gleich 2 sein? Man kann nicht mit dem Leben warten - in dem Fall hätte man es besser getan, grad der Kinder wegen, die können sich nämlich nix aussuchen...

Irgendwie verwunderlich, dass ...

... in den Jahrgängen 1938 bis 1945 Menschen auf die Welt gekommen sind. Die hätten doch auch warten können bis bessere Zeiten kommen. Bis 1955 gabs dann noch die sog. Besatzung, also genaugenommen hätte es im Zeitraum 1938 bis 1955 keine Kinder geben dürfen.
Sowas verantwortungsloses aber auch...

Antworten Antworten Gast: nema.tschtschna.
21.10.2012 17:48
0 0

Re: Irgendwie verwunderlich, dass ...

jo mei,die schlechte alte zeit.die leut hatten keinen fernseher und sonst auch ned viel spass.also habens halt kinder gemacht.einige nobelpreisträger sind auch dabei,aus tschetschenien fällt mir da gar keiner ein...

Antworten Antworten Gast: grrgrrgrrgrr
19.10.2012 10:57
5 0

Re: Irgendwie verwunderlich, dass ...

da gab es die Pille noch nicht.
Diese Frau kam mit 12 nach Österreich und hat bis heute keinen Hauptschulabschluss. Wer oder was hat sie daran gehindert ?

Gast: Don Quichote
18.10.2012 19:12
20 1

Die Familie ...

... schlägt Alarm? Wohl eher die Gutmenschenorganisationen, die einmal mehr einen ganzen Clan auf Steuerzahlerkosten erhalten wollen. Macht sich jetzt auch die Presse zum Sprachrohr dieser Leute?

verjährte Verurteilung

an alle Juristen, bitte wie ist das, wann ist eine Verurteilung verjährt und was für Auswirkungen hat das?
Oder hat Frau Sommerbauer etwas verwechselt oder schlicht keine Ahnung.

Gast: Hans45
18.10.2012 16:10
23 1

Man hätte gleich der jungen Frau kein Asyl geben sollen

Jetzt bekommt sie das 2. Kind, hat nicht einmal einen Hauptschulabschluss, und heiratet jemanden der schon 2 mal kriminell wurde, und natürlich über keine Ausbildung verfügt.

Und so weiter, und so fort. Genau deshalb wird Österreich bald 9 Millionen Einwohner haben, genau deshalb sind unsere Kinder in vielen Schulen schon eine unterdrückte Minderheit, genau deshalb krachen unsere Sozialsysteme zusammen.

Menschenrechte für Österreicher (Sicherheit, Wohlstand, Gesundheit) interessieren die Gutmenschen offenbar überhaut nicht.

Re: Man hätte gleich der jungen Frau kein Asyl geben sollen

Nein, weil diese wollen sich am Abend in den Spiegel schauen, sich auf die Schulter klopfen und loben, was sie nicht für ein großartiger Mensch sind, voll von Liebe und Zuneigung für jedes Lebewesen auf dieser Erde, und je ausländischer desto besser. ;-)

Gast: gast ztztz
18.10.2012 13:38
26 0

Was soll dieser Artikel?

Dieser weinerliche Artikel verschwendet Platz in einer seriösen Zeitung, der weiss Gott für Besseres verwendet werden könnte.
Ihn erwartet ein Todesurteil? Wer soll das glauben? Ist er etwa ein Schwerkrimineller? Noch ein Grund, ihn nicht hier haben zu wollen. Frau Sommerbauer: Thema verfehlt. Nicht genügend, setzen.

Gast: magamur
18.10.2012 13:34
19 0

Abschieben! Dorthin, woher er gekommen ist!


Abschiebung

Wie ist er eingereist? Dorthin abschieben! Wenn er die Aussage verweigert: Beugehaft, so wie es einem Rechtsbrecher gebührt!

Arigona deja- vu ?????? Das haben wir doch schon gehabt, oder ?


Re: Arigona deja- vu ?????? Das haben wir doch schon gehabt, oder ?

jössasna wie gehts denn dem mäderl dem herzigen und ihrem treusorgenden pfäfflein samt ihrem förderer alfonso

Gast: Krell
18.10.2012 12:06
24 0

Es sprucht nichts ...

gegen eine Hochzeit in Tschetschenien, oder sonst irgendwo in Russland.
Alle Familienmitglieder sind Staatsangehörige Russlands.
Wo ist das Problem?

Re: Es sprucht nichts ...

Der Tschetschenienkrieg ist schon längst Geschichte. Mittlerweile eine blühende Region (u. sogar gute Fussballteams u.a. mehr).

Gast: xxx
18.10.2012 11:46
20 1

In Tschetschenien erwarte ihn ein „Todesurteil“

ja was hat der arme mann denn dort schlimmes verbrochen?

Re: In Tschetschenien erwarte ihn ein „Todesurteil“

die opposition unterstützt...ab vrs.2018 wird das auch bei uns genügen;sie können dann vrs.in equador o.kuba um axyl ansuchen...

Re: Re: In Tschetschenien erwarte ihn ein „Todesurteil“

gar ned bled
wo is es besser?
Pacific Ocean oder Carribean Sea?

Gast: Garst
18.10.2012 11:13
17 1

Die Frau soll halt mit Selbstmord drohen oder

der Vater soll in den Hungerstreik gehen (eh nur ein paar Tage), dann passt das schon.

Beim Durchlesen

der Asylentscheidung (siehe unten) kann man erahnen was die sogenannten "Asylanten" und deren Rechtsvertreter auf unsere Kosten aufführen.
Wahrscheinlich möchte er bleiben um seinen 4. und 5. Asylantrag abzugeben - na besser er fliegt heim.

Abschieben- und zwar alle ! Wie komt es dass jemand, der zweimal straffällig wurde, noch immer da ist?

Eine Gesetzesänderung ist dringendst notwendig-Asylverfa´hren müssen in Zukunft innerhalb von zwei Jahren ENDGÜLTIG abgeschlossen sein- dann hört sich auch diese ewige Klagerei bis in höchste Instanzen auf !

Re: Abschieben- und zwar alle ! Wie komt es dass jemand, der zweimal straffällig wurde, noch immer da ist?

Hinsichtlich schnellerer verfahrensabwicklung, gebe ich ihnen recht. Aber hier geht's um zwei kleine, bereits getilgte ladendiebstaehle. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass sie bereits die erste, ihnen gegebene moeglichkeit zur steuerhinterziehung (putzfrau nicht anmelden, "getuerkte" spesenabrechnung etc.) nutzten und damit einen wesentlich hoeheren schaden als dieser asylwerber verursachten.

 
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