Das Land Tirol geht im heurigen Winter in Sachen Lawinenschutz neue Wege. Erstmals wird ein Pilotprojekt der künstlichen Lawinenauslösung zum Schutz von Verkehrswegen durchgeführt, kündigte der zuständige Landeshauptmannstellvertreter Anton Steixner (ÖVP) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Wintersportort Ischgl (Bezirk Landeck) an.
Rund eine Million Euro kostete laut Steixner das Lawinensprengsystem, das unter anderem eine Landesstraße westlich von Ischgl vor Lawinen sichern soll. Insgesamt wurden sieben sogenannte Sprengmasten errichtet. Auf jedem Mast sind jeweils zwölf Sprengladungen angebracht, die mittels einer Fernauslösung aktiviert werden. "Diese fünf Kilogramm schwere Sprengladung wird abgeworfen und detoniert über dem Schnee", erklärte Samuel Wyssen, der Geschäftsführer jener Schweizer Firma, die das System entwickelte. Zudem könne man mit einem Radar den Erfolg der Lawinenauslösung kontrollieren und überwachen und so den gewöhnlich schlechten Sichtverhältnissen trotzen, fügte Siegfried Sauermoser von der Tiroler Wildbach- und Lawinenverbauung hinzu.
Gemeinde für Betrieb zuständig
Steixner argumentierte, dass eine sich aufbauende Lawinengefahr durch eine künstliche Lawinenauslösung kontrolliert zum richtigen Zeitpunkt beseitigt werden könne. Man müsse nicht mehr warten, bis die Lawine von selbst abgeht und erspare sich dadurch langwierige Straßen- und Wegsperren. Verantwortlich für den Betrieb der Anlage sei die Gemeinde Ischgl und die zuständige Lawinenkommission.
"Wenn das Pilotprojekt funktioniert, werden wir das System auch in anderen Regionen Tirols einsetzen", kündigte Steixner an. Schließlich stoße das Land beim Bau von Lawinengalerien finanziell an seine Grenzen. Das Aufstellen solcher Galerien hätte etwa in Ischgl bis zu fünf Millionen Euro gekostet, meinte Steixner.
(APA)
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