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Karlau: Beschäftigten Gefängnis-Chefs Häftlinge privat?

18.10.2012 | 21:58 |   (DiePresse.com)

Anstaltsleiter und Justizwachekommandant sollen Insassen zu privaten Zwecken beschäftigt haben. "Das ist nichts besonderes", sagt die Vollzugsdirektion.

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Eine anonyme Anzeige wirft dem Anstaltsleiter und dem Justizwachekommandanten in Graz-Karlau Amtsmissbrauch und Korruption vor. Sie sollen Häftlinge zu privaten Zwecken beschäftigt haben. Seitens der Vollzugsdirektion wird zwar der vorgeworfene Sachverhalt  bestätigt, dies sei aber im Rahmen der erlaubten Möglichkeiten erfolgt.

Die Anzeige ist am 16. Oktober bei der Staatsanwaltschaft Graz eingegangen, bestätigt Sprecher Hansjörg Bacher. Darin wird den Führungskräften vorgeworfen, sie hätten Insassen Arbeiten für private Zwecke und in Privat- und Vereinshäusern auf Kosten der Steuerzahler durchführen lassen. Als Gegenleistung sei in einem Fall ein gesetzlich nicht gedeckter "Langzeitkontakt" ermöglicht worden, berichtet die Tageszeitung "Österreich".

"Das ist nichts besonderes"

Vollzugsdirektor Peter Prechtl räumt zwar ein, dass es Arbeitsaufträge über Möbelstücke bzw. den Einbau von Fenstern und Türen gegeben habe, diese seien aber im Rahmen des Erlaubten und über Genehmigung der Vollzugsdirektion erfolgt: "Das ist nichts besonderes. Diese Möglichkeit besteht, für Beamte zu einem besonderen Stundensatz."

Gegengeschäfte habe es hingegen nicht gegeben. Der erfolgte Langzeitkontakt sei über den Anstaltsleiter und ein Fachteam ordnungsgemäß festgelegt worden.

(APA)

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22 Kommentare
Gast: sinnlose_aufregung
19.10.2012 11:05
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betroffener

Vor mehr als 20 Jahren musste ich selbst mal für 3 Monate sitzen.
Ich/wir haben auch die eine oder andere Arbeit für die Beamten gemacht, war fein ein paar Stunden rauszukommen.
Oder auch Fenster streichen in einer BH-Kaserne war dabei, ebenfalls eine nette abwechslung...

sinnlose Aufregung der Neider

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Re: betroffener

danke,das dürften die Leser schon kapiert haben,dass"für ein paar stunden rauszukommen"eine"nette abwechslung"wäre.

eher werfen sich tiefergehende fragestellungen auf,

einerseits die grundlegende infragestellung des gefängnisprinzips zumindest so wie bisher uns erhalten und praktuziert wie es schon war seit jeher..

andererseits das Hineinbeziehen von Arbeits(markt)politik ausserhalb der gefängnisse zu dieser zustandsbeschreibung bzw exzerpt,dessen wir nun zeuge sind-dieser kurze blick hinter die fassaden eines gefängnisses in diesem fall Karlau.

ein druck ein zwang über und in die bevölkerung arbeit anzunehmen,bzw zu müssen-realitätsfremd die herde getrieben wird,und stolz die politiker/in von noch radikaleren vollbeschäftigungsmassnahmen sprechen-dagegen ein schulwesen wo ständig aussortiert wird,nach zarten 4 jahren volksschule feststeht,welche kids arm,ungebildet,untauglich für universität sind..bzw sogar für gymnasium

eine radikalisierung des mindestsicherungssystems für erwerbslose immer mehr anspruchsstellern absagen erteilt.

"arbeitsfähig" nicht "arbeitssuchend" wird zum stichwort.

Seltsam dass gerade in diesem land dieses wort immer mehr fundiert wird.

eines wird immer klarer-dass den sowjetstaaten zwangsarbeit vorgeworfen wurde,heute keine relevanz mehr hat .

Gast: Pandah
19.10.2012 10:08
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Nein, es sollte

nicht normal sein, dass Beamte sich in ihrer Arbeit einen privaten Vorteil verschaffen!!!

Bezahlung !!! und jobs für danach

der unfasssliche skandal an diesen üblen gewohnheiten ist ja nicht, dass gearbeitet wird. dazu sind alle anmerkungen hier richtig. die frage ist die bezahlung! da werden sehr oft hochwertige arbeiten gemacht - das tischlereibeispiel ist ein berühmtes - und der häfndirektor druckst da rum von "besonderem stundensatz". gleich selber einsperren, dann kann er besonders arbeiten. diese arbeiten sollen sein, noch viel mehr!, da kann sich gleich ein arbeitsplatz für danach auftun, aber das geld muss zum vollen preis in die kasse oder, noch besser, in die wenigstens materielle wiedergutmachung. seit christian broda und karl schreiner ist nichts mehr weitergegangen in diesem leider notwendigen bereich von staat und gesellschaft, nein, offenbar sind wir in widerlichste, überwunden geglaubte mißstände des mittelalters zurückgefallen. die SPÖ ist eine versagerpartie in jeder hinsicht, und von den anderen ganz zu schweigen. na bin gespannt wer da in der karlau aller gehen muss.

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I warat froh

wenn I Arbeit hätt und aus dem Gfängnis a bissl aussakumman kenntat. wenn i dadrinn sein miast.

Strafrechstreform!

"richtig" (im sinn von zutreffend) ist, dass diese korruption seit langem "üblich" ist. richtig ist auch, dass häftlinge das oft gar nicht so ungern machen, als ablenkung und kleine zubuß´. unerträglicher korruptionsfall ist es dennoch. muss abgestellt werden, und es muss endlich die strafrechtsreform angegangen werden.

Gast: Aufdecker
19.10.2012 07:07
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Alles ordnungsgemäß ?

Ich glaube da sollte die Vollzugsdirektion mal genauer bei den Fachteams nachfragen.
Man hat den Eindruck die Vollzugsdirektion ist in diesem Fall wohl nicht ganz eingeweiht.
Aber die Staatsanwaltschaft wird die Leichen schon im Keller der beiden Beamten finden.
Sonst kann man ja auch die Belegschaft befragen.

Ist nicht in Ordnung

Wenn die Häftlinge für die Beamten als billige Arbeitskraft herhalten, schafft man ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis.

Nach dem Motto-wenn Du gut arbeitest, dann schaue ich halt einmal weg. Der Andere arbeitet halt nicht gut oder gar nicht, wenn er dafür keine Erleichterungen bekommt.

Die Leute sind dort für den Strafvollzug und nicht zur persönlichen Bereicherung der Beamten!

Re: Ist nicht in Ordnung

Strafgefangene sind grundsätzlich billige Arbeitskräfte, weil anstaltsfremde Firmen sonst keine Aufträge vergeben. Es ist nicht leicht für einen Anstaltsleiter dafür zu sorgen, dass es genügend Arbeitsmöglichkeiten für Strafgefangene gibt. Arbeit gehört zum Strafvollzug. Sollen Gefangene fünf mal hintereinander den Hof kehren? MMn besser, wenn sie etwas sinnvolles machen - auch, wenn ihre Arbeitskraft notwendigerweise billig ist

Re: Re: Ist nicht in Ordnung

Ihre argumente sind richtig. aber die bezahlung an die anstalt muss dennoch angemessen sein. und darüber ist ja noch nichts bekannt.

Re: Ist nicht in Ordnung

Strafgefangene sind grundsätzlich billige Arbeitskräfte, weil anstaltsfremde Firmen sonst keine Aufträge vergeben. Es ist nicht leicht für einen Anstaltsleiter dafür zu sorgen, dass es genügend Arbeitsmöglichkeiten für Strafgefangene gibt. Arbeit gehört zum Strafvollzug. Sollen Gefangene fünf mal hintereinander den Hof kehren? MMn besser, wenn sie etwas sinnvolles machen - auch, wenn ihre Arbeitskraft notwendigerweise billig ist

Gast: i was, von wos i red
19.10.2012 04:38
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das war immer so und wird immer so bleiben,

ob man für ein packerl flirt das auto vom justzler wäscht oder in der gefängnistischlerei eine hoffmann-garnitur nachmacht, das hat weder die haflinger, noch die justiz gestört. die einen sind beschäftigt, die anderen (die mit dem schmalen gehalt eines justizlers) bekommen dadurch das eine oder andere etwas günstiger. also wozu die aufregung.

Re: das war immer so und wird immer so bleiben,

das gehalt ist nicht zu schmal. wem der job nicht passt, muss sich um mehr umschauen oder gehn. die unterschleife ist eine katastrophe. und bedenken Sie bitte mal: von den kinderheimen bis zu schulen, bundesheer (wos das alles auch gibt), Ihr "argument" gilt da überall. das kanns nicht sein. mit häftlingen ist alles nur noch ganz besonders widerlich.

? tja, u n d... ?

...die ansonsten Eingesperrten freuen sich vielleicht sogar darüber, dass sie sich einer anderen Tätigkeit widmen können, als jahrelang Wände anzustarren.
Ausserdem:
Die Gauner sollen auch einmal lernen, was es heisst, den ganzen Tag arbeiten zu müssen.

Re: ? tja, u n d... ?

"sollen auch einmal lernen, was es heisst, den ganzen Tag arbeiten zu müssen"

Für Strafgefangene herrscht ohnehin Arbeitspflicht.

Nur aus gesundheitlichen Gründen, oder, wenn kein Arbeitsangebot besteht wird nicht gearbeitet. Es ist aber Aufgabe der Justizverwaltung und des Anstaltsleiters dafür zu sorgen, dass es genügend Arbeitsmöglichkeiten gibt. Jeder Strafgefangener der nicht schuldhaft arbeitslos ist ist arbeitslosenversichert. Strafgefangene sind i.d.R. billige Arbeitskräfte, weil anstaltsfremde Firmen sonst keine Aufträge vergeben.

Die Gauner sollen auch einmal lernen, was es heisst, den ganzen Tag arbeiten zu müssen.

Arbeiten schon-aber für den Staat-nicht als billige Arbeitskräfte für Beamte.

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Re: ? tja, u n d... ?

Arbeiten zu _dürfen_ ist eigentlich eine Hafterleichterung.

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schindlers list

etwas vage angaben,jedoch mit gehalt diese anekdote aus dem traurigen leben von gefängnisinsassen,die um einen finanzaufwand von etwa 45000euro für das gefängnis zu verhindern,die sich nur auf ein treppenobjekt im gefängnisarreal das zu sanieren war bezogen, laut klaren angaben des direktors auf den Finanzhaushalt des Gefängnishauses ausgewirkt hätten,was die insassen,die in sozialem kontakt zum direktor standen erzählt bekamen und sich einig wurden diese arbeiten zu verrichten-dass nach kurzem im haus des direktors selbst arbeiten fällig wurden nur etwas überraschte..,die ehefrau des herren auch nicht sogleich willig tat,und nach kurzem die gäste für einen zeitraum von etwa 3 wochen regelmässig zum arbeiten bei sich hatte..traurige gesichter bei den Männern,da nachher dort keine arbeit mehr zu verrichten war.

insgesamt 3 einfamilienhäuser wurden nach der 1. woche daraus.

ein einzelner jener insassen werkend an metallteilen für die treppe,mehr zu sich sprach-sagte,er würde das nicht geheim halten und enthiehlt sich bis auf einmal als einziger aus moralischen gründen in die aussenwelt in ein haus mitzukommen,was ihm in jener zeit mehr schweiss kostete als die arbeiten selbst,immerhin er erzählt bekam-hiehlt sich jedoch bis zuletzt an seine worte,die lauteten,dass er zur tätigkeit gezwungen war,da sonst fast kein räumlicher oder mentaler freiraum zur verfügung stand.


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Re: schindlers list

die arbeiten im haus des direktors,der ein etwas uriger typ mit hübscher ehefrau mit blondlichem haar;beide im reifen alter den beginn somit machten und 3 wochen arbeiten liessen,obwohl diese tatsächlich in einer woche ebenso erledigt gewesen hätte sein können;ein rangoffizier des bundesheeres einen besuch abstattete ob die gefängnisinstitution unterwandert wurde..etc

der informant verliess das gefängnis,und alle gefangenen riefen ihre sorgen aus.derjene einzelne jedoch verlegt wurde um die situation nicht zu destabilisieren,irgendwohin südliches Nö,daher das "auswärtsspiel"in jenem Haus noch nach 2 jahren weiterging,der direktor meinte,kein anderer als jenem bisher der das spiel riskiert hätte.das haben wir gut hinbekommen,der typ hätte nicht aufgegeben..

allerdings das bundesheer später vermeldete dass der typ seit haftende nicht aufhörte herumzuerzählen-eine videoaufzeichnung zeigte den herrn wie er wütend erzählte er hätte sich all die zeit nur zurückhalten müssen,man hätte ihm arg zugesetzt.

mehr raum,mehr freiraum,alkohol rufe kamen hindurch zum informanten
einer konnte einen ganzen satz anbringen:die menschen wissen nicht was es mit gefängnis auf sich hat,es ist etwas ganz anderes als sie glauben-nannte den gesetzesbruch der ihn dorthin gebracht hatte und sagte,wie kann dies solch eine strafe folgern,unmenschlich,ich muss sogar sagen wie im kz,senkte sein haupt,obwohl ich kz nur wie alle kenne,.


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Re: Re: schindlers list

zuletzt sprach er noch,und die wachen näherten sich,er war fast der letzte noch nicht in seiner zelle-es ist schrecklich,dort wo es schrecklich ist von noch schrecklicherem zu sprechen.er schloss ab mit den worten:wir haben hier angst,vielleicht habe ich jetzt schon zu viel gesprochen.

kann man nichts dagegen machen?


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skandalös

...sie hätten Insassen Arbeiten für private Zwecke und in Privat- und Vereinshäusern auf Kosten der Steuerzahler durchführen lassen.„Keine Gegengeschäfte“

Da fragt sich der Steuerzahler..offenbar eine umgekehrte logik im gange,-oder unklare formulierung,denn warum der steuerzahler zu finanziellem schaden kommt,wenn jene arbeiten tun..vielleicht wegen dem schwarzarbeitsmarkteffekt und ob geld kassiert wurde

Gegengeschäfte habe es hingegen nicht gegeben: Der erfolgte Langzeitkontakt sei über den Anstaltsleiter und ein Fachteam ordnungsgemäß festgelegt worden.

Erfreulich für uns "Steuerzahler",dass sogar ein Fachteam sich bezüglich der "Langzeitkontakte"..mit jenen Beziehungen beschäftigte..aber dass diese mit zum Spiel gehören,der Leser schon seit mehreren Absätzen bemerkt haben dürfte.

(und ich bestätige:aufgrund jener konstruktiven Beziehungen die entstanden bzw tiefgehender wurden,der Anstaltsleiter,wie er so benannt wird im letzten absatz des presse textes,mit der ehefrau eines "Kunden" intimen Verkehr hatte.

er sagte nachher auf eine frage,-ich hab sie zwar schon gekannt,aber..(und der satz ging anders weiter als wir annehmen würden:)..aber diese Stimmung die wir erleben,s´liegt so in der luft eine Revolutionsstimmung.

Ich dachte, ...

... dass dies eh ganz normal sei und dass dieser Umstand als Allgemeinwissen gilt, nämlich dass Häftlinge privat für irgendwelche Kollegen auf der anderen Seite der Tür arbeiten. Dass jetzt plötzlich das allgemeine Erstaunen darüber ausbricht ist ist das eigentlich Erstaunliche.