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Essen gehen wird deutlich teurer

24.10.2012 | 22:51 |  KÖKSAL BALTACI (Die Presse)

Als Gründe werden internationale Ernteausfälle und Lohnerhöhungen genannt. Die Arbeiterkammer spricht von „seltsamen“ Argumenten, die nicht nachvollziehbar seien.

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Wien. Österreichs Gastronomen warten mit einer guten und einer schlechten Nachricht auf. Vorab die gute: Einer Studie der Arbeiterkammer (AK) zufolge lag der durchschnittliche Preisanstieg in Gaststätten in Salzburg 2012 im Vergleich zum Vorjahr bei lediglich 1,8 Prozent und somit unterhalb der Inflation von 2,2 Prozent.

Eine erfreuliche Bilanz, die auch für Wien und andere Städte Österreichs repräsentativ ist, meint Josef Bitzinger, Obmann der Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer Wien. Dieser Trend werde aber nicht anhalten – womit wir bei der schlechten Nachricht wären. Denn Bitzinger zufolge werden die Gastronomiepreise ab 2013 wieder massiv ansteigen – „um mindestens das Doppelte im Vergleich zum Vorjahr“.

Die Gründe dafür: Ernteausfälle in den USA und Europa sowie Lohnerhöhungen. „Die Rohstoffpreise für Fleisch und Getreide sind stark gestiegen, um 15 Prozent und mehr. Die Betriebe werden diese Kosten teilweise an die Gäste weitergeben müssen“, erklärt Bitzinger. „Ganz Österreich wird davon betroffen sein, Städte ebenso wie ländliche Gebiete.“

Für Stefan Göweil, Leiter der AK-Marktbeobachtung, eine „seltsame“ Begründung. Unmittelbar vor Preissteigerungen würden Betriebe seit jeher dieselben Argumente anführen, was nicht ganz nachvollziehbar sei. „Hierzulande gab es keine Ernteausfälle, das Ergebnis war im normalen Bereich, etwa bei Getreide – und da ist Österreich Vollversorger“, stellt Göweil fest. „Missernten in den USA und Lohnerhöhungen, die erst verhandelt werden müssen, für bevorstehende Teuerungen heranzuziehen, ist hinterfragenswert.“

Dass es mit Anfang nächsten Jahres zu einer „Anpassung der Preise“ kommen wird, glaubt auch Wilhelm Turecek, Obmann der Fachgruppe Gastronomie in der Wirtschaftskammer Wien. Wenngleich für ihn die Höhe des Anstiegs noch nicht absehbar ist. Er wünscht sich im Sinne der Unternehmer, dass Preissteigerungen häppchenweise erfolgen, um Kunden nicht abzuschrecken.

„Abgesehen davon sollten sich die Wiener Gastronomen grundsätzlich einmal die Frage stellen, ob es nicht sinnvoller wäre, ihre Preise an westösterreichische Verhältnisse anzugleichen“, sagt Turecek. „Das wäre in ihrem Interesse, denn die Marktlage in Wien ist aufgrund der enormen Lokaldichte alles andere als leicht.“ Was dazu geführt habe, dass „die Preise hier im Vergleich zu anderen Städten ausgesprochen niedrig sind“.

 

Starkes Ost-West-Gefälle

Ein Test der Tiroler Arbeiterkammer vom Mittwoch, die in 160 zufällig Restaurants in ganz Österreich die Preise verglichen hat, zeigt tatsächlich ein starkes Ost-West-Gefälle. Vorarlberg, Tirol und Salzburg sind deutlich teurer als die übrigen Bundesländer.

Das billigste Wiener Schnitzel (vom Schwein) bekamen die Testesser in Eisenstadt um sechs Euro serviert. Mit 18 Euro am tiefsten in die Tasche greifen mussten sie in Bregenz. Der durchschnittliche Schnitzelpreis in Wien: 8,62 Euro (siehe Grafik).

(C) DiePresse

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Auch bei anderen Produkten ist die Bandbreite vom billigsten zum teuersten (erwartungsgemäß) enorm. So kostete etwa ein halber Liter Apfelsaft mit Mineralwasser gespritzt im günstigsten Fall im Burgenland 1,40 Euro. In einem Wiener Lokal ist mit 5,60 Euro das Vierfache berechnet worden.

In Zahlen

Wiens Gastronomie: Im Jahr 2008 zählte die Wirtschaftskammer Wien 5734, 2011 nur noch 5609 Gastronomiebetriebe. Nur die Sparte der Restaurants zeigte eine aufsteigende Veränderung von 1452 auf 1487. Die heimische Küche zählt mit 1099 Lokalen zu den Marktführern in Wien. Daneben listet der Wiener Lokalführer 727 Café-Restaurants, 484 Imbisse und Fast-Food-Läden, 456 Café-Bars, 343 Italiener, 262 Bars, 209 Chinesen und 200 Heurige auf.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.10.2012)

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150 Kommentare
 
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Ein beliebter Schmäh in den Schnitzelhäsern und manchen Wirten

Das Schnitzel wird ohne Beilagen oder nur mit Salatgarnitur angeboten.
Sättigungsbeilage und Salat kostet dann mehr als das Schnitzel.
Die Getränkepreise sind sowieso indiskutabel.

Ich denke,

in kaum einer anderen Branche wird ein Betrieb mit schlechtem Preis/Leistungsverhältnis so rasch durch fehlende Kunden abgestraft wie in der Gastronomie (zumindest in Wien, wo es wahrlich ein Überangebot an guten und preiswerten Lokalen gibt).

b.t.w., liebe Redaktion: Es gibt kein "Wiener Schnitzel" vom Schwein.

Gast: Eyjafjallajo0ekul
26.10.2012 20:06
0 0

essn ist ungesund und macht dick!


man soll nie m gehen essen

sondern zhaus.

aus

Gast: Be-obachter
26.10.2012 17:40
0 0

Essen wird deutlich teurer

Wieder ein Grund mehr sich zu fragen, ob die demographische Kurve wirklich immer nach oben zeigen muss.

Bevölkerungszuwachs = Landbeanspruchung für Wohnraum = weniger Agrarfläche = Abhängigkeit von Importen = hohe Lebensmittelpreise

Alles klar?

Gast: herzerld16
26.10.2012 10:54
0 0

Elektronische Medien

Warum nutzen so wenige die Möglichkeiten der elektronischen Medien? Einfach auf Facebook posten, dass ein Beisl völlig überzogene Preise, schlechte Speisen oder miserablen Service hat. Und immer schön indirekt formulieren, damit die Anwälte nicht auch noch verdienen können. Alsoz.B. im Café Museum in Wien könnte man den Eindruck haben, dass nurmehr auf die oberen Zehntausend als Klientel geschaut wird. Die Kaffeepreise könnte man fast schon als unverschämt empfinden. Viel Spass dabei.

Antworten Gast: UKW
26.10.2012 18:27
0 0

Re: Elektronische Medien

Niemand zwingt Sie ins Cafe Museum zu gehen. Sie können ihren Kaffee ja auch zu Hause oder im Cafe Tradiiwaberl trinken. Als arbeitender Mensch werden sie aber in der Privatwirtschaft gezwungen, an den roten Verein Arbeiterkammer Monat für Monat Zwangsbeiträge abzuliefern. Viellleicht sollten Sie das einmal auf Facebook posten.

"Die AK-Zwangsbeiträge könnte man fast schon als unverschämt empfinden. Viel Spass dabei"

Gast: k.u.k Feldmarschall
26.10.2012 08:46
2 0

Würden die Frauen die Emanzipation auch leben, dann würde "mann" sich bei der Rechnung gleich 50% sparen!

Aber da sind Frauen ja wieder zufällig in der Präemanzenzeit. Immer eben dann, wenns ums Zahlen geht.
Sieht man ja auch bei den Scheidungsgerichten. Da läßt sich auch jede widerstandslos abfüttern.

selber Schuld !

Wenn in Wien jemand 5,60 Eurofür einen g'spritzten Apfelsaft bezahlt, dann ist er selber Schuld. Solche Lokale meiden, oder reingehen, die Getränke- und Speisekarte verlangen, diese mit Kopfschütteln studieren und dann, nach einem lauten Kommentar dem Wirten gegenüber laut protestierend das lokal verlassen.

Wenn das an einem Tag mehrere Leute tun, wird sich der etwas überlegen müssen.

Re: selber Schuld !/rtonline

"...Wenn das an einem Tag mehrere Leute tun, wird sich der etwas überlegen müssen..."

Weshalb? Wenn dutzende Menschen weiter sitzen bleiben und bloß über den "Mauler"/die "Maulerin" den Kopf schütteln und meinen "a so a Prolet/Proletin".? ;o))

kein wunder

würd mich nicht wundern, jeder unternehmer in österreich (vor allem wien) stöhnt unter den tagtäglich höher werdenden gebühren/spesen/steuern und mühsamer werdenden amtswegen.

da kann der getreidepreis in uganda sein wie er will wenn hier alles teuerer wird kann es der selbstständige nicht ewig selbst fressen.

Gast: gekochtwirdzuhause
25.10.2012 22:01
1 0

Die Abzocker

Ich muss diesen Verbrechern nicht mein schwer verdientes Geld nachwerfen.

Ich koche lieber selbst, sollen doch die Schwerstverbrecher mit Haube sehen, wie sie ihr verfettes Schnitzel loswerden.

ob sich das auf die regierungsspesen auswirken wird?


Gast: Restaurantgast
25.10.2012 19:39
3 0

freie Entscheidung

Solange noch jeder selbst entscheiden kann, ob er in ein (teures) Restaurant gehen will, sehe ich kein großes Problem. Sollte es aber einmal soweit kommen wie beim ORF, dass man auch zahlen muss wenn man nichts konsumiert, dann wäre das bedenklich.

Re: freie Entscheidung/Restaurantgast

Ah, Sie sind das?! Sie sind doch die Person, die im Finanzministerium an der Ausarbeitung der "Speisenkarten-Schau-Abgabe" arbeitet?

Gast: Allesfresser
25.10.2012 18:11
2 0

Einfach Klasse!

Die ganz teuren Restaurants für all die Schickis und die Mickis sowie die Adabeis können eh teurer werden, dort geht ja nur eine gewisse Klientel hin, der es auch nicht wirklich weh tut wenn sie etwas mehr bezahlen müssen.
Weiterhin findet man überall kleinere aber weiterhin feine Restaurants mit guter Küche und nicht überzogenen Preisen!
Jene die überzogen teuer sind werden verschwinden oder umdenken müssen und wenn sie trotzdem gut damit fahren haben sie offensichtlich genügend zahlbereite Kunden die sich das leisten wollen, dann soll ein wirt das auch verdienen. Niemand wird gewzungen in ein teures Lokal zu gehen!

Gast: iGlass
25.10.2012 17:29
6 0

Wir gehen seit der Euroeinführung kaum mehr weg

Ich war früher viel häufiger essen und generell unterwegs. Als dann der Euro kam und die Gastronomen ihre Preise aus damaliger Sicht astronomische Höhen erreichten, essen wir maximal 1 oder in Ausnahmefällen 2 Mal pro Monat außer Haus. Früher war es nahezu jede Woche.

Wenn ich den Artikel so lese und weiß, dass sich Österreich mit Getreide vollkommen selbst versorgt, dann stelle ich mir ernsthaft die Frage, ob das Argument mit den Ernteausfällen in den USA nicht nur dazu da ist, um "Preisanpassungen" dem Schein nach zu rechtfertigen. Als die Mobilfunker ihre Servicepauschale nahezu gleichzeitig einführten, wurde das auch auf ähnlich einfachem Niveau argumentiert. Wie auch immer, Hauptsache die ganzen Dagobert Ducks (in ihren Wirtshäusern) bekommen ihre Goldkammer voll.

Gast: fressack
25.10.2012 13:42
2 2

daham is daham

dann bleiben wir halt daham mit dem islam lahm wird der wirt wenn kwiner mehr kommt muss er halt seine schnitzel selber fressen und die krügel dazusaufen mir is des wurscht kann eh selber kochen ha ha ha ha da lach ma nur

Gast: Papa Schlumpf
25.10.2012 13:28
0 1

Wen interessiert das? Wir Presse-Leser schmeissen die Rechnung vom Steirereck sowieso in die Spesenkassa.

Mir ist vollkommen egal was es kostet. Und es sollen doch auch die Wirten gut verdienen. oder?

Re: Wen interessiert das? Wir Presse-Leser schmeissen die Rechnung vom Steirereck sowieso in die Spesenkassa.

Privat geht eh bald keiner mehr zum Wirten.

ich bin eh zu blad

dann esse ich nur mehr das couvert!

Antworten Gast: couvertesser
25.10.2012 13:41
1 0

Re: ich bin eh zu blad

So ist es und wenn es ein ordentliches Lokal ist bringen die auch ein Zweites ;-)

Gast: Rating Agent 007
25.10.2012 12:13
5 0

Da bleiben dann nur die Raucher im Gasthaus übrig

weil die essen ohnedies nichts.

Antworten Gast: wirtenfreundlich
25.10.2012 15:50
4 2

Re: Da bleiben dann nur die Raucher im Gasthaus übrig

Besser nix essen und dafür bei den Getränken was konsumieren, anstatt wie die Gesundheitsaposteln bei einem kleinen Salat und Wasser stundenlang einen Tisch besetzen und trotzdem nur herum motschgern.

Gast: franz josef 2
25.10.2012 12:01
4 0

Fremdenverkehrsfeindlich -

Wie kann man nur so gscheit sein, Österreichs WIRTSCHAFTS-STANDBEIN zu ruinieren ?

Spindelegger-ÖVP als Totengräber der Wirtschaft !

Der Essenspreis ist insgesamt ok.

Die Getränkepreise sind es nicht.

 
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