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Stadt Salzburg hat Prozess um Fliegerbomben verloren

27.10.2012 | 11:16 |   (DiePresse.com)

Der Bund zahlt die Kosten für Suche und Freilegung von Blindgängern in der Höhe von fast einer Million Euro nicht. Salzburgs Bürgermeister ist enttäuscht.

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Die Stadt Salzburg ist mit ihrer Klage gegen den Bund auf 925.506,87 Euro Kostenersatz für die Suche und Freilegung von Fliegerbomben-Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg beim Obersten Gerichtshof abgeblitzt. Der OGH gab der Revision keine Folge. Er hat in einem Urteil vom 17. Oktober entschieden, dass die Stadt die Kosten selbst bezahlen muss. In der österreichischen Rechtsordnung gebe es keine Norm, die das Suchen nach Fliegerbomben regle, lautete die Begründung, wie die "Salzburger Nachrichten" in ihrer Samstag-Ausgabe berichteten.

Aufgrund dieser fehlenden öffentlichen-rechtlichen Norm sei der Bund nicht verpflichtet, Fliegerbomben-Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg aufzusuchen und dafür die Kosten zu übernehmen, urteilte das Höchstgericht. Für Ersatzansprüche, wie von der Stadt Salzburg begehrt, fehle eine "Kostentragungsregelung". Deshalb liege es außerhalb der Kompetenz der Gerichte, hier Abhilfe zu schaffen. "Mangels Anspruchsgrundlage ist das Klagebegehren abzuweisen", entschied der OGH. Die Stadt Salzburg muss nun auch die Kosten für das Revisionsverfahren in Höhe von rund 10.500 Euro berappen.

Der Bund sieht sich nur für die Entschärfung und den Abtransport der Fliegerbomben zuständig. Der Rechtsstreit dauerte neun Jahre. Die Stadt Salzburg hatte auf Kostenersatz für die Sondierung von 28 Verdachtspunkten und die Bergung dreier Blindgänger zwischen 1997 und 2002 auf Stadtgebiet geklagt. Zuerst hatte das Landesgericht Salzburg der Klägerin recht gegeben. In zweiter Instanz blitzte die Stadt beim OLG Linz ab. Der OGH hob 2008 beide Urteile auf und entschied, dass der Verfassungsgerichtshof zuständig sei. Dieser spielte den Ball allerdings wieder an den OGH zurück.

Bürgermeister kritisiert Urteil

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SP) zeigte sich "sehr enttäuscht". Das Urteil sei angesichts der geschätzten 15.000 Blindgänger, die noch in Österreichs Erde schlummern, "für die Kommunen sehr unangenehm". Jetzt sei die Bundespolitik am Zug, sagte Schaden. Es könne nicht sein, "dass wir einen rechtlichen Schwebezustand haben und warten, bis das nächste Mal eine Fliegerbombe hochgeht". Sondierung und Bergung könnten allenfalls noch "finanzstarke Gemeinden finanzieren. Finanzschwache Kommunen oder gar normale Grundeigentümer aber sicher nicht".

Der OGH verwies auf einen Entwurf zu einem Bundesgesetz durch das Innenministerium aus dem Jahr 2008, der damals aber auf breite Ablehnung gestoßen war. Dem Entwurf zufolge hätte der Bund 35 Prozent der Kosten, höchstens aber 35.000 Euro übernehmen sollen, wenn tatsächlich eine Bombe freigelegt werde und eine Person durch die Finanzierung der Maßnahme in ihrer Existenz bedroht wäre. "Durch den Gesetzesentwurf wird eindrucksvoll bestätigt, dass verschiedene Möglichkeiten offenstehen, die Kostentragung einer gesetzlichen Regelung zuzuführen", konstatierte der OGH.

"Als potenzielle Kostenträger kommen der Bund, die Länder, die Gemeinden und die Liegenschaftseigentümer in Betracht, wobei auch eine gemeinschaftliche Kostentragung denkbar ist", erklärte der Oberste Gerichtshof. Eine derartige Entscheidung hänge vor allem auch von politischen Wertungen ab. "Derzeit fehlt aber eine gesetzliche Regelung."

 

(APA)

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18 Kommentare

Normalerweise kriegt derjenige die Rechnung der die Bombe abgeworfen hat ...

... probieren kann mans ja. Wir müssen auch noch immer blechen für das was damals abgelaufen ist.

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sondierungskosten an den bund übertragen

Wenn das alle machen, wäre es ein bomben geschäft.

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nun, nachdem klar ist, dass die bomben dem grundeigentümer gehören, kann er sie natürlich verkaufen oder sogar versteigern ...


(wozu halten wir uns eigentlich ein bundesheer, wenn nicht grade für die entsorgung von kriegsrelikten?)

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Weil ....

... die Agenden des Entminungsdienstes vor Jahren vom BMLVS an das BMI übertragen wurden.

Gast: Blankensteiner Husar
27.10.2012 15:18
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Die Beamten werden eben immer geldgieriger! Die glauben, wenn der Bund die Rechnung blecht, dass sie dann als Landesbeamte das Geld selber verbraten können!

Dabei zahlt das Land ja keinen müden Cent für was, denn das ist alles das Geld der Steuerzahler.
So wie eben auch beim Bund nur Geld vom Steuerzahler da ist.
Nur würde eben das liebe Land das Geld seinen Beamten zukommen lassen als das es für Bombenbeseitigung ausgegeben wird.
Der Steuerzahler hat davon rein gar nichts. Außer dass er jetzt auch noch die Verfahrenskosten zahlen muss, weil beim land keiner eine Ahnung von Gesetzen hat.

War ja auch ein Blödsinn!

Die Kosten dem Grundstückseigentümer an den Hals hängen, ein paar werden wohl eingehen ob der Kosten, aber irgendwann erwischt es einen "Spezi" oder "Amigo" und dann gibt es das ersehnte Grundsatzurteil.
So macht man das in Faymannland!

Gast: sdfsdf
27.10.2012 12:45
1 0

Aber dafür Bankräubern die Beute von Gerichts wegen zurück geben

http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/1305641/ExBankraeuber-bekommt-63000-Euro-der-Beute-zurueck

Das schaffen Gerichte sehr wohl.

Irr.

Gast: 1 Schweizer Franken = 100 Rappen
27.10.2012 12:34
2 1

rund 10.500 Euro berappen?

berappen nur in der Schweiz, becenteln in €-Länder klingt auch blöde, wie wärs mit "zahlen"?

Gast: hmm
27.10.2012 11:40
9 2

falscher Adressat

Salzburg hätte diese Kosten besser unseren "Befreiern" die uns jahrelang mit Terrorbomben der perfidesten Art quälten in Rechnung zu stellen versuchen sollen ...

Re: falscher Adressat

eben, die perfiden befereier haben ja schließlich auch den krieg begonnen, wie wir alle wissen.

Re: Re: falscher Adressat

richtig erkannt! es waren nämlich die englaender, die Deutschland den Krieg erklaerten und nicht umgekehrt! sonst wäre es vielleicht ein regionaler Krieg zwischen Deutschland und Polen und Sowjetunion und Polen geblieben! warum haben die englaender eigentlich nicht auch den Sowjets den Krieg erklärt?!

Antworten Antworten Antworten Gast: Eyjafjallajoekul
27.10.2012 18:25
0 3

Re: Re: Re: falscher Adressat

ausgeschlossen, AHs gesamtstrategie hat auf einen krieg gegen die SU abgezielt. der polenfeldzug hat nur dem einen zweck gedient, eine gemeinsame landgrenze zu schaffen (deswegen auch die bereitwillige teilung polens im sinne der aufteilung europas zwischen SU und DR in interssensgebiete). england hätte H gerne mit im bündnis gegen die SU gehabt.

abgesehn davon, würden sie es sich ernstaft wünschen, dass es zu einem krieg gekommen wäre, bei dem das DR ernsthafte chancen auf die forsetzung seiner existenz gehabt hätte?

Re: Re: Re: Re: falscher Adressat

und was hat das nun mit GB zu tun? dessen gesamtstrategie war das wiedererstarkte Deutschland zu vernichten - ist laut sir wc auch kein Geheimnis.

ich würde meinen, dass wirklich jede Großmacht damals Dreck am stecken hatte und alle gemeinsam Schuld auf sich luden. den Kommunismus im uebrigen zu bekämpfen sollte auch heute noch Ziel eines jeden Staates sein.

Antworten Antworten Gast: Kommentar senden
27.10.2012 14:48
2 0

PS

Oh und, wie wärs wenn wir mal was lesen was nicht ideologisch blutrot eingefärbt ist? Dann bestellen sie sich doch (oder leihen sie es in der Bibliothek aus)das Buch "Slaughterhouse-Five". Es wurde von Kurt Vonnegut, einem allierten Kreigsgefangenen geschrieben, der sich zur Zeit des Bombardements in Dresden befand. Er selbst sagte, bei der Präsentation der 1976 Franklin Library edition:

"The Dresden atrocity, tremendously expensive and meticulously planned, was so meaningless, finally, that only one person on the entire planet got any benefit from it. I am that person. I wrote this book, which earned a lot of money for me and made my reputation, such as it is. One way or another, I got two or three dollars for every person killed. Some business I'm in."

Antworten Antworten Gast: Kommentar senden
27.10.2012 14:42
5 0

Re: Re: falscher Adressat

Genau, das Rechtfertigt alles, Leute wie du können ihre masochistische Ader bitte sehr im Keller oder sonst wo ausleben, aber den Rest der Bevölkerung damit verschonen.

Gerade eine Kriegserklärung rechtfertigt keine Kriegsgreul wie der geplante Massenmord an Zivilisten. Na auf ihren Aufschrei wäre ich gespannt wenn die USA plötzlich entscheiden der permanenten Kriegserklärung dur islamische Terroristen zu begegnen, indem man einfach die Bevölkerung islamischer Länder auslöscht, in der Hoffnung dadurch ihre Unterstützung der Terroristen zu brechen.

Ein Rechtsradikaler: Vom Hass auf die "Anderen" zerfressen
Ein Linksradikaler: Vom Hass auf sich und seinesgleichen zerfressen

Re: Re: Re: falscher Adressat

hehe, ich alte linkslinke kryptokommunistin sitze nicht im keller, sondern ärgere Sie und Ihresgleichen bis zu meinem letzten atemzug.

Re: Re: Re: Re: falscher Adressat

Naja, wer sonst keine lohnenswerte Ziele hat im Leben...
Viel Erfolg!

Re: Re: Re: Re: Re: falscher Adressat

es gibt kaum ein lohnenswerteres ziel.