26.05.2013 06:28 Merkliste 0

Verkehrspolitik: Strafmandate werden ab 2013 teurer

29.10.2012 | 17:34 |  Von Gerhard Bitzan und Duygu Özkan (Die Presse)

Auf Autofahrer kommen ab 2013 neue Belastungen zu. Der Strafrahmen für Organmandate und Anonymverfügungen wird deutlich erhöht. Die Behörde argumentiert mit Verwaltungsvereinfachung, der ÖAMTC übt heftige Kritik.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Wien. Auf die österreichischen Autofahrer kommen ab kommendem Jahr neue Belastungen bei den Verkehrsstrafen zu. Ab Jänner soll nämlich im Zuge von Verwaltungsnovellierungen der Strafrahmen für Organmandate und Anonymverfügungen drastisch erhöht werden. Und zwar bei Organmandaten von derzeit 36 auf 200 Euro Höchststrafe und bei Anonymverfügungen von 220 auf 500 Euro. Begründet wird die geplante Reform mit dem Argument Verwaltungsvereinfachung. Heftige Kritik an den Maßnahmen kommt vom ÖAMTC.

Die Erhöhung der Strafrahmen bedeutet aber gleichzeitig, dass die Strafmandate höher werden können. Im zuständigen Bundeskanzleramt wird dieser Vorwurf zurückgewiesen. Es würden nicht die Strafen, sondern nur der Rahmen erhöht – und damit würde die Verwaltung entlastet und vereinfacht, denn man werde sich unter anderem mehr Anzeigen ersparen.

ÖAMTC-Jurist Martin Hoffer kann die Behördenargumente nicht nachvollziehen. „Die Erhöhung des Strafrahmens ist mit dem Stichwort Verwaltungsvereinfachung nicht zu rechtfertigen.“ Er weist darauf hin, dass es bei der letzten, 2002 durchgeführten Erhöhung des Strafrahmens (dieser wurde damals von 72 Euro auf das Dreifache angehoben) auch das Argument der einfacheren Verwaltung gegeben habe. „Aber schon wenig später wurden die Strafsätze für relativ leichte Verkehrsübertretungen angehoben“, so Hoffer zur „Presse“.

Tatsächlich hat damals VP-Verkehrssprecher Helmut Kukacka gegen „bewusst ausgestreute Falschmeldungen“ der SP-Opposition gewettert, die vor einer „empfindlichen Erhöhung“ der Strafgelder für Verkehrssünder gewarnt hatte. Nur wenig später sind die Strafhöhen aber wirklich hinaufgegangen.

Verkehrsstrafen 2009 erhöht

Der ÖAMTC argumentiert auch, dass die Pläne im Sinne der Verkehrssicherheit kontraproduktiv sein können. Wenn etwa ein Führerscheinneuling deutlich zu schnell gefahren sei, werde eine Anonymverfügung vermutlich der Fahrzeughalter, meist der Vater, zahlen. Der junge Autofahrer entgehe dadurch einer für ihn unangenehmen Nachschulung.

Die Verkehrsstrafen insgesamt wurden ab September 2009 im Zuge eines Verkehrssicherheitspakets deutlich erhöht. Ein längst fälliger Schritt, wie Christian Gratzer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) meint: „Davor wurden die Verkehrsstrafen zehn Jahre nicht erhöht.“ Laut Statistik sind seit diesen Maßnahmen die Unfälle zurückgegangen. Auch in Sachen Kindersicherung gibt es positive Nachrichten: War 2007 jedes fünfte Kind ungesichert, so war es zuletzt nur mehr jedes 14. Kind.

Gratzer bleibt aber skeptisch: Zum einen sei der Rückgang der Unfälle auch anderen Maßnahmen – etwa auf Gemeindeebene – zu verdanken, zum anderen habe Österreich in Sachen Verkehrssicherheit noch einigen Aufholbedarf. Einige Dinge wie Telefonieren am Steuer seien zwar verboten, aber im Vormerksystem trotzdem nicht enthalten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

273 Kommentare
 
12 3 4 5 6

das erhöht auch die erträge aus der parkraum"bewirtschaftung"


Gast: ökono-mist
01.11.2012 02:18
0 0

Politiker: "Realität - nein danke!"


Zumindest heißt das, daß man nunmehr auch als jahrzehntelanger Straflosfahrer statt 36 Euro immer 500 Euro (in den entsprechenden Delikts-Stückelungen!) unverzinst in bar mitführen muß!

Für einen Bundeskanzler (egal, ob mit oder ohne Chauffeur) mag das kein Problem darstellen - für Otto Normalverbraucher ist es jedoch sehr wohl eines. Und zwar ein erhebliches!

Gast: Gast:Billie
31.10.2012 14:37
1 0

Häupl - das ist nur Adaptierung

und wieder 7,000.000,--
fürn Werner

Dieser feige Mann wird immer gefährlicher !


Er dreht es...

wie er es haben möchte. Also, eine Strafe, die bisher € 36.- gekostet hat, kosten € 210.-. Das ist keine Erhöhung, aber woher denn! Wer das behauptet der lügt!
http://wiener-wohnen.de.nr

Re: Er dreht es...

na, es ist keine Erhöhung sagt der liebe Onkel Werner. Er ist ja so gut zu uns. Danke lieber Werner.

Gast: Schlechtester Mensch
31.10.2012 12:36
5 0

Woran merkt man, wenn ein Politiker lügt?

Wenn er den Mund aufmacht.

1 0

Er will uns nur Gutes tun

Na also- er will doch gar nicht an unseren Geldbeutel.
Er sorgt sich nur um die Effizienz der Verwaltung! Danke Werner.

1 0

redzierter verwaltungsaufwand müsste nach meiner logik auch weniger kosten. sonst ists ja kontraproduktiv.

also werden die grundrechenarten von den linken wieder einmal zurechtgebogen. naja, ich schätze: von ordentlichem wirtschaften keine ahnung, oder so ...

Gast: kdfgl
31.10.2012 09:01
1 0

Spiegel

Was macht man eigentlich, wenn man mit diesem Gesicht únversehens vor einem Spiegel steht und erkennt, dass es das eigene ist?

Gast: Paz
31.10.2012 08:54
1 0

Geldbeschaffung

Ein Land welches ständig Beitragszahlungen an die EU und an deren Fonds (ESM) leisten und haften darf handelt es sich um eine billige Geldbeschaffungsmethode.
Diese Politiker die in der obersten Charge agieren sollten besser ihre Tätigkeit einstellen als ständig neue Belastungen für die Bürger auszudenken!! Dieses Politsystem entwickelt sich zu einem krassen "Ausbeuterstaat", die Wähler sollten sich dies bei den nächsten Wahlen gut überlegen.
Die Frage ist ob es überhaupt eine geeignete Alternative gibt die in der Lage ist das Ruder herumzureissen?!

8 0

Woran erkennt man das Faymann die Wahrheit sagt?

Gar nicht. Denn Faymann lügt immer. Dazu braucht man sich nur seinen verschlagenen Gesichtsausdruck und die Verar...ung rund um den U-Ausschuss ansehen.

Im Klartext bedeutet das: Es wird natürlich heftig teurer. Es werden wieder ein paar Millionen "für den Werner" gebraucht, damit er seine Freunderlzeitungen wieder mit primitivster Eigenwerbung füttern kann.

Gestern ein KFZ verkauft...

...und mit dem letzten fahre ich nur noch wenn unbedingt notwendig. man kann Strafen nicht zu 100% vermeiden, das ist ja auch das System dahinter. Speziell in Wien ist es unmöglich nie erwischt zu werden.

Ich mach da nicht mehr mit. Mach ich's halt wie die Holländer. Die fahren auch bei Minus 10 Grad mit dem Rad, nach ein paar Tagen gewöhnt man sich daran. Und der Staat sieht keinen Cent mehr von mir... Und die Araber auch nicht...

Gast: doppelter zähler
31.10.2012 06:25
3 0

wenn deer öberste lügner im staat das so meint,

dann ist das si. ganz einfach. bis 2013

Gast: Ich habe immer mehr den Eindruck, dass man Freiheit mit Frechheit verwechselt!
31.10.2012 00:45
7 0

Faymann: "Verkehrsstrafen nicht erhöht"???....

...mich wundert immer wieder, für wie dumm sich die Menschen verkaufen lassen und das vom Inseratenkaiser!

umkehrschluss

es wird dann ev. einen umkehrschluss geben, dass niemand mehr schneller fährt und die strafeinnahmen stark zurückgehen werden, daher werden ev. die einnahmen sinken.

somit könnte das ein schuss ins knie werden.

Gast: E.T.
30.10.2012 22:52
7 0

Danke Herr Faymann

Bisher dachte ich Herr Faymann ist etwas blauäugig und kuschelkurssüchtig.
Ab dieser neuen Idee die Strafen zu verfünfachen, sehe ich allerdings ein, er ist entweder ein Lügner oder kann nicht rechnen. Er weiß offenbar auch nicht, dass 200 Euro für gar nicht so wenige Personen, ein ganz beträchtlicher Betrag sind.
Danke fürs Schröpfen.

inserate

inserate werden in zukunft die autofahrer zahlen.

bei den preisen gehen sich dann locker auch doppelseiten aus.

was für einen kanzler haben wir doch!

ich wäre endlich mal für neuwahlen, damit man den nassen fetzen schwingen kann.

Gast: gast23
30.10.2012 20:45
1 0

Wie lief es denn

bisher: Polizist läßt dich gleich zahlen, weil eine Anzeige zuviel arbeit macht. Jetzt wird der Betrag, ab dem der Polizist eine Anzeige schreiben muß, hinaufgesetzt. Nanonanit wird das für den Autofahrer teurer.

Faymann: "Verkehrsstrafen nicht erhöht"

mit diesem kanzlerdarsteller sind wir bereits genug gestraft.

wie hoch ist nochmals die Strafe fuer korruptionsfahrerflucht?!

Lügen nix als Lügen

Wenn einer das Wort "Verwaltungsvereinfachung" sagt, muss man sehr genau hinschauen.

Verwaltung und Vereinfachung passt einfach nicht zusammen.

Richtig hingegen ist, dass Geld gebraucht wird.

Sonst nix.

Strafen sind ein fixer Bestandteil im Budget.
Die täten blöd schauen, wenn plötzlich alle brav wären.

Dagegen ist die Gewaltbereitschaft der minderbemittelten Fußballfans ein echtes Problem.
Gibt es hier Straferhöhungen??????

Gast: Fredak
30.10.2012 19:10
12 0

Bei uns am land kenn jeder jeden

wenn da ein Polizist jemand nicht mag zahlt er dann statt 36,- € sofort 220,- € Das ist Typisch Feymann Sozi.

12 0

Wie immer zu feig?

Wir erhöhen ja NUR den Strafrahmen. Typische Sozi-Antwort.

1 0

autobahnen

auf autobahnen sollte überall 130km/h gelten ... (baustellen natürlich ausgenommen) ... dann kennz man sich wenigstens aus und man muss keine panische angst, wegen teurer strafen, haben irgendeine unnötige 80, 100km/h tafel übersehen zu haben ...

Re: autobahnen

Naja, panische Angst ist ja wohl übertrieben.

Gast: Anständiger Autofahrer
30.10.2012 16:29
1 0

Wann endlich . . . .

werden Verkehrsstrafen für bestimmte Verkehrsdelikte in allen Bundesländern nach einheitlichen Kriterien mit den gleichen Strafen geahndet ?
- gleiche Strafe für das gleiche Delikt
( anstelle Anzeige nach Ermessen und Laune )
- Führerscheinentzug nach gleichen Kriterien
( besonders bei hohen Geschwindigkeitsübertretungen und bei Alokohol )
- sehr harte Strafen bei Fahrerflucht

 
12 3 4 5 6