Graz. Das „Abschlussfest“ war für den 21. Oktober 2012 geplant, die Umbauarbeiten am Café Rosenhain sollten nächstes Jahr beginnen. Das beliebte Familienlokal, das über die Holding Graz im Eigentum der steirischen Landeshauptstadt steht, sollte mit 550.000 Euro chic gemacht werden – für neue Pächter und eine gehobenere Zielgruppe.
Doch es regte sich Widerstand. Die Bürgerinitiative „Rettet das Rosenhain“, ein Zusammenschluss einer Handvoll Stammgäste des Cafés unweit der Grazer Karl-Franzens-Universität, sammelte mehr als 3000 Unterschriften. Schließlich zog Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) die Notbremse, aus dem Abschlussfest wurde ein Herbstfest. Die Pächter dürfen das Lokal ein weiteres Jahr, bis zum 31. Oktober 2013, betreiben. Dann soll ein Konzept für den Umbau und die Neuausrichtung des Cafés Rosenhain stehen.
„Das Lokal muss erneuert werden“, gesteht auch Markus Seme, Sprecher der Bürgerinitiative, ein. „Aber es soll leistbar und familienfreundlich bleiben.“ Das neue Konzept sowie die Vorgaben des neuerlichen Architektenwettbewerbs werden von der Bürgerinitiative miterstellt. „Diese Woche findet der erste Workshop mit Vertretern der Holding und der Stadtregierung statt.“ Es sei eines der ersten Projekte seiner viel propagierten „Bürgerbeteiligung“, so Bürgermeister Siegfried Nagl zum Rosenhain-Umbau.
Reine Schadensbegrenzung kurz vor der Wahl am 25. November sei das Angebot nicht, glaubt Seme. Denn für Nagl gehe es auch um die Festlegung der Rahmenbedingungen für eine Bürgerbeteiligung, „da wird er jetzt wohl keinen Rückzieher mehr machen“. Geplanter Baubeginn für das neue Rosenhain ist nun Herbst 2013.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.10.2012)
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