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Fall Kampusch: Echte Fehler und falsche Theorien

02.11.2012 | 18:41 |  MANFRED SEEH UND KLAUS STÖGER (Die Presse)

Ein Expertenteam überprüft bis Jahresende die Arbeit der Ermittler im Entführungsfall „Natascha Kampusch“. Einige Polizeifehler sind aber längst dokumentiert.

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Die unendliche Causa Natascha Kampusch wird derzeit von internationalen Spezialisten erneut geprüft. Das Ziel der Evaluierung: Österreich soll unter Mithilfe der US-Bundesermittlungsbehörde FBI und des deutschen Bundeskriminalamts (BKA) seine eigenen Ermittlungsmethoden verbessern. „Die Presse“ beantwortet die wichtigsten aktuellen Fragen.

1 Wie ist der aktuelle Stand der laufenden Überprüfung?

Ein siebenköpfiges Komitee aus Vertretern des Innen- und Justizressorts, unterstützt durch BKA-Chef Jörg Ziercke und einen Rechtsexperten der US-Botschaft in Wien, der als Verbindungsmann zum FBI (Federal Bureau of Investigation) fungiert, „befehligt“ derzeit ein operatives Team von Cold- Case-Spezialisten. Diese arbeiten den 270.000-Seiten-Akt zur Entführung von Natascha Kampusch nach Themenbereichen ab. So wird etwa analysiert, wie die Wiener Polizei im März 1998 vorging, als Kampusch verschwand.

2 Welche Fehler machte die Polizei bei den Ermittlungen?

Sie nahm den Hinweis eines Kollegen, eines Hundeführers, der zufällig in der Nachbarschaft des Entführers Wolfgang Priklopil wohnte, zu wenig ernst. Später wurden Spuren im Haus des Entführers nur unzureichend gesichert. Eine Beamtin, die sich um das Opfer nach dessen Flucht gekümmert hatte, durfte ein TV-Interview geben. Und nun soll, wie aktuell bekannt wurde, das Operativteam festgestellt haben, dass die Polizei bei der Ausforschung des weißen Kastenwagens von Priklopil ungenau arbeitete.

3 Wie rechtfertigt die Polizei die bisherigen Pannen?

Die Kampusch-Ermittlungen führte vom Tag des Verschwindens am 2. März 1998 bis 2002 das Wiener Sicherheitsbüro (SB). Damaliger SB-Chef war Max Edelbacher. Er erklärte am Freitag der „Presse“, dass er bei der Ausforschung des Wagens im Nachhinein keine Fehler erkennen könne. „Wir wussten damals nur: Es handelt sich um einen weißen Kastenwagen mit dunklen Scheiben und hohem Aufbau. Zum Typ des Wagens (ein Mercedes 100D, Anm.) gab es widersprüchliche Aussagen. Der Computer spuckte zirka 700 Treffer aus. Das SB hat dann nicht alle Überprüfungen selbst vorgenommen, sondern auch an Inspektionen delegiert.“ Knapp einen Monat nach der Entführung stand Priklopil als Besitzer eines dieser 700 Fahrzeuge fest. Zwei Tage später überprüften SB-Beamte den Wagen vor Priklopils Haus in Strasshof (Niederösterreich). Die Männer zogen aber wieder ab, da sie nichts Verdächtiges fanden. Der eigentliche Fehler wurde später gemacht, als ein konkreter Hinweis eines Hundeführers zu Priklopil einlangte – und die Polizei kein zweites Mal in das Haus des Mannes fuhr. Dies wurde allerdings längst sowohl von Edelbacher als auch vom Ermittlungsleiter im Bundeskriminalamt, Ernst Geiger (damals Stellvertreter von Edelbacher), als „schwerer Fehler“ eingestanden. Dass nun FBI und BKA ebendies auch als Fehler einstufen werden, sollte nicht überraschend kommen. Die Fehler bei der Erstellung der sogenannten Tatortmappen (Verzeichnisse der Spurensicherung in Priklopils Haus) wurden auch bereits zugegeben. Das Landespolizeikommando Oberösterreich schrieb bereits im August 2009 in einem sehr kritischen Bericht: „Sehr viele Spuren sind nicht gesichert worden.“ Dass dieser Umstand darauf hindeuten könnte, ein mysteriöser Kinderpornoring solle gedeckt werden, blieb Gegenstand von Verschwörungstheorien.

4 Kann es nach so langer Zeit doch noch Überraschungen geben?

Möglicherweise. Dann nämlich, wenn Karl Kröll, Bruder des 2010 aus dem Leben geschiedenen Kampusch-Chefermittlers Franz Kröll, neue „brisante Unterlagen“ vorlegt. Angekündigt hat er das bereits.

Der Fall Kampusch: Ein Entführungsfall, der nicht zur Ruhe kommt

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.11.2012)

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88 Kommentare
 
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*kalt abserviert*

haben sie gerade den Verfasser des bizarren Hollers über die Tatortmappen. Der Leiter des Landeskriminalamtes OÖ, Rudolf Keplinger, ist AUSGETAUSCHT worden, der neue Leiter vom LKA ist seit November Oberst Mitterlehner.

Aufdecker Keplinger hat mit seiner "Expertise" über die Tatortmappen, für die er mangels eigener Qualifikation die Hilfe von einem "erfahrenen" Kriminalbeamten benötigte, nämlich die ganze Polizei lächerlich gemacht. Und Kollegen angeschüttet und sich selber disqualifiziert mit konstruierten Kraut+Rüben-Vermutungen und aberwitzigen VORWÜRFEN wie, dass die Ermittler keinen DNA-Abrieb auf ihrem selbstgehäkelten Binden-Tascherl (!) gemacht hätten und ANGEBLICH nicht gefragt haben, wem der Epilator gehört und wozu die Kabelbinder dienten. Na-no-na-net haben sie gefragt.

Jetzt hat in OÖ ein Kompetenterer die Leitung vom LKA, und Aufdecker Keplinger kann in seinem Kammerl wieder juristische Etzes geben, statt stellvertretender Polizeidirektor zu werden. "Aus Polizeikreisen wird neuerdings sogar kolportiert, dass mehrere Kripobeamte und auch bekannte Mitglieder der Evaluierungskommission auf eigene Faust weiter ermitteln - als eine Art Geheimbund."
http://www.krone.at/Nachrichten/Mysterioeser_Geheimbund_auf_Kampuschs_Spuren-Polizei-Geruecht-Story-313479

Der wird nix mehr, die selbsternannten geheimen Kampusch-Jäger sind
*versenkt*

:-)

Re: *kalt abserviert*

Der "Austausch" von Ermittlungspersonal in der Causa Kampusch hat schon Tradition, es erstaunt aber dieser wiederholte Um- und Abbesetzungs- Aufwand, wenn es ohnehin nur um unterschiedliche Bewertungen geht....ist ja absurd.
Steht da jemandem das Wasser bis zum Hals?

Falls es wahr ist, daß einige Leute auf eigene Faust weiter untersuchen, dann gibt das noch ein wenig Hoffnung in diesem Rechtsstaat. Mögen sie gesund bleiben.


Fehlerberichtigung:


Mögen sie gesund WERDEN, die Spinner.

ha ha ha

Fehler mit System?

Ich hoffe, die FBI- und BKA-Experten gehen auch der Frage nach, ob diese schon längst bekannten Fehler und Pannen System haben, und wenn ja, zu welchem Zweck.

Re: Fehler mit System?

zu hoffen ist, dass sie auch der frage nachgehen, ob es schon irgendwo vorgegekommen ist , dass der kopf mit dem dem rumpf durch einen HAUTLAPPEN verbunden blieb, obwohl die bahn den auf der schiene liegenden hals überrollt hatte !
der oberpolizist geiger und der sonderstaatsanwalt mühlb.haben im "zentrum" erklärt, schon viele solche zugleichen gesehen zu haben -- wo, haben sie allerdings nicht gesagt !

*verschwör*

Wieso nicht?
Und wenn irgendwo hoch oben ein Schuh in einem Baum hängt, weiß jeder Polizist, Sanitäter und Feuerwehrmann, was dort passiert ist. Das hat etwas mit Physik zu tun. Diese Sorte Unfälle sind ihr tägliches Brot.

Über solche Fragen lachen sie beim FBI.
:-)

Re: *verschwör*

--aber auch kiberer und staatsanwälte sollten nicht "vom brot allein leben " :-)

Re: Re: *verschwör*

...nach einer weile brauchen sie auch einen drink ( woody a.?) :-)

der einzige Fehler ...

... der hier begangen wird, ist dieser mediengeilen Person immer noch eine bühne zu geben...

Re: der einzige Fehler ...

Frau Kampusch selbst hat zu den aktuellen Berichten nichts beigetragen und ist schon sehr lange aus eigenem Antrieb nicht mehr medial aufgetreten. Die Bühne gilt nicht ihr, sonder dem Interesse der lückenlosen Aufklärung.

Re: Re: der einzige Fehler ...

in Ihrer Welt möcht ich leben...

Jawoll, Herr Oberst.

Ihren Spott verdienen sich aber andere.

DAS ist jetzt die bereits die fünfte Cold Kas über die Polizeifehler im Fall Priklopil, angeordnet vom Innenministerium, das können Sie wirklich nicht der Frau Kampusch umhängen.

"zirkelschlussartige Argumentation"
(die Begründung eines Umstandes durch eine bloße Annahme, Verdachtsdiagnosen). Zirkelschlüsse gelten in der Wissenschaft als BEWEISFEHLER. Hat sich in Österreich zu ein paar verschrumpelten Höchstrichtern noch nicht herumgesprochen ...

Die senilen Rechthaber und ihr parlamentarisches Rechtsdodelgefolge werden auch die Ergebnisse von Cold Kas 5 nicht akzeptieren.

*Priklopil forever*

Gast: hp
04.11.2012 17:40
5 4

frau kampusch

könnte helfen, den fall aufzuklären. es sind viele fragen an sie nicht gestellt worden sein. von welchem (kinder)arzt wurde sie wegen kinderkrankheiten behandelt ?, wie kommt man zehn jahre ohne zahnarzt aus ?, frauenarzt ? usw. wenn sie mit hr. priklopil einkaufen und skifahren geht, kann man doch nicht von einer andauernden entführung sprechen. aber ich glaube, die leute, die absichtlich falsch ermittelt haben, wird auch das FBI nicht finden (können)

Re: frau kampusch

...sie wird uns was husten :)

wenn

die aussage der tatzeugin IA über (zumindest) ZWEI entführer richtig wäre , wäre die aussage des opfers , es sei nur EINER gewesen , falsch . dann wäre es aber auch unlogisch , die richtigkeit der angaben des opfers über die idendität des (unmittlebaren) entführers sowie den gesamten tathergang nicht in zweifel zu ziehen ! "praktischer" könnter es natürlich sein, dem opfer insgesamt alles zu glauben - was aber eben voraussetzt, der tatzeugin IA nicht zu glauben ! -- und was "praktischer" ist, entscheidet sich nach (wessen?) jeweiliger
interessenlage :)

Antworten Gast: ungeliebter Heike
04.11.2012 19:08
16 12

Ich fürchte, das FBI

hat die wichtige Zeugin in diesem Punkt auch gleich platt gemacht -

sozusagen als Kollateralschaden bei der FBI-Bewertung der inferioren Suche nach dem Täterfahrzeug. So viele verschiedene Täterfahrzeuge, wie die Zeugin gesehen hat ...... ts ts

Auf jeden Fall hat die kleine Zufallszeugin nach der Flucht von Frau Kampusch ein ganz anderes Fahrzeug "ganz sicher" als Täterfahrzeug wieder erkannt als das, welches von der Polizei so stümperhaft nach ihren Angaben gesucht wurde.

Das wichtige Verdienst der wichtigen Zeugin ist, dass sie eine _Entführung_ gesehen hat (und dabei vor Angst einen Kopfsprung hinter ein Gebüsch gemacht hat).

*ishaltso* .... und da gibts auch nix umzudeuten und schönzureden.

Re: Ich fürchte, das FBI

..."platt gemacht" --- das FÜRCHTEN SIE ? -- sie meinen wohl, das HOFFEN Sie :) ---- und wenn nicht ?

Re: wenn

...und NUR wenn ER ab entführung bis zur selbstbefreiung ihre "einzige reale bezugsperson" war (wie sie und die psychologen und psychiater sagen), kann auch kein interesse eines DRITTEN für die verwendung eines gleisbettes als letztes ruhebett für den polizeilich gejagten EINZELTÄTER bestanden haben ---sodass es bei solcher "vorgeschichte" für den obduzenten logischerweise wohl suizid ohne hinweis auf fremdverschulden gewesen sein "
muß ......................und natürlich immer noch ist ..und bleibt ?

Antworten Antworten Gast: Antonella
04.11.2012 20:11
1 0

Re: Re: wenn

Sie irren! Sein letztes Ruhebett ist ein kleines Gefäß, und das ist auch gut so, garantiert es doch die ewige Totenruhe. Stellen szenisch vor, der Einzelentführer wäre gebettet...

Re: Re: Re: wenn

--und Sie meinen, die stahldrahtfäden, die seinen hals mit dem rumpf verbunden haben, wurden mitverbrannt ?

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: franz-josef
05.11.2012 00:13
0 0

Re: Re: Re: Re: wenn

Wie kommen Sie auf Stahldrahtfäden?

Re: Re: Re: Re: Re: wenn

weil der kopf trotz angeblicher zugüberrollung am hals durch einen hautlappen mit dem rumpf verbunden war :)
kurios ? - googeln Sie "dekapitation durch zugüberrollung " (scharfrandigkeit ist dabei typisch ) --- aber bitte: was ist in diesem fall schon typisch ?

Re: Re: Re: Re: Re: Re: wenn

..."tatort" war wahrscheinlich die lilliputbahn im wiener prater :)

Re: Re: Re: Re: Re: Re: wenn

3,reklamation. thema bleibt in Zensors Filter hängen. Na gut, sagt auch etwas aus.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: wenn

..ist doch auch viel zu grausam : dieses thema :)

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: wenn

jo eh. Ist ja wirklich unpassend hier.Vermutlich.

 
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