Parkpickerl: Front der VP-Gegner bröckelt

08.11.2012 | 18:35 |  MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Gipfeltreffen von drei VP-Bezirkschefs und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou. Es geht um die „Pickerl“-Ausweitung.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Wien. „Warum nicht, das ist ja nichts Böses.“ Mit diesen Worten kommentiert Karl Homole, VP-Bezirkschef des (noch?) parkpickerlfreien Währing, gegenüber der „Presse“ die Zustimmung seiner Fraktion zu einem grünen Antrag im Bezirksparlament. Mit diesem Antrag wurde der Magistrat beauftragt, die Stellplatzsituation in Währing zu erheben.

Mehr zum Thema:

Was dabei herauskommt, ist völlig klar: Nachdem Hernals und weitere Bezirke die Parkraumbewirtschaftung mit 1. Oktober eingeführt haben, wird Währing von Parkpickerlflüchtlingen förmlich erstickt.

 

Befragung als Bedingung

Homole will diese Zustimmung nicht als ersten Schritt zur Einführung der Parkraumbewirtschaftung in Währing sehen – auch wenn es in der Öffentlichkeit anders wahrgenommen werden könnte. Mit seiner bisherigen Weigerung, das Parkpickerl einzuführen, habe er nur das getan, was mehr als 10.000 Währinger bei der Abstimmung in Frühjahr gefordert hätten. Trotzdem muss Homole zugeben: „Die Situation hat sich geändert.“ Auch dadurch, dass die meisten neuen Parkpickerlbezirke die gebührenpflichtigen Kurzparkzonen ausweiten werden. Deshalb könnte sich Homole auch eine neue Befragung vorstellen.

Fest steht: Die Auswirkungen der Parkpickerlerweiterung sorgt für ein Gipfeltreffen am Freitag nächster Woche. Die VP-Bezirkschefs Homole, Adolf Tiller (Döbling) und Heinz Gerstbach (Hietzing) werden sich mit der grünen Verkehrsstadträtin, Maria Vassilakou, besprechen. Konkret geht es um die Frage, was die Stadt bzw. die Bezirke, die unter Parkpickerlflüchtlingen leiden, tun können. Denn für Homole ist klar: Führt Währing das Parkpickerl ein, „wird sich Tiller etwas überlegen müssen“. Dieser hatte sich bisher immer gegen das Parkpickerl ausgesprochen. Tiller: „Es gibt eine Vielzahl von Punkten, über die ich mit Vassilakou bei dem Treffen reden muss.“ Denn es gebe derzeit nur wenige Gebiete in Döbling, die überparkt sind. Zwar rechnet Tiller derzeit nicht mit einer Einführung des Parkpickerls, falls es aber notwendig werde, würde es dazu eine Bürgerbefragung geben, hält der Bezirkschef fest.

Ähnlich die Situation in Hietzing: „In einem schmalen Streifen entlang der Westeinfahrt hat sich die Situation verschärft“, erklärt Bezirkschef Heinz Gerstbach. Derzeit sieht er zwar keine Notwendigkeit, das Parkpickerl einzuführen. Er besteht allerdings auf eine Evaluierung, welche die Belastung für seinen Bezirk durch Parkpickerlflüchtlinge aufzeigt: „Ich will wissen, ob die ursprünglichen Prognosen der Planer richtig waren, oder ob sie sich geirrt haben.“ Nachsatz, in Bezug auf das Ergebnis der kommenden Evaluierung: „Wenn der Druck so groß wäre, und das Parkpickerl wirklich etwas bringt“, könnte eine Einführung folgen – allerdings erst nach einer Bürgerbefragung. Die Voraussetzung: Vorher müssten andere Möglichkeiten, beispielsweise mehr Garagenplätze, ausgeschöpft werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.11.2012)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

50 Kommentare
 
12

Kreisky schau runter.

Jeder rechtschaffen gewissenhafte Demokrat,der dieser größten Verhetzungs-und Vertreibungspolitik in den Neo-Pickerlbezirken seit 1945 hilflos ohnmächtig zusieht,verstößt selbst gegen den § 1 unseres Grundgesetzes:
der Unantastbarkeit der Menschenwürde!
150 000 Wählerstimmen wurden von der Rathaus Sozial-DEMOKRATISCHEN-Partei nicht einmal ignoriert,sondern schlicht und einfach weggeschreddert...
Wir machen Politik für die Bürger ,steht auf den Fahnen der SPÖ ! Welch ein Hohn !
Wie oft muss sich Kreiky in seinem Grab umgedreht haben,um das auszuhalten???
Währet den Anfängen ! 20.11.12 9 Uhr im
Westen Wiens.Details Facebook.

Kälberstricke

Bitte ausreichend Kälberstricke zur Grundsatzdiskussion auf dem Rathausplatz mitbringen, und zwar für alle Politiker und -innen, die statt Konsens zu suchen, einzelne Gruppen aufeinander los hetzen!
Währinger gegen Nichtwähringer,
Hernalser gegen Nichthernalser,
Autofahrer gegen Radfahrer,
Mieter gegen Vermieter,
Dienstnehmer gegen Dienstgeber,
Steuerzahler gegen Nettoempfänger,
wenig Besitzende gegen viel Besitzende, usw. ....

wenn alle bezirke das pickerl haben

wird sich rein gar nichts geändert haben und
das pickerl kann munter jedes jahr teurer werden
ohne dass die öffis besser werden müssen oder die radwege etwas kosten... der ostblock ist nur noch in wien - bürgerbefragung ??????

Freundschaftsbesuch

Herr Dr. Häupl wird eine riesengroße Freude haben,wenn er schon sehr bald gleichzeitig von ca.100.000 Wienern am Rathausplatz besucht und zu einer Grundsatzdiskussion eingeladen wird.
Gelebte Demokratie!

Und wer hat das alles verursacht?

ROT - GRÜN; GRÜN; GRÜN, .........

Mit Schadenfreude verfolgt nun Grün wie sich die Parksituation weiter verschlechtert.

Weg damit (ich meine ROT-GRÜN).

2 1

ich hatte zuvor...

...im 4. schon das Problem trotz parkpickerl kenen parkplatz zu bekommen. Anschließend im 11. hatte ich immer wieder Glück. Jetzt seit der Ausweitung der Zonen stehen 45% "Fremdautos" in der Strasse, in der ich wohne. (11.) Ja ich hab es wirklich über eine Woche eruiert :).

Ich habe kein Problem damit dass jemand hier parkt, aber viele benutzen die Gegend als Dauerabstellplatz. (Niederösterreich, Bgld aber auch Polen, Litauen, Rumänien ,Slowakei) Und das sehe ich nicht wirklich ein. Schön langsam wäre ich auch bereit das Parkpickerl zu zahlen. Was ein wenig Druck nicht alles erreichen kann.

Japanische Lösung

In Japan sind Parkplätze privatisiert.
Überdies muß man einen Parkplatz nachweisen können, um ein Auto anmelden zu dürfen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Geographie_Japans

Runterscrollen zu : Verkehrswege bitte.

Wäre das nicht eine denkbare Lösung unserer Parkraumprobs. ?

12 5

Die Lösung ist ganz simpel

Die die das Problem verursacht haben, nämlich jene Bezirke die das Parkpickerl eingeführt haben, müssen auch für eine Entspannung der Situation sorgen!

Und wie? Indem sie alle Währingern ein kostenloses Parkpickerl als Entschädigung geben!

18 4

Ich war ein erklärter Gegner

des Parkpickerls. Nur leider ist jetzt meine ganze Wohngegend mit Autos aus Kroatien, Litauen,Rumänien usw. sowie Kennzeichen aus ganz NÖ. und BGLD. verstellt. Die Anwohner sind dadurch aufs äusserste gereizt und beginnen Autos zu beschädigen. Das kann doch wirklich nicht der Sinn dieser Aktion sein. Ich bin immer noch der Meinung, dass es sich hier um eine reine Abzocke der Stadtregierung handelt. Leider bin ich jetzt aber notgedrungen für die Einführung des Pickerls in Währing.
Ich werde es aber nicht versäumen, mich bei der nächsten Wahl erkenntlich zu zeigen.
Freundschaft, Sippschaft

3 14

Re: Ich war ein erklärter Gegner

Sie leiten einen Anspruch auf einen Parkplatz ab, der durch die öffentliche Hand finanziert und erhlten wird, tja diese Zeiten sind vorbei!

10 0

Re: Re: Ich war ein erklärter Gegner

Na ja, immerhin finanziere ich ja die öffentliche Hand!

Re: Re: Ich war ein erklärter Gegner

die straßen inklusive parkplätze werden durch mineralölsteuer, novag und kfz-steuer finanziert!

ich fände es spannend, zu sehen, wie die verkehrswege finanziert werden würden, wenn wirklich alle auf öffis umsteigen.

An diesem Beispiel zeigt es sich

man ist mit der ach so gepriesenen Mobilität an seine Grenzen angelangt.

Mobil zu sein ist nicht allein eine Besitzfrage - wenn es ums Auto geht - sondern einfach nur eine Organisationsfrage. Zu meinen, besonders mobil nur dann zu sein, wenn ich mich in eine 2t-Blechkiste vor der Haustüre setzen kann, das ist schon sehr kurz gedacht.

Gestern musste ich quer durch die halbe Stadt - um halb sechs abends - und - wie wunder - zwei Personen konnten sich einfach ein Treffen an einem U-Bahnknoten ausmachen ohne umzusteigen. Klar, es waren um diese Zeit etwas mehr Leute drinnen, aber die gerade mal 12 Minuten plus vier Minuten Fußmarsch zur U-Bahn konnte ich stehend recht gut überstehen.

Was fehlt uns in dieser Stadt? Parkplätze? Mitnichten! Es fehlen einfach leistungsfähigere Nahverkehrsmittel. Und solche, die Vorrang haben gegenüber dem Autoverkehr.

Dann sind viele Probleme nicht nur gelöst sondern auch auf angenehme Weise ins Gegenteil verkehrt.

Re: An diesem Beispiel zeigt es sich

Die Leistungsfähigkeit von Wiens öffentliches Verkehrsnetz ist beeindruckend, das sollte man schon auch einal sagen

Re: Re: An diesem Beispiel zeigt es sich

überhaupt nicht
zu lange intervalle
zu viele störungen
zu dreckig
zu teuer
zu sozialistisch eben.

Re: Re: An diesem Beispiel zeigt es sich

... aber nur in manchen Gegenden.

1 1

Re: Re: Re: An diesem Beispiel zeigt es sich

in gefühlten 95% von Wien.....aber Sie haben Recht, nichts ist perfekt

was ist mit favoriten..

... erstickt in autos aber die roten verhindern dort das pickerl!

verrückte welt, aber da könnt man ja wählerstimmen verlieren!

Re: was ist mit favoriten..

Weder das Parkpickerl Parkplätze schafft, noch können sich Autos in Luft auflösen. Deine Probleme sind eine der Folgen der verfehlten Verkehspolitik, die das Parkpickerl nur potenziert hat.
(ps: schlaflos in wien? :)

Re: was ist mit favoriten..

Dem muss ich leider Zustimmen. In der Nähe der U-Bahn, z.B. Kepplerplatz ist es fast unmöglich einen Parkplatz zu bekommen. Neben Wochenparkern (Ankunft Sonntag ca. 17:00 Uhr - jeder Mitfahrer mit zwei Reisetaschen zu U-Bahn - Abfahrt Freitag Nachmittag), Ausländischen Dauerparkern und vor allem die Klein-LWK diversester Zustelldienste die die Gegend über das Wochenende zuparken. Dazu kommen noch durch den Bezirk genehmigte Halteverbote für einen Lebensmitteldiskonter auf der Favoritenstraße, Mo bi Sa von 06:00 bis 20:00 Uhr, die Lieferungen erfolgen aber nur am Vormittag.

Obwohl ich das Parkpickerl noch immer für eine bewusste Abzocke der Stadtregierung halte muss ich jetzt leider auch zugeben, dass in Favoriten ein Parkpickerl notwendig ist.

Lieber bezahle ich meinen Freunden und Bekannten, die aus den Bundesländern zu Besuch kommen den Parkschein.

Tja aber es sind ja bald Wahlen und das werden hoffentlich die Wiener den Regierenden die Rechnung präsentieren. Hoffentlich schicken die Wähler unserer heiss geliebte grüne Vizebürgermeisterin dort hin wo sie hingehört - nämlich in die Vergessenheit und den Roten wünsche ich den Verlust der Absoluten.

Die können nicht genug bekommen

Das schönste an der tollen Parkpickerleinführung:

Firmen errichten um privates Kapital Parkplätze
Firmenautobenutzer stehen auf diesem privaten Parkplatz
... und dürfen seit im Bezirk eine Kurzparkzone eingeführt ist 15 Euro monatlich an den Fiskus abliefern. (Vorteil aus dem Dienstverhältnis)
Wohnt man nun auch noch in einem Pickerlbezirk zahlt man brav doppelt...

Könnt ma die allesamt bitte ins tibetanische Hochland exportieren? Ich kann die *****gesichter nicht mehr sehen

Wobei... was können die Tibeter dafür? Und wo stellen sie den Eselskarren ab, wenn vor der Jurte eine Kurzparkzone errichtet wird.

Sperr mas einfach weg. Und die grüne Tonne könntens vielleicht in Griechenland brauchen.


Re: Die können nicht genug bekommen

sie dürften einer der ganz armen zu sein, mit einer ziemlich heruntergekommenen jurte als wohnung, wenn sie probleme mit den 50 cent pro tag fürs pickerl und den (netto) 30 cent pro tag für den firmenparkplatz nicht leisten können.

bitte posten sie doch ihre kontonummer, damit ich und andere mit weichem herz ein bisschen spenden können!

ihnen etwas geld direkt zukommen zu lassen, ist auch schon wurst: schließlich sind sie eh schon ein handaufhalter, da bekanntermaßen der motorisierte individualverkehr nur einen kostendeckungsgrad von ~30% aufweist und die restlichen zwei drittel der von ihnen verursachten kosten der allgemeinheit zufallen. ein bisserl mehr an subvention für sie macht da auch das kraut nicht mehr fett für the big spender.

@keinstein, gießen sie ihren grünen spott über vassilakou aus,

diese benützt trotz ihres spitzeneinkommens auf kosten der steuerzahler einen gratisdienstwagen mit gratisfahrer und gratisparkplatz im rathaus. kann sie sich etwas die kosten nicht leisten

Stellplatzverpflichtung

In Wien gibt es eine Stellplatzverpflichtung, die die Anzahl der zu schaffenden Pflichtstellplätze bei Neu- und Zubauten regelt.

Falls nicht ausreichend Stellplätze errichtet werden kann, wird eine Ausgleichsabgabe in der Höhe von derzeit 8.720,74 Euro je Parkplatz bezahlt.

http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?angid=1&stid=331331&dstid=756

WOFÜR....?

Ich kannte mal Leute

welche zu dritt - als Familie - in einer 50m²-Wohnung lebten und sich aber einbildeten, jedes zweite Jahr ein neues Auto kaufen zu müssen. Das war ihnen wichtiger. Kein eigenes Schlafzimmer für die Eltern, dafür aber ein neues Auto. Die ausziehbare Couch - prädestiniert für Rückenprobleme - nahmen sie in Kauf - allein im Bett verbringt man fast ein Drittel seines Lebens.

Ich schüttle bis heute den Kopf über so viel Schwachsinn.

In der Wohnung hielten sie sich mehr als 70% ihrer ganzen Zeit auf, im Auto gerade mal 3%. Auch beim Fahren hat man gespart, denn zuviele Kilometer reduzieren den Eintauschpreis.


irgendwann ist

Wien in 23 "Bundesländer" unterteilt, dann braucht man noch den Reisepass dazu ;-) wenn man in ein anderen Bezirk will.

 
12

Wetter

  • Aktuelle Werte von
    14:00
    Wien
    17°
    Steiermark
    13°
    Oberösterreich
    13°
    Tirol
    17°
    Salzburg
    17°
    Burgenland
    17°
    Kärnten
    13°
    Vorarlberg
    13°
    Niederösterreich
    17°

Jetzt Panorama-Newsletter abonnieren

Der tägliche Überblick mit den wichtigsten Meldungen zu den Themen Chronik, Wien und Umwelt. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden