Influenza-Impfstoffe von Novartis wieder freigegeben

Die Verklumpungen seien kein Problem bei richtiger Anwendung. Damit ist auch die Gefahr eines Impfstoffmangels in Österreich gebannt.

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Archivbild: Novartis-Zentrale in Bern in der Schweiz.
Archivbild: Novartis-Zentrale in Bern in der Schweiz. – (c) REUTERS

Die aufgrund des Verdachts auf einen Qualitätsmangel vor zwei Wochen vorübergehend gesperrten Chargen der Novartis-Influenza-Impfstoffe "Fluad" und "Sandovac" sind von den zuständigen österreichischen Stellen am Freitag wieder freigegeben worden. "Die Überprüfung durch die in der EU zuständige italienische Arzneimittelbehörde (Agencia Italiana del Farmaco, AIFA) ergab, dass mit der Anwendung dieser Chargen kein zusätzliches Risiko verbunden ist", teilte das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) mit. Damit sollte auch ein allfälliger Engpass an Impfstoffen zur Vorbeugung gegen die saisonale Influenza behoben sein.

"Gemäß den vorgelegten Unterlagen des Zulassungsinhabers handelt es sich bei den weißen Partikeln um Aggregate (kleine Verklumpungen) von normalen Eiweißbestandteilen des Impfstoffs. Solche Aggregate können bei der Herstellung des Impfstoffs entstehen, lösen sich bei korrekter Anwendung der Spritze (leichtes Schütteln vor der Injektion, die Fertigspritze soll Raumtemperatur haben) wieder auf", wurde in einer schriftlichen Mitteilung festgestellt.

Der mit einem Hilfsstoff für eine verstärkte Immunantwort versehene Influenza-Impfstoff "Fluad" von Novartis wird seit dem Jahr 2000 zur Influenzaprävention bei Personen ab 65 Jahren sowie bei Personen mit chronischen Krankheiten angewendet, "Sandovac" seit 1999 bei Erwachsenen und Kindern.

Keine Auffälligkeiten

"Dem BASG liegen zu den genannten Impfstoffen in der aktuellen Impfsaison keine Nebenwirkungsmeldungen vor. Die Impfstoffe können daher ab sofort wieder eingesetzt werden", hieß es abschließend.

In der Schweiz, in Großbritannien und in Kanada waren die diese Impfstoffe in den vergangenen Tagen wieder freigegeben worden (DiePresse.com berichtete). In der EU warteten aber die Staaten vor allem auf die Entscheidung der italienischen Behörden, die für die beiden Vakzine zuständig sind. Die beiden Impfstoffe machen etwa 30 Prozent des Marktvolumens in Österreich aus. Laut der Sektionsleiterin für den Bereich öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, Pamela Rendi-Wagner, sind in Österreich bisher rund 500.000 Dosen an Influenza-Vakzinen ausgeliefert worden. Experten beklagen seit Jahren die geringen Durchimpfungsraten bei der Grippeimpfung.

(APA)

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