Pendler steigen um: Autoverkehr geht pickerlbedingt zurück

16.11.2012 | 10:54 |   (DiePresse.com)

Wegen des Parkpickerls sind einige Pendler auf Züge umgestiegen. Die Finanzierungs- Verhandlungen der Stadt mit den ÖBB befinde sich im Finale.

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Die Ausweitung des Parkpickerls in Wien hat eine Reihe von Pendlern aus dem Umland auf Züge umsteigen lassen. Wiens Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (G) kündigte nun einen Ausbau im städtischen S-Bahn-Netz an. Die Verhandlungen mit den ÖBB über den neuen "Verkehrsdienstevertrag" sind im Finale. Dieser werde "vieles an Verbesserungen" beinhalten. "Es geht hier um Verlängerungen von Linien auf dem bestehenden Schienennetz", sagte Vassilakou im APA-Interview.

Auf Details wollte sich die Ressortchefin noch nicht einlassen. Hier müsse man noch warten, "bis alles fixiert ist". Die ÖBB wollen die neuen Fahrpläne für Wien, Niederösterreich und das Burgenland am kommenden Montag der Öffentlichkeit präsentieren. Dichtere Frequenzen dürften sich in der Bundeshauptstadt allerdings in Grenzen halten. "Da innerhalb Wiens die Stammstrecke bereits überlastet ist, gibt es kaum noch Potenziale für Taktverdichtungen", gab Vassilakou zu bedenken.

Für Pendler will die Verkehrsstadträtin auch Kapazitäten in Parkgaragen bei Öffi-Stationen freischaufeln. Diese würden derzeit oft von Anrainern verstellt, da diese "draufgekommen sind, dass der Monatspreis für einen Abstellplatz in einer P&R-Anlage wesentlich günstiger ist als alles andere, was in der Stadt angeboten wird. Das hat die P&R-Anlagen von jenem Zweck entfremdet, für den sie errichtet wurden."

Man arbeite hier gerade an einer Lösung. Außerdem will die Stadt "kurzfristig Areale ausfindig machen, die Pendler für das Abstellen von Autos nutzen können" und die mittelfristig auch mit Parkdecks überbaut werden könnten.

Neuigkeiten soll es bald auch in Bezug auf ein neues Parkraumbewirtschaftungsmodell geben. Dieses wird derzeit von Experten erarbeitet, die Wiener sollen im Frühjahr bei der Volksbefragung darüber abstimmen. Vassilakou rechnet mit einer "ersten Rohfassung" noch im heurigen Jahr: "Wir haben noch zwei Sitzungen zu bestreiten, dann werden wir mit den Inhalten durch sein."

Ob es beim künftigen Pickerl oder Parkschein auf eine Preisstaffelung - also je näher zum Zentrum, desto teurer - hinauslaufe, wollte die Ressortchefin nicht bestätigen. Nur soviel: "Zonenmodelle sind sehr wohl Thema. Ideen dazu sind von mehreren Seiten eingebracht worden - von den Grünen, der SPÖ, dem ÖAMTC und den Verkehrsexperten." Sie wolle aber nichts vorwegnehmen.

Parkpickerl-Forderung für 13., 18. und 19.

Nach wie vor akuten Handlungsbedarf ortet Vassilakou indes in jenen ÖVP-geführten Bezirken entlang des West-Gürtels, die noch kein Parkpickerl haben. "Meine Haltung hat sich nicht geändert: Ich meine, dass wir die entstandene Verdrängung am Besten in den Griff kriegen, wen wir die Bewirtschaftung auf den 18. und auf Teile des 13. und 19. Bezirks ausweiten." Das geht freilich nur mit Zustimmung der Bezirke.

Die drei Bezirkschefs haben für den heutigen Freitag ein Treffen mit Vassilakou vereinbart. Dort sollen Argumente ausgetauscht werden. Besonders unter Druck steht Währing, wo sich Vorsteher Karl Homole (ÖVP) weiter gegen ein Pickerl wehrt - wenn auch nicht mehr ganz so vehement. Er kann sich mittlerweile vorstellen, unter Umständen eine weitere Anrainerbefragung durchzuführen.

Theoretisch könnten SPÖ und Grüne bereits Mitte Dezember im Bezirksparlament dank gemeinsamer Mandatsmehrheit die Einführung von Parkgebühren beschließen und Homole so überstimmen. Ob sie für eine derartige Vorgangsweise plädiere, wollte Vassilakou nicht kommentieren. "Das Allerletzte, was ich tue, ist, mich in irgendwelche Bezirkskompetenzen einzumischen. " Die aktuelle Situation im 18. Bezirk verlange nach der Einführung des Pickerls - jedoch: "Ob man sich dem anschließt oder nicht, muss jeder Bezirksrat für sich entscheiden."

Anträge für zweite Ausweitung möglich

Für die mit Jahresbeginn 2013 erweiterten Kurzparkzonen in Penzing, Ottakring und Hernals können die Anrainer können ab sofort das Parkpickerl, also die Ausnahmegenehmigung für eine dauerhafte Abstellmöglichkeit, beantragen. Die Bestellung ist im Internet oder persönlich im jeweiligen Bezirksamt möglich.

Bewohner, die bereits ein Pickerl für die betroffenen Bezirke beantragt haben, brauchen um keine neue Ausnahmebewilligung mehr ansuchen, teilte Parkpickerlkoordinator Leopold Bubak am Freitag in einer Aussendung mit.

Autoverkehr zurückgegangen

Tatsächlich ist der Verkehr auf den Autobahnen rund um Wien zurückgegangen. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) legte am Freitag eine Studie vor, wonach sich der Autoverkehr nach Wien durch die Ausweitung der Parkgebührenzonen etwas verringert habe. Laut VCÖ-Statistik waren beispielsweise auf der A2 (Südostautobahn) im heurigen Oktober mit 148.112 Pkw um knapp 5.700 Autos pro Werktag weniger unterwegs als im Vergleichsmonat 2011 (153.805).

Auf der A1 (Westautobahn) sank die Anzahl der Fahrzeuge von 28.989 um 672 auf nun 28.317 Autos. Auf der A23 (Südosttangente) zählte der Verkehrsclub im vergangenen Monat um gut 900 Pkw weniger als im Oktober 2011 - nämlich 63.612 Autos.

 

(APA)

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26 Kommentare
 
12

?

1. arbeitskraft: pendlertum ist die eine geschichte. wir wollen ihre arbeitskraft, aber sonst nix. arbeitsklaven kommt, aber bitte mit dem sklavenzug.
2. einkaufen: welche zentren haben in den letzten vielen jahren (also repräsentativ) gewonnnen? die wiener einkaufsstraßen oder scs und parndorf?

2 0

Vassilakou

Oder : " Wo ich bin herrscht das Chaos "

Mit solchen Zahlenspielen...

geht der Klub in die Öffentlichkeit?

Das sind Differenzen von 1,4 bis 3.8% - absolut nicht signifikant!

Irgendeinmal könnten etliche Pendler nicht mehr kommen

und Wien wird es an seinen Wirtschaftsdaten ablesen müssen.

grüne

wenn die grünen was ankündigen muß man das schlimmste befürchten.

der umstieg der pendler ist nicht freiwillig

natürlich müssen pendler vom auto auf die bahn umsteigen - was sollen sie denn sonst tun, wenn sie ihr gefährt im westen wiens nicht mehr annähernd in arbeitsplatznähe parken dürfen.

viele tun das aber zähneknirschend, weil sie dadurch wesentlich längere fahrzeiten akzeptieren müssen. da wird sich manch einer überlegen, ob er noch in wien arbeiten will.

mal sehen, wie gut das dem wirtschaftsstandort wien langfristig tun wird.

Schwachsinn

Als ob irgendwer freiwillig pendeln würde...

Re: der umstieg der pendler ist nicht freiwillig

Mehr Arbeitsplätze außerhalb Wiens? Na das wäre ja wirklich eine echte Katastrophe.

[/Sarkasmus]

Bitte langfristig denken lernen ...

Gewisse Psychologen behaupten, mit 14 beginne der Mensch das langfristige Denken?! Wauns woa is!
Bitte, bitte, liebes Grüngetier:
Parkpickerl soll halt sein, aber in der richtigen Reihenfolge eingeführt, damit man sich drauf einstellen kann:
1. Mit genügend Vorlaufzeit ankündigen, so ca. 2 Jahre
2. zeitgerecht genügend Parkraum schaffenn und Öffikapazität anbieten.
Doch Vorsicht: mehr als 40% modal split für die WL gehen kaum, weil die Vehikeln sonst im Gänsemarsch fahren müßten.

Fährt die Vasi schon mit dem 43er ohne Umsteigen ins Rathaus oder noch immer mit dem Dienstwagen???

Wer ist noch extrem sauer auf die regierende Politikerbagage?

Tolles Konzept

Zuerst bekommen die Wiener das Parkpickerl, dann sollen sie nicht mehr in der Garage stehen dürfen in der sie wollen und für die sie zahlen.

Was kommt als nächstes?

Re: Tolles Konzept

als nächstes kommt die planwirtschaft!
hat schon in der ddr ausgezeichnet funktioniert - dort gab es kaum parkprobleme!

Dieses unintelligentes Wesen ist schon faszinierend :-)

Wie sieht ihre "Planung" aus?

1. Strafmaßnahmen verschärfen
2. anfangen nach einer Lösung zu suchen...
3. keine Lösung aber finden können
4. deswegen die Strafmaßnahmen weiter verschärfen

So was passiert wenn jemand, der noch nie in seinem Leben einen echten Job in der freien Wirtschaft gehabt hat, unterschätzt völlig eigene Inkompetenz und Unfähigkeiten.

Lustig aber dass sich die beiden mitbeteiligten Parteien von dieser Willkür nicht distanziert haben... anscheinend hat diese arrogante Quotenfrau ihre volle Unterstützung. Na gut, dann sind alle rotgrünInnen für mich nicht mehr wählbar.

Der Schwachsinn mit Methode!!!

Zwar die S-Bahn ausbauen aber bitte ja keine leistungsfähigen Park&Ride Anlagen einplanen, damit die Leute effizient und ohne Zeitverlust umsteigen (können).

Daher: AMTSHAFTUNGSKLAGEN!!! vor allem gegen die Vassilakou!

Re: Der Schwachsinn mit Methode!!!

wr.bahnhöfe-im gegensatz zu IC-halten im neandertal-liegen selten am freien feld;für p+r-anlagen in nö wenden sie sich bitte an lh.petrovic...

Re: Re: Der Schwachsinn mit Methode!!!

sie sollten sich aber schon fragen, wer die nö pendler beschäftigt und wer die lohnsummensteuer aus diesen beschäftigungsverhältnissen kassiert.

wenn die wiener firmen nicht mehr ausreichend gute mitarbeiter finden, werden sie abwandern und dann schaut wien schön aus der wäsche.


takt S-bahn stammstrecke...

...ist(hvz)zu dicht;
unfassbar,dass wieder 1-stöckige garnituren beschafft werden sollen!
Ideal wären 3-teilige doppelstöcker(doppelgarnituren stammstrecke,dann auf 2 linien teilbar...)

Re: takt S-bahn stammstrecke...

Doppelstöcker haben im Stadtgebiet halt wieder Nachteile beim Fahrgastwechsel.

Insbesondere aber, weil die ÖBB es bei heute nicht geschafft haben, Waggons mit 3 oder 4 Türen pro Seite für schnellen Fahrgastwechsel anzuschaffen, wie es bei internationalen S-Bahnen die Regel ist.

haha

die Stadt mal ihre finanziellen Verpflichtungen aus dem Konjunkturpaket erfüllen und zahlen, was schon längst fertig gebaut ist.

S45

Ein bisschen ein Problem mit der Reihenfolge scheint die Frau zu haben:
Zuerst die Parkpickerl und Verbote und danach die Alternativen schaffen? Nicht sehr überlegt.

Aber solls drum, toll wäre jetzt:
S45 sollte von Tullnerbach-Pressbaum über Hütteldorf bis nach Klosterneuburg fahren
S50 sollte bis Neulengbach und retour fahren
Die U4 sollte mindestens bis zum P&R Wolf in der Au geführt werden, wenn nicht sogar zum Auhof Center

Eine gescheite U-Bahnanbindung an die SCS mit entsprechendem P&R-Angebot für die dortigen Pendler (dafür wäre dann die Landesglatze von NÖ zuständig)

Anbindung an eine zweite U-Bahn des neuen Hauptbahnhofes (wurde ja eh noch nie erwähnt...)


Re: S45

scs liegt neuerdings sogar in wien-mit ikea-card.
Ausbau auf 10/5min.takt baden/wr.neudorf scheitert am badener bgm,,hochstrecke über scs mit 2neuen halten war schon' mal geplant,offenbar wollte wien nicht alleine zahlen...
Auch der scs-parkplatz könnte um 1-2 platten"aufgestockt"werden.

1 1

bevorzugt

wird ein Ausbau der Parkpickerl aud 3-Stock Höhe.

Re: bevorzugt

auhof liegt an der(verlängerten)S45-für 200leere parkplätze sollte ein 10-minuten-takt ausreichen ;-)))))

14 1

Wird die Trutschn

Nicht in Griechenland benötigt !!!!!!

Re: Wird die Trutschn

In Wien ist es gemütlicher. Außerdem kann sie hier mit Steuergeldern ihre skurillen Ideen ausleben und bekommt dafür nicht schlecht bezahlt.

Re: Wird die Trutschn

Wozu? Griechenland ist schon kaputt. Solange es in Wien nicht genauso aussieht, ist ihre Mission hier noch nicht beendet.

Re: Wird die Trutschn

erwin der cholerische,lh von österreich,lernt übrigens auch griechisch:er ist mit seinem latein am ende!

 
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