17 Gruben, 500 Arbeiter

Österreich gehört zu den größten Produzenten von Magnesitund Wolfram.

Seit dem Grubenunglück in Lassing ist es wieder ruhig geworden um Österreichs Kumpel. Barbara sei Dank – denn das heißt, dass es seither keine größeren Zwischenfälle mehr gab.

Jeden Tag fahren etwa 500 Arbeiter in 17 Gruben ein, erklärt Roman Stiftner, Geschäftsführer des Fachverbands Bergbau-Stahl in der Wirtschaftskammer. Rechnet man jene dazu, die an 1100 Stellen obertägig arbeiten, kommt man auf 5000 Beschäftigte in Österreichs Bergbauindustrie.

Zur Weltspitze gehört Österreich beim Abbau von Wolfram und Magnesit: Das Land ist jeweils fünftgrößter Produzent. Bei Talk und Grafit liegt man auf Platz zehn. Bei Eisenglimmer ist Österreich Weltmarktführer (siehe nebenstehenden Bericht).

Der größte Tagbau Mitteleuropas befindet sich im steirischen Erzberg. Dort wurden 2011 fast acht Millionen Tonnen gefördert, der Tagbau beschäftigt 164 Personen.

Wolfram wird untertägig in Mittersill in Salzburg gefördert, 2011 waren es etwa 424.000 Tonnen Scheeliterz. Im Salzbergbau förderte man vergangenes Jahr 3,8 Millionen Kubikmeter Sole in den beiden untertägigen Bergwerken in Altaussee und Hallstatt sowie einem Bohrlochbergbau in Bad Ischl.

In Lassing ereignete sich 1998 das schwerste Grubenunglück in Österreichs Geschichte. In der Talklagerstätte brach eine Sohle ein, ein Bergmann (Georg Hainzl) wurde verschüttet.

Als ein Rettungstrupp aus zehn Mann einfuhr, wurde auch der verschüttet. Nach zehn Tagen kam es zum „Wunder von Lassing“: Hainzl wurde in gutem Gesundheitszustand gerettet. Die Leichen der zehn Männer der Rettungsmannschaft hat man nie gefunden. Das Unglück bedeutete das Ende des Talkabbaus in Lassing.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.11.2012)

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