Schlechtere Chancen: Zuwanderer fühlen sich diskriminiert

OECD-Studie: 22 Prozent der Migranten in Österreich geben an, wegen ethnischer Zugehörigkeit, Nationalität oder Hautfarbe diskriminiert zu werden.

Schließen
Symbolbild. – (c) Fabry

WIEN/EKO/APA. Zuwanderer in Österreich fühlen sich besonders stark diskriminiert. Laut einer aktuellen Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind es fast 22 Prozent. Lediglich in Griechenland geben mehr Migranten (26,7 Prozent) an, dass sie aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit, Nationalität oder Hautfarbe diskriminiert werden. Zum Vergleich: Der Schnitt der europäischen OECD-Länder liegt bei 13,9 Prozent.

Weniger Beschäftigung

Tatsächlich gibt es einige Faktoren in der Studie „Integration von Zuwanderern", die ein schlechtes Licht auf die Situation von Zuwanderern in Österreich werfen. So liegt etwa der Anteil der Menschen im Alter von 15 bis 64 Jahren mit „geringem Bildungsniveau" (die OECD definiert diesen Bereich mit Sekundarstufe I, also Hauptschule oder Unterstufe) bei Zuwanderern mit 30 Prozent um zehn Prozentpunkte höher als bei im Inland Geborenen. Allerdings: Bei Personen mit „hohem Bildungsniveau" (Tertiärbereich, also Universitäten und Hochschulen) übertreffen die im Ausland Geborenen mit 17,7 Prozent die Österreicher (15,9 Prozent) leicht, doch liegt Österreich hier generell rund zehn Prozentpunkte unter dem OECD-Schnitt.

Schließen


Etwa im OECD-Schnitt liegt die Beschäftigungsquote von Zuwanderern mit 65 Prozent - allerdings ist auch sie recht deutlich unter jener der im Inland Geborenen (73 Prozent). Auch sind in Österreich, gemeinsam mit Griechenland und Italien, Personen, die in Zuwandererhaushalten leben, stark benachteiligt. Im OECD-Schnitt lebt fast ein Viertel der Personen, die von wohnungsbezogener Entbehrung betroffen sind oder in einer überbelegten Wohnung leben, in Zuwandererhaushalten. In Luxemburg (61 Prozent) und Österreich (40 Prozent) ist der Prozentsatz besonders hoch.

Auch gelten deutlich mehr Kinder (16 Prozent) aus Zuwandererhaushalten laut OECD-Definition als von Armut betroffen. Zum Vergleich: Sechs Prozent der Kinder in einem Haushalt von im Inland Geborenen sind betroffen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 4. Dezember 2012)

Kommentar zu Artikel:

Schlechtere Chancen: Zuwanderer fühlen sich diskriminiert

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen