Tierschutzverein fordert Alkoholverbot für Jäger

Der österreichische Tierschutzverein will gesetzliche Regelungen. Der Jägerverband ist dagegen. Erst am Montag wurde erneut ein Jäger angeschossen.

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Archivbild: Jagd – (c) Www BilderBox com (BilderBox com)

Schon wieder ist es in Österreich zu einem Jagdunfall gekommen: In Purkersdorf (Bezirk Wien-Umgebung) wurde am Montagnachmittag ein 54-jähriger Jäger angeschossen. Zu dem Vorfall kam es nach Angaben der Polizei gegen 16 Uhr im Zuge einer Wildschweinjagd. Der Jagdpächter wurde an der Schulter verletzt und musste von der Feuerwehr geborgen und in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Unfallursache ist noch unklar. Der Österreichische Tierschutzverein fordert nach einer Reihe von Jagdunfällen in der jüngsten Vergangenheit gesetzliche Maßnahmen, um diese zu verhindern. Unter anderem auf der Agenda: Eine 0,0-Promille-Vorschrift für Jäger.

Janina Koster vom Österreichischen Tierschutzverein hat im Ö1-Morgenjournal am Dienstag ihre Forderung nach einem Alkoholverbot für Jäger erneuert. Der Generalsekretär der Generalstelle der Landesjagdverbände, Peter Lebersorger, sieht dafür keinen Grund: "Dort, wo Menschen zusammentreffen, wird es auch da und dort Fehlleistungen geben", sagt Lebersorger auf Ö1. Den Tee mit Rum vor einer Treibjagd zu verbieten, weil ja sonst die 0,0-Promille-Grenze überschritten wäre, hält Lebersorger für "überzogen". Es gebe ohnehin einen Jagdaufseher, der dafür verantwortlich ist, dass "unverlässliche Menschen an der Jagd gehindert werden."

"Kontrolle von Freunden reicht nicht"

Eine Kontrolle, die Koster nicht nachvollziehen kann. "Wenn sich Leute, die befreundet sind, gegenseitig kontrollieren, reicht das nicht." Der Österreichische Tierschutzverband fordert daher einen verpflichtenden Alkotest nach Jagdunfällen. Da aber auch übermütige Jungjäger bzw. seeschwache ältere Jäger als Gefahrenpotential gesehen werden, stehen auch eine psychologische Überprüfung von angehenden Jägern und eine regelmäßige Augenkontrolle bei Jägern ab einem Alter von 50 Jahren auf der Wunschliste der Tierschützer.

Die Diskussion ausgelöst haben mehrere Jagdunfälle in der jüngeren Vergangenheit. So schoss sich erst Mitte November ein Jäger im Weinviertel mit einer Schrotflinte selbst in die Hand, Ende des Monats traf ein 46 Jahre alter Weidmann in St. Florian bei Linz statt einen Hasen einen 68-jährigen Kollegen. Ebenfalls im November ereigneten sich zwei weitere Unfälle in Oberösterreich: Bei einer Wildschweinjagd im Bezirk Rohrbach war statt der beabsichtigten Jagdbeute ein Fohlen erwischt worden, das daraufhin eingeschläfert werden musste. Bei einer Treibjagd im Bezirk Braunau wurde ein Spaziergänger von einigen Schrotkugeln getroffen und leicht verletzt.

(Red./APA)

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