Ein Jahr Rettungsgasse: Der lange Weg zur Perfektion

19.12.2012 | 14:14 |   (DiePresse.com)

Wenn sie funktioniert, ist die Rettungsgasse eine wesentliche Erleichterung für die Einsatzkräfte. Der Aufklärungsbedarf ist weiterhin groß.

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"Noch nicht am Ziel", kein "Flop", aber noch lange nicht "Top": So lautet das Fazit der beiden Autofahrerclubs knapp ein Jahr nach Einführung der Rettungsgasse. Dennoch ist sie eine "wesentliche Erleichterung für Einsatzkräfte" und der "richtige Weg", resümierte der ÖAMTC. "Die ein Jahr alte Rettungsgasse ist eine gravierende Änderung von jahrzehntelangen Gewohnheiten. Deshalb muss man nun schauen, wo es hackt und nachbessern", so Lydia Ninz, Generalsekretärin des ARBÖ.

"Wenn die Rettungsgasse gebildet und respektiert wird, ist sie eine wesentliche Erleichterung für unsere Einsatzkräfte", so ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold in einer Aussendung. "Allerdings gibt es in der Umsetzung noch viel Verbesserungspotenzial. Es kommt einfach noch zu häufig vor, dass die Rettungsgasse nicht richtig gebildet oder vorschriftswidrig befahren wird."

Schwierig ab der dritten Fahrspur

Laut ARBÖ funktioniert die Rettungsgasse überall dort , wo die Situation eindeutig ist: "Hat die Fahrbahn zwei Spuren, weichen die im Stau Stehenden nach links, beziehungsweise nach rechts aus - das bestätigen auch die ARBÖ-Pannenfahrer. Hat die Fahrbahn aber mehr als zwei Spuren, so endet die Rettungsgasse, zwar in seltenen Fällen, aber doch im Chaos", kritisierte Ninz in einer Aussendung.

Gründe für die Probleme ortete der ÖAMTC in fehlendem Wissen, aber auch Unsicherheiten, beispielsweise zu Fragen wie: Ab welchem Zeitpunkt eine Rettungsgasse zu bilden ist oder wie man sich auf Stadtautobahnen und bei Auf- und Abfahrten verhalten muss. Unklarheiten und Missverständnisse gibt es nach Erfahrung der ÖAMTC-Einsatzkräfte offenbar auch oft bei der Frage, welche Einsatzfahrzeuge die Rettungsgasse befahren dürfen. "Auch Pannenfahrzeuge mit gelbem Warnlicht sind berechtigt, die Rettungsgasse zu befahren, um möglichst schnell zum Unfallort zu gelangen", erklärte Schmerold. "Es besteht einfach insgesamt noch immer viel Aufklärungsbedarf."

Dem ARBÖ sind so immer wieder Probleme auf der Südosttangente (A23) aufgefallen. Bedingt durch zahlreiche Auf- und Abfahrten sowie das enorme Verkehrsaufkommen im Morgen- und Abendverkehr klappte aus Erfahrung der ARBÖ-Pannenfahrer die Bildung einer Rettungsgasse nur in seltenen Fällen. "Hier wissen Verkehrsteilnehmer nach wie vor nicht, wie sie sich verhalten müssen. Wir schlagen daher vor, die Probleme zu evaluieren und Nachbesserungen vorzunehmen. Ganz sicher ist, dass laufend über die Rettungsgasse informiert werden muss, damit die Regelung in den Köpfen der Autofahrer verankert wird und die Akzeptanz weiter gefördert wird", so die ARBÖ-Generalsekretärin.

(APA)

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41 Kommentare
 
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Irgendwie müssen wir Spielgeld fürs Monopoly ja herkriegen

Frage: Was war am Pannenstreifen (der ja immer frei war) so schlecht?

Ja, man konnte kaum jemand strafen, außer das Benzin war ausgegangen.

Ist UHPB zuzumuten auf dem Pannenstreifen zu brausen? Wohl nicht, ist ja entwürdigend.

Aus dem Verkehr ziehen

Hier werden von "Kommentatoren" Argumente gebracht und "Weisheiten" vertreten, da muss man bezweifeln, ob die jemals Auto gefahren sind bzw. überhaupt einen Führerschein besitzen.
Wenn ja, sollten die schnellstens aus dem Verkehr gezogen werden, um zu überprüfen, ob sie mit ihrer Denkweise und ihrem Praxisverständnis nicht eine potentielle Gefahr für die Verkehrsteinehmer im Allgmeinen und Unfallopfer im Besonderen sind, wenn es um deren Überleben geht.

Schönfärberei

der Artikel ist eine einzige Schönfärberei. Die Rettungsgasse ist ein kopletter Unsinn und teilweise für die Rettungskräfte enorm hinderlich. Früher kamen die Rettungswagen meist problemlos auf dem Pannenstreifen (den es in Österreich im Unterschied zu anderen Ländern fast durchgehend gibt) zur Unfallstelle. Jetzt verstellen die korrekt die Rettungsgasse bildenden Fahrzeuge den Pannenstreifen, die die Rettungsgasse nicht bildenden Fahrzeuge (und da reicht manchmal schon eines) blockieren den Rest. Ein weiterer absoluter Genistreich unserer Politiker. Der einzige Erfolg ist die Einhebung von mehr Verkehrsstrafen (denn es werden sowohl diejenigen bestraft, die die Rettungsgasse korrekt bilden, wie auch die, die es nicht tun).

Re: Schönfärberei

Da kommen Sie aber nicht viel herum in Österreich mit dem Auto, wenn Sie hier behaupten, dass es bei uns den Pannenstreifen fast durchgehend gibt.

Und warum bei uns alle Autofahrer blöder sein sollen als in Deutschland, wo die Rettungsgasse schon seit 20 Jahre funktioniert und dadurch "nachweislich" viele Menschenleben gerettet werden konnten, bleibt wohl ein großes Rätsel.

Aber vielleicht sollte man die Strafen verfünffachen. Dann funktioniert die Rettungsgasse garantiert in kürzester Zeit. Weil das ist die einzige Sprache, die renitente Autofahrer zu verstehen scheinen.

Re: Re: Schönfärberei

"Guckst du" vielleicht einmal durch den täglichen KFZ-Verkehr. Und ev. bist Du der mit den meisten Verkehrsstrafen.

Re: Re: Re: Schönfärberei

Das Leben ist aber ganz anders als sich das der aus dem Bauch heraus denkende "dacore" vorstellt.
Ich habe bis jetzt genug Kilometer mit dem PKW auf österreichischen und deutschen Straßen/Autobahnen gemacht: Geschätzte 1.5 Millionen. Ich weiß also wovon ich spreche. Und ich weiß auch, dass es am besten ist ab Freitag Mittag bis Montag früh nicht Autor fahren zu müssen, denn da sind überhaupt die "Weltmeister im konzentriert Fahren, Geschwindigkeiten richtig einschätzen, Rücksicht auf andere nehmen" usw. usf. unterwegs...
Und meine Strafen im Verhältnis zu den gefahrenen Kilometern: Für sämtliche Übertretungen einschließlich zu langes Parken (meistens, weil beruflich bedingt) Summa sumarum max. 500 Euro. Und das ist marginal, das kannst du mir glauben.

Ich weiß, was ich schreibe.

Du hingegen schreibst, wie du es gerne hättest.
Aber das machen eh die meisten der Kommentatoren hier bei diepresse.com, das ist ja nichts Neues.

fragen an den wissenden:

da sie offensichtlich den durchblick haben, können sie mir vielleicht helfen.

bei stau auf der autobahn - rettungsgasse: wie geht das bei auffahrten? so ein beschleunigungsstreifen ist ja recht lang. wo muss wie viel abstand gehalten werden, damit einsatzfahrzeuge durchkommen? lücke am anfang des beschleunigungsstreifens? in der mitte? am ende? über die ganze länge?
wer bekommt die strafanzeige, wenn keine lücke zum passieren frei bleibt? alle ca.50 fahrer, die 2spurig entlang des beschleunigungsstreifen stehen? wie erkenne ich am anfang des beschleunigungsstreifens, ob an dessen ende möglicherweise schon eine durchfahrt möglich ist?

wenn sich die kolonne einer auffahrt nähert, endet der pannenstreifen, der bei der rettungsg. benützt wird. rücken die beiden rechten fahrspuren dann einfach enger zusammen (nach links), oder wird die kolonne dann 2spurig.

ich bin im stau ganz links unterwegs und die fahrgeschwindigkeit steigt wieder, ich wechsle auf die freie rechte spur (muss ich? aufgrund des rechtsfahrgebots?) . aus der 3spurigen autobahn wird dann eine 4spurige (3spuren + pannenstreifen)?

wie lange/bis zu welcher geschw. darf ich am pannenstreifen bleiben?

u.s.w.

danke für die aufklärung

Re: fragen an den wissenden:

Hier noch ein sehr interessante Filmchen der Feuerwehr Wr. Neudorf im Einsatz, das sehr gut zeigt, wie eine Rettungsgasse funktionieren kann und wie dumme, rücksichtlose Autofahrer diese immer wieder blockieren.

http://www.motor-talk.de/blogs/hondajunkie/rettungsgasse-wirklich-so-schwer-t3739534.html

Re: fragen an den wissenden:

Viele Fragen erfordern viele Antworten :-))
Am besten unter dem unten angeführten Link nachschauen, da wird alles schön erklärt, sogar mit Bilder usw.

Gern geschehen ;-)

http://www.asfinag.at/rettungsgasse/fragen-und-antworten;jsessionid=28C40218C9B126137F3A5CBB6806B2C7

Ich fahre so lange es geht ... wenn es stockt (Schritttempo) dann Rettungsgasse .. ok .. bis knapp davor .. nutze ich jede Spur zum weiterkommen


Rettungsgasse

Unterschied zur Rettungsgasse Deutschland die Gasse nur bei UNFALL zu bilden und nicht bei STAU infolge von überlastung. Was ja auch irgendwie logisch wäre. Ebenso logisch wie die Gasse ganz LINKS zu bilden.

Re: Rettungsgasse

1. in deutschland wird die rettungsgasse genau so mittig gebildet
2. wie soll ich den unterschied wissen zwischen verkehrsüberlastung und unfall wenn ich am stau anfang bin?

Re: Re: Rettungsgasse

Da werdem Sie von jojo32, für den ja alles logisch zu sein scheint, keine Erklärung bekommen, weil er bis zum Sankt Nimmerleinstag darüber nachdenken muss.

Re: Rettungsgasse

wo liegt der Unterschied? Ganz RECHTS ist der Pannenstreifen!

Die Rettungsgasse

ist die blödeste Einführung im Straßenverkehr. Seit Beginn des Autoverkehrs gab und gibt es den Pannenstreifen und warum soll der von einem Tag auf den anderen an Bedeutung verlieren. Oft genug erkennt man den Verkehrsstopp in den letzten Sekunden. Wer bitte macht dann eine Rettungsgasse? Und wer bitte will die Rettungsgasse? 82% sind wohl ein Wunschdenken!

Re: Die Rettungsgasse

Hierzulande wird immer alles als blöd angesehen, wenn es nicht nur neu und besser ist, sondern obendrein auch noch zum Denken zwingt...

Re: Re: Die Rettungsgasse

hierzulande sind die guten Einfälle mittlerweile mehr als merkwürdig. Übrigens wenn Sie im Tunnel aufstauen, wie klug handeln Sie dann? Natürlich mit Rötgenaugen schon vorm Tunnel, was?

Re: Re: Die Rettungsgasse

es gibt nichts besseres als den pannenstreifen

Re: Re: Die Rettungsgasse

Super Idee!
Sie verlangen auch noch neben Autofahren auch viel denken!
ist das wirklich gut, wenn man beim Autofahren auch noch abgelenkt wird?
Ich glaube eher, dass möglichst wenig denken müssen das sicherste ist!
Ist ja beim Wählen auch so, wie man bei den Stimmen für Schwarz und Blau sieht!

Re: Re: Die Rettungsgasse

rot kommt da sicher von den "des-homma-oba-imma-scho-so-gmocht"-Typen.

nur in Österreich ?

gibt es die RG nur in Österreich
oder gibt es den Nonsense in anderen Ländern auch ?

Re: nur in Österreich ?

In Deutschland wurde die Rettungsgasse schon vor 20 Jahre eingeführt und hat sich bestens bewährt, durch sie konnten viele Menschenleben gerettet werden, vor allem auf den Autobahnen und Straßen mit großem Verkehrsaufkommen.
In Tschechien gibt es die Rettungsgasse seit 2005.
Wer sich nicht daran hält, muss tief in die Tasche greifen, kann sogar vor Gericht landen, wenn nachweisbar Totesopfer die Folge sind.
Die Rettungsgasse wird über kurz oder lang europaweit eingeführt.

Mit der Einführung dieser Art Rettungsgasse

hat man sämtliche eingespielten Verhaltensweisen der Autofahrer negiert. Logisch wäre gewesen, die rechteste Spur freizumachen. Hier waren keine Verhaltenspsychologen am Werk sondern Dilettanten.

Re: Mit der Einführung dieser Art Rettungsgasse

Sorry, meinte die jeweils linkeste Spur (Überholspur)!

Re: Re: Mit der Einführung dieser Art Rettungsgasse

wieso die linkeste spur?

weil die im stau für rettungsfahrzeuge am schwersten zu erreichen und zu verlassen ist?

der pannenstreifen ist die einzig logische spur. rettungsfahrzeuge kommen über die autobahnauffahrt und brauchen keinen spurwechsel durchzuführen.

jetzt müssen sie erst mal durch 2 stauspuren, um in die theoretische rettungsgasse zu kommen.

Re: Re: Re: Mit der Einführung dieser Art Rettungsgasse

"linkeste" ? ? ?

 
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