Asyl: Kirche startet "Runden Tisch"

Innenministerium, Kirche und NGO-Vertreter suchen Lösungen für jene Asylwerber, die die vergangenen Nächte in der Votivkirche verbracht haben

FLUeCHTLINGSCAMPER IN DER VOTIVKIRCHE
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FLUeCHTLINGSCAMPER IN DER VOTIVKIRCHE
APA/MICHAEL GRUBER/EXPA

Vertreter von Kirche und Caritas drängen auf eine rasche Lösung in der Causa der von Asylwerbern genützten Wiener Votivkirche. Den vom Wiener Caritasdirekttor Michael Landau geforderten Runden Tisch zur Lösung struktureller Probleme im Asylbereich (DiePresse.com berichtete) solle schon Freitagnachmittag starten.

In Vertretung von Kardinal Christoph Schönborn hat der Bischofsvikar für Wien-Stadt, Dariusz Schutzky, u.a. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Staatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ) sowie drei Flüchtlinge eingeladen. Mikl-Leiter und Ostermayer nehmen nicht persönlich teil. Beide planten jedoch, Vertreter zu schicken.

Teilnehmen sollen jedenfalls der Wiener Caritasdirektor Michael Landau, Diakonie-Direktor Michael Chalupka, Christoph Pinter vom UNHCR-Büro Österreich und Heinz Patzelt von Amnesty International Österreich. Sie waren für 14 Uhr in den Club Stephansplatz 4 eingeladen, das Gespräch sollte rund eine Stunde dauern. Danach war eine Presseinformation geplant.

Die Hilfsorganisation SOS Mitmensch begrüßte unterdessen die Bereitschaft des Innenministeriums an der Teilnahme an einem "Runden Tisch". Gleichzeitig forderte Sprecher Alexander Pollak eine "politische Beteiligung" daran, "die über das Innenministerium hinausgeht".

Caritas-Sprecher Schwertner äußerte in diesem Sinn auch die "Bitte, dass niemand - egal ob linke oder rechte Extremisten - das Flüchtlingsthema für politische Zwecke instrumentalisiert". Denn in der Votivkirche bzw. im Park davor gebe es neben den "verzweifelten Asylwerbern" und "Unterstützern, denen die Hilfe ein Herzensanliegen ist, leider auch Aktivisten" - auch aus Deutschland -, die genau dies täten. In der Votivkirche - wo es "bitterkalt" sei - halten sich laut Schwertner derzeit rund 20 bis 25 Flüchtlinge auf. Auch diese Nacht werde wieder ein Caritas-Mitarbeiter bei ihnen bleiben und es werde wieder warmer Tee ausgeschenkt.

 

(APA)

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