Trafikanten stoppen Überfallserie

22.12.2012 | 18:00 |   (Die Presse)

Wenig Bargeld in der Kasse und technische Hilfsmittel: Die großen Überfälle werden weniger.

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Was heute die Juweliere sind, waren einst die Trafikanten: Opfer einer Serie von Überfällen. Seit einiger Zeit, etwa einem Jahr aber, beobachte er, dass die Überfälle weniger werden, sagt Peter Ruschka, Obmann der Wiener Trafikanten. „Heuer waren es auf jeden Fall weniger Überfälle, und sie werden immer weniger“, sagt er.

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Die Statistik widerspricht dem zwar: Von Jänner bis September 2011 wurden 26 Delikte in Wiener Trafiken gezählt, 2012 waren es 57. Allerdings ist in diese Statistik jeder kleine Diebstahl eingerechnet. In Ruschkas Augen hat der Rückgang der großen Überfälle in Wien drei Ursachen: Erstens sei in Trafiken immer weniger zu holen. Zum einen, weil immer mehr Kunden bargeldlos zahlen, aber auch, weil Trafikanten angesichts der Überfälle darauf bedacht sind, nicht zu viel Bargeld im Geschäft zu horten. Das spricht sich bei den Tätern herum, die das Risiko eines Überfalls für eine kleinere Summe nicht eingehen wollen. Auch – und das wäre Ruschkas zweiter Grund –, weil die Polizei Überfälle erfolgreich aufklären konnte, das schreckt ab.

Und freilich haben die Trafikanten während der Überfallserie technisch aufgerüstet: Videoüberwachung, Tresore, Alarmanlagen gehören zum Standard-Equipment, nach wie vor besuchen Trafikanten Sicherheitsschulungen der Polizei. Allerdings, die aktuellen Überfälle auf Juweliere lassen sich mit jenen auf Trafiken kaum vergleichen. Bei Ersteren agieren vorwiegend hoch professionelle Banden. Trafiken werden eher von Kleinkriminellen, oft von Suchtkranken, überfallen. Auch die Dimensionen der Beute lassen sich kaum vergleichen.


Die Angst eint. Und doch, eines eint die Händler von Tabak und Juwelen: die stets präsente Angst vor einem Überfall. „Klar, das gehört dazu. Diese Angst schwingt bei uns genauso wie bei Bankangestellten, wohl bei jedem, der mit Kunden und größeren Summen zu tun hat, immer mit“, sagt Ruschka. cim

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.12.2012)

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