Asyl: UN-Flüchtlingsbehörde fordert Politik zum Dialog auf

30.12.2012 | 11:23 |   (DiePresse.com)

Der Leiter der UNHCR-Stelle in Wien bewertet die Protestaktion in der Votivkirche grundsätzlich positiv. 14 Flüchtlinge sind noch im Hungerstreik.

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Das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) fordert von der Politik einen konkreten Dialog zu den Forderungen der Flüchtlinge in der Wiener Votivkirche. Christoph Pinter, Leiter der UNHCR-Stelle in Wien, erklärte am Sonntag, die Kommunikation zu den wichtigen Themen wie Arbeitsmarktzugang, Standard der Unterbringung und Problemen mit Dolmetschern dürfe nicht abreißen. Hier ein Zeichen zu setzen, dass man sich mit diesen Anliegen auseinandersetze, wäre wichtig.

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Die Protestaktion der Flüchtlinge, die nunmehr seit fast zwei Wochen in der Votivkirche ausharren, bewertete Pinter im Grundsatz positiv. Er halte es für wichtig, dass es Asylwerber gebe, die sich selbst artikulieren wollten und ihre Unzufriedenheit äußerten und dies nicht wie bisher über Umwege wie UNHCR oder sonstige Hilfsorganisationen laufe.

Einen direkten Ausweg konnte auch der UNHCR-Vertreter nicht nennen, da er nicht für die Hungerstreikenden sprechen könne. Er glaube aber, dass es auch aus deren Sicht seitens der Politik sinnvoller wäre, den Dialog mit der Gruppe aufrecht zu halten und über ihre Forderungen zu sprechen als etwa darüber, wer nun im Vorfeld etwas über den Abriss des Camps vor der Votivkirche durch die Polizei gewusst habe.

Zugang zum Arbeitsmarkt gefordert

Konkret bemängelt das UNHCR, dass es für Flüchtlinge unverändert legal bloß möglich sei, in Saisonbranchen Beschäftigung zu finden. Das Flüchtlingshochkommissariat spricht sich für einen effektiven Zugang zum Arbeitsmarkt nach spätestens sechs Monaten aus. Zudem verlangte Pinter von der Politik, dass man bei der Suche nach Quartieren für Flüchtlinge nicht nur nach "irgendwelchen Plätzen" fahnden sollte sondern sich auch die Standards der Unterkünfte genau ansehen müsse.

In die Pflicht genommen wurde die Politik neuerlich von der Caritas. Deren Sprecher Klaus Schwertner betonte am Sonntag, dass es dringend weiterer Gespräche speziell zu den Themen "menschenwürdiges Wohnen" und Zugang zum Arbeitsmarkt bedürfe. Zu sagen "alles ist gut", wie dies derzeit die Politik tue, lasse sich aufgrund von Fakten nicht belegen.

Ordensschwestern mit Flüchtlingen solidarisch

Indes rief die (mit 1. Jänner) neue Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden in Österreich, Beatrix Mayrhofer, am Sonntag gemeinsam mit ihrer Amtsvorgängerin Kunigunde Fürst, zu "Solidarität, konkreter Hilfe und politischer Entscheidung" für Asylsuchende in Österreich auf. VP-Innenministerin Johanna Mikl-Leitner luden die Schwestern zu einem persönlichen Besuch in der Votivkirche und einem Gespräch mit den Flüchtlingen ein.

Mayrhofer hatte sich am Samstag mit den hungerstreikenden Flüchtlingen in der Votivkirche getroffen. "Es kann nicht sein", so die künftige oberste Ordensschwester Österreichs laut "Kathpress" wörtlich, "dass Menschen mitten in Wien um ihr Leben fürchten müssen, während nur einige hundert Meter weiter Silvester gefeiert und auf ein hoffnungsfrohes neues Jahr angestoßen wird." Es stelle sich die Frage, ob man mit der Räumung des Camps vor der Kirche nicht den vielen Wien-Touristen den Anblick von Elend ersparen haben wollen.

Die Frauenorden wollen sich nun selbst aufmachen, die Flüchtlinge direkt zu unterstützen. Ab Mittwoch wollen sie "zusammen mit anderen Freiwilligen" in der Kirche anwesend sein, so die Ankündigung der designierten Präsidentin.

14 Flüchtlinge im Hungerstreik

Laut Caritas haben die Nacht auf Sonntag 40 Flüchtlinge in der Votivkirche verbracht. Mindestens 14 sind in Hungerstreik, sie trinken aber alle wieder Wasser bzw. Tee. In den letzten zwei Tagen mussten zehn Flüchtlinge ins Spital gebracht werden, sechs vorgestern und vier gestern. Alle konnten nach einer ambulanten Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen und kehrten mittlerweile in die Votivkirche zurück.

''Presse" vor Ort: Gedrückte Stimmung in Votivkirche

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(APA)

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82 Kommentare
 
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die uno

das hat gerade noch gefehlt dass eine unnötige brustschwache organisation wie die uno tipps gibt und forderungen stellt. was ist eigentlich mit den hunderten resolutionen gegen ein land im nahen osten? ah verstehe, darüber spricht man nicht, aber österreich, bekannt als devot willig zahlendes land der dummis darf man ruhig ein bissi schimpfen.

Kirche in Geiselhaft von Asylanten

Einige dieser Asylanten haben einen negativen Asylbescheid, einige waren gar nicht bekannt beim Innenressort. Und so ist die Kirche in der Gewalt von Asylanten und Illegalen. Asylnomaden wollen natürlich, dass ihre Fingerabdrücke gelöscht werden. Kann doch damit das Herumziehen in Europa uneterbunden werden. Wer bitte heißt solche Leute willkommen?

Re: Kirche in Geiselhaft von Asylanten

@asdfjklö...
das denke ich mir schon die längste Zeit.
Die Kirche hat sich von den og.Asylanten in Geiselhaft nehmen lassen, mit der Mitleidmasche - auf der die pakistan.u.a. Muslime mit ihren Helfern perfekt spielen.
Hier muss ich den Pfarrer der Votivkirche in Schutz nehmen, denn er durchschaute die Situation sogleich richtig.
Die zuständigen Behörden-Stellen sind ohnehin sehr grosszügig und ermöglichen den protestierenden Asylanten sogar die Rückkehr in ihre gut geheizten Quartiere, trotz der unzulässigen Abwesenheit von mehr als 2 Tagen!
Einen "Runden Tisch" hat es in der Votivkirche auch bereits gegeben, wo die Fakten besprochen wurden, selbst bei endlosen "Gesprächsrunden" würde nichts anderes als bereits Gesagtes herauskommen. Wir befinden uns bekanntlich in Europa und nicht im Basar von...

Re: Re: Kirche in Geiselhaft von Asylanten

Eine zusätzliche INFO zum aktuellen Thema:
Heute früh wurde bei ÖRadio ein Interview mit dem Leiter der Bayrischen Schleierfahndung geführt:
Im Grenzgebiet Bayern-Salzburg wurden im Vergleich zu früheren Jahren doppelt so viele illegale Grenzgänger/Übertretende (im Auto o.ä.) mit oder ohne Schlepper aufgegriffen. Also "Asyltourismus" innerhalb der EU.
Also jeder logisch denkende BürgerIn
kann sich seinen Reim darauf machen.

11 1

Die Gäste der Caritas fühlen sich in der von ihnen illegal okkupierten Kirche nicht wohl? Aha...

wer zwingt sie dort zu bleiben?
Es entspricht der puren Höflichkeit sich in die Gastfreundschaft der Caritas und der Kirche von Seiten der Politik (beachte das Konkordat) nicht einzumischen.
Wen die Kirche beherbergt und wie, ist ihre Sache.

17 1

Wünschen können sich die Herren von der UNO und der Caritas alles,

fordern können sie, wenn sie die Kosten einschliesslich aller Folgekosten ihrer Forderungen tragen!

Altes Sprichwort:

” Wer die Musik bestellt, bezahlt auch!
Aber er bestimmt auch was gespielt wird!”

Wenn die UN den Schnabel wetzen möche...na dann wüsste ich da was.

Fordert die Menschenrechte doch in China,N-Korea,Pakistan,Afrika usw usw ein.

Versucht dort etwas zu ändern,da könntet Ihr zeigen das Ihr das Geld das man Euch in den Rachen stopft auch wert seid.

Aber da ist weitgehend Funkstille,weil die Euch den Stinkefinger zeigen.

Und so lange das so ist würde ich empfehlen nicht über Länder herzuziehen die die Auflagen MEHR als erfüllen sondern haltet den Schnabel.

(Weil wir gerade darüber reden-legst Euch doch mit den Usa an.....oh ja da haltet Ihr ja auch den Schnabel)

Re: Wenn die UN den Schnabel wetzen möche...na dann wüsste ich da was.


Dieses Totschlagargument würgt jede ernsthafte Diskussion ab:

Beispiel aus dem Finanzbereich:

Über Salzburg regts euch auf und nach Griechenland schickt ihr Milliarden.

Beispiel aus dem Justizbereich:

Der Scheuch wird für nichts verurteilt und der Grasser läuft immer noch frei herum.

Beispiel aus der Politik:

Was sind 10.000 Euro, die der Amon für ein Nichtinserat bekommen hat gegen die Millionen vom Faymann.

Beliebige Fortsetzung möglich.

12 1

Bitte melden!

Derjenige, der als Erster seinen Arbeitsplatz an einen Asylwerber abgeben will, möge sich bitte melden. Meldungen werden von einschlägigen Organisationen und dem UNHCR entgegengenommen.

12 1

Zugang zum Arbeitsmarkt gefordert

Diesen Zugang gibt es ja; bereits 3 Monate nach dem Asylansuchen. Die meisten verzichten allerdings großzügig auf dieses (!) Recht!

die politik soll dialog mit den flüchtlingen "aufrechthalten"

viel notwendiger wäre ein ernsthaftes vieraugengespräch des herrn kardinals mit seinem offenbar vom hl geist verlassenen geweihten geschäftsführer heuchlerischer barmherzigkeit ---vor allem darüber, wie man den staunenden getauften schafen dieses von der caritas mitangezettelte unwürdige anarchopolitspektakel unter kirchlicher patronanz erklären soll ..........

11 1

Re: die politik soll dialog mit den flüchtlingen "aufrechthalten"

Ich fürchte, der Oberhirte ist genauso durchgeknallt wie sein Unterläufel. Sie haben halt nur mehr wenig Bezug zur Realität.

Re: Re: die politik soll dialog mit den flüchtlingen "aufrechthalten"

..und ich "fürchte", der "oberhirte "versteht ebenso wie sein "unterläufel" unter REALITÄTSBEZUG spekulation orf-GEFÄLLIGKEIT - koste es , was es es wolle -- oder hier besser: AUF TEUFEL KOMM RAUS !

Re: Re: Re: die politik soll dialog mit den flüchtlingen "aufrechthalten"

zur verdeutlichung :
der moderne weg der kirche :
weg von GOTTGEFÄLLIGKEIT-
hin zu MEDIENGEFÄLLIGKEIT !!
geht halt schwer ohne heuchelei !
man rechnet aber mit der einfalt der SCHÄFLEIN --so wie die politiker mit der einfalt der WÄHLER rechnen !!


Re: Re: Re: Re: die politik soll dialog mit den flüchtlingen "aufrechthalten"

Poster @silversurfer
von wegen der Einfalt der Schäflein und der Wähler, denn die sind natürlich besonders gefragt!
Selbständig denken und hinterfragen, das ist der bessere Weg - doch leider zum Missfallen der w.o.g.

11 0

Man kann der Ordensschwester nur zustimmen,

dass Menschen mitten in Wien um ihr Leben fürchten müssen, darf es nicht geben.

Nur, wer bedroht diese Flüchtlinge an Leib und Leben? Sie wollten doch die ihnen angebotenen Quartiere nicht.

Das Innenministerium sollte aber mit ihnen reden, das muss ja nicht die Ministerin selbst sein.

Man sollte ihnen klar sagen, dass alle Vorwürfe selbstverständlich geprüft werden und welche ihrer Forderungen, besser, welche ihrer Bitten erfüllbar sind und welche nicht.

Verletzte Rechte kann man einfordern, das gilt selbstverständlich auch für Flüchtlinge, aber alles darüber hinaus kann nur in Form von Bitten vorgetragen werden. Es wird aber alles ohne Unterschied als Forderung formuliert und das erzeugt zu Recht Unmut.

Re: Man kann der Ordensschwester nur zustimmen,


Richtig @Henry44
es ist von Seiten der Asylwerber, dzt. aufhältig in der Wiener Votivkirche,
ein ausgesprochener Akt der Unhöflichkeit gegenüber dem gegenwärtig asylgewährenden Gastgeberland Österreich
ihre Wünsche und Erwartungen permament einzufordern, statt zu bitten.

"Man kann der Ordensschwester nur zustimmen, dass Menschen mitten in Wien um ihr Leben fürchten müssen, darf es nicht geben."

Zum Beispiel Frauen in der U6.

Re: "Man kann der Ordensschwester nur zustimmen, dass Menschen mitten in Wien um ihr Leben fürchten müssen, darf es nicht geben."

Uii, das war jetzt böse! Gerade weil man von den UN-Frauenrechtlern und Goodie-NGOs so gar nichts darüber hört...

Btw: Wie viele Frauen sind eigentlich unter den "streikenden Asylwerbern"?

3 1

Re: "Man kann der Ordensschwester nur zustimmen, dass Menschen mitten in Wien um ihr Leben fürchten müssen, darf es nicht geben."

Aber geh, so wörtlich wollte die Schwester sicherlich nicht genommen werden. Sie hat das eher symbolisch gemeint.

Re: Re: "Man kann der Ordensschwester nur zustimmen, dass Menschen mitten in Wien um ihr Leben fürchten müssen, darf es nicht geben."

---wie immer sie es gemeint hat : in der votivkirche wird sie bei den fastenden mit ihrer burkaähnlichen kleidung jedenfalls gut ankommen ..........

15 2

Lustig

Jetzt konkurrieren diese Organisationen darum, wer humaner ist.
Und ich werde mir überlegen, ob es sinnvoll ist, ständig von diesem Käse in den Medien belästigt zu werden.

23 1

Völlig unqualifiziert und scheinheilig,

vor allem weil ja UN Mitglieder die Hauptschuldigen an der Situation dieser Menschen sind.

Dagegen sind die Aussagen unserer Frau Minister ja Gold wert.

34 1

Man höhre und staune Caritas, NGO´s und UNHCR

fordern die österreichische Regierung zu einem Gesetzesbruch bzw. zu einem Amtsmissbrauch auf!

Diesen Organisationen gehöhren sofort die "Privilegien" bzw. die öffentlichen Subventionen entzogen - Einfach unfassbar wie unverblümt diese Organisatinen das gültige Recht ignorieren bzw. beugen wollen.

Ich fordere daher die Bundesregierung auf, alle öffentlichen Subventionen an diese staatsgefährdenden Organisationen einzustellen bzw. für den öffentlichen Aufruf zu einem Gesetzesbruch zu belangen.

33 1

Der Zauberlehrling

Landau, der Zauberlehrling, bringt die Geister die er rief jetzt nicht mehr los. Seine Aussage, dass die Caritas/Kirche für alle da ist, die Schutz und Hilfe suchen belastet ihn jetzt scheinbar sehr stark - auch leicht zu verstehen! Da er aber über den Zauberspruch, wie diese Asylanten wieder nach Traiskirchen und die anarchistischen Aufwiegler wieder dorthin geschickt werden woher sie kommen, möchte er den wohlbekannten Weg der Problemabschiebung gehen - natürlich an die österr. Regierung. Da dies aber scheinbar doch nicht so leicht geht schaltet er mit Hilfe seiner "grünen" Gesinnungsgenossen die UN ein, um auf unsere Regierung Druck auszuüben. Wenn dies auch nicht den gewünschten Erfolg bringt wird Brüssel angerufen und dann die Menschenrechtskommission und noch alle NGO`s und und und......Und wenn die österr. Regierung dann eingekreist ist, nimmt er an, dass sie in die Knie geht. Grosser Erfolg für die Caritas und sein eigenes Problem ist er losgeworden!
Die UN sollte die erhaltene Anrufung so verstehen dass Herr Landau nach höheren Aufgaben strebt und ihn als Flüchtlingskommissar nach Griechenland empfiehlt.

fehlt noch herr patzelt von amnesty international

mit dem vorwurf, dass die regierung DURCH HALSSTARRIGKEIT die demonstranten auf menschrechtswidrige weise grausam FOLTERT , indem sie diese ganz gezielt (neben der vollen schüssel) weiterhungern lässt ............

 
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