Unterlassene Hilfeleistung? Tourengeher meldet sich

04.01.2013 | 11:13 |   (DiePresse.com)

Am Wochenende soll sich in Tirol ein Tourengeher geweigert haben, bei der Suche nach einem Lawinenopfer zu helfen. Nun meldete sich ein Deutscher, der im gebiet unterwegs war.

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In Tirol sorgte am vergangenen Wochenende das angebliche Verhalten eines Tourengehers für Aufregung: Nach einem Lawinenabgang im Sellrain bei Innsbruck soll der bisher Unbekannte seine Hilfe bei der Suche nach einem Vermissten verweigert habe. Ein 38-jähriger Steirer war verschüttet und letztendlich tödlich verletzt worden.

Nun hat sich ein Tourengeher bei der Polizei gemeldet, der zum Unfallzeitpunkt in dem Gebiet war. Dabei könnte es sich um den Gesuchten handeln, berichtet die Exekutive. Der deutsche Staatsbürger aus dem Raum Allgäu habe sich aufgrund der Medienberichterstattung telefonisch bei der Polizei gemeldet. Er ist derzeit im Ausland und soll in den nächsten Tagen zu den erhobenen Beschuldigungen einvernommen werden.

Hilfe verweigert und weitergegangen?

Bei dem Lawinenunglück auf dem rund 3000 Meter hohen Zischgeles war am vergangenen Samstag ein 38-jähriger Steirer unter den Schneemassen verschüttet worden. Er konnte erst nach längerer Zeit geortet und ausgegraben werden. Der Mann erlitt schwere Verletzungen und starb einen Tag später in der Innsbrucker Uni-Klinik.

Sonntagfrüh war der Vorfall über die angeblich unterlassene Hilfeleistung bekannt geworden. Ein Begleiter des verunglückten Steirers hatte bei der Suche nach seinem Freund einen aufsteigenden Skitourengeher um Hilfe gebeten. Dieser soll allerdings negiert und seinen Weg fortgesetzt haben. Daher nahm die Polizei Ermittlungen wegen unterlassener Hilfeleistung auf. Die Alpinpolizei hatte daraufhin nach einem 40- bis 50-jährigen Mann gesucht.

(APA)

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22 Kommentare

Selber schuld

Wer sich bei Lawinengefahr abseits der gesicherten Piste bewegt, ist selber schuld, wenn etwas passiert.

Auf den "sicheren" Pisten

ist die Lebensgefahr eindeutig höher.

Letzten Winter (2011/12) gab es nur 8 Lawinentote, aber 28 Tote im organisierten Schiraum, mehr als dreimal so viel also.
Im Winter davor 3 (drei) Lawinentote.
Alpinunfallstatistik - Bericht zum Winter 2011/12
Quelle: BMI

http://web.bezirksblaetter.com/download/Pressemappe_Alpinunfallstatistik.pdf

Bleibens vor Ihrem sicheren PC, und lassen Sie die anderen in Ruhe mit Ihrer Weisheit.

Ich poste, ohne mich wirklich auszukennen.

Wenn sich jemand weigert, auf einer abgegangenen Lawine Hilfe zu leisten, weil er sich dadurch selbst gefährden würde oder dies ernsthaft annehmen muss: ist das überhaupt (strafbare) unterlassene Hilfeleistung?

Nicht jeder Wanderer ist fähig und ausgerüstet, diese Hilfe zu leisten.

Nachdem eine mediale Vorverurteilung stattgefunden hat und sich der Mann von selbst gemeldet hat, sollte o.a. Möglichkeiten hier bedacht werden.

Kompetenz

Der nichthelfende Tourengeher ist Mitglied beim Deutschen Alpenverein, er hat sogar einen DAV-Aufnäher auf seiner Jacke.
Ist schon anzunehmen, dass er FÄHIG war Hilfe zu leisten.

Re: Ich poste, ohne mich wirklich auszukennen.

Dieses Argument zählt in diesem Fall nicht, da der Tourengeher freiwillig den Bereich des Lawinenabganges begangen hat (sonst hätte er nicht vorbeigehen können). Ausserdem ist er aufgestiegen und hat sich somit in Richtung Gefahrenzone gegangen und hat sie nicht fluchtartig verlassen.

Paragraf dazu:

§ 323c StGB - Unterlassene Hilfeleistung
Strafgesetzbuch

(Besonderer Teil)
Achtundzwanzigster Abschnitt (Gemeingefährliche Straftaten)

Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

JEDER kann ....

zum Beispiel schauen, schauen, schauen, Lawinenkegel nach Gegenständen absuchen,
schaufeln, graben,
die anderen ablösen (!) ....

KAMERADENBERGUNG heißt das Zauberwort. Kameradenbergung und die ersten 15 Minuten unterm Schnee entscheiden oft über Leben und Tod.
Fünf Tourengeher von Lawine 200 Meter mitgerissen. Ein sechstes Gruppenmitglied konnte die Kollegen ausgraben.
http://vorarlberg.orf.at/news/stories/2565249/

eine Bilderbuch-Bergung
*verbeug*

Ich wette 10:1 dass er zu Protokoll geben wird:

"Ich hab geglaubt das wäre nur eine Übung."

Re: Ich wette 10:1 dass er zu Protokoll geben wird:

Dann gehört er entmündigt!!!

Re: Re: Ich wette 10:1 dass er zu Protokoll geben wird:

Gerne.
Aber scheinbar gibt es schon einen Egotrip-Fanclub. In diesem Sinne: Bergheil Kameraden!

Kann mich nicht erinnern....

dass schon einmal jemand wegen falsch oder schlecht geleisteter Hilfeleistung verurteilt wurde. In Deutschland ist die unterlassene Hilfeleistung genauso strafbar wie in Ö, also sollten diesem Herren seine Pflichten bekannt gewesen sein.

Re: Kann mich nicht erinnern....

... ohne sich selber zu gefährden

Re: Re: Kann mich nicht erinnern....

Er hatte sich freiwillig in die Gefahrenzone begeben, sonst wäre er nicht an der Unglücksstelle vorbei gekommen. Ausserdem ist er trotz der abgegangen Lawine weiter aufgestiegen. In Anbetracht dieser Fakten zählt ihr "ohne sich selber zu gefährden" nicht mehr. Sondern der Unwillen zu Helfen tritt klar hervor!

Re: Re: Re: Kann mich nicht erinnern....

Müssen tut er nicht, nur wollen kann er.
Sonst gehts niemand was an.
Wenn er sich als Deutscher hier nicht richtig auskennt wird er ja wohl keine Hilfe sein. Oder ermüdet.
Für die Hilflosen unter uns: zuerst waren es die Coaches, die so niedlich allen geholfen haben.
Heute sind die NGOs so nidleich und fordern , von allen anderen, gegen gutes Einkommen, diese sollen helfen. Sie sind nicht zufälligerweise bei irgendeiner NGO Teilhaber?

Re: Re: Re: Re: Kann mich nicht erinnern....

Was labern Sie da für einen Blödsinn? Erstens wird er kaum ermüdet gewesen sein, wenn er weiter aufstieg, zweitens gehe ich davon aus, dass jeder Schitourengeher weiss, wie man im Schnee ein Loch gräbt (notfalls mit den Händen)(das kann auch schon mein 3-jähriger Sohn) und drittens, was hat das mit Coaches oder NGOs zu tun?
Und das Gesetz sagt ganz klar, dass er in dieser Situation zur Hilfeleistung verpflichtet gewesen wäre. Da gibt es gar keinen Spielraum für Interpretationen.

Re: Re: Re: Re: Re: Kann mich nicht erinnern....

???
NGOs etc.: Weil jeder eine unmaßgebliche Meinung mit ohne Kenntnisse so raussprudelt.
Wie auf Fazebuk halt. Sie nicht, das is schon OK

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Kann mich nicht erinnern....

Mir fehlt noch immer der Zusammenhang zu NGOs. wissen Sie eigentlich, was eine NGO ist? Die Bergrettung ist zum Beispiel eine NGO und man kann wohl kaum sagen, dass von deren Mitgliedern unmaßgebliche Meinungen "mit ohne??" Kenntnisse so raussprudeln.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Kann mich nicht erinnern....

Es gibt doch sehr viele Leute, die ihre NGO mit z.B. Bergrettung vergleichen. Und versuchen aus diesem Mumenschanz Reputation zu erhalten.
Und der schreibgeübte versteht auch "mit ohne". S kommt schon, mit dem Alter.

Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Kann mich nicht erinnern....

Was fabulieren Sie da von NGO? Wie kommen Sie darauf, ich hätte irgendetwas mit NGOs zu tun? Sind sie verwirrt? Auch Ihr Schreibstil lässt mehr als zu wünschen übrig. "mit ohne" hat meine Tochter mit 18 Monaten verwendet. Von einem scheinbar erwachsenen Menschen erwarte ich mir da schon eine etwas andere Diktion. Aber wissen Sie was? Üben Sie weiter "S kommt schon, mit dem Alter". Ausser Sie leiden bereits an Alterssenilität, dann verstehe ich ihre fantastischen Ausflüge ins Märchenland (NGOs), kann Ihnen jedoch keine Hoffnung auf Besserung versprechen.

2

Mieser Charakter ...

... ist eine schlechte Ausrede!

Re: Mieser Charakter ...

die aber so im Gesetz steht.

1

Und von ...

.... unseren Politikern u.a. brav vorgelebt wird, trotzdem, schlechte Ausrede.

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