Illegale "Kugelbombe" explodiert in Hand von 15-Jährigem

05.01.2013 | 10:26 |   (DiePresse.com)

Der junge Grazer und ein Freund fanden den Silvester-Überrest und wollten ihn zünden. Die Polizei vermutet, dass die Feuerwerks-Bombe der Kategorie F4 aus dem Ausland kam.

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Ein 15-jähriger Grazer erlitt am Freitag bei der Explosion einer sogenannten "Kugelbombe", die eigentlich nur von qualifizierten Sprengmeistern abgefeuert werden darf, schwere Verletzungen. Der Bursch hatte den pyrotechnischen Gegenstand ein zweites Mal entzündet, wobei dieser in seiner Hand detonierte. Sein 14-jähriger Freund erlitt leichte Verbrennungen, ein Zehnjähriger war rechtzeitig davongelaufen, so die Landespolizeidirektion Steiermark am Samstag.

Die drei Jugendlichen hatten die "Kugelbombe" gegen 11.45 Uhr in der Hermann-Löns-Gasse in Graz direkt neben dem Gehsteig in einer Wiese gefunden und gingen damit in einen nahe gelegenen Park. Die Burschen dachten, dass aus der Kugel in der Größe einer Grapefruit eine Zündschnur heraussteht und setzten sie in Brand. Tatsächlich handelte es sich aber laut Ermittlern nur mehr um den Zündverzögerer. Daher detonierte der pyrotechnische Gegenstand der Kategorie F4 in der Hand des 15-Jährigen.

Finger müssen vielleicht amputiert werden

Der Jugendliche erlitt schwere Verletzungen an den Fingern, die laut Ärzten möglicherweise zum Teil amputiert werden müssen. Außerdem zog er sich oberflächliche Verbrennungen im Gesicht und am Bauch zu. Sein 14-jähriger Freund, der neben im gestanden war, kam mit leichten Verbrennungen am Ellbogen davon, musste aber auch im Spital behandelt werden. Dem Zehnjährigen war die Situation laut Polizei nicht geheuer, er hatte sich in Sicherheit gebracht.

Die Ermittlungen hätten bisher gezeigt, dass in der Umgebung weder zu Silvester noch in den Tagen danach kein Feuerwerk angemeldet war. Daher sei ausgeschlossen, dass die "Kugelbombe" legal abgefeuert wurde, so die Polizei. Der Treibsatz des explosiven Objekts dürfte nicht lange vor der Entdeckung durch die Burschen ausgelöst worden sein. Die Kugel sei zwar in die Luft gegangen, aber der Effektsatz löste sich nicht. Daher ist die "Bombe" laut Ermittlern wieder zu Boden gefallen.

In Österreich können pyrotechnische Gegenstände der höchsten Kategorie F4 mit der Gefahreneinstufung "groß" nur von geschulten Personen gekauft und unter Einhaltung eines Sicherheitsabstandes abgefeuert werden. Daher dürfte die von den Burschen gefundene "Kugelbombe" illegal aus dem Ausland noch Österreich eingeführt worden sein, mutmaßte die Polizei am Samstag. Die Ermittler hoffen auf Zeugen, die Beobachtungen rund um den Fundort des Objekts gemacht haben.

(APA)

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8 Kommentare

traurig aber trotzdem

erst wenn bei hantierung und verletzung mit verbotenen böllern udgl eine volle regressforderung seitens der versicherungsanstalten eintritt wird dieser unfung, welcher heuer bereits an lärmterrorismus heranreichte, zu bremsen sein. dass auch heute noch nicht angesprochen wird welche feinstaubbelastung zu silverster dadurch erreicht wird, und in folge dann durch die in den am boden liegenden raketen und böllerresten vorhandenen schwefel phosphor undähnlichen giftigen stoffen das grundwasser gefährdet wird, verblüfft. ich warte auf eine reaktion von grüner seite gegen diesen angriff gegen die gesundheit und umwelt, aber vergebens die haben ja andere lieblingsthemen derzeit, die natur und der mensch muß warten.

Sprengmeister vs Pyrotechniker

Leider werden allzuoft Sprengmeister und ausgebildete Pyrotechniker in einen Topf geworfen. Es gibt deutliche Unterschiede. Ein Sprengmeister darf nur pyrotechnische Artikel verwenden wie jede andere Person die über 16 Jahre ist.
Ein Pyrotechniker darf nicht sprengen.

Nicht jeder Artikel der Kategorie F3 und F4 sind illegal in Österreich, also gibt es auch legale Importeure

Sie wollen es nicht begreifen.

Zu Sylvester muß geböllert werden, koste es was es wolle. Da nehmen diese I_d_i_o_t_e_n das Risiko in Kauf, dass sie dabei verletzt werden können. Von den Kosten will ich gar nicht reden. Schad um jeden Euro, der dabei verpulvert wird.

"Die Ermittlungen hätten bisher gezeigt, dass in der Umgebung weder zu Silvester noch in den Tagen danach kein Feuerwerk angemeldet war."

Also war praktisch ständig Feuerwerk.

3 3

Darwin

Steuergeld für Idioten ????

Was ist Ihr Vorschlag, Herr Darwin?

P.S.: Die meisten Menschen sterben bei Unfällen, weil sich jemand geirrt hat,

weil entweder sie selber oder jemand anderer etwas falsch eingeschätzt hat.

*dem Buben Daumen drück*

> *dem Buben Daumen drück*


..und zusätzlich die (verbliebenen) Finger kreuzen.

laut

dem bericht ist es für mich klar die jungen haben die bombe des typs f4 wenn sie so wollen teuer gekauft von einem illegalen importeur und als sie fehlzündete haben sie nochmals gezündet.

steht doch drinn wurde kurz zuvor zum ersten mal gezündet und dann fanden sie die bombe ds typs f4 in der wiese wer das glaubt sollte seine polizei - detektivischen fähigkeiten nochmal überdenken aber beweisen word wohl schwer .

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