Heroinersatz: Das Millionengeschäft Drogensucht

05.01.2013 | 19:30 |  von ANDREAS WETZ (Die Presse)

Seit 2003 stiegen die Ausgaben der Krankenkassen für Heroinersatz um 258 Prozent auf 26 Millionen Euro jährlich. 88 Prozent davon fließen in eine international nicht zugelassene Arznei.

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Zwischen 30.000 und 34.000 Personen in Österreich haben einen laut Berechnung des Gesundheitsministeriums „problematischen Drogenkonsum“. In anderen Worten bedeutet das: Sie spritzen, schnupfen oder inhalieren Heroin in unterschiedlicher Qualität und Menge. Etwa die Hälfte davon, genau 16.782 Suchtkranke, macht eine sogenannte Substitutionstherapie, eine Behandlung, bei der anstatt der illegalen Droge auf Rezept erhältliche Medikamente unter ärztlicher Aufsicht – und im Idealfall mit begleitender psychosozialer Betreuung – verschrieben werden.

Der Sinn dieser Therapie ist weltweit bei Suchtexperten anerkannt. Patienten und Gesellschaft profitieren gleichermaßen. Die einen stabilisieren sich gesundheitlich und bekommen die Chance, dem Schwarzmarkt zu entkommen. Die anderen spüren einen Rückgang der Begleitkriminalität. Die Gesundheitsbehörden sind deshalb bestrebt, möglichst viele Süchtige in diese Form der Behandlung zu bekommen.

Dennoch ist das in Österreich praktizierte System international – nun ja – einzigartig: Die Versorgung von Süchtigen mit Medikamenten wurde binnen weniger Jahre zum Millionengeschäft einiger weniger Pharmaunternehmen und damit zur Spielwiese unterschiedlichster Interessen und Meinungsbildner.

Nicht, dass das anderswo anders wäre. Interessant ist es aber deshalb, weil Österreichs Ärzte dabei eine erstaunliche Rolle spielen. Sie verschreiben mehr als der Hälfte ihrer Patienten Medikamente, die in der Substitutionstherapie weltweit (außer in Österreich) wenigstens umstritten, in den meisten Fällen jedoch überhaupt nicht im Einsatz – weil schlichtweg nicht zugelassen – sind, und laut gültiger Suchtgiftverordnung auch hierzulande eigentlich nur in Ausnahmefällen verschrieben werden dürften.

Tatsächlich beherrschen zwischen Bregenz und Wien – und nur hier – die sogenannten retardierten Morphine den Markt. 55 Prozent aller Patienten sind inzwischen darauf eingestellt. Die zeitverzögert wirkenden Präparate in Kapselform enthalten, wie der Name schon sagt, Morphium, sind deshalb bei Süchtigen sehr beliebt und sorgten in den vergangenen Jahren wegen ihres hohen Missbrauchspotenzials und damit verbundener Todesfälle für großes Aufsehen in der Öffentlichkeit. Die Aufwendungen der Krankenkassen für verschriebene Ersatzdrogen insgesamt stiegen seit 2003 (8,9 Mio. Euro) um 258 Prozent auf zuletzt 26 Mio. Euro (2011). 22,9 Millionen davon, das sind 88,2 Prozent, gingen an die Hersteller von retardierten Morphinen (siehe Grafik).

Die beeindruckende Marktdominanz ist insofern bemerkenswert, weil der Gesetzgeber retardierte Morphine eigentlich nur in genau beschriebenen Ausnahmefällen zulässt, laut aktuell gültiger Suchtgiftverordnung (§23c) also dann, wenn der behandelte Patient die anderen beiden, für den Drogenersatz infrage kommenden Wirkstoffe Methadon und Buprenorphin nicht verträgt.

Druck auf Kritiker. Gemäß den Zahlen des Gesundheitsministeriums müssten demnach – siehe oben – 55 Prozent aller Patienten entsprechende Unverträglichkeiten aufweisen. In der im Rahmen der Recherche gesichteten Wissenschaftsliteratur werden allerdings weltweit nur Werte zwischen fünf und maximal zwölf Prozent genannt.

„Ein auffälliger genetischer Defekt, der nur österreichische Patienten zu betreffen scheint“, ätzt der Gerichtsgutachter, Psychiater und Suchtklinikleiter Reinhard Haller. Er ist – wie seine nicht minder prominente Kollegin Heidi Kastner – einer von wenigen Ärzten, die sich trauen, den Einsatz retardierter Morphine in der Behandlung von Heroinkonsumenten öffentlich zu hinterfragen. Der Druck aus der eigenen Standesvertretung, der Pharmaindustrie und nicht zuletzt der Drogen-Sozialarbeit sei nämlich groß.

Auch Ideologie, so Haller, spiele dabei eine Rolle. Kritiker würden selbst bei sachlicher Argumentation intern und öffentlich schnell als patientenfeindliche Reaktionäre abgestempelt. Dabei sei eine zentrale Facette der gelebten Verschreibepraxis bei Nennung einer einzigen Tatsache schnell erklärbar: „Retardiertes Morphin in der Substitutionstherapie hat eine höhere Haltequote als Insulin bei Diabetikern.“ Was das bedeute, könne sich jeder selbst ausrechnen.


Außenseiter in Europa. Profiteure der offensichtlich der Verordnung zuwiderlaufenden Verschreibepraxis retardierter Morphine sind die Firmen Mundipharma (Produkt: Substitol) und G.L. Pharma (Compensan), die zum Konglomerat des ÖVP-Abgeordneten Martin Bartenstein gehört.

Mundipharma schöpft mit 17,9 Mio. Euro jährlich allein annähernd 70 Prozent der von den Kassen ausbezahlten Mittel zur Drogensubstitution ab und erzielt damit mehr als die Hälfte seiner jährlichen Umsatzerlöse (2011 waren das 33,6 Mio. Euro) mit einem einzigen Produkt. Für G.L. Pharma bleiben immerhin noch fünf Mio. Euro jährlich. Die laut Gesetzgeber bevorzugt zu verwendenden Substanzen (in der Verordnung ist von „Mitteln erster Wahl“ die Rede), mit denen weltweit – unter anderem in allen großen europäischen Ländern – substituiert wird, spielen in Österreich kaum mehr eine Rolle. Nur Slowenien und Bulgarien teilen – allerdings auch eher in homöopathischen Dosen – die Leidenschaft für Morphin in der Heroin-Ersatztherapie (siehe Grafik).

Auf die Präparate mit dem Wirkstoff Buprenorphin (die Produkte heißen Subutex und Suboxene, Hersteller ist der internationale Pharmariese Firma Reckitt Benckiser) fallen 851.428,40 Euro, auf das synthetisch hergestellte und direkt vom Apotheker zubereitete Methadon 2.218.416,86 Euro. Warum machen Österreichs Drogenärzte als einzige die Ausnahme zur Regel? Johanna Schopper, Bundesdrogenkoordinatorin im Gesundheitsministerium, glaubt, dass viele Ärzte das deshalb tun, um die Patienten vom Abbruch der Therapie abzuhalten. Fakt ist nämlich, dass Morphin bei Heroinsüchtigen wegen der ähnlichen Wirkung sehr beliebt ist – und es zudem am Schwarzmarkt leicht zu Geld gemacht werden kann (siehe nebenstehenden Artikel). Warum die Unverträglichkeit weltweit eingesetzter Substanzen ausgerechnet hierzulande exorbitant hoch ist, will Schopper nicht bewerten. „Das ist eine Entscheidung der Ärzte.“ Heidi Kastner, Gerichtsgutachterin, Psychiaterin und Leiterin mehrerer forensischer Einrichtungen in Oberösterreich, erklärt das so: „Viele Kollegen geben den Patienten das, was sie wollen, und sparen sich damit Ärger mit einer von Natur aus schwierigen Klientel, die sonst eventuell den Behandler wechselt und als ,Kundschaft‘ wegfallen könnte.“

Gerade in Ostösterreich berichten Patienten immer wieder von Praxen, die mehrere Hundert Substituierte gleichzeitig betreuen, in Wahrheit aber nichts anderes als Rezeptbeschaffungsstellen sind. Bei fünf Mal 25 Euro pro Quartal, die die Kasse für einen Patienten zahlt, kann dabei einiges zusammenkommen.

Befürworter der in der Kritik stehenden Medikamente begründen ihr Vorgehen mit anderen Argumenten. „Weil Morphin retard bei korrekter Einnahme den Körper nicht schädigt“, sagt Max Wudy, Leiter des Referats für Abhängigkeitsfragen der Ärztekammer Niederösterreich und selbst substituierender Arzt. „Weil außerhalb Österreichs, wo Morphin in der Substitution nicht erlaubt ist, Methadon und Buprenorphin genauso am Schwarzmarkt landen“, sagt Gerhard Rechberger, ärztlicher Leiter eines Suchthilfezentrums des Wiener Vereins „Dialog“.

Industrie sponsort. Beide sprachen Anfang Dezember im Rahmen eines Hintergrundgesprächs der „Plattform Drogensubstitution“ vor Journalisten. Vorgestellt hat sich die Organisation als „Informations- und Aufklärungsplattform“. Nicht erwähnt wurde bei der Veranstaltung, die in einem bekannten Wiener Restaurant – inklusive mehrgängigem Menü – stattfand, dass die Einrichtung von Mundipharma finanziert wird. Überhaupt setzen sich alle Hersteller als Sponsoren in Szene. Unter anderem fördern sie das jährlich in Mondsee stattfindende Substitutionsforum oder das Interdisziplinäre Symposium zur Suchterkrankung in Grundlsee.


Experten vereinnahmt. Manchmal werden Experten sogar regelrecht vereinnahmt. Erst kürzlich war ein prominenter, der „Presse am Sonntag“ bekannter Arzt nach Wien zu einem Vortrag gereist. Erst nach getaner Arbeit offenbarte der Veranstalter vor versammeltem Auditorium, dass man sich herzlich bei Firma XY bedanke, die Honorar und Reisespesen für den Mann übernehme. Ist diese rege Sponsortätigkeit normal?

Ja, sagt Mundipharma. Wie andere pharmazeutische Unternehmen auch unterstütze man wissenschaftliche Gesellschaften und Plattformen mit nicht zweckgebundenen Beiträgen. Welche Medikamente in der Behandlung zum Einsatz kommen und welche nicht, das sei ausschließlich Sache der Ärzte. Nicht die von Mundipharma. Eine schiefe Optik – insbesondere im Vergleich der Verschreibepraxis zum Ausland – sieht das Unternehmen nicht.

Ulrich Ganzinger, Leiter der medizinischen Abteilung des Konzerns, sagt: „Die Zusammenarbeit mit Ärzten und Fachgesellschaften erfolgt ausnahmslos im Einklang mit den Gesetzen und internen und branchenverfügbaren Verhaltenskodizes.“

(c) Die Presse / GK

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Substitution

Die Opiat-Ersatztherapie, auch Substitution genannt, ist eine anerkannte Methode zur Stabilisierung von Heroinsüchtigen. Die körperlich und psychisch schwer kranken Patienten können sich unter ärztlicher Aufsicht und mit Medikamenten auf medizinisch vertretbarem Niveau einpendeln. Gleichzeitig sind sie nicht mehr auf den Schwarzmarkt und die damit verbundene Beschaffungskriminalität angewiesen. Von der Therapie profitiert nicht nur der Patient, sondern die gesamte Gesellschaft.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.01.2013)

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Lesen Sie hier weiter zum Thema:

  • Drogen auf Rezept: Die Schattenseiten

    Zunehmend landet Heroinersatz auf dem heimischen Schwarzmarkt. Der eigentlich rückläufige intravenöse Konsum werde dadurch gefördert, der Therapiezweck konterkariert, sagt Psychiaterin und Gerichtsgutachterin Heidi Kastner.

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119 Kommentare
 
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Krankheit,..ja dann...

Zwischen 30.000 und 34.000 Personen in Österreich haben einen laut Berechnung des Gesundheitsministeriums „problematischen Drogenkonsum“. In anderen Worten bedeutet das: Sie spritzen, schnupfen oder inhalieren Heroin in unterschiedlicher Qualität und Menge. Etwa die Hälfte davon, genau 16.782 Suchtkranke, macht eine sogenannte Substitutionstherapie, eine Behandlung, bei der anstatt der illegalen Droge auf Rezept erhältliche Medikamente unter ärztlicher Aufsicht – und im Idealfall mit begleitender psychosozialer Betreuung – verschrieben werden. Dennoch ist das in Österreich praktizierte System international – nun ja – einzigartig: Die Versorgung von Süchtigen mit Medikamenten wurde binnen weniger Jahre zum Millionengeschäft einiger weniger Pharmaunternehmen,....

Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit und kein Verbrechen

UNIS/SGSM/279
24. Juni 2011
UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon:
"Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit, kein Verbrechen"
Erklärung zum Internationalen Tag gegen Drogenmissbrauch und unerlaubten Suchtstoffverkehr, 26. Juni 2011
WIEN, 26. Juni (UNO-Informationsdienst) – Der Drogenhandel, einstmals großteils ein soziales und kriminelles Problem, hat sich in den letzten Jahren zu einer enormen Bedrohung für die Gesundheit und Sicherheit von Menschen und Regionen gewandelt. Der jährliche 61-Milliarden-Dollar-Markt für afghanisches Opium finanziert Aufstände, internationalen Terrorismus und weitreichende Destabilisierung. In Westafrika verschärft der weltweite Kokainhandel im Ausmaß von 85 Milliarden US-Dollar die Abhängigkeit und Geldwäsche, während er die politische Instabilität verstärkt und eine Bedrohung für die Sicherheit darstellt. Reines Kokain im Wert von einer US-Dollar-Milliarde verdient beim Handel in Westafrika zehnmal mehr als beim Verkauf in den Straßen Europas.
Nachdem diese Bedrohung so ernst ist, habe ich kürzlich eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung einer UNO-weiten Strategie ins Leben gerufen, um unsere Aktivitäten gegen unerlaubte Suchtstoffe und organisiertes Verbrechen zu koordinieren und zu stärken und sie in alle Handlungen auf den Gebieten der Friedenssicherung, Friedenskonsolidierung, Sicherheit, Entwicklung und Abrüstung zu integrieren.
www.elternkreis.at

Südkorea,...Drogendelikte! / Hr. Ban Ki-moon

Besondere strafrechtliche Vorschriften

Drogendelikte werden mit hohen Haftstrafen geahndet. Das koreanische Recht kennt die Unterscheidung zwischen "harten" und "weichen" Drogen nicht. Ebenso wenig sieht das koreanische Recht ein Absehen von Strafe beim Besitz geringer Mengen illegaler Drogen vor.


Re: Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit und kein Verbrechen

Wenn es eine Krankheit ist, dann eine selbstverschuldete. Es gibt keinen Grund warum der Rest der Gesellschaft für die Folgen aufkommen soll.

Re: Re: Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit und kein Verbrechen

Jein, ich verstehe, was sie meinen, deshalb gibt es aber ohnehin Selbstkostenbeiträge.

Wenn man so argumentiert müsste man allen die Behandlung sämtlicher Wunden, Krankheiten etc. verrechnen, welche nicht rein erblich bedingt sind (und hier könnte ich den Eltern die Kosten weiterargumentieren)

Sie waren Schuld am Autounfall -> sie zahlen, Fuß beim Fußballspielen gebrochen -> zahlen, Herzinfarkt, weil sie zu wenig Sport machen -> zahlen, Hautprobleme, da zu wenig in der Sonne -> zahlen...zum Schluss zahlen sie wegen fast allem.

gratis Abgabe

von reinem Heroin löst alle Probleme

Wer bezahlt?

Die Allgemeinheit mit ihren Sozialversicherungsbeiträgen. Wäre es nicht vernünftiger, den Wert der Familie zu stärken, damit es mehr Eltern gibt, die dazu fähig sind, ihren Kindern das Erlangen psychischer Reife zu ermöglichen? Das würde allen viel Leid und Geld ersparen, denn ausgeglichene Jugendliche sind gegen Drogen weitestgehend immun. Das Jammern der Pharmaindustrie über entgangene Einnahmen ist vernachlässigbar.

Re: Wer bezahlt?

Der Wert der Familie wird gerade von denen sehr hoch geschätzt, die als "SchwarzeSchafe" gebranntmarkt werden.
Viele Betroffene haben Elternteile oder beide Eltern schon in ihrer Kindheit verloren.
Seine Familie zu verlieren ist oft der Grund für Verzweiflung, die auch zur Zuflucht zum Drogenkonsum führen kann.


Gute Praxis in Österreich/ Drogenpolitik ist der Kampf gegen die Hydra.

Es ist gut, dass Österreich Afghanistan und Ciudad de Juarez nicht indirekt finanziert.

Durch das Abschlagen der Köpfe wachsen neun andere Köpfe nach. Das Drogenverbot erzeugt wenig Recht in Österreich, dafür viel Unrecht auf der Welt.

1. Das Verbot der Drogen treibt Verbrecherorganisationen Geld steuerfrei in die Arme. Wir ernähren und lassen rechtsfreie Zonen auf der Welt durch das Verbot von Heroin (hauptsächlich) gedeihen.

2. Finanzieren wir die Unterdrückung der Frauen Afghanistans. Taliban leben von Heroingeld. Die meisten Frauen werden in der Ciudad de Juarez ermordet.

3. Kostet der Krieg gegen drogenproduzierende justizfreie Zonen wie Mexiko und Afg. Menschenleben und Kriegsmaterial.

4. Werden Süchtige zu gesundheitsschädigendem Verhalten genötigt, z.B. irreguläre und ungeschützte Prostitution für Heroin, Verwendung verseuchter Nadeln, Schlechter, leberschädigender Stoff, ungleichmäßige Wirkung, wiederholte Teilentzüge, die das Suchtgedächtnis fördern.

Mein Resumee, die österreichische Verschreibungspraxis bekämpft diese Maßnahmen und behält das Geld im Land. Die Leute bleiben besser gesund und bekommen den Stoff, den sie brauchen, wodurch zwar das Elend der Sucht nicht, aber das Begleitelend ausgelöscht wird.

Ich will der Kritik im Artikel nicht zustimmen.

Drogenhandel

egal ob legal, illegal oder beinahe legal, is sehr profitabel und daher politisch engst vernetzt.

Offensichtlich war ja,

daß Drogensüchtige bei uns längst nur verwaltet werden - daß es aber auch eine Art Süchtigen-Industrie gibt konnte man bis dato nur ahnen.

Re: Offensichtlich war ja,

Überlegen Sie wieviele Ärzte, Psychotherapeuten und Psychologen davon leben. Wieviele "Berater" es gibt und was diverse "Beratungszentren" kosten.

Re: Re: Offensichtlich war ja,

Als Laie nützt mir das Überlegen eher wenig, da mir zwangsläufig keine Zahlen, Fakten zur Verfügung stehen. Vermutet hatte ich es allerdings; da die Entwicklung der Drogen-Szene in Wien ja seit langem zu beobachten ist.

Typisch für Drogenabhängige ist Geld da, aber Gratis-Medikamente zur Rauchentwöhnung stellen...

...die Krankenkassen nicht zur Verfügung, obwohl an der Nikotinsucht viel mehr Menschen zu Grunde gehen und der Volkswirtschaftliche Schaden ein vielfaches beträgt.

Re: Typisch für Drogenabhängige ist Geld da, aber Gratis-Medikamente zur Rauchentwöhnung stellen...

Rauchen ist auch eine Drogensucht

Sucht bleibt Sucht

Ob Heroin oder Drogenersatz - es ändert sich nicht prinzipiell was. Es geht - wie immer - ums Geschäft auf Kosten der Betroffenen. Aber, dass es auch ganz anders gehen kann, beweist das: http://www.youmagazin.com/nein-zur-sinnlosigkeit
Natürlich verdient hierbei kein Pharmariese, deshalb auch keine Unterstützung durch öffentliche Stellen.
Oft habe ich das Gefühl, man will Süchtigen staatlicherseits eigentlich nicht wirklich helfen.

Re: Sucht bleibt Sucht

Das wird vorallem diejenigen ansprechen die sich mit der dort praktizierten Form von Religiösität identifizieren können. Vermutlich ein eher geringer Prozentsatz aller Süchtigen. Aber vielleicht hilft es einigen.

Re: Re: Sucht bleibt Sucht

Im Cenacolo geht es nicht darum, ob den Süchtigen diese "Form der Religiosität anspricht". Die meisten Süchtigen, die dort "landen", kommen dort das erste Mal mit gelebtem Glauben in Berührung. Es geht um einen komplett anderen Ansatz der Therapie, der wirklich ganzheitlich ist, um ein abgegriffenes Wort zu gebrauchen. Habe selbst mehrmals junge Männer "von dort" erlebt, die Jugendlichen in Vorträgen über den Weg in die Sucht erzählt haben und wie sie im Cenacolo wieder herausgefunden haben; auch, wie verdammt hart der Weg war!

Junkies

schade um jeden Cent

Re: Junkies

Vielleicht würden Sie anders denken, wenn Ihr Kind süchtig wäre - und Sie kämen erst nach laaanger Zeit drauf?

Re: Junkies?

curt cobain, jim hendrix, sigmund freud, depeche mode, david bowie, nick cave, mick jagger, Honore de Balzac, Gottfried von Bismarck, Peter Doherty, Arthur Conan Doyle, Rainer Werner Fassbinder, Whoopi Goldberg, Johann Wolfgang von Goethe, Hermann Göring, Michael Jackson, Janis Joplin, Marilyn Monroe, jim morrison, Lou Reed, undundund...

sie sollten ihre einstellung überdenken. sie ist keinen cent wert.

Re: Re: Junkies?

Lieb, wie Sie den Göring zwischen Goethe und Michael Jackson drinhaben: etwa auch ein Idol für Sie?

Und das Wissen um die langfristige Wirkung von Heroingebrauch war zu Zeiten von Freud, Doyle & Balzac auch noch ein ganz anderes als nach Toden von Hendrix, Joplin, Morrison etc.
Insofern habe ich für Dillos wie Gahan (Depeche Mode), Cobain oder Doherty eher weniger Verständnis, weil die haben schon von vorneherein gewusst, worauf Sie sich eingelassen haben.

Oder wie William S. Burroughs schon in seinem Nachwort zu "Naked Lunch" meinte: Die Drogenbekämpfung müsse zu allererst beim Süchtigen ansetzen... Burroughs wusste wovon er sprach, denn er war selber 15 Jahre lang Junkie gewesen. Im Übrigen hieß sein erstes veröffentlichtes Buch auch genau so ("Junkie").

wo schreibe ich über meine "idole"?

es ist eine unvollständige auflistung bekannter personen, die "junkies" waren - nicht mehr und nicht weniger. und wenn sie freuds abhandlungen zum thema lesen, wird deutlich, dass der gute mann sehr wohl wusste, was er tat... (gilt auch für koks, btw.)

Re: Re: Junkies?

Solange der Steuerzahler nicht für die Giftler....r aufkommen oder die Polizei sich um sie kümmern muß sind sie mir gleichgültig.
Aber keinen Cent öffentliches Geld für die.

Re: Re: Re: Junkies?

Wenn verliert Ihrer Meinung nach ein Mensch seine Würde? Wenn er süchtig ist - wonach auch immer? Wenn er nicht ihre Meinung teilt? Wenn er obdachlos ist? Wenn er nicht rechtschreiben kann? Wenn er arbeitslos ist? Wenn seine Lebensgeschichte dumm gelaufen ist?

Re: Re: Re: Junkies?

Gleichgültigkeit ist das Letzte was eine funktionierende Gesellschaft ausmacht!

 
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