Wachzimmersperren: Mehr Polizisten auf der Straße

13.01.2013 | 18:44 |  MARTIN STUHLPFARRER (Die Presse)

Anstelle eines Beamten werden die Wiener dann zwischen 22 und sieben Uhr dort nur eine Notfall-Gegensprechanlage vorfinden, die automatisch mit dem Polizeinotruf verbindet.

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Wien. Auf die Wiener Polizei kommen in den nächsten Wochen und Monaten Veränderungen zu – und damit auch auf die Bürger. Im ersten Halbjahr 2013 sollen 20 Polizeiinspektionen, die wenig frequentiert sind, in der Nacht geschlossen werden – derzeit gibt es insgesamt 96 Polizeiinspektionen in Wien.

Anstelle eines Beamten werden die Wiener dann zwischen 22 und sieben Uhr dort nur eine Notfall-Gegensprechanlage vorfinden, die automatisch mit dem Polizeinotruf verbindet. Bisher waren die betroffenen Inspektionen in der Nacht mit einem einzigen Beamten besetzt.

Argumentiert wird diese Maßnahme seitens der Polizeiführung damit, dass dadurch 20 Beamte frei werden, die dann auf der Straße unterwegs sind – was mehr Sicherheit in der Nacht bedeute. Von den nächtlichen Schließungen sind alle Wiener Bezirke betroffen, ausgenommen Margareten, Neubau und die Josefstadt. Unterstützung bekommt die Polizeiführung vom Rechnungshof, der zuvor schon festgehalten hatte: Es gibt in Wien eine zu hohe Dichte an Polizeiinspektionen.

Kommissariate fusionieren

Dazu kommt eine zweite Änderung bei der Polizei. Derzeit wird überlegt, die Kommissariate Liesing und Meidling zusammenzulegen – ebenso wie die Kommissariate Landstraße und Simmering. Damit würde diese Zahl weiter schrumpfen: 2002 gab es noch 23 Polizeikommissariate, nach einer Neuorganisierung waren es nur noch 14. Jetzt sollen es zwölf werden. Die Polizeiführung will damit Polizisten von Verwaltungsaufgaben befreien, es würden dann mehr Beamte für den Außendienst zur Verfügung stehen, wird argumentiert.

Die Begründung, diese Mini-Reform werde durchgeführt, damit mehr Polizeibeamten auf der Straße sind, glaubt Harald Segall, Vorsitzender der Personalvertretung der Wiener Polizei, nicht. Er vermutet vielmehr „finanzielle Motive“, also Einsparungen.

 

Kritik der Gewerkschaft

Denn bisher sei es so abgelaufen: Wenn ein Beamter auf Funkstreife im Außendienst aus gesetzlichen Gründen die maximale Zeit am Steuer erreicht hatte, ging er in eine Polizeiinspektion und schrieb dort die Berichte zu den Vorfällen, die sich während seines Dienstes ereignet hatten. Jener Beamte, der in der Inspektion saß, wechselte vom Schreibtisch in den Polizeiwagen. „Es ändert sich durch die Nachtschließung in der Praxis nichts.“

Denn ein Beamter, der seine maximale Zeit am Steuer erreicht habe, könne anschließend nicht weiter auf die Straße gehen, sondern müsse seine Berichte in einer Inspektion tippen. Daher diagnostiziert Segall: Durch die geplante Maßnahme werden nicht mehr Beamte auf der Straße sein. Sinn hätte diese Maßnahme nur, wenn als zweiter Schritt geplant werde, die betroffenen Inspektionen aus Kostengründen ganz zu schließen. Dagegen werde sich die Gewerkschaft aber „sicher wehren“, so Segall.

Auch mit der Zusammenlegung der Kommissariate kann sich der Polizeigewerkschafter nicht wirklich anfreunden. Bereits 2002 sei die Zahl der Kommissariate von 23 auf 14 verkleinert worden. Jetzt weitere Kommissariate zusammenzulegen, sei sinnlos. Es bringe keine Synergieeffekte, es würden dadurch auch nicht mehr Beamte auf der Straße sein.

Die Liste aller Polizeiinspektionen in Wien finden Sie unter:

WEITERE INFORMATIONEN UNTER

www.bundespolizei.gv.at/wien/

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2013)

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45 Kommentare
 
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Nicht zu verantworten!

"Offenbar glauben Bürgermeister und Innenministerin, dass die Kriminellen zu dieser Zeit schlafen!"

Notfall-Gegensprechanlage

Wer wird die nutzen? Wer wandert im Notfall zu dieser Einrichtung? Das waere genauso sinnvoll wie ein Taxi telefonisch zu bestellen und beim naechsten Standplatz zuzusteigen...
Heute ist diese Sprechanlage unnuetz, ueber jedes Mobiltelefon erreicht man den Notruf eher.

Re: Notfall-Gegensprechanlage

Rufen kann man von überall nur die entscheidende Frage fürs andere Ende.
Ist da jemand ??????

na wenn dann die eingesparten polizisten

wirklich zu fuß in ihren bezirk unterweg sind macht das sinn!

Ohne Personalstundenreduzierung

hätte das Ganze keinen Sinn.

Also wird´s noch unsicherer.

4

FRAGE

Wo sind die von der ÖVP im Zuge der von der schwarz/blauen Schüsselregierung für Wien versprochenen zusätzlichen 1000 Polizisten ?

Re: FRAGE

1000 Polizisten gingen in Pension es gab also nIcht mehr sondern - 0

Re: FRAGE

offenbar fand man noch keine Antwort auf die Frage wer die denn bezahlen wollte und sollte

margareten, neubau und josefstadt

klar, wo die rotz-grün-I-nnen zu hause sind wird an der sicherheit nicht gespart.

Re: margareten, neubau und josefstadt

es geht nicht anders man muss das sagen1

sie sind sowas von beschränkt!!!!!

Wo ist der Unterschied?

Ein Polizist auf der Wachstube macht das Kraut sicher auch nicht Fett! Der kann nicht helfen sondern auch nur Hilfe anfordern, also ist es egal ob Wachstube besetzt ist oder nicht, der Polizist wird in der Nacht die Türe nicht aufmachen, so wie bei den Nachtapotheken, also wie schon gesagt: Kein Unterschied!

Tu felix banana

Richter zu Opfer:

"Na hören Sie! Es ist doch bekannt, daß es nach 22 Uhr gefährlich auf der Straße ist. Sie sind selbst schuld!"

Der nächste Schritt sind Ausgangssperren zu unser aller Wohl.

Das

dient nur der Ablenkung! Der feuchte Michl hat recherchiert - jedem Ösi seine Knarre, quasi jeder ist sich selbst der Nächste. Bei der Stückzahl rennt natürlich eine saftige Povision. Die hat er mit dem Ali schon vereinbart. Der reibt sich auch schon die Hände ob des guten Geschäfts. Nebenbei verdünnen sich die Haushalte wegen der zu erwartenden Ehekonflikte. Wer schneller am Abzug ist bleibt erhalten. Entweder die Mitzi oder der Fritzi. Davon leben die Wiener Pompfüneberer wieder gut. Also, alles happy - gemmas an.

Du meine Güte!

20 Wachstuben = 20 Kapperl.
Und wie soll man das auf der Straße merken?
In Wien gibts rund 200 Würschtelstandln, da verlaufen sich die Massen........

Re: Du meine Güte!

Zur Essensausgabe werden die 20 Kapperl sich bei einem der Würstelstände anzutreffen sein.

Re: Du meine Güte!

Stimmt. Es geht nur um die Kosten. Ein Reiner Test vor der totalen Sperre. "Schaun wir mal, wie die Bevölkerung reagiert." Halten sich die Proteste in Grenzen, wird zugesperrt. Das Gschichtl mit 20 Polizisten mehr auf der Strasse dient nur zu Irreführung, mehr nicht. Kosten für die Miete und den Betrieb von 20 Dienststellen werden eingespart. Das ist die traurige Wahrheit.

Die Polizei handlungsunfähig zu machen...

...ist auch eine Möglichkeit, die Gefängnisse leer zu bekommen und die grünlinke Vision einer gefängnislosen Gesellschaft wahr werden zu lassen.
Das dies auf Kosten derer geht, die zu nächtlicher Stunde unterwegs sein müssen, stört unsere rotgrünen "Stadtväter" nicht wirklich, das ist ein Preis der zu zahlen ist.

Klar, mehr Polizisten auf der Straße

Freche Lügen! Die Wachzimmer werden in der Nacht zugesperrt, um Überstunden zu sparen. Das heißt, dass weniger Polizisten im Dienst sein werden, sonst nichts. Seit Jahren werden kontinuierlich Beamte eingespart, weshalb der Regeldienst in Wien nur mit massiven Überstunden aufrecht zu halten ist.

mein gott gewerkschaft

dienstfreigestellte funktionäre erzählen erinnerungen aus ihrem berufsleben, das schon jahre lang zurückliegt.

polizei

gehört auf die Straße, dafür werden sie bezahlt. gefahren- und aussendienstzulage nicht für sitzen am wachzimmer.

Re: polizei

Wieder ein Experte des Beamtengehaltsgesetzes und der Bundespolizeiwachverhaltung?

sehe es schon kommen

bei Polizei und Heer sparen und dann jammern aber Hauptsache weiter SPÖ und ÖVP wählen gehn !

... dann zwischen 22 und sieben Uhr dort nur eine Notfall-Gegensprechanlage vorfinden:

Und die Beamten werden aber auch keinesfalls "auf der Straße" anzutreffen sein!

Re: ... dann zwischen 22 und sieben Uhr dort nur eine Notfall-Gegensprechanlage vorfinden:

Es wird bestenfalls weniger Überstunden geben.

Es...

braucht nicht mehr Polizei sondern mehr Abschiebungen krimineller Migranten die bereits zu 70% der Gefängnisinsassen stellen. Mehr Polizei ist nur eine Scheinlösung!

sers zombie1969

neues Nickhoserl, wa?

Oft gesperrt, aber unverdrossen und täglich mit der Migranten-Hetze unterwegs.
Seine "muslimischen Banden im eigenen Land" hat der europaweit verteilt.
http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1332072/Frankreichs-Krieg-im-Sahel?parentid=3149511&act=2&isanonym=null#kommentar3149511

*rofl*

 
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