Innsbruck: Maria-Theresien-Straße wird radfreie Zone

Nach einem Gemeinderatsbeschluss prüft die Verkehrsbehörde derzeit die Umsetzung. Der Radkoordinator der aktuellen Radhauptstadt, Helmut Krainer, fände es "entsetzlich" sollte das Verbot tatsächlich in Kraft treten.

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Symbolbild – (c) Www BilderBox com (Www BilderBox com)

Innsbruck/Wien/Kb. Der Trend ist österreichweit eindeutig. Immer mehr Fußgängerzonen werden für Radfahrer geöffnet. Umso überraschender kommt der Beschluss im Innsbrucker Gemeinderat, für die stark befahrene Maria-Theresien-Straße ein Radfahrverbot zu verhängen.

Dabei hatte sich die Landeshauptstadt zum Musterschüler in Sachen radfahrerfreundlicher Infrastruktur gemausert. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) kürte sie Ende 2012 zur Radhauptstadt. 2011 wurden 23 Prozent der Alltagswege mit dem Rad zurückgelegt – mehr als in jeder anderen Stadt Österreichs. Für Helmut Krainer, Innsbrucks Radkoordinator, ist der Gemeinderatsbeschluss eine „rein politische, kontraproduktive Maßnahme. Es wäre entsetzlich, sollte das Verbot für diese wichtige Nord-Süd-Radachse kommen“.

Eingebracht wurde der Antrag vom VP-Seniorenbund und Mitgliedern der ÖVP und SPÖ. Mit 26:14 Stimmen wurde die knapp 200 Meter lange Fußgängerzone zwischen Burggraben und Anichstraße zur radberuhigten Zone erklärt. Die ÖVP stimmte dafür, die Grünen unisono dagegen. Die übrigen Fraktionen waren gespalten – Innsbruck wird von der VP-Abspaltung „Für Innsbruck“, den Grünen und der SPÖ regiert. Das Hauptargument der 26 Mandatare ist der Schutz der Fußgänger vor angeblich rücksichtslosen Radfahrern – obwohl sich 2012 nur ein Unfall mit Fahrradbeteiligung ereignete. Das eigentliche Motiv hinter dem Vorstoß: Die Maria-Theresien-Straße gilt bei den – VP-dominierten – Stadthütern seit jeher als „Prachtstraße“, die in erster Linie eines sein soll – schön anzusehen. Die vielen dort abgestellten Fahrräder würden daher so gar nicht ins Stadtbild passen. Bereits 2010 scheiterte ein Antrag des Gemeinderats auf ein Fahrradabstellverbot an gesetzlichen Bestimmungen.

Fix ist das Inkrafttreten des Radfahrverbots aber noch nicht, derzeit läuft ein Ermittlungsverfahren. Dann wandert ein Amtsbericht an den Verkehrsausschuss. Und schließlich wieder in den Gemeinderat. Vor dem Frühjahr ist mit keiner Entscheidung zu rechnen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.01.2013)

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