Beschwerde gegen bedingte Entlassung von Sexualtäter

17.01.2013 | 21:05 |   (DiePresse.com)

Der 51-jährige Salzburger soll die Fußfessel nur vier statt sechs Monate tragen. Die Staatsanwaltschaft spricht sich gegen den Gerichtsbeschluss aus.

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Die Staatsanwaltschaft Salzburg spricht sich gegen den Beschluss des Landesgerichtes Salzburg aus, wonach ein verurteilter Salzburger Sexualstraftäter statt sechs Monaten nur insgesamt vier Monate seine elektronische Fußfessel tragen muss. Man habe eine Beschwerde eingebracht, weil für die bedingte Entlassung keine Auflagen wie eine Weisung zur Psychotherapie oder für eine Bewährungshilfe erteilt worden seien, erklärte heute, Donnerstag, der Mediensprecher der Staatsanwaltschaft Salzburg, Marcus Neher.

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Der 51-jährige Salzburger hatte in den Jahren 2005 und 2006 eine damals 15- bzw. 16-jährige Frau mehrfach vergewaltigt und sexuell missbraucht. Der Täter wurde zu zwei Jahren teilbedingter Haft verurteilt. Für die unbedingte Haftstrafe von sechs Monaten hat der Verwaltungsgerichtshof Ende Oktober 2012 in letzter Instanz die elektronische Fußfessel bewilligt. Diese Entscheidung hatte für mediale Kritik gesorgt, auch das Opfer war empört.

Anfang dieses Jahres stellte der Verurteilte einen Antrag auf bedingte Entlassung, dem am 9. Jänner 2013 vom Landesgericht Salzburg als Vollzugsgericht auch stattgegeben wurde. Dem nicht rechtskräftigen Beschluss des Gerichtes zufolge muss er lediglich zwei Drittel des unbedingten Teils seiner Freiheitsstrafe von sechs Monaten im elektronisch überwachten Hausarrest verbringen.

Falls das Oberlandesgericht Linz der Beschwerde der Staatsanwaltschaft keine Folge gibt und der Beschluss des Landesgerichtes Salzburg rechtskräftig wird, endet der Hausarrest für den Salzburger im März. Dem Sexualstraftäter sei eine bedingte Entlassung nach vier Monaten mit einer Probezeit von drei Jahren deshalb bewilligt worden, da dafür alle gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen würden, erklärte gestern, Mittwoch, die Salzburger Gerichtssprecherin Bettina Maxones-Kurkowski gegenüber der APA.

 

 

(APA)

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16 Kommentare

Hoffentlich trifft es auch einmal jemanden in der Politik

Früher wird sich nichts ändern.

Aber nicht wundern, wenn ab Herbst Stronach und Strache am Ruder sitzen.
Und gut wärs!

Wahlkampf brauchen sie nicht mehr viel machen.

10 0

Aber den Küssel zu 9 Jahren

verurteilen. Die spinnen ja alle.

11 2

Re: Aber den Küssel zu 9 Jahren

Die 9 Jahre für Küssel wären schon in Ordnung, wenn der Mohmammed M. mindestens genausoviel bekommen hätte-der ist aber nach 4 Jahre frei und geht die Sache jetzt vom Ausland aus an.
Der hat sie zwar in D abgesessen, spielt aber keine Rolle.

Bei Verg.ewaltigung wären 9 Jahr ohne Bewährung mindestens auch gerechtfertigt-egal, ob Erstt.äter oder nicht.

Der Küssel

kriegt 9 Jahre (mM zurecht, aber darum gehts hier nicht).... und dieses "Vi:eh" geht 4 Monate mit einem Fussketterl spazieren?!?
Sollte so etwas jemals meiner Tochter widerfahren, weiß ich, was zu tun ist.....

Manchmal bleibt einem nur mehr der Mund offen

Wo leben wir? Wozu der ganze Zinnober mit Verhaftung, Anklage, Prozess, Urteil usw. wenn das dabei herauskommt. Schickts doch künftig eine Anonymverfügung; spart Geld und Ärger. Und geholfen ist so oder so niemandem.

Re: Manchmal bleibt einem nur mehr der Mund offen

Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.

18 1

... ein Vergewaltiger der das System ausreizt ...

... und ein Gericht, das sich dem Täter mehr verpflichtet fühlt als dem Opfer. Man ist vom Täter wie vom Gericht angeekelt.

18 0

Wahnsinn!!

ich bin fassungslos wegen Finanzdelikten und dergleichen bekommt man mehrere Jahre ( was ja in Ordnung wäre) aber die Relation passt nicht!! dieser Mensch hat Leben zerstört und läuft wieder frei herum unsere Justiz ist ein Witz!! i

26 2

Da drängt sich der Verdacht ja auf

Das einige dieser Personen die selbe Neigung haben wie der Täter.
Ein "normaler" Mensch oder Elterteil würde doch......

Re: Da drängt sich der Verdacht ja auf

Der Prozentsatz der Männer die eine Frau vergewaltigen würden, wenn sie sicher sein könnten dass ihnen juristisch nichts passieren kann, ist nach Untersuchungen der Polizei erschreckend hoch. Ich vermeide es bewusst die Zahl hier zu nennen.

Re: Re: Da drängt sich der Verdacht ja auf

und wenn er erwischt wird - was nicht sicher ist - bekommt er ein ketterl am fußerl und macht weiter! - 10 jahre mindeststrafe wäre schon ein risiko !

23 1

Großartig

Das darf ja nicht mehr wahr sein. In zwei weiteren Wochen wird beschlossen, dass er täglich einen Korb mit frischem Gebäck bekommt. Und jeden Samstag in der Früh kommt eine Musikkapelle und spielt ihm seine Lieblingslieder beim Frühstück. Damit er sich auch wirklich wohl fühlt.

Re: Großartig

Schöner hätten Sie nicht beschreiben können, wohin der Trend der Gutmenschen-Justiz geht.

26 1

Auch österreichische Gerichte sind so lax in der Verfolgung von Sexualverbrechern wie die indischen

Was unterscheidet Österreich von Indien in der Rechtsprechung? Vielleicht nur, dass Sexualverbrecher in unseren Breiten ihre Opfer, nachdem sie sie mehrmals missbraucht haben, nicht auf die Straße werfen oder gar aufhängen, wenn auch die Triebtäter bei uns nicht gerade zimperlich mit ihren Opfern umgehen und sogar vor deren Ermordung nicht zurückschrecken. Schon deshalb haben diese Bestien in Menschengestalt jeden Anspruch verloren, als Menschen behandelt zu werden.
Der extreme Täterschutz, den ein Salzburger Gericht einem Sex-Täter angedeihen ließ, der für eine fünfmalige Vergewaltigung einer Frau nur 6 Monate abgefasst hat, ist keine Abschreckung. Noch dazu, weil das Gericht ihm auch noch zugestand, diese Strafe im elektronisch überwachten Hausarrest mit Fußfesseln abbüßen zu können, und ihm jetzt ein dreiköpfiger Richtersenat noch einmal 2 Monate davon schenkte.
Schon das Ersturteil war kaum zu verstehen, die Entscheidung des Berufungsgerichtes ist es aber noch weniger. Es fehlte gerade noch, dass die Richter vom Vergewaltigungsopfer verlangt hätten, sich dafür entschuldigen zu müssen, eine Frau zu sein, die schon deshalb eine Mitschuld an ihrer Vergewaltigung durch diese Sex-Bestie treffe.
Wo aber bleibt der Aufschrei der Frauen- bzw. Justizministerin gegen dieses Schandurteil? Denn sollte dieser Richterspruch tatsächlich gesetzeskonform sein, dann müssten solche Gesetze schleunigst geändert werden.

werfen Sie einmal einen Blick auf unsere Frauen.- und Justizministerin.

Die brauche davor keine Angst haben.

Ich glaub es hakt!

Ich schnapp mir demnächst die Tochter eines Richters für Mehrfach-Bespassung. Vier Monate ein Bandl am Bein ist mir die Sache allemal wert!

Dem Opfer sei eine ukrainische Handynummer empfohlen. Der Rechtsstaat hat sich selbst abgeschafft.

(BTW: Wozu braucht ein Gericht einen Sprecher? Trauen sich die "Recht Sprechenden" ihre Entscheidung nicht persönlich mitzuteilen?)

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