Umgang mit Heimkindern: Vorwürfe gegen Volkshilfe Wien

08.02.2013 | 20:06 |   (DiePresse.com)

Minderjährige sollen laut einem ORF-Bericht "ohne Vorwarnung" nach Wien gebracht worden sein. Die Volkshilfe spricht von einem "Racheakt gekündigter Mitarbeiter".

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Kritik haben ehemalige Erzieher am Umgang der Volkshilfe Wien mit Kindern aus dem mittlerweile geschlossenen Kinderwohnheim Pitten (Bezirk Neunkirchen) in Niederösterreich geübt. Die Kinder sollen ohne Vorwarnung in neue Wohngemeinschaften in Wien gebracht worden sein. Außerdem soll es weder Schulplätze in der Bundeshauptstadt noch ein Konzept für die Betreuung gegeben haben, hieß es in einem Bericht der ORF-Nachrichtensendung "ZiB 1".

Florian Weis, Sprecher des zuständige Stadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ), bestätigte, dass die Kinder nach Wien übersiedelt wurden. Die Volkshilfe Wien wies die erhobenen Vorwürfe zurück. Diese würden "jeder Grundlage" entbehren und "lassen eine Racheaktion von gekündigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermuten", reagierte Erika Stubenvoll, Vorsitzende der Volkshilfe Wien. Im Februar 2012 sei eine Gruppe von acht Kindern aus Pitten nach Wien übersiedelt, sagte Christine Penz, Sprecherin der Organisation im Gespräch mit der APA. Die Kinder und Eltern seien informiert gewesen, ebenso wie die Wohngemeinschaft in Wien, die ja zum Zweck der Aufnahme der Kinder gegründet worden sei.

Kinder verlaust und verletzt

Laut ZiB wurden acht Kinder im Februar 2012 nach Wien gebracht und sollen dabei teils verlaust und auch verletzt gewesen sein. Ein ehemaliger Betreuer sagte im ZiB-Interview, dass sie nicht gewusst hatten, welche Medikamente manche Kinder verabreicht werden müssten. Laut dem Fernsehbeitrag wurden die Kinder so ein weiteres Mal traumatisiert und seien wieder mit den Erziehern zusammen, die bereits in Pitten tätig waren.

Zum Vorwurf, es habe keine Schulplätze für die Kinder in Wien gegeben, sagte Penz: "Die Kinder wurden in den Semesterferien übersiedelt, es gab zunächst keinen Schulplatz, aber wir haben geschaut, dass sie schnell einen bekommen - das hat ein paar Tage gedauert." Und es gebe "natürlich" ein Konzept für die Betreuung, so Christine Penz. Auslöser des vermuteten "Racheakts" sei die Kündigung von vier Sozialpädagogen gewesen, hieß es in einer Aussendung.

Anfang 2012 war bekannt geworden, dass es im Wohnheim Pitten zum Missbrauch von Kindern gekommen sei. Der Hauptverdächtige, ein ehemaliger Erzieher, hatte im März 2012 Suizid verübt. Der Mann, der als Erzieher tätig war, soll in den 1990er-Jahren sowie 2010 in dem Heim untergebrachte Buben missbraucht haben. Sein Dienstverhältnis war einvernehmlich aufgelöst worden.

(APA)

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22 Kommentare
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das Deckungsprinzip macht die Erzieher so

Wenn sie nicht gedeckt wären von ihren Vorgesetzten, dann könnten sie sich das nicht erlauben.

Selbständige und mündige Erzieher brauchen die Deckung nicht, die haben ihr eigenes Gewissen.

Das gilt auch für Schulen, Firmen usw.

13 0

Und wie so oft..

.. trifft sich hier der ungebildete und niveaulose Bodensatz unserer Gesellschaft!

Sich über Kinder lustig zu machen welche seit ihrer Geburt vernachlässigt und/oder misshandelt wurden, nie ein echtes Zuhause hatten, teilweise geistig beeinträchtigt sind weil die Mutter vor/wärend/nach der Schwangerschaft exzessiv Alkohol und/oder andere Drogen konsumiert hat ist das niveauloseste und armseligste was ein Mensch machen kann!

4 16

Die Dauerttraumatisierten

Was gibts da "vorzuwarnen"?
Das sind ältere, fast erwachsene Minderjährige.
Nicht nur ich sondern viele andere mussten durch Kriegs- und Nachkriegsereignisse öfters den Wohnort und die Schulen wechseln, andere Lehrer, andere Schulfreunde, andere Umgebung usw.
Wer ist denn da schon wieder "traumatisiert"?
Bisher hörte man das nur von Asylwerbern.
Mag sein, dass es da der eine oder andere, dessen Verwandte vor seinen Augen umgebracht wurden, auch war.
Aber wegen so einem Sch...s?

Re: Die Dauerttraumatisierten

Das müsste man schon verstehen wollen...
Der Okar Schindler war ja auch ein Held, aberder soll es ja mit dem Alter seiner Gespielinnen auch nicht so genau genommen haben.................................

Re: Die Dauerttraumatisierten

aber gerade sie müssten wissen wie so etwas ist und dann so etwas schreiben?!?!? oder war es für Sie toll immer wo anders zu sein, aber sie hatten bestimmt ihre Eltern immer dabei!!!

Penz fährt weiter Benz

Und über alle Vorwürfe drüber...

Sein Dienstverhältnis war einvernehmlich aufgelöst worden

?????????????????

Die Kinder und Eltern seien informiert gewesen

Wieso sind die Kinder in einem Heim, wenn sie Eltern haben?

1 1

Re: Die Kinder und Eltern seien informiert gewesen

natuerlich haben heimkinder eltern! sie wurden den eltern zb aus gruenden der vernachlaessigten sorgfaltspflicht vom jugendamt abgenommen. vielen eltern bleibt ein teil der obsorge erhalten, andere teile, wie pflege und erziehung ergehen bei fremdunterbringung ans jugendamt und somit an eine wohngemeinschaft. heime wurden mit der heimreform geschlossen, weshalb es jetzt keine heime mehr geben soll.

Re: Die Kinder und Eltern seien informiert gewesen

weil eventuell die eltern drogensuechtig, gewalttaetig, krebskrank, psychisch nicht in der lage, verwahrlost, im gefaengnis sind?

vor dem posten denken hilft

0 0

Re: Re: Die Kinder und Eltern seien informiert gewesen

du hast recht; aber vielleicht hat der poster fuechslein an waisenkinder gedacht, die es nicht mehr gibt, zumindest nicht mehr in der anzahl als heimkinder

Re: Re: Die Kinder und Eltern seien informiert gewesen

Zu solchen Themen treffen sich hier immer die ahnungslosen Schreihälse. Mach dir nichts draus.
Viele Kommentatoren sind sozial inkompetente Proleten.

Re: Re: Die Kinder und Eltern seien informiert gewesen

Aha. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm.

33 0

Sein Dienstverhältnis wurde einvernehmlich aufgelöst.

Dieser Satz erschüttert mich!

Da missbraucht ein Mann/Mitarbeiter seine Schützlinge....und wird einvernehmlich gegangen.

Das gibt es anscheinend wirklich nur bei uns.

Re: Sein Dienstverhältnis wurde einvernehmlich aufgelöst.

Kommt halt drauf an WER den erwischt.
Ich meine die Heimleitung wird sich ja nicht selbs Probleme bereiten.

Und geben tut es sowas weltweit.
Nehmens mal nur die Usa.Jedesmal liest man da zB "Lehrerin hatte Verhältnis mit minderj. Schüler,Anzeige hat die Mutter d Schülers erstattet - und hinten nach stellt sich heraus die Fr. Lehrerin wurde Jahre davor von einer anderen Schule entlassen weil es da genau so war nur wurde sie von einem Kollegen ertappt.
(das kommt mit einem Hr. Lehrer natürlich auch vor.)

Re: Re: Sein Dienstverhältnis wurde einvernehmlich aufgelöst.

Als 15 jähriger hätte ich mich mit Wonne von meiner Lehrerein lieben und leiten und führen lassen!

DAs war mein Traum - da hätte ich in Kürze alles gewusst.

***ggg***

Nachdem das sozialistische Missstände sind....

... werden wir das der Vergessenheit überantworten.

3 0

Re: Nachdem das sozialistische Missstände sind....

"Wir" = Medien?

2 0

so schlimm das auch sein mag

aber dieses Bild von der Puppe die im Dreck liegt

Das ist immer auch eine grundsätzliche Frage: Wie gehen Erwachswene, Eltern, Pädagogen, Erzieher , Lehrer mit Kindern um?


13 4

"Ohne Vorwarnung nach Wien"

Das ist echt hart!

4 3

Re: "Ohne Vorwarnung nach Wien"

und das finden sie lustig?

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