Frühpensionen für Beamte: Neue Rekordzahlen in Wien

14.02.2013 | 18:24 |   (Die Presse)

Heuer wurde bereits 125 Wiener Beamten die Frühpension bewilligt - so vielen wie noch nie. Die Frühpensionen betreffen dabei laut Ulm nicht hauptsächlich Schwerarbeiter.

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Wien/Stu. Wie krank sind die Wiener Beamten? Diese Diskussion flammt jetzt wieder auf. Denn für Jänner und Februar wurden bei der Personalkommission der Stadt Wien 125 Frühpensionen genehmigt, wie am Donnerstag bekannt wurde. Damit liegt die Zahl der Frühpensionen deutlich über jener des Vorjahres, sagt VP-Gemeinderat Wolfgang Ulm zur „Presse“. Er will zwar keine Prognose für das Jahr 2013 abgeben, da zwei Monate noch nicht wirklich aussagekräftig sind, „doch geht dieser Trend so weiter, würden wir am Jahresende 750 Beamte verzeichnen, die in Frühpension gehen“. Zum Vergleich: Im bisherigen Rekordjahr 2012 sind „nur“ 553 Beamte in Frühpension gegangen. Das durchschnittliche Alter der beamteten Frühpensionisten liegt derzeit bei 54,06 Jahren.

„Die Stadt Wien schafft es nicht, ihre Mitarbeiter motiviert und gesund zu halten“, so Ulm. Zwar habe Bürgermeister Michael Häupl in der Vergangenheit erklärt, dass Wien Maßnahmen setzen werde. „Doch der Trend zu immer mehr Frühpensionen zeigt, dass hier nichts passiert ist“, so Ulm: Es sei an der Zeit, dass die Stadt Gegenmaßnahmen ergreife.

Die Frühpensionen betreffen dabei laut Ulm nicht hauptsächlich Schwerarbeiter (aus historischen Gründen sind beispielsweise Müllarbeiter auch Beamte) – nur ein Drittel von ihnen zähle zu dieser Gruppe, der Rest komme aus der Verwaltung.

 

Burn-out und Rückenschmerzen

Hauptgründe für die Frühpensionierungen von Beamten im Verwaltungsdienst sind Burn-out und Rückenbeschwerden. „Es gibt offensichtlich viele Fälle von Mobbing, Ungerechtigkeiten von Vorgesetzten und ein schlechtes Betriebsklima.“ Das betreffe nicht nur die Mitarbeiter der Stadt, sondern auch die Steuerzahler. Die Frühpensionierungen kosten laut Ulm rund 200 Millionen Euro pro Jahr.

Personalstadträtin Sandra Frauenberger widerspricht Ulms Darstellungen: Die jetzigen Zahlen würden keinen Rückschluss auf das laufende Gesamtjahr zulassen. Außerdem gebe es Präventionsprogramme, um Mitarbeiter möglichst lange und gesund im Arbeitsleben zu halten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2013)

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47 Kommentare
 
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Hals- und Schulterschmerzen...

vom ausdauernden A...kriechen.

Re: Hals- und Schulterschmerzen...

um diese zu vermeiden würde ich die Ein-Knie-Methode empfehlen, da man hier den Hals und Kopf gerade halten bzw. leicht nach oben strecken kann....

dazu kann man nur sagen...

WIEN WÄHLT...

"Soziale Gerechtigkeit" wie es unser Grinser immer wieder betont!


Komisch

Bin 58 und wegen Krankheit seit drei Jahren Arbeitslos.
Meine Bandscheiben sind wegen schwerstarbeit kaputt.
Meine Knie und Knochen Schmerzen.
Muß dauernd Kurse machen,und man legt mir nahe dass ich noch bis 65 zu arbeiten habe.
Aber bei den Beamten drückt man immerwieder die Augen zu.


Re: Komisch

das ist sozialistische gerechtigkeit! alle sind gleich, nur ein paar halt gleicher.

Diese Rot,Grüne Partie

gehört vom Wähler abgestraft und ins Nirvana geschickt wo sie hingehören. Diese unnötige Br... kassiert von allen anderen damit die Ihre Klienten anfüttern.

wozu

motivieren, etc...
die einen gehen in grühpension und sind eine dankbare kernwählerschicht; und die 'neuen' kann man sich dann schon wieder heranzüchten!!
am besten das derzeitige system (rot-grün)bei der nächsten wahl abwählen!

Reha-Maßnahmen?

wie im ASVG vorgesehen? Wiener Beamte sind halt gleicher!

SPÖ+ÖVP verarschen weiterhin sämtliche Leute die ohne Parteibuch in der Privatwirtschaft arbeiten!

"Mehr Privat und weniger Staat" plakatierte die ÖVP! Ihre eigenen Kinder aber versorgens ie mit sichere und hochbezahlte Jobs beim Staat. Dafür dürfen sie auch noch ab 50 in Pension gehen.

Burn-out

bei Beamten als Grund für eine Frühpensionierung. Das ist ja wohl die größte Vera....e aller arbeitenden Menschen in diesem Land. Wie lange noch werden sich die Steuerzahler in diesem Land diese dauernde Verhöhnung durch die Politik und ihre beamteten Handlanger noch gefallen lassen?

Re: Burn-out

Ich kann mir schon Gründe vorstellen, um als Gemeindebediensteter in Frühpension zu gehen.
Ich hatte einmal, Gott sei Dank, nur schriftlich, mit der Vassilakuh (ihrem Büro) zu tun. Und die Erkenntnis, die ich dabei gewonnen habe, war, schade um die Zeit die ich dafür verwendet habe, und ich wurde religiös.
Ich dankte Gott, dass ich dort arbeiten muss.
Daher kann ich mir vorstellen, dass bei bestimmten Bediensteten, schon nach wenigen Tagen, ein Burn-out geben kann.
Dieser Vorgang hatte auch, man staune, etwas positives. Ich erkannte, Mikel Meyers ist im Vergleich mit so mancher realen Person nicht Geisteskrank.
:)

Re: Re: Burn-out

Ein Tippfehler hat sich eingeschlichen, soll richt so lauten:
"Und die Erkenntnis, die ich dabei gewonnen habe, war, schade um die Zeit die ich dafür verwendet habe, und ich wurde religiös.
Ich dankte Gott, dass ich dort NICHT arbeiten muss."

Ich bitte demütigst um Verzeihung.

2/3 kommen aus der Verwaltung...

no scheinbar haben's die K&K Hofangestellten von Seiner Gnaden Häupl doch nicht so leicht. Ausgebrannte, gelangweilte Staats"diener", die fadisiert an der Beamtenforelle herumknabbern und mit 54 Jahren des Lebens nicht mehr froh sind. Darf man sich das in etwa so vorstellen, Herr Bürgermeister?

Und wahrscheinlich verkauft er uns diese Frühpensionierungen dann auch noch als "notwendigen und geforderten Akt zur Reduktion des Beamtenapparates und als weitere Verschlankung der Landesregierung".
In arab. Ländern würden die Leute pausenlos mit Schuhen nach ihm werfen; wir benutzen nicht einmal die nassen Fe:tzen!
Shame on you!

Re: 2/3 kommen aus der Verwaltung...

Sie vergessen doch was:
wie hat der Häupl vor einigen Monaten gesagt: "Ich werde doch nie vorher sagen, wann ich abtrete - dann bringt mir der Amtsdiener (sollte eigentlich heißen Amtsgehilfe, kommt aber nicht so gut rüber) nicht einmal mehr einen Kaffee
vielleicht sollten Sie sich bei Weninger und Hundstorfer erkundigen, wie dort der Hase läuft..

Re: 2/3 kommen aus der Verwaltung...

habe noch etwas vergessen:
ICH lasse mir MEIN Wien nicht schlecht machen. Nicht einmal von einem ausgfre**enen, sinnlosen Parteigockel!

10

Wenigstens ...

bestreitet sie nicht, dass zahlreiche Pensionierungen auf system-interne Probleme zurück zu führen sind.
Ich kenne persönlich einen Fall, wo schon seit mehr als einem Jahr versucht wird, eine jetzt 53jährige unbequeme Beamtin in die Frühpension zu schicken.
Man hat ihr bereits ihr bisheriges Aufgabengebiet weg genommen, hat ihren Dienstort innerhalb der Möglichkeiten bereits zwei Mal geändert und sie mehr oder weniger direkt aufgefordert, doch die Frühpension zu beantragen.
Derzeit sitzt diese Fachkraft (A-Beamtin mit Diplomingenieurs-Studium und durchaus auch in der EDV sehr versiert) herum und macht - wenn ihr überhaupt eine Aufgabe zugteilt wird - Ablage.
Die Stadt Wien kann sich das leisten.
Die BürgerInnen der Stadt Wien auch?

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Umso weniger man tut, umso fauler wird man.


Werte Steuerzahler & Kinder !!


Das ist gelebte unSozialpartnerschaft zu EUREN Lasten !!!!!

Viele BeamtInnen wechseln auch ins ASVG, um früher am Kinder-Ausplünderungsprogramm teilnehmen zu dürfen !

In der Schweiz oder in Schweden nennt man das BETRUG !!

Die Frühpensionen betreffen dabei laut Ulm nicht hauptsächlich Schwerarbeiter.

Eine liebevolle Formulierung, die eh alles sagt.

Ist schon paradox, dass Sesselfurzer kranker sind, als Müllmänner.

Re: Die Frühpensionen betreffen dabei laut Ulm nicht hauptsächlich Schwerarbeiter.

die armen sind ja wirklich krank -im Kopf !

Ja ja

Die Beamten tun sich da einfach leichter, durch ihre lebenslange Schinderei fallen sie eindeutig unter die Hacklerregelung.

Fit 2 Work

Gilt dieses Programm für Beamte nicht?
Diese Pensionierungen sind sofort rückgängig zumachen und zwar 5 Jahre rückwirkend.

Re: Fit 2 Work

das problem ist ja nur, was machen sie dann mit den leuten. die hat noch nie irgendwer gebraucht und sie sind trotzdem teuer bezahlt. vermutlich ist da, im rahmen der gesetzlichen möglichkeiten, wirklich noch die frühpense das kleinere übel. billiger wäre natürlich, wenn diese typen genauso kündbar wären wie alle anderen auch. aber dann hätten sie halt ein heer von unvermittelbaren langzeitarbeitslosen. auch nicht schön.

Amtsstuben --> Burn-Out-->Frühpension-->Lebensleistung geschafft!


Eine erhellende Beschreibung eines solchen Arbeitsplatzes von jemand der aus der Privatwirtschaft in den öffentlichen Dienst wechselte:

http://www.welt.de/vermischtes/article113553071/Ich-kopierte-leere-Blaetter-um-Ruhe-zu-haben.html

Burnout, Rückenschmerzen, Mobbing. Soso.

Was denen fehlt, ist einzig ein kräftiger Tritt in den Hintern. Aber die Planstellen werden gebraucht, um noch schnell ein paar Grünossen zu versorgen, bevor der Spaß vorüber ist. Und jedes Jahr ein paar mehr, bis in Wien endlich gewählt wird.

 
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