Kirchenbesetzer überlegen Auszug

14.02.2013 | 18:24 |   (Die Presse)

Bundespräsident Heinz Fischer appellierte an die Besetzer, aus der Votivkirche auszuziehen. Sie wollen nun tatsächlich am Sonntag Gespräche über einen Umzug beginnen.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Wien/Kb/Stu. „Wir müssen jetzt handeln. Wenn wir tot sind, ist das keine Lösung.“ Mir Jahangir spricht aus, worauf Viele gewartet haben – dass die rund 50 Personen, die seit dem 18. Dezember die Wiener Votivkirche besetzen, über die Übersiedlung in ein anderes Quartier verhandeln wollen. „Vielleicht starten wir nächste Woche einen Dialog und übersiedeln dann woanders hin. Ich hoffe es“, sagte Jahangir, der selbst seit Wochen in der Votivkirche ausharrt, dem Ö1-„Mittagsjournal“.
Liogat Ali Turi, ein weiterer Betroffener zur „Presse“: „Wir müssen bleiben, bis es eine Lösung gibt. Wenn es für das neue Quartier nicht denselben Schutz gibt wie hier in der Kirche, werden wir bleiben.“ Und mit Schutz meine er vor allem auch den Schutz vor Abschiebung. Die Caritas betonte, laufend im Gespräch mit den Besetzern zu sein, konkrete Pläne zum Auszug gebe es aber nicht.

Mehr zum Thema:

Fischer: „Übersiedlung wichtig“

Mit ein Grund für das Umdenken war der am Mittwoch an die Besetzer gerichtete Appell von Bundespräsident Heinz Fischer, in das von der Kirche angebotene Ausweichquartier zu übersiedeln. Dies wäre „ein wichtiger und positiver Schritt in die richtige Richtung“. Mit einer Übersiedlung wäre eine Grundlage geschaffen, damit in Gesprächen mit jedem einzelnen Betroffenen eine individuelle Perspektivenabklärung erfolgen könne.
Fischers Brief sei sicher hilfreich gewesen, meint Caritas-Wien-Sprecher Klaus Schwertner. Ob die angebotene Hilfe aber nun auch tatsächlich angenommen werde, das sei noch nicht abzusehen. Der Ausgang dieser Gespräche sei offen.

Zunächst wollen die Besetzer jedenfalls die „Solidaritätsdemo“ am Samstag in Wien abwarten. Gleich danach, am Sonntag, werde man mit der Kirche und der Caritas in konkrete Verhandlungen treten und die Bedingungen diskutieren. Die Demonstration startet um 14 Uhr beim Westbahnhof und wird nach einer Zwischenkundgebung vor dem Innenministerium zum Parlament und schließlich zur Votivkirche ziehen, wo es eine Abschlusskundgebung gibt. Sie wurde am Mittwoch als Reaktion auf den Bericht des Innenministeriums angesetzt, wonach die Räumung des besetzten Sigmund-Freud-Parks am 28. Dezember „verhältnismäßig“ gewesen und korrekt vollzogen worden sei.

Das Innenministerium hielt am Donnerstag fest, dass es keinen weiteren runden Tisch mit den Besetzern geben wird, ebenso wenig wie strukturelle Änderungen im österreichischen Asylwesen. Weiterhin lege man den Flüchtlingen nahe, die kalte Kirche zu verlassen und in die von der Caritas angebotenen Quartiere zu übersiedeln.
Zudem wies das Ressort darauf hin, dass sich der Anteil der Personen mit negativem Asylbescheid in der Votivkirche seit Beginn der Besetzung erhöht habe. Wesentlich für Asylverfahren sei die Mitwirkung des Antragstellers. Aufgrund von versäumten Fristen mangle es jedoch zum Teil an dieser Mitwirkung. Die Folge sei eine höhere Zahl von Personen mit rechtskräftigen negativen Bescheiden.

Ein Drittel mit negativem Bescheid

Derzeit befinden sich zwei Drittel der Besetzer in laufenden Asylverfahren, ein Drittel hat rechtskräftige negative Bescheide bekommen. Ein Großteil von ihnen setzt den Hungerstreik, der zwischenzeitlich unterbrochen wurde, wieder fort. Ihre Forderungen sind: Grundversorgung für alle Asylwerber, freie Wahl des Aufenthaltsortes, keine Transfers in die Bundesländer gegen den Willen der Betroffenen, Zugang zu Arbeitsmarkt, Bildung und Sozialversicherung, Einrichtung einer unabhängigen Instanz zur Prüfung negativer Asylbescheide, Asyl für Wirtschaftsflüchtlinge und keine Dublin-II-Abschiebungen mehr – diese Verordnung legt fest, dass ein einziger EU-Mitgliedstaat für die Prüfung eines Asylantrags zuständig ist. Ziel ist es, zu vermeiden, dass Asylsuchende von einem Land ins andere zurückgeschickt werden und mehrere Asylanträge stellen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2013)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

287 Kommentare
 
12 3 4 5 6 7

Es ist schön,

dass in Österreich die Gesetze für ALLE gelten.

Lösung

Räumen, sofort. Wenn diese Personen etwas fordern wollen, können sie ja demonstrieren gehen - aber besetzen - NEIN. So macht man das in einer Demokratie.

Als steuerzahlender Bürger verlange ich die sofortige Räumung und alle rechtlichen konsiquenzen für die Besetzer!

Warum

..wurde mein Post nicht freigeschalten ? Ich hoffe doch nicht, dass die Presse neuerdings um Inserate von gewissen NGO's bangt ?

Was nicht sein darf kann auch nicht sein ?!?

Zuallererst steht auch die Freiheit

verschiedene Meinungen zu äussern, gesetzliche Bestimmungen zu hinterfragen , und im gegebenen Fall eben als Zeichen der Hoffnung und des Widerstandes gegen Meinungs- und Stimmungsmache einer begrenzten Minderheit die Sprache der Strasse zu nutzen.

Re: Zuallererst steht auch die Freiheit

Muss schon auch einmal gesagt werden dass Migranten nicht nur deshalb zu uns kommen um sich bei uns ihr tägliches Brot zu verdienen und um im Schweisse ihres Angesichts Heizvorräte für die Wintermonate zu erplagen. Magnet ist unser hinterfragungswürdiges undurchsichtiges Sozialsystem das Menschen von anderen Kontinenten z.B. in Österreich besonders in die Anonymität Wiens lockt. Integration oder Arbeit in den Bundesländern ist weit weniger gefragt....

Re: Zuallererst steht auch die Freiheit

Stimmt. Gegen die Meinungs und Stimmungsmache der linken Minderheit ist entschieden aufzutreten. Es kann nicht sein dass die absolute Minderheit die Mehrheit derer, die für Recht und Ordnung sind, so terrorisieren kann wie es seit Monaten geschieht.

Ich kann das Guti Gewinsle nicht mehr hören.

Zur Hölle mit euch und eurer gutmenschlichen Ideologie.

Hoffentlich wird es eine ergebnisreiche Demonstration heute -

auf jeden Fall gewaltfrei und ganz sicherlich ohne Schreibtisch und doch : einer neutralen Bewertung. Politik und Religion sollen es gemeinsam aushandeln.

Re: Hoffentlich wird es eine ergebnisreiche Demonstration heute -

Es gibt nichts auszuhandeln. Die die einen negativen Asylbescheid haben sind abzuschieben, beim Rest ist das Asylverfahren zu beenden und dann entsprechend zu handeln.

Die Lösung des Sachverhaltes

erfolgt am Besten, wenn sich alle Beteiligten zu einer friedlichen und humanistischen Aussprache an einen Tisch setzen.

Mein Kommentar!!!

Meine Familie, mit acht Personen, ist aus der kath. Kirche ausgetreten.

Re: Mein Kommentar!!!

Ihr Kleingläubigen! Ich werde für Euch beten, denn Euch steht dereinst Fürchterliches bevor!

Re: Mein Kommentar!!!

Gratulation!

Mutiger Schritt.

Wird keiner jemals bereuen.

abschieben!

Punkt. Aus. Ende. - sofort!

20.5 Mio zahlt nur Vorarlberg Kirchensteuer

Wie viel wird es in ganz Ö sein?
Mit der Dummheit der Österreicher lässt sich leicht Asylantenrevolte machen..

Man hört nichts mehr von Herrn Landau

Untergetaucht?

Wichtigere Aufgaben?

Muss er seinem marxistischem Chef bei der Wahl zum Mr. Rome helfen?

P.S: Es gibt kein Kirchenasyl - also soll die Exekutive diese Bande rauswerfen und sich nicht weiter schuldig machen

42

Erpresser!

Liebe Gäste, ich hoffe,dass es nicht wieder heisst
ihr bekommt einen Aufenthaltsstatus auf Grund von windigen Angaben zuerkannt.Die Wunden,welche ihr der österreichischen Bevölkerung zugefügt habt,werden wir so schnell nicht vergessen. Bei den bevorstehenden Wahlen werden wir uns für Eure unerwünschte Anwesenheit und für das lasche reagieren unserer Politiker durch das Kreutz an der richtigen Stelle bedanken.

Re: Erpresser!

Die Wunden und die Demütigungen müssen wir ungläubigen und untoleranten Christen,die schon unzähligen Menschen aus allen Herren Länder Schutz gaben, und sie aufgenommen hat schon aushalten.

Wenn wir ungläubigen und untoleranten es wagen,den Missbrauch und die kriminellen Machenschaften zu kritisieren dann müssen wir noch mehr Wunden und Demütigungen rechnen. Man erklärt uns einfach zu Rechtsradikalen und Nazis.

Aber ich denke irgendwann wird sich das bitter rächen!


Re: Erpresser!

Ihr , liebe Erpresser,

und Ihr, Politiker, habt es geschafft, unser Land lächerlich zu machen und seine Bevölkerung zu demütigen.

Dafür werdet ihr und die Politiker die Rechnung bekommen:

Ihr,Erpresser, indem Ihr heim fahrt

die Poltiker bekommen sie in der Wahlzelle.

Liebe Scheinasylanten:

hier eine Zeile von Wolfgang Ambros:
"Baba und foi ned, und kumm guat z'aus"
Anders gesagt: schleicht Euch aus unserem Land.

Re: Liebe Scheinasylanten:

Wenn ich hör "schleicht Euch aus unserem Land", dann fällt mir dazu ein......... dass auch von unserer Seite viel Mist gebaut worden ist. Die Rote Reichshälfte verspricht sich durch Migranten längerfristig Zuwachs bei den Wählerstimmen, die ÖVP hängt kranken Wirtschaftswachstumsfantasien nach, mehr Bevölkerung heisst mehr Konsum usw., Energiebedarf und Umweltbelastung ist egal usw. Also auch die Irren im eigenen Land sind ein grosses Problem.

Re: Re: Liebe Scheinasylanten:

Bekanntlich befinden sich unter den hier lebenden Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund mehrheitlich Strache Wähler.

Ihre Diagnose dürfte also nicht stimmen.

Re: Re: Liebe Scheinasylanten:

Wenn Ihnen "von unserer Seite viel Mist gebaut worden ist", dann steht es Ihnen selbstverständlich frei, sich eine andere - Ihnen angenehmere - Umgebung zu suchen. Auf Nimmerwiedersehen!

Komm, bleib

Schon bald werden die Herrschaften auch ohne Dialog übersiedeln - woanders hin. Afghanistan ist schön: Komm, bleib

Ja ja, das ist so ein Problem mit den Pakistani usw

Mir in Brixen dürfen sie nicht mehr anschauen, denn sie glauben wir haben den "Bösen-Blick"

http://www.tageszeitung.it/2013/02/14/der-bose-blick/

Re: Ja ja, das ist so ein Problem mit den Pakistani usw

Du meine Güte ! Guckst Du !

 
12 3 4 5 6 7

Wetter

  • Aktuelle Werte von
    06:00
    Wien
    16°
    Steiermark
    14°
    Oberösterreich
    14°
    Tirol
    14°
    Salzburg
    15°
    Burgenland
    16°
    Kärnten
    14°
    Vorarlberg
    14°
    Niederösterreich
    14°

Jetzt Panorama-Newsletter abonnieren

Der tägliche Überblick mit den wichtigsten Meldungen zu den Themen Chronik, Wien und Umwelt. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden