"Blitzeis" auf A1: Ein Toter bei Massenkarambolage

Bei spiegelglatter Fahrbahn waren auf der Westautobahn bei St. Pölten 60 Lkw und Pkw in einen Massen-Crash verwickelt. Die A1 ist wieder befahrbar.

Westautobahn Massenkarambolage fordert einen
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Westautobahn Massenkarambolage fordert einen
Westautobahn Massenkarambolage fordert einen – (c) APA/PAUL PLUTSCH (PAUL PLUTSCH)

Auf der Westautobahn (A1) nahe St. Pölten hat es am späten Dienstagnachmittag eine Massenkarambolage gegeben. Bilanz: ein Todesopfer und zwölf Verletzte. Laut NÖ Feuerwehrsprecher Franz Resperger kollidierten auf der spiegelglatten Richtungsfahrbahn Salzburg zwischen dem Rasthaus Völlerndorf und Loosdorf je 30 Lkw und Pkw. In ersten Berichten war noch von bis zu 100 beteiligten Fahrzeugen die Rede gewesen. Die A1 wurde Mittwochfrüh um 3.20 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben.

Der Unfall passierte kurz nach 17 Uhr, die Unfallstelle erstreckte sich von Straßenkilometer 69 bis 71. Unfälle gab es auch auf der Gegenfahrbahn Richtung Wien bei Loosdorf. Je ein Notarzthubschrauber (C 15) und -wagen sowie zehn Rettungsfahrzeuge rückten aus.

Westautobahn: Bilder von der Unfallstelle

Außerdem standen Feuerwehren aus vier Bezirken (Melk, St. Pölten, Krems und Amstetten) mit 190 Mann im Einsatz. Ein 40-Tonner ist umgestürzt. Involviert war auch ein Autobus, in dem es jedoch keine Verletzten gab. Für die Bergungsarbeiten wurden drei 50-Tonnen-Bergekräne angefordert. Die Unfälle auf der Richtungsfahrbahn Wien forderten ebenfalls Leichtverletzte. Alle wurden an einer Sammelstelle versorgt.

"Blitzeis" als Ursache

Ein Sprecher der Leitstelle "144 - Notruf NÖ" berichtete, dass die Rettungsgasse zu Beginn überhaupt nicht funktioniert habe. Einsatzkräfte hätten ihre Autos stehen gelassen und ihren Weg zu Fuß fortgesetzt.

Autobahnbetreiber Asfinag nannte in einer Aussendung am Abend "unangepasste Fahrweise und Blitzeis" als Ursachen für die Karambolage. Durch die Salzstreuung aufgetauter Schnee sei aufgrund der schlagartig außergewöhnlich niedrigen Temperaturen gefroren. Dabei handle es sich um das als "Blitzeis" bekannte Phänomen.

Weitere Unfälle in Niederösterreich

Verkehrsunfälle ereigneten sich am Dienstagnachmittag und am frühen Abend auch auf anderen Straßen in Niederösterreich: 

  • Auf der Richtungsfahrbahn Wien der Südautobahn (A2) bei Bad Vöslau (Bezirk Baden) kollidierten sechs bis sieben Autos. Zwei Menschen wurden leicht verletzt.

  • Auf der Donauuferautobahn (A22) beim Knoten Stockerau (Bezirk Korneuburg) landete ein Pkw im Wald. Eine Person erlitt leichte Verletzungen.
  • An der Wiener Außenring-Schnellstraße (S1) bei der Ausfahrt Laxenburger Straße im Gemeindegebiet von Vösendorf (Bezirk Mödling) krachte ein Auto gegen einen Baum. Zwei verletzte Kinder wurden per Notarzthubschrauber bzw. von einem Fahrzeug des Roten Kreuzes ins AKH eingeliefert.

  • Einen Leichtverletzten forderte ein Überschlag auf der Stockerauer Schnellstraße (S5) bei Tulln. Ein Unfall ereignete sich auch auf der Tullner Straße (B19) zwischen der Tullner Donaubrücke und der Auffahrt zur S5. Bilanz: Je ein Schwer- und Leichtverletzter.

  • Einen Schwerverletzten forderte außerdem ein Pkw-Überschlag auf der B29 bei Kilb (Bezirk Melk).

(APA/Red.)

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