Massen-Crash auf Westautobahn: 42 Fahrzeuge demoliert

27.03.2013 | 13:21 |   (DiePresse.com)

Nach der Massenkarambolage bei St. Pölten dauerten die Aufräumarbeiten bis in den frühen Morgen. Die Asfinag verteidigt ihr Wetter-Management.

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Ein Todesopfer, 14 zum Teil leicht Verletzte, 42 beschädigte Fahrzeuge: So lautet die Polizei-Bilanz der Massenkarambolage am späten Dienstagnachmittag, die die Westautobahn (A1) im Raum St. Pölten für Stunden lahmgelegt hat. In ersten Berichten war noch von bis zu 100 involvierten fahrzeugen die Rede gewesen.

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Am frühen Mittwochmorgen ab 3.20 Uhr waren der zweite und dritte Fahrstreifen wieder befahrbar, um dann 4.45 Uhr dann alle Spuren. Mehr als 190 Feuerwehrleute und zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz.

Asfinag: Kein mangelhafter Winterdienst

Autobahnbetreiber Asfinag machte "Blitzeis" für den Unfall verantwortlich. Dieses Phänomen tritt laut Asfinag auf, wenn durch Salzstreuung aufgetauter Schnee durch schlagartig sinkende Temperaturen gefriert. Am Mittwoch unterstich die Asfinag nun, dass der Winterdienst am Dienstag überall - so auch auf der A1 - mit Hochdruck im Einsatz gewesen sei.

Man appelliere an die Autofahrer, bei Schnee und Nieselregen langsam zu fahren. Zum Abschluss der Aufräumarbeiten sei ein Spezialfahrzeug, von dem es in Österreich nur eines gebe, von der Straßenmeisterei Alland ausgerückt, um die Fahrbahn wieder komplett eisfrei und rein zu bekommen. Mit dem Gerät werde mit Hochdruck eine "sehr sehr heiße" Salzlösung aufgesprüht, erläuterte Sprecher Christoph Pollinger.

Westautobahn: Bilder von der Unfallstelle

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Oberösterreicher gerammt und getötet

Bei Straßenkilometer 71 war kurz nach 17 Uhr in Fahrtrichtung Salzburg ein Lkw ins Schleudern gekommen und umgestürzt, beschreibt Willy Konrath von der Landesverkehrsabteilung den Auslöser. Im sich bildenden Stau kam es dann laufend zu Auffahrunfällen. Dabei wurde ein 50 Jahre alter Autofaherer aus Oberösterreich getötet. Er war auf der dritten Fahrspur unterwegs gewesen, sein Wagen wurde von zwei Lkw gerammt. Zahlreiche Fahrzeuge verkeilten sich ineinander, mitten drin gab es aber auch einige Fahrzeuge, die anhalten hatten können und unbeschädigt blieben. Die beschädigten 42 Fahrzeuge teilten sich ungefähr zur Hälfte auf Lkw und Pkw auf.

Zur exakten Ursachenermittlung werden nun Verletzte in den Krankenhäusern und Zeugen befragt. Außerdem klärt man mit Meteorologen die Witterungsverhältnisse ab, erläutert Konrath. Mit Sicherheit ein Unfallgrund sei aber auch unangepasstes Fahrverhalten gewesen, verwies der Polizeibeamte auf oftmals zu hohe Geschwindigkeit angesichts der winterlichen Straßenbedingungen im gesamten Bundesland.

Eine Versicherung wickelt Schäden ab

Nach einem solchen Unfall ist die Verschuldensfrage für die einzelnen Beteiligten meist schwer zu klären. Sind mehr als 20 inländische Fahrzeuge involviert und gibt es eine Unfallursache, spricht man in Österreich bei Versicherungen von einer Massenkarambolage. In diesem Fall beauftragt der Versicherungsverband eine Versicherung, die Schadensabwicklung für alle Gesellschaften zu übernehmen, sagt Dagmar Hauser, Sprecherin des Versicherungsverbandes.

Im Normalfall machen Schadenreferenten einer regionalen Versicherung erste Erhebungen am Unfallort, diese Informationen werden an den Versicherungsverband weitergeleitet. Dann entscheidet ein Gremium im Verband, ob der "Maßnahmenplan für Massenkarambolagen" in Kraft tritt und beauftragt gegebenenfalls eine österreichische Versicherung mit der Schadensabwicklung für alle beteiligten Gesellschaften. Welche Versicherungsanstalt für die Regulierung nach der Karambolage auf der Westautobahn zuständig ist, war am Mittwoch laut Hauser noch nicht bekannt.

(APA/Red.)

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232 Kommentare
 
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Perpetuum mobile...

Was soll's, die Leut lernen eben nie. Fuss vom Gas ist und bleibt fuer viele ein Fremdwort, genauso wie Licht an und Abstand halten....

Die Asfinag verteidigt ihr Wetter-Management, aber


nur das Ergebnis zählt und das haben wir gesehen.

Vorschlag fürs nächste Mal


Weniger Inserate in der Krone und das Geld in mehr Räumfahrzeuge investieren wäre sicher eine Hilfe. Bitte Frau Verkehrsminister, hier einmal gegen den Chef Werner Inseratormann durchsetzen.

Wobei natürlich genau so eine den Witterungen angepassteFahrweise hergehört.

Dennoch braucht der Monopolist ASFINAG keine Werbung. Aber Räumfahrzeuge schon. Und wenn damit nur ein einziges Leben mehr gerettet werden kann.

0 1

Re: Vorschlag fürs nächste Mal

und die asfinag soll sich wie die wiener linien in die open goverment initiative einreihen, d.h. die daten der schneeräumung zur echtzeit ins netz stellen. wann ist wo ein räumer unterwegs, wieviel salz wird gestreut, und die daten der sensoren etc.
alles andere sind kinderreime.....

blitzeis?

in österreich? naja...

4 5

schuldensfrage?

ganz einfch schnellfahren, abstand nicht einhalten.

ein wunder ist einzig und allein das nicht mehr passiert!

90% der lieben Autofahrer sind bei so einem wetter viel zu schnell unterwegs.

es wäre höchste zeit vor allem den idioten die die abstände nicht einhalte, den Führerschein zu entziehen......

ja und vorher ordentliche strafen kassieren.....


12 8

Das war mir von vornherein klar, dass wieder ein Schuldiger (in diesem Fall die ASFINAG) gefunden werden muss.

Auf KEINEN Fall sind der oder die Autofahrer Schuld, die mit überhöhter Geschwindigkeit über die winterliche Autobahn fegten.

Und natürlich kann die Konsequenz nur sein, dass nochmal DOPPELT so viel Tonnen Salz auf die Straßen gekippt wird, damit auch der letzte Idiot bei JEDER Temperatur wie im Hochsommer rasen kann.

Anpassen der Fahrweise an die Witterungsverhältnisse? Für was zahln ma denn die Vignette?

Re: Das war mir von vornherein klar, dass wieder ein Schuldiger (in diesem Fall die ASFINAG) gefunden werden muss.

schneefahrbahn geht auch!

aber entweder man räumt den Schnee ganz weg, oder man lässt es ganz bleiben, und schiebt ihn nur so zur seite und verdichtet ihn ein bisschen

Re: Re: Das war mir von vornherein klar, dass wieder ein Schuldiger (in diesem Fall die ASFINAG) gefunden werden muss.

diese zwischenlösung von diesem halgeschmolzenen schneematsch ist ganz schlecht!

7 4

Ich hätte normalerweise

... die Schuld ausschließlich bei den Fahrern gesehen - aber die weit hergeholte und von der ZAMG auch schon dementierte Blitzeis-Begründung (wo bitte sind gestern die Temperaturen schlaqgartig gesunken? Siehe Daten Wetterstation St. Pölten) lässt mich auch in Richtung Asfinag und nicht ordentlicher Räumung etwas vermuten ...

Durch die Salzstreuung aufgetauter Schnee sei aufgrund der schlagartig außergewöhnlich niedrigen Temperaturen gefroren.

Wovon wird hier gesprochen ?

Wann bitte gab es "schlagartig außergewöhnlich niedrige Temperaturen " ???

Sicher - für das Datum ist die Temperatur aussergewöhnlich niedrig : aber im Vergleich zu einem Wintertag war die Temperatur moderat. Und "schlagartig" war überhaupt nichts - einfach konstant niedrige Temperaturen, die vom Wetterdienst lange im Voraus angekündigt worden sind.


Alle anderen sind schuld am Unfall

die ASFINAG, das Wetter, Ö3, die anderen Autofahrer, die Kirche, die Grünen, die Roten, die Schwarzen, die Blauen

Ich glaube das Zauberwort das uns Allen gut täte ist VERANTWORTUNG für unser Handeln zu übernehmen und nicht immer nach den externen Schuldigen zu suchen.

Nestroy hat's als österreichische Krankheit bezeichnet.

11 5

Re: Alle anderen sind schuld am Unfall

Ja schon!

Aber seit geraumer Zeit bezahlen wir dank der Vignette für diesen volkswirtschaftlichen Unsinn "ASFINAG" und dann sind sie nicht einmal in der Lage, die Straßen zu räumen. Übrigens nicht nur jetzt und heute und in diesem Falle, auch im Westen, den ganzen Winter lang, das war früher einfach deutlich effizienter als das noch die "Bundesstraßenverwaltung" ohne Direktoren, Staff, Associates und was weiß ich noch alles.... war.

Sorry, aber das ist die "gefühlte" Wahrheit... die ASFINAG produziert nicht nur Defizite sondern auch Tote.


Re: Re: Alle anderen sind schuld am Unfall

Meine Rede!

Die Bundesstraße überall war gestern gut geräumt.

Dann soll die Asfinag entweder sperren oder Schneefahrbahn!

aber dieser Überaschungsfleckerlteppich aus verschiedenen Fahrbahnbelägen den lernt man in der Fahrschule nicht.

Re: Re: Re: Alle anderen sind schuld am Unfall

Wenn Sie natürlich nur so fahren, wie man Ihnen das in der Fahrschule beigebracht hat, Ihren Horizont nicht ständig erweitern, durch praktische Erfahrungen nicht dazulernen, dann werden Sie stets Probleme haben beim Autofahren...

3 2

Re: Re: Alle anderen sind schuld am Unfall

die reine Wahrheit ist! es sind fast alle zu schnell unterwegs!!!!

lauter idioten !!!!!!

Re: Re: Re: es sind fast alle zu schnell unterwegs!!!!

Umso wichtiger sind professionell geräumte Autobahnen !

Re: Re: Alle anderen sind schuld am Unfall

Ha, ha! Wieder einer.
"Für was haben wir denn eine Vignette?"
Damit soll gefälligst der Winter abgeschafft werden...


Re: Re: Re: Ha, ha !

Ob die verstorbene Frau (und ihre Angehörigen) sowie die vielen Verletzten das auch so "Ha, ha !" finden ?

Die Geschmacklosigkeit vieler Postings ist bei dieser Tragödie einfach nur mehr widerlich.

Moralapostel spielen

löst das Problem nicht.

Kein Wunder: Meistens zu Schnell, keine Sicherheitsabstände. Auf unseren Straßen muss man sich fürchten !

Btw, wann wachen das BMI und das teure KfV auf und stellen fest, dass wir eine schreckliche Verkehrsunfallbilanz haben ?

Seit Jahren predige ich, dass die Unfallstatistik vorne und hinten nicht stimmt; angeblich haben wir tägl. durchschnittlich ca 1,4 Verkehrstote, jährlich angeblich 522.

Wenn man aber die täglichen Polizeimeldungen der 9 LPD sowie die Meldungen in den Medien durchliest, dann sieht man, dass sich in Österreich jedenfalls täglich ca 3 Menschen durchschnittlich getötet werden, weshalb wir mit ca 1000 Verkehrstoten eine schreckliche Unfallsbilanz haben.

Wann wachen diese Institutionen auf und warum halten sich so viele Kraftfahrzeuglenker nicht an die Straßenverkehrsordnung !

Re: Kein Wunder: Meistens zu Schnell, keine Sicherheitsabstände. Auf unseren Straßen muss man sich fürchten !

Fahren auf Überaschungsfahrbahnbelag?

wo steht das in der Straßenverkehrsordnung?

5 0

Re: Kein Wunder: Meistens zu Schnell, keine Sicherheitsabstände. Auf unseren Straßen muss man sich fürchten !

das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat damit nichts zu tun!

das ist eine private firme, die geben sich nur so einen amtlichen anstrich......

Die wenigsten halten sich an:

◘ Straßenverhältnisse,
◘ Verkehrsverhältnisse,
◘ Sichtverhältnisse,
◘ Wetterverhältnisse,
◘ persönliche Fähigkeiten,
◘ Eigenschaften des Fahrzeugs und
◘ Eigenschaften der Ladung.

Re: Die wenigsten halten sich an:

und sie fahren wahrscheinlich 5 Mal im Jahr auf der Autobahn... und haben keine Ahnung wie schleissig die Asfinag räumt.

Da ist jede Sackgasse in Hintertupfing besser geräumt.

Die A1 ist bei Schneefall ein schlechter Scherz, war früher nicht so.

Re: Re: Die wenigsten halten sich an:

In Hintertupfing sind Sie also zu Hause. Da wundert mich natürlich nicht mehr, dass Sie hier so viele hinterwäldlerische Kommentare schreiben.

 
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