Studie: Radikaler Facebook-Islam

27.03.2013 | 18:15 |  DUYGU ÖZKAN (Die Presse)

Antisemitisch, extrem konservativ: Die Internet-Aktivitäten der jungen Türken der Gruppe „Millî Görüş“ machen Experten Sorgen.

Drucken Versenden
 
A A A
Schriftgröße
Kommentieren

. . Der moderne Kleidungsstil wird auf diesen Facebook-Seiten nicht gerne gesehen. Modern heißt: Die Mädchen und Frauen tragen zwar Kopftuch, aber sind sonst eben modern gekleidet – mit Hose oder gar kurzem Rock. Regelmäßig wird auf den Seiten der österreichischen Jugendorganisationen von Millî Görüş – laut dem Politologen Thomas Schmidinger das bedeutendste Netzwerk des Politischen Islam türkischer Herkunft in Österreich – gewarnt, dass sich Frauen und Mädchen „richtig“ bedecken sollen.

Dass die Bekleidungsvorschriften derart wichtig für die Jugendlichen sind, sei für ihn durchaus überraschend gewesen, sagt Schmidinger. In seiner neuen Untersuchung „Integration und Politischer Islam“ geht der Politologe der Frage nach, inwieweit Organisationen des Politischen Islam die Integration von Muslimen in Österreich beeinflussen. Dazu hat Schmidinger die Internet-Aktivitäten mehrerer politisch aktiver Gruppen beobachtet, wobei Millî Görüş die größte Gruppe darstellt. Auf den Facebook-Seiten der verschiedenen (lokalen) Millî-Görüş-Organisationen steht neben der Bekleidungsfrage die Solidarität mit den Palästinensern im Vordergrund. Diese gehe so weit, dass einige Postings „unbestreitbar die Grenze zum offenen Antisemitismus“ überschreiten, wie es in der Untersuchung heißt. Auch Sympathiebekundungen und „diffuse Bezugnahmen“ auf den Jihad würden auftauchen, wobei diese meist vage bleiben würden. Antisemitische und antiwestliche Postings sowie die Abwertung der unbedeckten Frau seien demnach die wesentlichsten Integrationshindernisse, schlussfolgert Schmidinger. Letztere könne zu Konflikten mit unbedeckten Frauen (wie zum Beispiel Lehrerinnen) führen.

 

Umstrittene Ausrichtung

Millî Görüş (deutsch: „Nationale Sicht“) tritt in Österreich unter dem Namen „Österreichische Islamische Föderation“ auf und hat laut eigenen Angaben 20.000 Mitglieder. Die Organisation wurde vom türkischen Ex-Premierminister Necmettin Erbakan (1926 bis 2011) gegründet, der einen islamischen Staat propagierte. Zwar hat sich die österreichische Niederlassung von Millî Görüş vom aggressiven Antisemitismus der 1980er-Jahre verabschiedet, aber man müsse sich die Frage stellen, inwieweit das auch auf die Aktivisten zutreffe, sagt Schmidinger. Auf den Facebook-Seiten ist jedenfalls ersichtlich, dass weiterhin eine (ideologische) Verbindung zu Erbakan besteht, die heutige Ausrichtung der Organisation ist unter Experten umstritten. Aus den Reihen der Organisation kommen jedenfalls prominente öffentliche Vertreter des Islam, etwa Fuat Sanaç der aktuelle Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich.

Millî Görüş gilt jedenfalls als bestorganisierte islamische Organisation im westlichen Europa. Im deutschen Verfassungsschutz wird sie als „die größte islamistische Organisation in Deutschland“ bezeichnet – im österreichischen wird sie nicht einmal erwähnt. Aus dem Innenministerium heißt es aber, dass man sich mit ihr befasse. Schmidinger konfrontierte die Funktionäre der Organisation mit seinen Ergebnissen, deren Reaktion: man wolle das Thema nicht ignorieren. Wie antisemitisch türkischstämmige Jugendliche in Österreich tatsächlich sind, weiß man nicht. Es fehlen aktuelle Studien, so Schmidinger.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.03.2013)

 
Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
113 Kommentare
 
12 3
Kein Beamter
29.03.2013 01:44
15

Wozu die Aufregung

In spätestens 15 jahren wird in den größeren Städten Österreichs sowieso kein Mensch mehr unbewaffnet aus dem Haus gehen und die Kopftuchfrage ist dann wirklich sekundär, wenn man permanent von irgendwelchen islamischen und slawischen Milizen bedroht wird. Man kann jedem Österreicher nur raten, rechtzeitig sein Vermögen in die Schweiz oder nach Kanda zu schafen und auszuwandern, solange es noch geht. Wenn der grüne Mob erst einmal an der Macht ist, ist Feirerabend.

Dr. Dieter Zakel MA
28.03.2013 22:20
8

Der Islam ist ja auch

grün :D

sky-fan
28.03.2013 18:54
18

grüne

ich freue mich schon wenn die grünen "damen" verschleiert herumlaufen müssen.

Antworten kritikus.at
29.03.2013 08:53
7

Re: grüne

Das wird ihnen wohl nicht soviel ausmachen, spart ja nur Zeit (vor dem Spiegel) und Geld (Friseur, Kosmetiker etc). Schön schauen werden die Grüninnen aber, wenn sie jedesmal, wenn sie in der Öffentlichkeit das Maul aufreißen, mit dem Stock eins übergebraten bekommen... ;-)

Antworten Stephanos
29.03.2013 01:10
6

Re: grüne

Die stört das doch nicht. Das nennt sich dann Frauensolidarität.

Mara Brandt
28.03.2013 17:30
8

Hass-Prediger und Hass-Internetseiten VERBIETEN!!


Antworten kehrvert
24.04.2013 20:00
1

Re: Hass-Prediger und Hass-Internetseiten VERBIETEN!!

Komplett Ihrer Meinung! Aber wenn dann alle! Auch Anti-muslimische falls es Sie nicht stört.

Antworten mr. vain_
28.03.2013 19:21
6

Re: Hass-Prediger und Hass-Internetseiten VERBIETEN!!

Ja, klar! Wie darf man sich das im Übrigen vorstellen? Reist dann Dr. (sic!) Werner Faymann nach Südafrika oder Südamerika und bittet die dortigen Regierungschefs Ihre Serverfarmen still zu legen, damit in Europa keine irgendgearteten Botschaften mehr verbreitet werden können? Madl, bitte denk!

Antworten Antworten Vanillekuchen
28.03.2013 21:30
6

Prof. taxis causa DDr. Faymann schafft es leider nur bis in die Außenpolitikredaktion der Muthgasse


Weiter von zu Hause weg verlässt ihn der Mut.

Ausserdem spricht er internetisch nicht so gut. Und Nachhilfelehrer für diese Sprache hat er noch keine gefunden.

Antworten Antworten Antworten Dagobert der Gute
29.03.2013 00:56
2

Re: Prof. taxis causa DDr. Faymann schafft es leider nur bis in die Außenpolitikredaktion der Muthgasse

Ich finde das ziemlich doof in einer Demokratie, jemand aufgrund seiner Schulbildung herab zu würdigen.

Naher ein klars Minus in meiner Bewertung.

Antworten Antworten Antworten Antworten Berthold bricht
02.04.2013 13:34
0

Re: Re: Prof. taxis causa DDr. Faymann schafft es leider nur bis in die Außenpolitikredaktion der Muthgasse

Sehr richtig! Ich finde auch, dass H.-C. nicht immer wegen seiner Zahntechnikerausbildung herabgewürdigt wird. Da bist du doch gewiss einer Meinung mit mir, Dagobert, oder?

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Berthold bricht
02.04.2013 23:51
0

Re: Re: Re: Prof. taxis causa DDr. Faymann schafft es leider nur bis in die Außenpolitikredaktion der Muthgasse

S....ße, wohl 'n paar Worte verwechselt und vergessen.

Richtig soll's heißen:

Ich finde auch, dass H.-C. nicht immer wegen seiner Zahntechnikerausbildung herabgewürdigt WERDEN SOLLTE. Da bist du doch AUCH gewiss einer Meinung mit mir, Dagobert, oder?

trotzdemwahr
28.03.2013 17:02
22

Den Islam in Europa so behandeln..

wie der Islam weltweit andere Völker und Christen behandelt......

Antworten zeitungen.abc
31.05.2013 16:14
0

Re: Den Islam in Europa so behandeln..

der Islam wird sowieso überall auf der Welt schlecht behandelt... einfaches Beispiel: Myanmar

Silent Bob
28.03.2013 15:19
36

aber hauptsache unsere

linken gutmenschen sehen in jedem österreicher der NICHT der meinung von grünen oder roten ist einen potentiellen "ewig gestrigen"

das ist zum spe iben !

Na klar
28.03.2013 14:57
36

Je feiger die heutigen Politiker sind, Fehlentwicklungen bei Religionen anzusprechen, umso größere Probleme werden ihre Nachfolger erben.


Rückgratlose Politprofiteure, die nur die Stimmen dieser im Artikel beschriebenen Gruppe wollen und dafür bei Rassismus und völliger Integrationunwilligkeit gerne wegsehen, sind die eigentlich Schuldigen an diesem neuem Phänomen - natürlich nur im Kontext der letzten 60 Jahre - des Rassismus.

Man sollte ihnen später, wenn es zu den ersten Anschlägen aus rassistischen Gründen kommen sollte, nicht glauben, sie hätten das alles nicht kommen sehen, sie hättten nicht gewusst. Diese Entschuldigung haben wir in Österreich schon zu oft von Mittätern gehört.

Deshalb währet den Anfängen. Ihr politischen Profiteure solcher lernresistenten Einwanderer. Und reagiert endlich. Das ist nähmlich eure verdammte Pflicht. Ihr Wegseher.

Antworten Na klar
28.03.2013 15:17
20

Re: Je feiger die heutigen Politiker sind, Fehlentwicklungen bei Religionen anzusprechen, umso größere Probleme werden ihre Nachfolger erben.


Gerade diese ständige Indoktrinierung oftmals wenig gebildeter Jugendliche, denen mitunter deren Eltern die Vorstellungen eines mittelalterlichen Weltbildes mitgegeben haben - legt die Saat für zukünftige Extremisten.

Man darf hier nicht mehr länger wegsehen, sonern muss endlich diese Fehlentwicklung tabulos diskutieren um so zu Lösungen zu kommen.

Ein wichtiger Beitrag der Presse, dieser Artikel. Denn wegsehen lösst keine so gravierenden Probleme.

Antworten Antworten bergziege
28.03.2013 22:53
5

Re: Re: Je feiger die heutigen Politiker sind, Fehlentwicklungen bei Religionen anzusprechen, umso größere Probleme werden ihre Nachfolger erben.

Absolut richtig. Dann muss bei den nächsten Wahlen aber auch so gewählt werden, dass sich Konstellationen wor ROT-GRÜN nicht ausgehen.

Tante_Mitz
28.03.2013 14:51
20

Umfrage zu Antisemitismus bei Jugendlichen

Der Antisemitismus bei türksichen Moslems in Österreich dürfte nicht viel anders sein als etwa in Belgien.

Die JERUSALEM POST berichtet über die jüngste Umfrage zum Antisemitismus unter belgischen Jugendlichen. Ergebnis

51 %Antisemiten unter Moslem-Schülern
7 % Antesemiten unter Nicht-Moslems...


mr. vain_
28.03.2013 13:51
27

Schön wäre es,...

...wenn die obig beschriebenen Personen gleiches Engagement bei der Jobsuche zu Tage legen würden.

Antworten cc912
28.03.2013 17:34
2

Re: Schön wäre es,...

da haben sie ja viel mit euch rechten gemeinsam

Antworten Antworten Wieder_Zensuriert
29.03.2013 11:46
5

Re: Re: Schön wäre es,...

Vollkoffer
Die meisten Mindestsicherungsempfänger die ich kenne sind linke Wanzen

Woody Woodpecker
28.03.2013 13:41
28

Nichts ist so verzichtbar wie die Sitten und Gebräuche anderer Völker

Jack London.

wirneue
28.03.2013 13:06
29

bil-schulen in der brd

Akin sagt freimütig: „Unser wichtigstes Ziel ist nicht die Integration türkischer Schüler in die deutsche Gesellschaft. Wir wollen, dass Schüler mit türkischer Herkunft zu den gleichen Abschlüssen kommen wie deutsche Schüler. Integration ist dann vielleicht ein Nebeneffekt.“
Zitat aus: FAZ , 16.3.2013, von Uta Rasche.
Es wird gut sein, genau zu beobachten, was sich ferngesteuert im Lande tut.

Antworten Mümmelmann
28.03.2013 17:08
5

Re: bil-schulen in der brd

Sie wissen aber schon, dass "Onkel Fethi" sein "Heiliges Werk" von Nordamerika aus steuert, wo er seit 15 Jahren lebt und wirkt, dass er für all seine Aktivitäten die - natürlich vom amerikanischen "Heimatschutz", etc., überwachte amerikanische Infrastruktur verwendet und vor allem auch mit Hilfe amerikanischen Geldes überall in der Welt seine "Frommen Werke" verrichtet?

Ist doch schon eigenartig, oder finden Sie das nicht?

P.S.: Eine derartige Schule gibt es auch in Wien in der ehemaligen Hebammenausbildungsanstalt. Die Sache hat Symbolcharakter. Es gibt schon lange fast keine deutschösterreichischen Kinder in nennenswertem Ausmaße mehr ...

stefania
28.03.2013 11:58
41

Die Wahrheit ist laut "Presse" den Menschen nicht zumutbar !


 
12 3

Wetter

  • Aktuelle Werte von
    01:00
    Wien
    20°
    Steiermark
    12°
    Oberösterreich
    12°
    Tirol
    11°
    Salzburg
    12°
    Burgenland
    20°
    Kärnten
    12°
    Vorarlberg
    12°
    Niederösterreich
    11°

Jetzt Panorama-Newsletter abonnieren

Der tägliche Überblick mit den wichtigsten Meldungen zu den Themen Chronik, Wien und Umwelt. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden