Liegen verboten? Protest im Augarten

16.05.2013 | 18:12 |  MARTIN STUHLPFARRER UND EVA WINROITHER (Die Presse)

Die Burghauptmannschaft kontrolliert die Einhaltung der Parkordnung stärker. Prompt gab es Widerstand gegen ein Liegeverbot - das allerdings nie ausgesprochen wurde.

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Wien. Die Sonne scheint, die Menschen strömen in die Wiener Parks – und legen sich in die Wiese. Die Entspannung endet allerdings oft dann, wenn vor einer Grünfläche das Schild „Betreten verboten“ steht. Das sorgt für Konflikte. Im Augarten, einem der beliebtesten Parks der Stadt, wird jetzt durchgegriffen. Besucher berichten, sie seien am Mittwochabend von Security-Mitarbeitern von einer Wiese vertrieben worden. Angeblich sollen sogar Strafen in den Raum gestellt, Ausweise gefordert und mit der Polizei gedroht worden sein. Jetzt läuft auf Facebook ein Proteststurm, an den sich die Grünen angehängt haben. Am Donnerstagabend war ein Flashmob (mit grüner Beteiligung) angesetzt, um gegen das Liegeverbot im gesamten Augarten zu protestieren.

„Flut von Beschwerden“

Allerdings: „Es gibt kein Verbot auf den Liegewiesen – daran will ich nicht einmal denken“, sagt Burghauptmann Reinhold Sahl im Gespräch mit der „Presse“. Nach einer Flut von Beschwerden sei man aber gezwungen worden, die Einhaltung der Parkordnung zu kontrollieren. Das würden nun zwei Mitarbeiter machen. Sie hätten den Auftrag, bei Verstößen höflich auf die Parkordnung aufmerksam zu machen – ohne Strafdrohungen, ohne Polizei. Laut Sahl geht es dabei vor allem um Radfahrer, die rücksichtslos durch den Park rasen und Spaziergänger und Kinder gefährden – obwohl im Augarten aus Sicherheitsgründen ein Radfahrverbot gilt. Es gehe um undisziplinierte Hundebesitzer, die die Tiere ohne Leine herumlaufen lassen. Das führt zu Beschwerden von Eltern, da oft die Liegewiesen mit Hundekot verunreinigt werden. Und schlussendlich geht es um vier kleine Grünflächen, die zu einer historischen (denkmalgeschützten) Gartenanlage gehören, auf denen zum Schutz der Blumen und der Anlage das Betreten schon immer verboten war. Die Burghauptmannschaft hätte handeln müssen, so Sahl, weil die Beschwerden von Parkbesuchern massiv zugenommen hätten.

Der grüne Gemeinderat Klaus Werner-Lobo dagegen unterstützt den Protest: „Öffentlicher Grund muss öffentlich zugänglich sein“, meint der Politiker, der vor Kurzem von den Mitarbeitern der Burghauptmannschaft ebenfalls „höflich gebeten“ worden sei (wie er selbst zugibt), die Wiese zu verlassen – nachdem der Politiker nicht auf einer Liegewiese lag, sondern genau auf jener Grünfläche, die zum Schutz der Pflanzen nicht betreten werden darf.

Eine Betroffene, die auch auf der geschützten Wiese lag, setzt im Gespräch mit der „Presse“ aber nach: Die Securitys hätten gesagt, dass das Liegen auf allen Grünflächen des Augartens verboten sei. Das dementiert Sahl: „Unsere Mitarbeiter haben den Auftrag, nur auf das Liegeverbot bei jener kleinen Fläche hinzuweisen, die besonders geschützt werden muss.“

Bei einem Lokalaugenschein am Donnerstagnachmittag sind zumindest keine Securitys zu sehen, von einem generellen Liegeverbot keine Spur: Menschen liegen auf den Wiesen, Kindergartenkinder spielen im Gras. Die geschützte Rasenfläche sieht dafür etwas mitgenommen aus – auch, weil des Öfteren Passanten (trotz Verbotsschilds) darüber spazieren, Hunde sich dort (ohne Leine) austoben und gelegentlich auch Radfahrer eine Abkürzung über die historische Rasenfläche nehmen. Deshalb bleibt Sahl dabei: Die Parkordnung müsse kontrolliert werden, um Konflikte zu vermeiden. Denn: Abgesehen von jener kleinen Wiese, die nicht betreten werden darf, gebe es im Augarten genügend Platz für alle Aktivitäten, ohne dass andere Parkbesucher beeinträchtigt werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.05.2013)

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103 Kommentare
 
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Überall, wo sich die Grünen Komunisten einmischen,..

..gibt es plötzlich Probleme. Hetzen gegen Österreicher auf Teufel komm raus und alles attackieren, was diesen links-migrantischen Hirnen als suspekt vorkommt. Man sollte sich wirklich ein Parkverbot überlege, aber explizit nur für Grüne. Die können dann ja auf ihren grün angemalten Radwegen campen.

Lasst diese Vollpfosten doch ...

... auf dem Rattenspielplatz liegen, wahrscheinlich haben sie es bei sich zu Hause nicht so gepflegt. Aber wenn sie nicht durch die Luft geflogen kamen, muss man sie für das Rasenbetreten strafen.

warum müssen in jedem artikel…

…irgendwie am rande immer radfahrer einen seitenhieb bekommen. auch wenn es nciht erlaubt ist, so ist es lächerlich im augarten radfahren zu verbieten. die radfahrer sind äußerst vorsichtig unterwegs - auch wegen der vielen (radfahrenden) kinder. ich fahre allemal lieber langsam durch den park als außen um die mauer herum. und dass radfahrer über die historische rasenfläche fahren, um sie als abkürzung zu nutzen, ist absoluter schwachinn, denn es ist keine abkürzung.

was mich allerdings schon mehrmals geärgert hat sind die autos. eine besucherin des lokals, die das lokal nicht findet und im hintersten teil des augartens bei den schmalen gehwegen herumfährt und den parkplatz sucht. einmal sah ich an einem ende des augartens, an dem es keinen mit dem auto befahrbaren ausgang gibt, wie ein älterer herr seinen mercedes direkt im park abstellte, um seinen hund an der leine gassi zu führen. die polizei fährt mit polizeiautos durch die parkanlage, ein super vorbild, obwohl zu fuß oder am rad sicher effektiver wäre. so werden sie auch gesehen…

fazit: der augarten ist ein lebendiger park, den unterschiedlichste menschen besuchen, was zu konflikten führt. und im grunde genommen sollte wir alle etwas toleranter sein, denn der radfahrer will vorsichtig durchfahren dürfen, das kind soll ruhig dort radfahren lernen - abseits der regeln gesellschaftlich toleriert. das hundethema und "soll man mit dem hund durch den park spazieren dürfen" will ich gar nicht anreißen.

Re: warum müssen in jedem artikel…

eine gewisse Gehässigkeit den Radlerinnen und Radlern gegenüber gehört ja zur "Wiener Gemütlichkeit"...
Über die Autos, die im Augarten herumkurven regt sich niemand auf... das ist ähnlich, wie im Lainzer Tiergarten, wo bis zur Hermesvilla am Wochenende heftiger Autoverkehr herrscht, das Radfahren aber verboten ist!

Re: Re: warum müssen in jedem artikel…

dasselbe im prater oder auf der donauinsel. leider fahren überall irgendwelche autos, die dort gar nicht fahren sollten.

Ewig schade,...

...dass der typische linke Grüne nichts hat und nichts besitzt, mit dessen Besetzung, Belagerung oder gänzlicher Wegnahme man ihn emotional treffen könnte. Quasi mit gleicher Münze heimzahlen.

Dieses ewige linke "Alles gehört allen" und "Verbote, die mir nicht passen, beachte ich nicht" ist einfach nur zum Kotzen!

Re: Ewig schade,...

Man sollte Asylanten bei den Grünen in deren Gemeindewohnungen einquartieren. Das würde die linken Komunisten dann treffen, weil wenn das Gras erst mal verraucht ist, hört sich auch bei den grünen Komunisten die Freundschaft auf.

Re: Ewig schade,...

gehts ihnen jetzt besser? kennen sie den augarten überhaupt?

Re: Ewig schade,...

Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen; Danke; Schönes Wochenende;

die stadtregierung

demonstriert gegen wen?

lächerliche opportunistenpartei. da kann sich der strache noch ein populismus scheibchen abschneiden.

Zu liegen ist verboten.

Zu dealen aber nicht....gelle...

Außerdem tangieren mich als Inländerin Parks schon lange nicht mehr (in Wien).

Kinder an die Leine;

Kinder an die Leine; Ja sperrt sie weg die Gschroppn; Machen alles hin; Und laut sans a;

bauts an chinesischn Turm hin ...

und a Ruah is mit die Sudara.

der

grüne terrorverein.

Viel Lärm wegen eines Missverständnisses!

Der private Wachdienst hatte den Auftrag auf 4 Wiesen mit Beetumrandung das Verbot des Betretens durchzusetzen, hat aber auch auf allen anderen Wiesen, wo das Betreten erlaubt ist die dort befindlichen Leute abgemahnt.

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Die Gehwege grün asphaltieren

und zum Liegen freigeben. Alle sind glücklich....

Ich versteh nicht

warum sich gerade die Grünen darüber mokkieren. Sind sie doch selber die Weltmeister im reglementieren, verbieten und gebieten, von Parkpickerlwahn bis Fußgängerbeauftragten.

Re: Ich versteh nicht

Komm, zähl doch auf, wo die Grünen mehr reglementieren, mehr verbieten und mehr gebieten.

Nachdem du das ja behauptest hast du sicher tausende Beispiele, richtig?

Re: Re: Ich versteh nicht

grünes Nerd, geh hackln....

Re: Re: Ich versteh nicht

Zum Einen, werter Woschinski, erinnere ich mich nicht, dass wir über die selbe Planke geschifft hätten.

Zum Anderen bin ich nicht ihre Gouvernante. Besorgen sie sich die informationen zu Grünem Demokratieverständnis vom Umgang mit parteiinternen Kritikern bis hin zu manipulativen Anrainerbefragungen also gefälligst selber. So schwierig ist das nicht.

Re: Re: Re: Ich versteh nicht

(anrainer)befragungen zu manipulieren, oder suggestiv zu verhunzen ist kein alleinstellungsmerkmal. das machen alle (parteien)…

Re: Re: Re: Ich versteh nicht

Du meinst auf gut Deutsch, dass du intellektuell unfähig bist, eine einfache Frage zu beantworten und Belege für deine Behauptungen nachzureichen?

Warum wundert mich das bei Figuren wie dir nicht?

Re: Re: Re: Re: Ich versteh nicht

Never argue with idiots. They drag you down to their level and beat you with experience.

Re: Re: Re: Re: Re: Ich versteh nicht

Mei herzig! Soll dein per copy and paste hier geposteter Ausflug ins Englische jetzt über deine intellektuelle Unfähigkeit eine Frage zu beantworten hinwegtäuschen?

Sorry, aber deine Aktionen werden immer lächerlicher.

Ps.: Dein Niveau ist unterirdisch, da kannst du nirgends runtersteigen.

Re: Re: Ich versteh nicht

-So gut wie in ganz Wien das Parken
-in Deutschland aktuell der grüne Vorschlag, dass auch hässliche Frauen bei Miss-Wahlen eine Chance haben müssen
-Man will Verbot von Atomstrom
-man will Verbot von Heizpilzen
-man will Bälle von nicht linker Ideologie verbieten
-man will Zigarettenautomaten verbieten
-man will Glücksspielautomaten verbieten
-man will private Vermietungen regulieren
...
Reicht das fürs Erste?

Re: Re: Re: Ich versteh nicht

aha "man will"...

 
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