Sommerreiseverkehr: Einröhrige Tunnel als Nadelöhre

25.06.2013 | 08:45 |   (DiePresse.com)

Die "heiße Phase" im Reiseverkehr erwartet der ÖAMTC ab Mitte Juli, wenn die großen deutschen Bundesländer in die Sommerferien starten.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Am Samstag beginnen in Wien, dem Burgenland und Niederösterreich die Sommerferien, die anderen Bundesländer folgen am 6. Juli. Auf den Straßen wird es dann eng. "Einröhrige Tunnel und Baustellen werden die Nadelöhre im Reiserverkehr sein, die für Staus sorgen", schätzt ÖAMTC-Verkehrsexperte Harald Lasser. Speziell vor dem Karawanken Tunnel auf der Karawankenautobahn (A11) in Kärnten sowie auf der Fernpass Straße (B179) vor dem Lermooser Tunnel und dem Grenztunnel Füssen wird es kilometerlange Kolonnen geben, prognostiziert der ÖAMTC. Hier werde es an den Wochenenden unvermeidlich sein, den Verkehr blockweise abzufertigen.

Mehr zum Thema:

"Die große Erleichterung im heurigen Sommer gibt es auf der Rheintal Autobahn (A14) bei Bregenz. Ab Anfang Juli ist der Pfänder Tunnel in zwei getrennten Röhren befahrbar und fällt somit als Staupunkt weg", so Lasser. Weitere Staupunkte sind erfahrungsgemäß die Mautstellen St. Michael (A10) und Schönberg (A13), so der Club. Hierzu ein Tipp des Experten: "Am besten besorgt man sich schon vor Fahrtantritt eine Videomautkarte. Mit dieser kann man, ohne anhalten zu müssen, auf einer eigenen Spur die Mautstelle passieren.", so Lasser.

Erd- und Hangrutsche

Die Felbertauern Straße (P1) bleibt nach einem Erdrutsch zwischen Matrei in Osttirol und Mittersill noch bis in den Herbst gesperrt. Ende Juli soll die Ersatzstraße fertig sein. Auch eine weitere Ausweichstrecke, die Brenner Straße (B182), ist nur eingeschränkt befahrbar. Nach einem Erdrutsch zwischen Innsbruck und Schönberg besteht hier noch bis 30. Juni eine Totalsperre. Ab 1. Juli ist die B182 einspurig befahrbar, mit Wartezeiten von bis zu 30 Minuten muss bis voraussichtlich 26. Juli gerechnet werden.

Wie jeden Sommer werden auch heuer wieder einige Baustellen auf den Transitrouten zu Geduldsproben für die Reisenden. Gegenverkehrsbereiche, in denen schon ein defektes Fahrzeug reicht, um kilometerlange Staus auszulösen, gibt es auf zahlreichen Hauptverbindungen:

  • Westautobahn (A1) zwischen Wien und dem Knoten Steinhäusl
  • Südautobahn (A2) bei Graz Ost, bei Steinberg, zwischen Modriach und dem Packsattel, bei Bad St. Leonhard sowie zwischen Villach Warmbad und Faakersee
  • Tauernautobahn (A10) zwischen Gmünd und Spittal an der Drau
  • Inntalautobahn (A12) zwischen Radfeld und Kramsach, zwischen Volders und Hall sowie im Bereich Schönwies
  • Brennerautobahn (A13) zwischen der Mautstelle Schönberg und Matrei am Brenner
  • Semmering Schnellstraße (S6) im Niklasdorf Tunnel
  • Arlberg Schnellstraße (S16) zwischen Schnann und St. Anton am Arlberg sowie bei Langen am Arlberg

Besonders kritisch könnte es vor allem auf der Südautobahn (A2) werden, befürchtete ÖAMTC-Experte Lasser: "Im zehn Kilometer langen Baustellenbereich zwischen dem Packsattel und Modriach steht dem Verkehr Richtung Wien nur ein Fahrstreifen zur Verfügung. Im Rückreiseverkehr, der Mitte Juli beginnt, kann es hier richtig eng werden." Zwischen Villach Warmbad und Faakersee wird es den ganzen Sommer über Verzögerungen geben, weil hier Urlauberströme von der Südautobahn (A2) und der Tauernautobahn (A10) zusammentreffen.

Heiße Phase ab 20./21. Juli

Am letzten Juni-Wochenende beginnen auch in Belgien, Dänemark, Polen, Slowenien, der Slowakei, Tschechien sowie Teilen Deutschlands, der Niederlande und der Schweiz die Ferien. Die wirklich heiße Phase des Sommerreiseverkehrs beginnt mit dem Wochenende 20./21. Juli. Da hat das bevölkerungsreichste deutsche Bundesland, Nordrhein-Westfalen, Ferienbeginn.

Eine Woche später fangen die Ferien in Baden-Württemberg an, Anfang August starten dann die Bayern als letzte in die Sommerferien. Der Rückreiseverkehr wird ab Mitte Juli einsetzen und in der zweiten Augusthälfte seinen Höhepunkt erreichen, prognostizierte ÖAMTC-Experte Lasser. Ferienende ist in Ostösterreich und Nordrhein-Westfalen am 1. September, eine Woche darauf folgen Süd- und Westösterreich sowie Bayern und Baden-Württemberg.

Großveranstaltungen

Einige Veranstaltungen werden zusätzlich für Verzögerungen sorgen. Am 28. und 29. Juni geht die Air Power in Zeltweg über die Bühne. Staus erwartet der ÖAMTC auf allen Zufahrtsrouten, speziell auf der Obdacher Straße (B78), der Murtal Schnellstraße (S36) und der Friesacher Straße (B317).

Am 28. Juli (ein Sonntag) findet der Formel-1-Grand-Prix von Ungarn bei Budapest statt. Schon ab Freitag sind  Staus auf der Ostautobahn (A4) bei Nickelsdorf wahrscheinlich. Aber auch auf der Gleisdorfer Straße (B65) bei Heiligenkreuz werden speziell Ferraristi auf dem Weg von Italien Richtung Budapest im Stau stehen. Ein weiteres Motorsport-Event geht in Brünn beim Moto-GP am 25. August über die Bühne. Man kann davon ausgehen, dass es lange Verzögerungen auf der Brünner Straße (B7) bei Drasenhofen geben wird.

(c) APA

vergrößern

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

1 Kommentare

Man kann davon ausgehen, dass es lange Verzögerungen auf der Brünner Straße (B7) bei Drasenhofen geben wird.

da es dort (ebenso wie bei nickelsdorf und anderen ungarn-grenzorten) keinerlei kontrollen gibt, sind diese nicht-grenzstaus rational nicht nachvollziehbar.
es sei denn, es gibt grenzstations-gaffer. analog zu den unfallgaffern auf der anderen autobahn-richtungsfahrbahn.

Wetter

  • Aktuelle Werte von
    10:00
    Wien
    27°
    Steiermark
    20°
    Oberösterreich
    20°
    Tirol
    17°
    Salzburg
    18°
    Burgenland
    27°
    Kärnten
    20°
    Vorarlberg
    20°
    Niederösterreich
    17°

Jetzt Panorama-Newsletter abonnieren

Der tägliche Überblick mit den wichtigsten Meldungen zu den Themen Chronik, Wien und Umwelt. Kostenlos.

Newsletter bestellen

Code schwer lesbar? » Neu laden

AnmeldenAnmelden