Weniger Unfälle durch Section Control

Seit zehn Jahren sind in Österreich Section-Control-Anlagen in Betrieb. Die Unfallzahlen mit Personenschaden sind in dieser Zeit um bis zu 50 Prozent gesunken.

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Weniger Unfaelle – (c) ASFINAG (W.SIMLINGER,Degeng.25/24,1160 Wi)

Wien/Apa. Am 13. September 2003 ist in Österreich im Wiener Kaisermühlentunnel die erste Section-Control-Anlage in Betrieb gegangen. Der zehnte Jahrestag war für den Betreiber Asfinag am Freitag Anlass, bei einer Pressekonferenz Bilanz zu ziehen. Bei den vier fixen Anlagen zur Geschwindigkeitsüberwachung wurden so die Unfallzahlen mit Personenschaden deutlich gesenkt.

„Die gesunkenen Anzeigen wegen Geschwindigkeitsübertretung beweisen ebenfalls die präventive Wirkung“, sagte Geschäftsführer Josef Fiala. So gab es 2003 im Kaisermühlentunnel noch 43.000 Anzeigen wegen erhöhter Geschwindigkeit, 2012 waren es nur noch 23.000. Dabei hat sich das Fahrzeugaufkommen in diesem Zeitraum um vier Millionen auf 34 Millionen Fahrzeuge jährlich erhöht. Die positive Wirkung gelte für alle vier Section-Control-Streckenabschnitte, die in Summe etwas mehr als 20 Kilometer ausmachen. Auch dort seien die Unfallzahlen um durchschnittlich 50 Prozent gesunken.

 

Weitere Installationen geplant

Eingesetzt wird das System in der fixen Version ebenso auf der Südautobahn (A2) zwischen Krumbach und Grimmenstein bzw. im Ehrentalerbergtunnel und im Plabutschtunnel der Pyhrnautobahn (A9). Noch in diesem Jahr soll die fixe Section Control, deren Anschaffungskosten laut Asfinag rund eine Million betragen, zudem im Bindermicheltunnel auf der Mühlkreisautobahn (A7) installiert werden.

Von den zwei mobilen, zwischen 300.000 und 400.000 Euro teuren Systemen, die von der Autobahnholding bei Baustellen betrieben werden, ist derzeit eines in der neuen Röhre des Bosrucktunnels auf der A9 im Einsatz. Das zweite Mobilsystem wird bei der Sanierung der Tunnelkette Klagenfurt ab Herbst verwendet werden.

Von einer Totalüberwachung hält Asfinag-Vorstand Alois Schedl nichts: „Eine vollständige, netzübergreifende Kontrolle, wie sie etwa in Italien üblich ist, wird es für Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen nicht geben.“

So funktioniert die Technik im Detail: An zwei Kontrollpunkten – am Beginn und am Ende des Section-Control-Streckenabschnitts – wird die Fahrzeuggeschwindigkeit gemessen. Mittels Zeitnehmung wird die Durchschnittsgeschwindigkeit berechnet. Die Section Control kann zwischen einspurigen Fahrzeugen, Pkw, Lkw und Bussen unterscheiden. Bei Überschreitung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit werden Kennzeichen und Tempodaten gespeichert und den Behörden übermittelt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2013)

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