D
ie "Auftragslage" für die Wiener Polizei ist derzeit gut. Beängsti gend gut, blickt man auf die Kriminalstatistik. Delikte wie Einbrüche, Diebstähle, Raubüberfälle haben im ersten Halbjahr 2004 im Vergleich zu Jänner bis Juni 2003 stark zugenommen. Dazu zählen auch aufsehenerregende Coups ausländischer Profi-Banden, wie zuletzt Überfalls- und Einbruchsserien auf Juweliere. Die Polizei ist nicht untätig, erzielt immer wieder spektakuläre Erfolge: Zu hören ist aber ständig: "Wir haben zu wenig Personal."
Nun gibt es jedoch Positives aus Wiens Untergrund zu berichten. Nicht aus der kriminellen Szene, sondern aus den Schächten der U-Bahnen: Polizei und Wiener Linien konnten durch Schwerpunktaktionen die Kriminalität in Wiens U-Bahn-Netz eindämmen. Zahlen belegen, dass vor allem Erfolge gegen Drogendealer und Taschendiebe erzielt werden konnten.
Offen bleibt allerdings, ob diese Einsätze nicht einen Verdrängungseffekt bewirken. Am Beispiel der U 1 zeigt sich die Mobilität der "Szene": In den Wintermonaten belagerten Bettler und Kleindealer die Bahnsteige in der Station Südtiroler Platz, nun sind sie umgezogen in die Station Karlsplatz. In der abendlichen Stoßzeit treffen dort täglich Käufer und Verkäufer von Drogen aufeinander. Stärkeres Augenmerk sollte zudem noch auf die Sicherheit in den Garnituren gelegt werden. Vor wenigen Tagen löste ein Alkoholisierter in einem U 4-Zug Panik unter Fahrgästen aus, als er plötzlich ein Butterfly-Messer aufklappte, es Passagieren triumphierend unter die Nase hielt und dann unter Schimpftiraden begann, das Messer auf- und zuzuklappen.
Auch wenn sich die Problematik nicht lösen lässt und in der U-Bahn die "kleinen Fische" unterwegs sind: Die Aktionen steigern vor allem das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste.
| stoeger@diepresse.com |

Yigg
Webnews
Mr. Wong
Delicious
Facebook
Scoop
Google
''Maras''Gangs mit brutalen Ritualen
Wiental''Rad-Autobahn'' im Flussbett
Airpower09Spektakel am Himmel











