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Wien – vom Sommer eiskalt erwischt

13.04.2007 | 18:34 |  MIRJAM MARITS UND ULRIKE WEISER (Die Presse)

Wochenende. Überall Sonne, aber ist die Stadt auch bereit für die Freiluft-Saison? Bäder, Museumsquartier und Donaukanal-Gastronomen zieren sich, machen – wegen Organisation, Umbauten etc. – Sommer streng nach Plan.

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Wien. Da kann der Kalender noch so beharrlich Mitte April anzeigen: Der Sommer hat begonnen. Zumindest fühlt es sich stark danach an, nach Draußen-Sitzen. Und, ja, auch nach In-den-Pool-Springen. Da liegt es förmlich in der Luft, dass die Freibäder ein paar Wochen früher aufsperren, die Enzis im Museumsquartier schneller als geplant in den Innenhof geschoben werden. Möchte man meinen.

Tatsächlich wird aus Baden im April nichts. Zumindest draußen. So gut wie alle Wiener Freibäder halten trotz Badewetter an der offiziellen Saisoneröffnung am 2. Mai fest. „Eine Vorverlegung ist unmöglich“, dekretiert Werner Schuster, der als Leiter der MA 44 für die 34 städtischen Bäder verantwortlich ist. Weil die Becken auf Vordermann gebracht würden, die Wartungsarbeiten im Gange seien: „Nur weil man derzeit leicht bekleidet im Freien sitzen kann, ist das noch lange kein Badewetter!“ Sagt er.

Außerdem sei die Sonne nicht stark genug, um die Solaranlagen zu versorgen, mit denen ein Großteil der Becken beheizt wird. Verfrühtes Aufsperren ist auch in Zukunft kein Thema: „Da müsste ich ja im Jänner schon wissen, wie das Wetter im April wird und die 400 bis 500 Saison-Mitarbeiter einen Monat früher einstellen“. Und: „Es gibt ja auch schöne Parkanlagen.“ Ende. Und selbst private Betreiber sind noch nicht so weit, um „verfrüht“ zu starten. Das Schönbrunner Bad sperrt zwar ein paar Tage vor den städtischen Bädern (am 21.4. ) auf – planmäßig, mit dem Wetter hat das nichts zu tun.


Die Umbauten, die Planung. . .

„Bitte warten“ heißt es auch am Donaukanal. Denn der Sommer hat die Gastronomen quasi eiskalt erwischt. Am Badeschiff etwa kann man sich auf Liegestühlen räkeln, aber schwimmen und sonnen ist nicht drin. Denn die Metamorphose des „Badeschiff“-Pools vom Indoor- zum Freiluftbecken dauert – bis zum nächsten Samstag. Man habe zwar mit den Handwerkern gesprochen, sagt Betreiber Gerold Ecker, aber leider . . .

Leider heißt es auch in der Nachbarschaft. Rudi Konar von der Herrmann-Strandbar hindern Renovierungsarbeiten an der Vorverlegung der Eröffnung (Termin: 27. 4.) und auch das Summerstage-Büro (Terrassen-Opening: 28. 4.) wehrt bedauernd ab: Die Organisation, die Arbeiten: „So spontan können wir nicht sein.“ Sommer streng nach Plan heißt es denn auch im Museumsquartier. Die Outdoor-Sitzmöbel, die „Enzis“, sind in Reparatur und werden erst am 25. April – in Cremebeige – zurückerwartet. Bis dahin bleiben nur Schanigarten, Betonboden oder die U1 Richtung Donauinsel: Zumindest am Festland-Ufer (Copa Cagrana) sind fast alle Restaurants in Betrieb. Blöd nur, dass ein Großteil der Lokale Bars sind und für die sind die Nächte noch zu kalt.

Auf der Insel selbst dauert das Auftauen noch – offiziell bis 27. April. Dieses Wochenende sperren am Südufer jedoch die ersten Lokale auf. Die allerdings nicht über den Schwimmsteg erreichbar sind: Der wird erst kommenden Donnerstag begehbar sein. Der Grund: Die Stadt habe warten müssen, bis alle schwimmenden Betriebe in Position sind. Rein rechtlich wäre die Steg-Öffnung früher möglich gewesen: ab 1. April.

SOMMER in Wien

Schwimmen: Das Strandbad Stadlau ist bereits offen.

Bootfahren: Die Bootsverleihe auf der Alten Donau sind in Betrieb (z.B. Segelschule Hofbauer)

Grillen: Wem nach Outdoor-Grillen ist, kann einen Platz auf der Donauinsel (01/4000-96496) reservieren.

Am-Wasser-Sitzen: Auf der Copa Cagrana haben bis jetzt acht Lokale offen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.04.2007)

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3 Kommentare
paramenes
16.04.2007 11:27
0 0

wahnsinnsthema

marits und weiser. ein garant für qualitätsvolle berichterstattung.

Tom K.
15.04.2007 12:58
0 0

Mitleid hält sich in Grenzen

Die ganzen Arbeitslosen, Nichtstuer und sonstigen Stützen der Gesellschaft inkl. Kampfhund werden es schon noch erwarten können, bis sie ihre Sozialhilfe in den div. Strandbars, die überall herausschießen wie giftige Pilze, tagsüber bei Sonnenschein vertschechern können.

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