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„Braune Flecken“ sollen aus Wiens Straßen verschwinden

17.05.2007 | 18:31 |  ERICH KOCINA (Die Presse)

Historisch belastete Straßennamen werden ersetzt. Vor allem die, die erst nach dem Zweiten Weltkrieg nach überzeugten Nazis benannt wurden.

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Wien. Ein „Adolf-Hitler-Platz“ in Wien? Schwer vorstellbar, aber das gab es schon einmal. Von 1938 bis 1945 trugen gleich mehrere Plätze diesen Namen, etwa auch der Rathausplatz. Und wo heute der Viktor-Adler-Platz zu finden ist, war einst der Horst-Wessel-Platz. Die Namen der Nazi-Granden wurden nach dem Krieg aber schnell von den Straßentafeln entfernt.

Und doch gibt es noch heute braune Flecken in Wiens Straßenkarte. Das Brisante daran: Sie wurden zum Teil erst lange nach dem Zweiten Weltkrieg gewidmet. So wurde etwa die Heinrich-Maxa-Gasse in der Leopoldstadt 1993 nach dem ehemaligen Bezirksvorsteher-Stellvertreter (1969 bis 1973) und ÖVP-Politiker benannt. Wie das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) nun herausfand, war dieser ein überzeugter Nazi. Schon 1929 sei er in die NSDAP eingetreten und habe sich mehrfach bei Hitlerjugend und SA engagiert.

Dass Maxas NS-Vergangenheit ans Licht kam, geht auf eine Initiative des Leopoldstädter Bezirksvorstehers Gerhard Kubik zurück, der das DÖW beauftragte, nach braunen Flecken in den Straßennamen des zweiten Bezirks zu suchen. Neben Maxa stießen die Forscher auch auf Oswald Thomas, der unter anderem das Wiener Planetarium gegründet hatte. Ihn bezeichnet DÖW-Mitarbeiter Stephan Roth als „klassischen Opportunisten“, der offen antisemitisch agierte. Dem 1963 Verstorbenen wurde 1974 der Platz vor dem Planetarium im Prater gewidmet.

Auch an der Arnezhoferstraße stößt sich das DÖW. Zwar fällt der Namensgeber nicht in die NS-Zeit, allerdings hatte der Pfarrer Johann Ignaz Arnezhofer 1670 massiv an der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus der Leopoldstadt mitgewirkt. Unter Bürgermeister Karl Lueger wurde die Straße 1906 benannt, laut Roth „ein Beispiel für die Kontinuität des christlichen Antisemitismus“, der Grundlage für den rassischen Antisemitismus des Nationalsozialismus war.

Eine Konsequenz aus der Arbeit des DÖW: Die Heinrich-Maxa-Gasse wird umbenannt. In der Bezirksvertretung werden derzeit Vorschläge gesammelt, welchen Namen die Straße in Zukunft tragen soll. Der Antrag auf Umbenennung soll im Juni im Bezirk beschlossen werden, danach muss der Kulturausschuss im Rathaus zustimmen. Bei den anderen Straßen sollen Zusatztafeln angebracht werden.


Neu: Simon-Wiesenthal-Gasse

Eine Straßen-Umbenennung in der Leopoldstadt wurde am Mittwoch offiziell gefeiert. Die Ichmanngasse, benannt nach dem Wienerlied-Texter und NSDAP-Mitglied Franz Ichmann, wurde auf Initiative der Israelitischen Kultusgemeinde in „Simon-Wiesenthal-Gasse“ umbenannt. Immerhin wird dort ein Zentrum der Gemeinde errichtet.

Die Umbenennung hat allerdings Grenzen. Zum einen müsste bei strenger Auslegung auch die Leopoldstadt umbenannt werden – schließlich ließ Leopold I. im 17. Jahrhundert alle Juden aus dem Bezirk vertreiben. Zum anderen ist ein solcher Vorgang für die Bewohner mit Bürokratie und Kosten verbunden. Schließlich müssten Dokumente neu ausgestellt und Druckunterlagen ausgetauscht werden. Bei Maxa- und Ichmanngasse ist das kein Problem, weil die Gegend unbewohnt ist.

Das DÖW will nun auch Straßen der anderen 22 Bezirke auf braune Flecken untersuchen. Ob daraus auch Konsequenzen wie Gedenktafeln oder gar Umbenennungen hervorgehen, ist noch offen.

PROZEDERE

Umbenennungen von Straßen kommen in Wien kaum vor – zu großer Verwaltungsaufwand. Nur weitgehend unbewohnte Adressen wurden in jüngster Zeit umbenannt, zuletzt die Ichmanngasse in Simon-Wiesenthal-Gasse.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.05.2007)

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31 Kommentare
 
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Gast: österreicher
18.05.2007 17:57
0 1

mir wär' lieber...

der wiener rote sumpf würde ausgetrocknet, als daß das döw gesinnungsschnüffelei a la gestapo betreibt !
(obn das am zensor vorbeiflutscht?)
österreicher

Antworten Gast: karl
19.05.2007 02:26
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Re: mir wär' lieber...

wieso haben sie angst vorm zensor? - ist doch mainstream hier, was sie da verzapfen.
und wieso "gesinnungsschnüffelei"? - hier gehts um historische personen.

aber mit wörtern und deren sinn scheinen sie überhaupt ihre probleme zu haben. ein erkenntnisproblem halt.

christlich sozialer

der votivplatz..jetzt rooseveltplatz sollte wieder DOLLFUSSPLATZ heissen...er war das erste opfer der nazis...was immer man sonst gegen ihn halten kann

Antworten Gast: karl
19.05.2007 02:41
0 0

christlich sozialer mythos -

und ein ziemlich infamer noch dazu.
Denn hier stimmt gar nichts: Weder die Historie, noch die Logik!
Oder glauben Sie wirklich, dass ein Verbrecher, der von einem anderen Verbrecher erschossen wird, schon gleich als Märtyrer im Kampf gegen das Verbrechen zu sehen ist?

Antworten Antworten Gast: Justinian
19.05.2007 10:42
0 0

Re: christlich sozialer mythos -

So,so....und warum wird dann der kommunistische Widerstand so hochgelobt, wenn doch nur die rote Mörderbande von den ebensolchen braunen umgebracht wurde ? Wäre es vielleicht lustiger im Gulag der Sowjets zu sterben, als im KZ umgebnracht zu werden ? Der blinde Fleck im linken Auge scheint eine Erbkrankheit der Roten zu sein !

Antworten Antworten Antworten Gast: karl
19.05.2007 12:50
0 0

Re: Re: christlich sozialer mythos -

kommunistischer Widerstand = rote Möderbande!
Das ist der Jargon der Hitlers und Himmlers und die Weltsicht aus der Perspektive der Nazi Propanda. - Aber, wem sag ich das?!

Schon ein besonderes Gruselkabinett hier. Mir reichts wieder für einige Zeit.

Antworten Gast: kar
19.05.2007 02:29
0 0

Re: christlich sozialer


Antworten Gast: SPÖFAN
18.05.2007 18:26
0 0

Re: christlich sozialer

na ja den dollfussplatz fordert niemand. Den Dr. Karl Lueger Ring bzw. Platz gibts noch immer

Re: Re: christlich sozialer

doch..ich fordere gerechtigkeit für engelbert..schluss mit der roten vernaderung

Antworten Antworten Gast: Justinian
19.05.2007 01:04
0 0

Re: Re: christlich sozialer

Besser einen Luegerplatz bzw -ring, als einen ebensolchen nach dem famosen Karl Renner, einem klassischen Opportunisten, der Hitler und Stalin hinten hineinkroch. Man könnte ihn ohne Namensnennung einfach in "Wendehalsplatz" umbenennen.
Aber die Roten könnten selbst sowjetischen Gefangenenlagerkommandanten alles verzeihen, nur wenn¿s gegen die Bürgerlichen geht wird Sippenhaftung a¿la NSDAP betrieben. Na ja, der rote und der braune Sozialismus ähneln inander wie Zwillingsschwestern

Gast: Immaculata
18.05.2007 11:25
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Weils in einem ging:

Bitte auch gleich folgende Wiener Straßen umbenennen: Lasallestraße, Rosa-Luxemburg-Gasse, Liebknechtgasse, Friedrich-Engels-Platz. Dann natürlich den Karli-Marx-Hof. <<< Die Wiener Rothauskomiker haben augenscheinlich eine Vorliebe für diese (zumeist) Kommunisten, zum Teil echte Wegbereiter des Bolschewismus und des Stalinismus. Außerdem handelt es sich um lauter DEUTSCHE Staatsbürger. Bitte, was geht mich der DEUTSCHE Linksextremist Lasalle an? Wieso nur deutsche Linkspolitiker und keine zB tschechischen Linkspolitiker. Ich hab das Wiener Rotzhaus im Verdacht, dass das ein kleine sublime Deutschtümelei vorhanden ist.

Antworten Gast: karl
18.05.2007 13:40
0 0

Re: Weils in einem ging:

es wird doch wohl einen unterschied geben zwischen einem friedrich engels, der ein buch geschrieben hat, und menschen, die aktiv im ns-regime für die vertreibung und tötung von menschen verantwortlich oder mitebeteiligt waren!

Re: Re: Weils in einem ging:

das wort ist eine der gefährlichsten waffen...es tötet millionen

Antworten Antworten Gast: Immaculata
18.05.2007 14:47
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Meinerseel!!! Da schauts alle her:

Ein Verharmloser! Als nächstes werden Sie vielleicht noch sagen, der Ottokar Kernstock (gestorben 1928) hat auch "nur" ein Gedicht oder ein Lied geschrieben. Und der ganze Zirkus um die nach ihm benannte Straße in Wels wäre umsonst gewesen. Schnell, holts den Bertl E. und den Wolferl N., die werden Dich lehren! Unverbesserlicher!

Antworten Antworten Antworten Gast: Austriacus
19.05.2007 01:20
0 0

Re: Meinerseel!!! Da schauts alle her:

Schau, schau, die einäugigen Gutmenscen in voller Rage ! Der Ottokar Kernstock hat weniger angerichtet als die hysterisch großdeutsche Sozialdemokratie der Ersten Republik, die bis in die Emigation ein selbständiges Österreich abgelehnt hat (z.B. Karl Czernetz, danach jahrelang außenpolit. Sprecher der SPÖ im NR). Aber was zählt die historische Wahrheit über-haupt, wenn das kommunistische Desinformationsbüro namens DÖW völlig unobjektiv herumsudeln kann.

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Keine anderen Sorgen?

Erfreut musste ich heute feststellen das wir anscheinen keine anderen Probleme haben und unser Geld und Zeit deswegen umbedingt in die Forschung und Umbenennung von Gassen und Strassen investieren muessen.
Wenn schon denn schon, koennten dann ja auch gleich Erinnernungen an die russische Besatzungszeit entfernt werden, die noch vielen alten Leuten in schlechter Erinnernung ist.

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Wenn eine Institution keine Existenzberechtigung mehr hat...

Weil das , was zu tun war, getan wurde, muss sie sich krampfhaft nach neuen Beschäftigungen umsehen....
Dann machen sie halt so einen Blödsinn.
Übrigens - ich wohne in der Ostmarkgasse! Und es täte mir wirklich leid, wenn man diese Umbenennen würde - denn die heisst schon seit 1901 so - ätsch.

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Wenn eine Institution keine Existenzberechtigung mehr hat...

Weil das , was zu tun war, getan wurde, muss sie sich krampfhaft nach neuen Beschäftigungen umsehen....
Dann machen sie halt so einen Blödsinn.
Übrigens - ich wohne in der Ostmarkgasse! Und es täte mir wirklich leid, wenn man diese Umbenennen würde - denn die heisst schon seit 1901 so - ätsch.

Antworten Gast: Hudiwudri
18.05.2007 11:21
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Re: Wenn eine Institution keine Existenzberechtigung mehr hat...

Das wird ihr nichts helfen, wenn erst die Eiferer am Werke sind.

Gast: MR
18.05.2007 10:00
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Wenn schon, denn schon!

Die gewünschte Namenstilgung betreffend Johann Ignaz Arnezhofer, der vor gur 300 Jahren lebte, ist ja geradezu ein Witz, wenn man bedenkt, dass Leute wie Julius Tandler (glühender Euthanasiebefürworter) in Wien oder Michael Sieberer (rechtskräftig von einem Geschworenengericht zum Tod verurteilter Mörder) in Steyr Strassennamen zieren.

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Schwarzenbergplatz

Ich hätte auch einen Vorschlag! Kann man bitte endlich die Kommunisten-Russen Statue auf dem Schwarzenbergplatz abreisen?! Es gibt sicher genug Menschen die nicht an die Besatzungszeit, vorallem im russischen Gebiet, erinnert werden möchten.

Wohin sind wir gekommen...

...dass ein kommunistisch geprägter Privatverein bestimmt, wie die Gassen in genannt werden dürfen?

Gast: tc_t
18.05.2007 07:49
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na

dann simma doch froh, dass wir endlich dann das haben was wir verdienen... man darf keinen krieg verlieren...

Antworten Gast: neubauer
18.05.2007 08:29
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Re: na - krieg verlieren

das nazionalsozialistische regime und ihre (grausamen) mitläufern haben den krieg verloren. alle anderen menschen haben gewonnen: ihr leben, ihre freiheit und ihre würde.
so viel zu sieg und niederlage

Antworten Antworten Gast: SPÖFAN
18.05.2007 18:28
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Re: Re: na - krieg verlieren

ich glaub das sahen die Gulagbewohner ein wenig anders

Gast: GERo
18.05.2007 07:15
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Immigrant/innen

gebts den Straßen doch Namen von unseren lieben Immigrant/innen.
Omofumaplatz oder Alistraße
In wean sans heut alle a bisserl komisch

 
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