Erstes Mal Sex: Österreich weltweit Nummer eins

Mit 17,3 Jahren haben österreichische Jugendliche im Durchschnitt das erste Mal Sex. Das ergab eine Studie eines Kondomherstellers, für die 26.000 Menschen befragt wurden.

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Nirgends auf der Welt haben Jugendliche so früh das erste Mal Sex wie in Österreichs. Laut des „Durex Sexual Wellbeing Global Survey 2007“ liegen die heimischen Mädchen und Burschen fast zwei Jahre unter dem weltweiten Mittel. Mit 17,3 Jahren wird hier zu Lande erstmals Geschlechtsverkehr praktiziert, der internationale Schnitt liegt laut Studie bei 19,25. Mädchen sind dabei noch einmal sieben Monate früher dran als Burschen.

Malaysia "Spätzünder"

17,3 Jahre sind die Österreicher bei ihrem „ersten Mal“ und rangieren damit an erster Stelle im internationalen Vergleich, dicht gefolgt von Brasilien (17,4) und Deutschland (17,6). Die „Spätzünder“ sind Malaysia (23), Indien (22,9) und Singapur (22,8).

Geplant

Österreichs Jugendliche setzten auf eine gute Vorbereitung: 62,7 Prozent haben ihr „erstes Mal“ geplant. „Egal ob mit Eltern, Freunden oder Bekannten - je offener über Sex gesprochen wird, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch das erste Mal in positiver Erinnerung bleibt“, heißt es in der Untersuchung, die zum Schluss kommt: „Je besser die Aufklärung im Vorfeld, umso eher greifen Jugendliche auch zu Verhütungsmaßnahmen.“ Nur 15,3 Prozent hatten bei ihrem ersten Erlebnis Angst vor Geschlechtskrankheiten oder davor, schwanger zu werden.

Frauen verhüten öfter

Verhütung werde bei Jugendlichen bis zum Alter von 17 Jahren großgeschrieben, ab 18 nehme das Bewusstsein dafür aber wieder ab, so der Durex-Bericht. In Österreich werde das Thema jedenfalls ernst genommen: 77,2 Prozent verhüten bei ihrem ersten sexuellen Erlebnis. Grundsätzlich verhüten Frauen beim „ersten Mal“ öfter als Männer - und sind durchschnittlich auch sieben Monate früher dran.

Mädchen sieben Monate früher

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(c) APA (Durex)

Jugendliche aus ländlichen Gebieten haben ihr erstes Mal früher als jene, die in der Stadt leben, belegt die Studie. Dazu komme, dass Sexualerziehung am Land weniger stattfinde, als in der Stadt. Auch Menschen mit höherer Bildung würden sich beim allerersten Geschlechtsakt mehr Zeit lassen. Durch dieses Zeit-Lassen fühlen sie sich nicht nur mehr bereit für Sex, heißt es in der Untersuchung, sondern haben auch positivere Erinnerungen an die Premiere.

Dafür, dass es Mädchen sieben Monate früher probieren als Burschen, weiß Elia Bragagna, Leiterin der Sexualambulanz im Wilhelminenspital und Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Sexualmedizin, einige Ursachen: „Nicht immer ist es der Partner, der Druck ausübt. Auch der Freundeskreis spielt eine wichtige Rolle. Man möchte nicht der oder die Letzte sein“, so Bragagna. In der neuen Durex Studie nannten 27,5 Prozent der weiblichen Befragten diesen Druck als Auslöser für ihr erstes Sex-Erlebnis. Gleichzeitig bereuen es Frauen öfter als Männer: 42 Prozent der Mädchen verbinden damit negative Erinnerungen, bei den Männern sind es lediglich 32 Prozent.

Am „Durex Sexual Wellbeing Global Survey 2007“ haben mehr als 26.000 Menschen in 26 Ländern teilgenommen.

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